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Die Bilderdichte in Günter Kunerts Gedicht 'Vorschlag" und deren Bedeutung für die Interpretation

Title: Die Bilderdichte in Günter Kunerts Gedicht 'Vorschlag" und deren Bedeutung für die Interpretation

Seminar Paper , 2010 , 9 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stephan Daub (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
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Im Gegensatz zur Epik ist die Bilderdichte ein zentrales Merkmal von Gedichten. In der Germanistik gibt es eine Vielzahl an Stilmittel, die man verwenden kann. Am weit verbreitesten ist die Metapher. Darunter versteht man, „einen sprachlichen Ausdruck, bei dem ein Wort, eine Wortgruppe aus seinem eigentlichen Bedeutungszusammenhang in einen anderen übertragen wird, ohne dass ein direkter Vergleich zwischen Bezeichnendem und Bezeichnetem vorliegt; bildhafte Übertragung“ (Duden 2001: 629). Eine weitere rhetorische Figur ist die ‚Rhetorische Frage‘. Hierbei handelt es sich um eine „scheinbare Frage, bei der jeder die Antwort kennt“ (Biermann/Schurf 1999: 185). Ein drittes Stilmittel, welches ich im späteren Verlauf dieser Hausarbeit im Gedicht ‚Vorschlag‘ von Günter Kunert näher erläutern möchte, ist die
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‚Ellipse‘. Dies ist ein „unvollständiger Satz; Auslassung eines Satzteils/Wortes, das leicht ergänzbar ist“ (Biermann/Schurf 1999: 184). Wichtig für die Analyse eines fiktionalen Textes ist die Grundfunktion der Sprache. Grundsätzlich unterscheidet man in appelativ (Autor bezieht Stellung zu politischen und moralischen Fragen und will mit seinem Text eine größtmögliche Wirkung beim Leser erreichen), darstellend (der Text bezieht sich auf eine Wirklichkeit und beschreibt diese) und expressiv (Autor bringt seine Stimmungen und Gefühle zum Ausdruck (Jeßing/Köhnen 2007: 3).
Die obengenannten rhetorischen Figuren (Metapher, rhetorische Frage, Ellipse), sowie die Funktion der Sprache möchte ich nun anhand des Gedichtes ‚Vorschlag‘ von Günter Kunert näher erläutern. Zudem werde ich untersuchen, welche Aussagen durch den Gebrauch der Figuren im Gedicht gestärkt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

3. Schluss

4. Literaturangaben

5. Anlage: Günter Kunert ,Vorschlag‘

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit analysiert Günter Kunerts Gedicht „Vorschlag“ im Hinblick auf seine Bilderdichte und rhetorische Gestaltung, um die appellative Grundfunktion des Textes sowie dessen Protestcharakter herauszuarbeiten.

  • Grundlagen der Lyrikanalyse und Gattungsmerkmale
  • Untersuchung rhetorischer Figuren wie Metaphern und Ellipsen
  • Analyse der appellativen Funktion und der Handlungsaufforderung
  • Biografische Kontextualisierung des Autors im DDR-System
  • Bedeutung von Unregelmäßigkeiten in Form und Versmaß

Auszug aus dem Buch

2. Hauptteil

Das Gedicht ‚Vorschlag‘ besteht aus fünf Strophen, deren Anzahl der Verse von nur zwei Versen bis hin zu sieben Versen variiert. Auch die Verslängen sind variabel und es liegt kein Reimschema vor. Das Versmaß setzt sich aus Trochäen und Daktylen zusammen, wobei die Verwendung des Trochäus klar überwiegt. Die Anzahl der Hebungen ist unregelmäßig und in den ersten beiden Versen der zweiten Strophe kommt es zu einer Unterbrechung des Versmaßes durch Jamben und Anapäste. Des Weiteren gibt es mehr weibliche als männliche Kadenzen. Das Gedicht zeichnet sich vor allem durch seine Unregelmäßigkeit aus, da Günter Kunert weder ein Reimschema, ein regelmäßiges Versmaß noch irgendeine traditionelle Form von Gedichten wählt. Somit hebt er sich eindeutig von der Masse ab und es entsteht ein Bruch zur Tradition. Es handelt sich also bei diesem Gedicht um eine klare Gegenbewegung – einen Protest. Der Protest spielt in Kunerts Leben eine wichtige Rolle. So protestierte er „mit zahlreichen anderen prominenten Schriftstellern in der DDR gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Biermann“ (Bekes 1992: 3). 1979 musste er die DDR verlassen und mit einem „Visum auf Zeit, das mittlerweile verlängert worden ist, in die Bundesrepublik [Deutschland] gehen“ (Bekes 1992: 3). Durch diese Unregelmäßigkeiten und den absichtsvollen Protest kann man dem Gedicht eine appellative Grundfunktion der Sprache zuschreiben: Das lyrische Ich – stellvertretend für die Menschheit – spricht den Leser direkt an und fordert ihn auf zu handeln. Deutlich wird diese Aufforderung durch die Verwendung des Imperativs unter anderem in den Versen eins und 19 („Ramme“).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Gattung der Lyrik ein, erläutert die Bedeutung rhetorischer Stilmittel und definiert die Zielsetzung der Analyse von Günter Kunerts Gedicht.

2. Hauptteil: Dieser Abschnitt untersucht die formale Gestaltung, die rhetorischen Figuren und die inhaltliche Aussageabsicht des Gedichts im Kontext von Kunerts Biografie.

3. Schluss: Der Schluss fasst die Interpretation zusammen und ordnet das Werk in den biografischen sowie politischen Kontext von Kunerts Leben ein.

4. Literaturangaben: Dieses Kapitel listet alle verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Hilfsmittel auf.

5. Anlage: Günter Kunert ,Vorschlag‘: Dieser Anhang enthält den vollständigen Primärtext des analysierten Gedichts.

Schlüsselwörter

Günter Kunert, Vorschlag, Lyrik, Bilderdichte, Metapher, Ellipse, Appell, Protest, DDR, Literaturanalyse, rhetorische Figuren, Interpretation, lyrisches Ich, Versmaß, Freiheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einer literaturwissenschaftlichen Interpretation des Gedichts „Vorschlag“ von Günter Kunert, wobei der Fokus auf dessen sprachlichen und bildlichen Mitteln liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die formale Lyrikanalyse, die Funktion rhetorischer Mittel, die Analyse der appellativen Sprache sowie den Einfluss des historischen DDR-Kontexts auf das Werk.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die „Bilderdichte“ des Gedichts zu bestimmen und aufzuzeigen, wie diese zur Übermittlung einer gesellschaftskritischen Handlungsaufforderung an den Leser beiträgt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine klassische literaturwissenschaftliche Textanalyse angewandt, die durch biografische sowie literaturhistorische Kontextualisierungen ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil detailliert erörtert?

Der Hauptteil analysiert die unregelmäßige Versform, das Fehlen traditioneller Reimschemata sowie spezifische Stilmittel wie Metaphern und Ellipsen, um den Protestcharakter des Textes zu untermauern.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind „Bilderdichte“, „Protestlyrik“, „rhetorische Figuren“, „appellative Sprachfunktion“ und der biographische Hintergrund des Autors.

Warum spielt der Begriff der „Bestien“ eine wichtige Rolle für die Interpretation?

Das lyrische Ich warnt davor, das „Testament ausgestorbner Bestien“ zu hinterlassen; dies wird im Text als Kritik an staatlicher Unterdrückung gedeutet, der man sich nicht unterwerfen sollte.

Wie bewertet der Autor die Rolle des „lyrischen Ichs“?

Das lyrische Ich fungiert in der Analyse als Mahner und Vertreter der Menschheit, der den Leser durch imperative Aufforderungen zur aktiven Mitgestaltung seines Lebens animiert.

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Details

Title
Die Bilderdichte in Günter Kunerts Gedicht 'Vorschlag" und deren Bedeutung für die Interpretation
College
University of Trier
Grade
1,3
Author
Stephan Daub (Author)
Publication Year
2010
Pages
9
Catalog Number
V164148
ISBN (eBook)
9783640793341
ISBN (Book)
9783640793686
Language
German
Tags
Bilderdichte Günter Kunerts Gedicht Vorschlag Bedeutung Interpretation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephan Daub (Author), 2010, Die Bilderdichte in Günter Kunerts Gedicht 'Vorschlag" und deren Bedeutung für die Interpretation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164148
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