Interaktionspädagogik und ihre Auswirkung auf die Gruppenprozesse


Seminararbeit, 2006
13 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Interaktionspädagogik

3. Das Interaktionsspiel

4. Die Gruppenprozesse nach Bernstein und Lowy
4.1 Die Kennlernphase
4.2 Der Machtkampf
4.3 Die Vertrautheitsphase
4.4 Die Differenzierungsphase
4.5 Die Trennungsphase

5. Beispiele von Interaktionsspielen

6. Zusammenfassung

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Für die Seminararbeit im Arbeitsfeldseminar Heimerziehung habe ich mir das Thema der Interaktionsspiele ausgesucht.

Die Interaktionspädagogik fördert das Einfühlungsvermögen und die Gruppenkonstellation.

Das kann man von der Erlebnispädagogik zwar auch sagen, allerdings ist es manchmal wichtig, einen gewissen Rahmen nicht zu überschreiten und da bleibt kein Platz für „wirkliche Erlebnisse“.

Zuerst gehe ich genauer auf die Interaktionspädagogik ein und dann weiter auf das Interaktionsspiel.

Dann werde ich die Gruppenprozesse nach Bernstein und Lowy erläutern und zum Schluss Beispiele für die Interaktionsspiele liefern.

2. Die Interaktionspädagogik

Aus der soziologischen Sichtweise realisiere sich soziales Handeln innerhalb zwischenmenschlicher Beziehungen in einer Symbiose zwischen Kommunikation und Interaktion.

„Immer wenn der Zeichen- oder Symbolcharakter der Interaktion, die Wahrnehmung und Interpretation die zentrale Rolle spielen, werden wir von Kommunikation sprechen. Steht dagegen der Austausch der Zeichen und die wechselseitige Reaktion darauf (also der Handlungsbereich des interpersonalen Geschehens) im Mittelpunkt, werden wir den Begriff Interaktion wählen […].“ (Fritz, 1975, S. 11)

Die Interaktionen stellen ein wechselseitiges, aufeinander bezogenes Handeln dar. Diese Erkenntnis wird von der Interaktionpädagogik aufgegriffen.

Dabei wird das Ziel verfolgt, dieses zwischenmenschliche Verhalten zu verändern und weitmöglich zu verbessern.

Die Grundidee spiegelt sich in der Annahme wieder, dass die Erfahrungen, aus den jeweiligen Interaktionssituationen, als Vorlage für zukünftiges Handeln dienen sollen. Durch die verschieden erlebten Interaktionen soll eine Förderung der allgemeinen sozialen Kompetenz, der Schulung von Fremd- und Selbsterfahrung, der Erweiterungen des sozialen Verhaltensrepertoire, der erhöhten Selbstverantwortung, als auch die Reifung der Auseinandersetzung mit dem eigenen Erleben geschult werden. (vgl. Reiners, 2000, S.14)

Die Gruppe entspricht dabei einem sozialen System und dient als Schwerpunkt der Persönlichkeitsentwicklung. (vgl. Reiners, 2000, S.15)

Das zentrale Instrument der Interaktionspädagogik sind die Interaktionsspiele.

3. Das Interaktionsspiel

Hierbei handelt es sich um eine Methode mit vielerlei Vorteil. Das Spiel weist von Natur einen Aufforderungscharakter auf. Eine externe Motivation durch den Gruppenleiter ist nicht, oder nur im geringen Maße notwendig. Innerhalb bestimmter Spielregeln unterstützt das Spiel die Selbststeuerung des Verhaltens. Des Weiteren bietet es einen geschützten Erfahrungsspielraum, in welchem die Erprobung und Entwicklung neuer Verhaltensweisen möglich ist. (vgl. Reiners, 2000, S. 20f) Nicht umsonst wird auch gesagt, „Im Spiel und in der Liebe ist alles erlaubt“.

Man kann sich also ausprobieren, ohne das negative Gefühl, man könne etwas falsch machen.

Das aktive Interagieren innerhalb des Spiels, fördert auch die Auseinandersetzung mit den Gruppenmitgliedern, genauso wie ihren Zusammenhalt.

Die Teilnehmer lernen von einander und können sich gegenseitig als Vorbild nehmen. Es werden 5 Oberarten des Interaktionsspiels unterschieden, mit verschiedenen Funktionen. Es existieren Spiele der Wahrnehmungsschulung, der Körper- und Raumerfahrung, Empathiespiele, Kooperationsspiele und Ausdrucksspiele. Die Funktionen dieser Spiele lassen sich beschreiben mit: Appell an bzw. Steigerung des Selbstwertgefühls und der Selbstverantwortlichkeit, Sensibilisierung von Wahrnehmung und Kommunikation, Hilfe zur Entwicklung von Vertrauen, Erkennen der eigenen Person, Offenheit und Echtheit, Kooperation und Koordination. Es erfolgt nicht nur eine Sensibilisierung von Kommunikation, sondern eine Kommunikation wird bei den Interaktionsspielen notwendig.

„Interaktionsspiele machen Kommunikation innerhalb der Gruppe schlichtweg notwendig, soll das gemeinsame Ziel, die Lösung der gestellten Aufgabe, erreicht werden.“ (http://www.abenteuerlager.de/Downloads/interaktionsspiele.pdf) (http://www.abenteuerlager.de/Downloads/interaktionsspiele.pdf)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Interaktionsspiele werden in der Interaktionspädagogik, sowie auch in der Erlebnispädagogik gebraucht. Denn sie dienen der Vorbereitung, Vertiefung und Reflexion erlebnispädagogischer Maßnahmen innerhalb eines beständigen Schonraumes. (vgl. Reiners, 2000, S. 35)

4. Die Gruppenprozesse nach Bernstein und Lowy

Ein zentraler Bestandteil der Interaktions- sowie der Erlebnispädagogik sind die Gruppenprozesse. Sie beschreiben Phasen, die eine Gruppe von Beginn einer Arbeit oder eines Projektes durchlaufen. Nach Bernstein und Lowy gibt es fünf Phasen der Gruppenformierung. Je nach Gruppe unterscheiden sie sich von Länge und Intensität. Die Phasen greifen ineinander über. Es kann zu Rück- als auch zu sprunghaften Fortschritten kommen (z.B. durch Zugang oder Abgang einer Person).

„Die Kenntnis der Entwicklungsphasen einer Gruppe bietet somit dem/der GruppenleiterIn Orientierung über das Verhalten, die Interaktion der Gruppenmitglieder in den Entwicklungsstadien der Gruppe und lässt Interventionsmöglichkeiten zu, sofern diese erforderlich scheinen.“ (http://www.bifos.org/bos/berathan2/methodik.php)

4.1 Die Kennlernphase

„ Kennlernphase “ bzw. „ Ankommen und Orientierung “ entsprechen der ersten Phase nach Bernstein und Lowy. Gegenseitiges Abtasten bestimmen die Beziehungen der Gruppenmitglieder. Die Gruppe kann noch keine gestellten Aufgaben gemeinsam lösen. Die Mitglieder wollen ein Gefühl von Struktur, Sicherheit und Ordnung. Die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse dominieren die Aktivitäten. Dem Leiter der Gruppe kommt die Aufgabe zu, positive Erfahrungen innerhalb einer Gruppe einzuleiten, um einen Abbau von Ängsten zu fördern. Hier obliegt es dem Leiter Mittel der Interaktionspädagogik, wie Kennlernspiele, Einführungsübungen und Interaktionsspiele mit einfachem Problemlösungscharakter, sinnvoll einzusetzen. (vgl. Aktion Jugendschutz Sachsen e.V. - Landesarbeitsstelle - [Hrsg.], 1997, S. 75f.)

4.2 Der Machtkampf

Die anschließende Phase nennt sich „ Machtkampf “. Sie ist gekennzeichnet durch häufige Konflikte. Jedes Mitglied strebt nach seiner sozialen Rangordnung. An der Tagesordnung sind Macht- und Positionskämpfe. Die Gruppenmitglieder greifen die Leitungsfunktion des Teamleiters an und testen ihn.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Interaktionspädagogik und ihre Auswirkung auf die Gruppenprozesse
Hochschule
Berufsakademie Sachsen in Breitenbrunn  (Berufsakademie)
Veranstaltung
Arbeitsfeldseminar Heimerziehung
Autor
Jahr
2006
Seiten
13
Katalognummer
V164213
ISBN (eBook)
9783640790012
ISBN (Buch)
9783640790401
Dateigröße
420 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Interaktion, Interaktionspädagogik, Interaktionsspiel, Gruppenprozess, Bernstein, Lowy, Pädagogik
Arbeit zitieren
Diplom-Sozialpädagoge Thomas Gerth (Autor), 2006, Interaktionspädagogik und ihre Auswirkung auf die Gruppenprozesse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164213

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Interaktionspädagogik und ihre Auswirkung auf die Gruppenprozesse


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden