Die sich in der Mariä-Verkündigungskathedrale im Moskauer Kreml befindende Ikonostase enthält einen Deësis-Rang, der nach dem heutigen Forschungs-stand drei verschiedenen Malern zugeordnet werden kann. Die stärksten Einflüsse wurden dem Metropoliten Feofan Grek zugeschrieben, jedoch ist bis heute nicht klar, wie weit diese reichen.
In dieser Arbeit wird nun versucht, das Werk anhand literarischer Quellen sowie der Bildanalyse aufzuschlüsseln, und sich der genaueren Zuweisung der verschiedenen Künstler anzunähern.
Inhaltsverzeichnis
I Prolog
II Hauptteil
1. Forschungsgeschichte
1.1 Heutiger Stand der Forschungen
1.2 Chroniken
1.3 Der Brief Epiphanij’s
2. Deësis
2.1 Vorikonographische Betrachtung
2.2 Ikonographie
2.3 Ikonologie
3. Einflüsse
3.1 Malschulen
3.2 Kunstverständnis und Kultur
3.3 Politische Situation
4. Aufschlüsselung der Deësis
III Epilog
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die Deësis-Ikonostase der Mariä-Verkündigungskathedrale im Moskauer Kreml aus dem Jahr 1405. Ziel ist es, durch eine detaillierte Bildanalyse und die Einbeziehung historischer Quellen wie Chroniken und Epiphanij’s Brief, die Zuschreibung der einzelnen Ikonen an die beteiligten Maler – insbesondere Feofan Grek, Starec Prochor und Andrej Rubljev – kritisch zu hinterfragen und stilistische Eigenheiten sowie Einflüsse zu identifizieren.
- Historische und kunstgeschichtliche Einordnung der Ikonostase.
- Analyse der Ikonographie und Ikonologie der zentralen und begleitenden Figuren.
- Untersuchung künstlerischer Einflüsse (Malschulen, byzantinische Tradition vs. russische Adaption).
- Diskussion über die Autorenschaft der verschiedenen Ikonen innerhalb der Deësis.
- Reflektion über die Bedeutung von Technik und Material (Pigmente, Lasur) für die stilistische Differenzierung.
Auszug aus dem Buch
2. Deësis
Die Deësis ist als Kern der Ikonostase zu betrachten, die bei grösserem Umfang als den drei Kernfiguren oft in mehrere Ikonen zerfällt. Diejenige der Verkündigungskathedrale wird in das Jahr 1405 datiert, und gilt als frühstes Werk dieser Art. Sie thematisiert den zum jüngsten Gericht sitzenden Jesus, dargestellt als Pantokrator (Abb. 4), als zentrale Figur. Diese wird durch zwei weitere Figuren flankiert; Maria (Abb. 5) an ihrer linken Seite, Johannes der Täufer (Abb. 6) zur Rechten. Abhängig von der Grösse des Deësis-Rangs können an den Seiten symmetrisch weitere Figuren angeordnet werden, wobei die äusseren Figuren weniger zur Aussage der Deësis beitragen als zu deren ästhetischer Qualität.
Zusammenfassung der Kapitel
I Prolog: Einleitung in das Thema, die Ikonostase der Mariä-Verkündigungskathedrale und die Absicht, das Werk durch Bildanalyse und Quellenstudium zu erschließen.
II Hauptteil: Detaillierte Untersuchung der Forschungsgeschichte, der Ikonographie und Ikonologie der Deësis sowie der verschiedenen künstlerischen, kulturellen und politischen Einflüsse, gefolgt von einer analytischen Aufschlüsselung der einzelnen Ikonen und deren möglicher Zuschreibung.
III Epilog: Reflexion über den vorläufigen Charakter der bisherigen Forschungen und Appell an die Bedeutung neuer Quellen für ein tieferes Verständnis altrussischer Ikonen.
Schlüsselwörter
Feofan Grek, Deësis, Verkündigungskathedrale, Ikonostase, Ikonographie, Ikonologie, Pantokrator, Starec Prochor, Andrej Rubljev, Russische Ikonenmalerei, Byzantinischer Stil, Kunstgeschichte, Moskauer Malschule, Bildanalyse, Mittelalter.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Deësis-Ikonostase aus der Verkündigungskathedrale im Moskauer Kreml aus dem Jahr 1405 und der Frage, welche Künstler maßgeblich an deren Entstehung beteiligt waren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die kunsthistorische Analyse der Ikonen, die Rolle historischer Chroniken und Briefe als Quellen sowie die Einflüsse byzantinischer und russischer Malschulen auf die Entstehung dieses Werkes.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das primäre Ziel ist es, die Zuschreibung der einzelnen Ikonen der Deësis an Feofan Grek, Starec Prochor und Andrej Rubljev anhand von Bildanalysen und historischen Quellen kritisch zu überprüfen und stilistische Unterschiede aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die visuelle Bildanalyse, den Vergleich von Malstilen sowie die Auswertung und kritische Interpretation von zeitgenössischen schriftlichen Quellen und Sekundärliteratur.
Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Forschungsgeschichte, eine ikonographische und ikonologische Analyse, die Untersuchung von Einflüssen (wie Malschulen und politische Rahmenbedingungen) sowie eine detaillierte, ikonweise Aufschlüsselung der Deësis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Feofan Grek, Deësis, Ikonostase, Ikonographie, Ikonologie, Andrej Rubljev und altrussische Ikonenmalerei.
Warum wird Feofan Grek als Hauptmaler der Deësis vermutet?
Sein Name wird in den historischen Aufzeichnungen der Chroniken stets als erster genannt, zudem deuten stilistische Merkmale in den zentralen Ikonen, wie bestimmte ovale Formen, auf seine Handschrift hin.
Welche Rolle spielte die politische Situation für die Kunstentwicklung?
Die politische Konsolidierung Moskaus und die Beziehungen zu Konstantinopel förderten trotz der Bedrohung durch Tartareneinfälle eine kulturelle Blüte, die auch das künstlerische Schaffen und den Kirchenbau anregte.
- Quote paper
- Lena Papailiou (Author), 2010, Feofan Grek und Gehilfen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164183