Ein Ausschnitt der Tristan-Überlieferung im europäischen Mittelalter unter dem Gesichtspunkt von Europäisierungsprozessen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

22 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Ein Ausschnitt der Tristan-Überlieferung im europäischen Mittelalter unter dem Gesichtspunkt von Europäisierungsprozessen
2. 1 Ursprünge der Tristangeschichte: Die nichtüberlieferte ‚Estoi
2. 2 Die französischen Romane
2.2.1 Bérouls Tristan-Fragment
2.2.2 Das Fragment des Thomas von Britannien
2. 3 Die deutschen Romane
2.3.1 Gottfried von Straßburg
2.3.2 Eilhart von Oberg

3. Zusammenfassung

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

An der Tristan-Überlieferung in Europa fällt zunächst auf, vor allem auch mit Blick in die Neuzeit, dass sich dieser mittelalterliche Stoff über Jahrhunderte hinweg halten konnte und auf unterschiedlichste Arten und gattungsübergreifend ohne Unterlass weiter bearbeitet wurde. Dieses Phänomen ist in der europäischen Literatur bemerkenswert. Wobei allerdings nicht vernachlässigt werden soll, dass dem Artusroman als Vorläufer des modernen Romans keine unerhebliche Rolle zukommt und dieser, gleichfalls auf keltischem Erzählgut (matière de Bretagne) fußend, ebenfalls seine Wurzeln in der europäischen Kultur hat. Es bestehen Verbindungen zwischen dem Tristan-Stoff und dem roman courtois, wie zahlreiche Tristanfassungen belegen, und auch stoffliche Einflüsse des antikisierenden Romans sowie des Heldenepos spielen eine Rolle, wie die vorliegende Untersuchung herausarbeiten wird. Die Arbeit wird bei den spezifischen Eigenheiten der zu untersuchenden Tristanfassungen um eine Vernachlässigung vieler inhaltlicher Divergenzen, Einzelmotive und Themen nicht umhinkommen, exemplarisch sollen lediglich Unterschiede in der Liebesthematik und der gesellschaftsbezogenen Fragestellungen aufgezeigt werden.

Die beispiellose Verbreitung des Tristan in Europa könnte man als Indiz für erste Europäisierungsprozesse werten. Inwieweit diese Annahme berechtigt ist, soll durch einen Blick auf die Thesen des sog. New Historicism, der sich auf die nähere Untersuchung des „aus Diskursfäden gesponnene dichte[n] Gewebe[s] der Kultur bzw. Geschichte“ richtet „und einzelne Fäden daraus [verfolgt], um jeweils ein Stück Komplexität, Unordnung, Polyphonie, Alogik und Vitalität der Geschichte zu rekonstruieren“, ermittelt werden.[1]

Erforderlich ist neben einer geschichtlichen Einordnung eine Übersicht der Zusammenhänge der Stoffverarbeitungen, die allerdings auf wenige aus dem Tristanstoff hervorgegangene Werke beschränkt bleiben soll, um den Umfang dieser Arbeit nicht zu belasten und auch, um eine gewisse Übersicht abseits der Fülle des eigentlich umfangreicheren Gesamtbestand an Tristanbearbeitungen zu wahren. Zum Zwecke einer Grundlegung beschäftigt sich die Untersuchung zunächst mit der rekonstruierten ‚ Estoire ’, um von hieraus zwei weitere französische Tristanfassungen in den Blick zu nehmen und dann überzugehen zu den deutschen Bearbeitungen, die der Stoff im europäischen Mittelalter erfahren hat.

In der Zusammenfassung sollen dann die Resultate angesprochen werden, die sich in der vorliegenden Untersuchung in Hinblick auf die Aufgabenstellung, ob die europäische Überlieferung des Tristan über politisch-dynastische Strukturen als Anzeichen erster ‚Europäisierungsprozesse’ gelten kann, ergeben haben.

2. Ein Ausschnitt der Tristan-Überlieferung im europäischen Mittelalter

unter dem Gesichtspunkt von Europäisierungsprozessen

2. 1 Ursprünge der Tristangeschichte: Die nichtüberlieferte ‚Estoire’

In der Forschung wird ein nicht erhaltener ‚Urtristan’, die sog. ‚Estoire’ angenommen, die aus drei Elementgruppen zusammengesetzt gewesen sein soll. Es handele sich hierbei um „international verbreitete Erzählmotive, höfische (v. a. im Exilteil) und keltische Elemente“, die in diesem Werk verarbeitet worden seien.[2] Zu den letzteren dürften auch die Protagonistennamen zählen, die in erster Linie keltischen Ursprungs seien.[3] Wegen des Vorkommens besonderer Motive und Episoden spielen wahrscheinlich außerdem irische[4] und auch orientalische[5] Einflüsse eine Rolle. Der Ansicht, die einen keltischen Ursprung vermutet, steht die des kontinentalen (französischen) Ursprungs entgegen; den Erneuerungsversuch der ‚bretonischen Urgestalt’ durch Schurig (1924) verwirft Stein, der diesen „nicht einmal als Rekonstruktion“ gelten lässt, sondern „schlicht und einfach [als] ein Phantasieprodukt“ betrachtet.[6]

Zur Datierung gibt es unterschiedliche Auffassungen, so glaubt Buschinger beispielsweise an eine Entstehung des Textes um 1158 in französischer Sprache:

Dieser Ur-Tristan ist wahrscheinlich gegen 1158 am Hofe Alienors von Aquitanien und ihres Gatten, Heinrich II., verfaßt worden, vielleicht in England, aber in französischer Sprache. Der Autor war wohl zweisprachig (er beherrschte das Französische und das Keltische) und war in beiden Kulturen, der französischen und der keltischen, verwurzelt.[7]

Schausten sieht in der Estoire eine „nicht erhaltene Fassung, auf der nach Ansicht der stoffgeschichtlichen Forschung letztlich alle erhaltenen französischen und deutschen Dichtungen beruhen.“[8] Schon Schoepperle nennt diese Fassung aufgrund eines Quellenhinweises bei Béroul ‚Estoire’.[9] Für einen einzigen Verfasser der Estoire spricht sich bereits Ranke aus;[10] Mergell schreibt der schriftlichen Fixierung des ersten Tristanromans Chrétien de Troyes als Autor zu.[11] Für diese These lassen sich allerdings keine Belege finden[12], Mergell verweist lediglich auf Motiv-Parallelen, die zwischen dem ersten Tristan-Roman und Werken Chrétiens bestünden[13]. Um die Zeit der Landnahme Britanniens durch die Normannen (1066) soll nach Ansicht Davids der oral tradierte Urtristan in den Umlauf gekommen sein; auch sie sieht in der Estoire, für die sie als Entstehungszeit 1160 angibt, die mutmaßlich erste schriftliche Fassung des Stoffes.[14] Bei dieser Darstellung muss berücksichtigt werden, dass David wie auch Mergell eine weitere Stufe der Entstehung einbeziehen[15]: Eine ‚oral tradierte Version’ wird hier mit ‚Urtristan’ bezeichnet und als ‚Estoire’ gilt ihnen das, was Mergell „den ersten [schriftlich verfassten] Tristanroman“ nennt. In den meisten, vor allem jüngeren Beiträgen der Forschungsliteratur, wird die Bezeichnung ‚Estoire’ jedoch synonym mit ‚Urtristan’ verwendet.[16]

Die inhaltliche Erschließung der Estoire erfolgt über Textvergleiche: hierzu bedient man sich zweier altfranzösischer Fassungen (Béroul, Thomas) und einer deutschen (Eilhart):

Für die Erschließung der (altfranzösischen) Urfassung stehen also im wesentlichen zwei fragmentarisch überlieferte altfranzösische Werke und - vor allem - ein vollständiges Werk in mittelhochdeutscher Sprache zur Verfügung.[17]

Als inhaltlich auffällig sei anzusehen,

daß der Ur-Tristan von kompositorischen Brücken und inneren Widersprüchen gekennzeichnet ist […].[18]

Motive der Estoire seien dem Märchen (z. B. das Drachenmotiv)[19], dem Orient und der antiken Sage entlehnt[20].

Der „Tristan“ verweist in einigen Grundzügen auf seine Sagen-Provenienz, und auch sein tragisches Ende stellt ihn mit der Heldensage in eine Reihe. Daneben finden sich einige Märchenmotive.[21]

Wolf möchte die Mythe nicht (wie David es tut, vgl. Anm. 21) auf „Göttergeschichten“ begrenzt sehen. Für ihn ist die Geschichte von Tristan und Isolde eine Mythe, die zu dieser werde, dadurch dass sie „zu bestimmten Veränderungen fähig“ sei,

die es ihr ermöglichen, etwas über den Menschen auszusagen, was in dieser Weise bisher nicht ausgesagt worden war, und es muss eine Tradition entstehen.[22]

Interessant sind die hier aufgeführten Angaben (die sich ohne Weiteres ergänzen ließen) in ihrer Gesamtheit, da kulturell unterschiedlichste Einflüsse offenbar schon die Vorgeschichte der Tristan-Bearbeitung erheblich prägen. Der Aspekt der verschiedenen Erzählweisen je nach kulturellem Hintergrund wird bei Schausten näher ausdifferenziert und soll im weiteren Verlauf dieser Untersuchung wieder aufgegriffen werden.

Die Vielfalt der Themen und Motive erschweren die Bestimmung der Gattungszugehörigkeit genauso wie die Stoffdeutung in nur geradliniger Perspektive; gerade dadurch allerdings hebt sich die Tristan-Geschichte deutlich vom höfischen Artus-Roman ab. „Das ‚Tristan-Sujet“ stehe

im Gegensatz zum Artusstoff in viel stärkerem Ausmaß als dieser auch anderen Formen offen: Kurzerzählungen in Vers und Prosa, balladeske Kurz-, Lang- und Zyklenformen, Lyrik, Meisterlieder, szenische Gestaltung, ‚Volksbuch’, Märchen und Fortsetzungsgeschichten.[23]

Hierin bereits kann man die Grundlage für eine beispiellose Verbreitung des Tristan-Stoffes über die innereuropäischen Grenzen hinweg ablesen, die in den folgenden Jahrhunderten einsetzen wird.

2. 2 Die französischen Romane

2.2.1 Bérouls Tristan-Fragment

Die (ebenfalls in französischer Sprache erfolgte) Bearbeitung der Estoire durch einen oder mehrere Autoren[24] - im letzteren Fall in der Forschung dennoch als Werk eines Autors behandelt[25] -, ist in einer unvollständigen Handschrift eines anglonormannischen Schreibers aus der Mitte des 13. Jahrhunderts erhalten[26] ; anzunehmen ist, dass es sich bei dem Text um ein Romanfragment handelt.[27] Diese Fassung wird, in Abgrenzung zur ‚höfischen’ des Thomas, als ‚spielmännische’ Bearbeitung bezeichnet.[28]

Schausten wendet sich gegen diese „dichotomische Perspektive“.[29] In einer neueren Arbeit führt sie den Begriff des „Mehrfacherzählens“ ein, der auf mehr als nur

die Existenz verschiedener erzählerischer Versionen eines stofflichen Grundmusters [hinweist]. Die zu untersuchenden Tristanfassungen zeichnen sich zwar durch einen grundlegenden Bezug auf eine Geschichte (histoire) aus, doch bekanntlich stellt jede Version diesen Bezug spezifisch anders als die anderen her. Die Tristan geschichte, der stoffliche Kern der Fassungen, wird in ihnen auf unterschiedliche Weise erzählerisch gestaltet, unterschiedlichste Handlungsteile werden „verwendet“, alle Versionen sind zu verschiedenen Zeiten entstanden. Ihre Gemeinsamkeiten bestehen damit nicht allein in einem gemeinsamen Bezug auf eine stoffliche Erzählgrundlage, sondern darüber hinaus gerade auch in ihrer jeweils anderen Relation zu eben jener Grundlage.[30]

Sie kritisiert, dass die verschiedenen Tristanfassungen bisher vornehmlich als rezeptionsgeschichtliches Phänomen oder auf einzelne Figuren, Motive, Minneauffassung, Überlieferungssituation oder ihren sozialgeschichtlichen Bezug hin untersucht wurden, wenngleich sie zugibt, dass manche der angesprochenen Arbeiten „sich deutlich bemüht“ zeigten, „die Bewertungskategorien der Tristanfassungen zu differenzieren und den Schematismus der dichotomischen Perspektive als unzureichend herauszustellen“.[31] Exemplarisch soll im vorliegenden Abschnitt einer dieser bedingt durch Schausten gelobten Ansätze Erwähnung finden; es handelt sich hierbei um Keck (1998).

Keck liest die Tristanversionen Bérouls, Eilharts und Gottfrieds als „Auseinandersetzungen mit den Mustern der ihnen gleichzeitigen Literatur“ und hebt dabei auf die Gattungsspezifik (Heldenepos und Artusroman) ab.[32] Bérouls Text gehöre, so Keck,

in einen literarischen Raum […], einen Raum, der ihn in Beziehungen zu anderen Texten zeigt, während unmittelbare Anspielungen auf die historische Wirklichkeit der Zeit nicht greifbar sind.[33]

Auf Kecks Ansatz und Schaustens diesbezüglicher Haltung wird unten zurückgekommen.

Datiert wird das Béroul-Fragment auf die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts; über eine genauere Bestimmung gehen die Meinungen auseinander. Bei der Annahme der Zweigeteiltheit des Textes werden z. T. unterschiedliche Entstehungszeiten angenommen, wobei Béroul II nach 1190/91 geschrieben worden wäre, Béroul I hingegen „wesentlich früher“.[34] Spiewok vermutet für den Gesamttext eine Entstehung nach 1179/80.[35]

Der Text scheine wegen seiner „erkennbare[n] Episodenreihung […] der Technik des Verfassers der Estoire am nächsten zu kommen.“

Unverkennbar leidet darunter jedoch der Erzählfluß, da die einzelnen Szenen allgemein übergangslos nebeneinander gestellt werden.[36]

Als Uneinheitlichkeit des Béroul-Fragments bezeichnet Spiewok z. B. die Tatsache, dass einerseits die Trankwirkung als „Entlastung der Liebenden stark betont werde“, diese „offensichtlich vom Makel der ehebrecherischen Liaison entlaste[n]“ soll. Andererseits hingegen verliere der Trank nach einer Dauer von drei Jahren seine Wirkung und es werde

ein Fortdauern der Gemeinschaft zwischen den beiden Liebenden betont. Obwohl die Trankwirkung verflogen ist, finden sie immer wieder erneut zueinander.[37]

Keck hält derartige Uneinheitlichkeiten für „eine bestimmte Erzähllogik“, der die Figuren unterworfen seien. Jene vereine in ihr „drei Erzählweisen: die des Tristan-Plots (in der ‚Struktur’), die des heldenepischen Erzählens[38] (in den ‚Hauptthemen’) und die des höfischen Romans.

Wobei sich die Psychologie, die persönliche Lebendigkeit der Figuren aus den Gegebenheiten der Erzählebenen ergibt bzw. aus deren Inkonsistenz. Denn gerade die Brechungen der verschiedenen Erzähllogiken in dieser einen, der Tristangeschichte, erlauben das Erscheinen einer Person im modernen Verstand, eines ‚Menschen in seinem Widerspruch’.[39]

Schausten ermittelt bei Keck die zentrale These, dass „das Scheitern eines Helden an der Erfahrung seiner Liebe, die Unmöglichkeit, diese Liebe mit seiner Heldenrolle zu verbinden, […] eine Bekräftigung der Liebeskonzeption des Artusromans ex negativo“ sei und hält diese Untersuchungsperspektive, „die Liebeskonzeption der Tristanversionen hauptsächlich au einem Vergleich mit heldenepischen Texten [ Chansons de geste ] und höfischen- bzw. Artusromanen zu entwickeln“, für unzureichend im Hinblick auf Bestrebungen Kecks, „zu einer gegenüber der älteren Tristanforschung differenzierteren Analyse der verschiedenen Fassungen“ zu gelangen.[40]

[...]


[1] Moritz Baßler: Einleitung: New Historicism- Literaturgeschichte als Poetik der Kultur. In: New Historicism. Literaturgeschichte als Poetik der Kultur. Hrsg. ders. 2. Auflage. Tübingen, Basel 2001, S.7-28. hier: S. 15.

[2] Peter K. Stein: Tristan-Studien. Hrsg. v. I. Bennewitz. Stuttgart, Leipzig 2001, S. 19.

[3] „Den Schlüssel zum Beweis, daß die Tristan-Dichtung in der ältesten Form in der piktischen Kultur- oder Sagenwelt angesiedelt war, liefert vor allem der Name des Protagonisten Tristan. Seine etymologische Wurzel liegt im piktischen Namen Drust, der in der Chronik der Pikten wiederholt als Name verschiedener Könige auftaucht.“ Marion Mälzer: Die Isolde-Gestalten in den mittelalterlichen deutschen Tristan-Dichtungen. Ein Beitrag zum diachronischen Wandel. Heidelberg 1991, S. 32; vgl. auch: Stein, Studien, S. 14.

[4] Danielle Buschinger: Studien zur deutschen Literatur des Mittelalters. Greifswald 1995, S. 51; auch Stein, Studien, S. 16f.

[5] Stein, Studien, S. 24f.

[6] Ebd., S. 14.

[7] Buschinger, Studien, S. 51.

[8] Monika Schausten: Erzählwelten der Tristangeschichte im hohen Mittelalter: Untersuchungen zu den deutschsprachigen Tristanfassungen des 12. und 13. Jahrhunderts. München 1999 (Forschungen zur Geschichte der älteren deutschen Literatur, Bd. 24), S. 12.

[9] Gertrude Schoepperle: Tristan and Isolt. A Study of the Sources of the Romance. 2. Auflage. N. Y. 1960, S. 66.

[10] Friedrich Ranke: Tristan und Isold. München 1925 (Bücher des Mittelalters, Bd. 3), S. 21.

[11] Bodo Mergell: Tristan und Isolde. Ursprung und Entwicklung der Tristansage des Mittelalters. Mainz 1949, S. 200f.

[12] „Chrétien de Troyes erwähnt in seinem ‚Cligès’, daß er ein Gedicht ‚über König Mark und die blonde Isalt’ (V. 5) gemacht habe. Darüber gibt es nur Spekulationen, insbesondere zur Frage, ob damit ein vollständiger ‚Tristan’- Roman oder nur ein Episodengedicht gemeint sei.“ Stein, Studien, S. 18.

[13] Bodo Mergell: Tristan und Isolde. Ursprung und Entwicklung der Tristansage des Mittelalters. Mainz 1949, S. 201.

[14] Katia David: Wandel von Symbol und Motiv in den Tristan-Fassungen Eilharts von Oberge, Thomas’ von Britannien und Gottfrieds von Straßburg. Berlin 1989, S. 266.

[15] Bodo Mergell: Tristan und Isolde. Ursprung und Entwicklung der Tristansage des Mittelalters. Mainz 1949, S. 16.

[16] z. B. bei Buschinger: „Alle Tristan-Romane gehen direkt oder indirekt auf ein und dasselbe, allerdings nicht überlieferte Werk zurück: auf den Urtristan (altfranzösisch die Estoire).“ Buschinger, Studien, S. 51. (Hervorhebung von mir, A. S.)

[17] Wolfgang Spiewok: Tristan und Isolde im europäischen Mittelalter. Ausgewählte Texte in Übersetzung und Nacherzählung. Hrsg. v. D. Buschinger u. W. Spiewok. Stuttgart 1991, S. 9f.

[18] Buschinger, Studien, S. 52.

[19] Ebd., S. 51.

[20] Zum Orient sei besonders ‚Wîs und Ramîn’ des Fakhreddîn As’ad Gorgâni in der Mitte des 11. Jhds. zu erwähnen. In der antiken Sagenwelt finden sich zum Beispiel das Segelmotiv in der Sage um Theseus und Ariadne; auch das Drachentötermotiv ist dort bereits Gegenstand (Perseus und Andromeda). Stein, Studien, S. 17.

[21] Katia David: „Wandel von Symbol und Motiv in den Tristan-Fassungen Eilharts von Oberge, Thomas’ von Britannien und Gottfrieds von Straßburg. Berlin 1989, S. 26.

[22] Alois Wolf: Gottfried von Straßburg und die Mythe von Tristan und Isolde. Darmstadt 1989, S. 1. Auch Spiewok spricht von der „Mythe von Tristan und Isolde“. Spiewok, Mittelalter, S. 7.

[23] Stein, Studien, S. 8.

[24] Man unterscheidet, wenn zwei Autoren angenommen werden, zwischen Béroul I und Béroul II: „Als Gründe für die Zweiteilung werden heute vorgebracht: die Szenenfolge bis zum Reinigungseid stimmt mit Eilhart (‚Estoire’) recht gut überein, dann aber geht Béroul eigene Wege; zwischen beiden Teilen gibt es offenbar Widersprüche […], unklare Motivzusammenhänge und unaufgelöste Anspielungen […].“Ebd., S. 34f.

[25] Spiewok, Mittelalter, S. 325.

[26] „Das Fragment des Versromans von Béroul ist einzig und allein in dem Manuskript 2171 der Bibliothèque Nationale (Fonds francais) in Paris überliefert.“ A. Berthelot, D. Buschinger, W. Spiewok: Einleitung zu: Béroul. Tristan et Iseut. altfranzösisch/ neuhochdeutsch. Greifswald 1994 (Greifswalder Beiträge zum Mittelalter, Bd. 64. Serie 1. Texte des Mittelalters, Bd. 11), S. IX.

[27] Eine andere Auffassung vertritt Keck (s. Anm. 38).

[28] Schausten, Erzählwelten, S. 13f.

[29] Ebd., S. 14.

[30] Schausten, Erzählwelten, S. 18. (Hervorh. M. S.)

[31] Ebd.

[32] Anna Keck: Die Liebeskonzeptionen der mittelalterlichen Tristanromane. Zur Erzähllogik der Werke Bérouls, Eilharts, Thomas’ und Gottfrieds. München 1998 (Beihefte zur Poetica 22), S. 13.

[33] Ebd., S. 48.

[34] Stein, Studien, S. 36.

[35] „Bei der Datierung seines Werkes geht man davon aus, daß er den altfranzösischen ‚Roman de Renart’ gekannt haben muß, spielt er doch mit dem Namen Malpertuis […] auf die Behausung des Fuchses an, wie sie in der Branche I dieses Romans (niedergeschrieben 1179/80) genannt wird.“ Spiewok, Mittelalter, S. 325 (Hervorheb. A.S.); Keck hält eine Datierung „zwischen 1176 bzw. 1180 und 1202 für erwiesen. Keck, Liebeskonzeptionen, S. 48.

[36] Spiewok, Mittelalter, S. 325.

[37] Spiewok, Mittelalter, S. 325f.

[38] Hier zeigt sich außerdem, dass Keck entgegen der Tristanforschung den Text Bérouls eher als heldenepisch eingeordnet wissen will: „Achtet man auf den Gestus der Erzählung als ganzer, so nimmt man jedoch durchweg heldenepische- und eben nicht romanhafte- Elemente wahr, die Béroul offenbar verwandte, um seine Erzählung auf eine ihm und seinen Hörern wünschenswerte Weise voranzutreiben: es ist der Fundus der Chanson de geste, aus dem Béroul Motive und Requisiten seiner Erzählweise bezieht.“ Keck, Liebeskonzeptionen, S. 51.

[39] Ebd., S. 54.

[40] Monika Schausten über: Anna Keck, Die Liebeskonzeption der mittelalterlichen Tristanromane. Zur Erzähllogik der Werke Bérouls, Eilharts, Thomas’ und Gottfrieds. In: ZfdPh 119 (2000), S. 453f.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Ein Ausschnitt der Tristan-Überlieferung im europäischen Mittelalter unter dem Gesichtspunkt von Europäisierungsprozessen
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Philosophische Fakultät II)
Veranstaltung
Hauptseminar: Gottfried von Straßburg: Tristan
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
22
Katalognummer
V163994
ISBN (eBook)
9783640793297
ISBN (Buch)
9783640793112
Dateigröße
528 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit bezieht sich auf Thesen des 'New Historicism' (Greenblatt, Baßler) und unternimmt auf dieser Grundlage eine Neubewertung des überlieferten Tristan-Stoffes in Europa. Der Professor hielt die Untersuchung für sehr innovativ und bewertete sie mit 1,0.
Schlagworte
Gottfried, Tristan, Isolde, Straßburg, New Historicism, Eilhart, Estoire, Urtristan, Europäisierung, spielmännisch, höfisch, Fragment, Artus, Artusstoff, Artusstoffkreis, Spätmittelalter, Kirchengebäudeallegorese, Carlisle, Gottesurteil, Ehebruchsgeschichte
Arbeit zitieren
André Schneider (Autor), 2005, Ein Ausschnitt der Tristan-Überlieferung im europäischen Mittelalter unter dem Gesichtspunkt von Europäisierungsprozessen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163994

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