Kooperatives Lernen - Heterogenität


Referat (Ausarbeitung), 2010
9 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Problematik bei Gruppenarbeit

3. Kooperatives Lernen
3.1 Der Gruppenauftrag

4. Die Rolle des Lehrers
4.1 Die Lehrerrolle bei der Kooperation

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Frontalunterricht ist im Unterricht die mit Abstand am häufigsten gewählte Sozialform . Doch wieso ist das so, wenn es so eine enorme Methodenvielfalt gibt? Der Zeitfaktor scheint eine erhebliche Rolle zu spielen, denn nirgends kann Lehrstoff so schnell vermittelt werden, wie beim Frontalunterricht. Doch wie nachhaltig ist diese Form der Vermittlung?

Der größte Lernerfolg zeichnet sich vor allem durch Anwendung ab. Während bei einem Vortrag oder durch das bloße Selbststudium via Eigenlektüre nur etwa 5 bis 10 % des Inhalts behalten werden, siedeln sich Demonstration und Diskussionen mit anderen, die direkte Anwendung des Gelernten oder selbst andere zu unterrichten bei Prozentsätzen von 30 bis 90% an. Genau diese Unterrichtsmethoden beinhaltet das Kooperative Lernen.

Diese Ausarbeitung basiert auf den Veröffentlichungen von Norm und Kathy Green zum Kooperative[n] Lernen im Klassenraum und Kollegium, sowie Sara Fürstnau und Mechthilf Gomolla zur Migration und schulische[m] Wandel. Ergänzt wird sie durch einschlägige Sekundärliteratur zur Thematik.

Nachdem im zweiten Kapitel die allgemeine Problematik bei Gruppenarbeiten aufgezeigt wird, ist in Kapitel 3 das Konzept des Kooperativen Lernens mit einem als Beispiel angeführten Gruppenauftrag angeführt. Kapitel 4 befasst sich mit den verschiedenen Lehrerrollen, wie sie früher gesehen wurden und heute verkörpert sind. Abschließend wird die Rolle des Lehrers in der Kooperation detailliert vorgestellt.

2. Die Problematik bei Gruppenarbeit

Die Unterrichtsmethode der Gruppenarbeit bietet vielerlei Möglichkeiten neuer Lernstofferarbeitung. Doch genauso gibt es aufzeigbare Nachteile, die durch das Arbeiten in kooperativen Gruppen bestmöglich beseitigt werden sollen. Als besonders unproduktiv gilt eine „Pseudo-Gruppe“, die nur aus Schülern besteht, die nicht gemeinsam arbeiten. Meist findet sich ein strebsamer Schüler, der die gestellte Aufgabe erledigt, während der Rest der Gruppe zuschaut oder sich Privatgesprächen widmet. Rivalitäten innerhalb der Gruppe sind möglich. Das Prinzip lautet „Ich anstatt du“.[1] Eine traditionelle Gruppe besteht aus Individualisten, die sich alle um ihre Note sorgen. Jeder teilt sich den anderen Mitgliedern mit, hört diesen jedoch gleichzeitig nicht zu. Meist findet sich hier ein Gruppenleiter, der aus den verschiedenen Äußerungen ein Ergebnis zur späteren Präsentation zusammenpuzzelt. Hier ist das Arbeitsprinzip „Ich alleine“ zu finden. Die ertragreichste Gruppe ist die kooperative. Jedes Gruppenmitglied hat eine Aufgabe[2] und es wird auf ein gemeinsames Ziel hingearbeitet. Alle sind im positiven Sinne voneinander abhängig und lernen sich so gegenseitig wertschätzen. Das Prinzip ist „Wir anstatt ich.“ Wichtige Inhalte werden innerhalb der Gruppe herausgearbeitet. Hierbei entsteht eine Rechtfertigungspflicht gegenüber den anderen Gruppenmitgliedern, die durch Diskussionen und Demonstrationen getilgt werden kann.

In der Gruppe kann nach dem Tuckman'schen Modell[3] gearbeitet werden, oder aber auch das Prinzip „Think, Pair, Share“[4] verwendet werden. Letzendlich sind sich die zwei Arbeitsstrukturen recht ähnlich und werden meist in Bezug auf das Kooperative Lernen genannt.

3. Kooperatives Lernen

Schüleraktionen in Gruppen können individualistisch, konkurrierend oder kooperativ sein. Die Grundelemente des Kooperativen Lernens sind für diese Form der Gruppenarbeit obligatorisch und ermöglichen eine ertragreiche Zusammenarbeit, sowie gleichzeitig eine Erleichterung durch die Arbeitsteilung. Als Produkte stehen der Wissenserwerb und das Erlernen beziehungsweise Trainieren von gewissen Sozialkompetenzen. Interaktionen in einer Kleingruppe von Angesicht zu Angesicht fördert nicht nur die Kommunikationsfähigkeit jedes Einzelnen, sondern ebenfalls die die Kritikfähigkeit und die Möglichkeit, Kompromisse zu schließen. Problemlösungs- und Weiterbildungsstrategien werden gebildet, um sich mit der Aufgabe des selbstständigen Erlernens auseinander setzen zu können. In einer heterogenen Gruppe wie dieser besteht die Chance, Statusunterschiede abzubauen. Schüler, die generell vielleicht keinen oder kaum Kontakt innerhalb der Klasse zueinander haben, finden sich in einer gemeinsamen Gruppe wieder und arbeiten zusammen an ihrer Aufgabe. Die Lernumgebung sollte so ausgereift sein, dass sie als sicher zu verzeichnen ist, sodass sich jeder Schüler auch zu seinen Schwächen bekennen und nach Hilfe fragen kann. Da jedes Gruppenmitglied eine eigene Aufgabe zu erledigen hat, sind alle positiv voneinander abhängig. Jeder Einzelne verfügt über eine individuelle Verantwortung, die sich ebenfalls auf das Gesamtprodukt bezieht. In einer kooperativen Gruppe ist das Arbeitsmaterial nur in einfacher Stückzahl vorfindbar, sodass die Mitglieder sich miteinander verständigen und austauschen müssen. Ein Separieren mit einem eigenen Materialsatz und alleiniges Arbeiten an seiner Aufgabe ist somit nicht möglich. Generell kann durch diese Form der Gruppenarbeit zur Verbesserung der Lernhaltung beigetragen werden. Schüler, die vorher nicht gerne zur Schule gegangen sind, weil sie keine Kontakte innerhalb der Klasse oder Probleme mit dem Unterricht hatten, können sich jetzt innerhalb ihrer Gruppe verständigen und Fragen angstfrei stellen. Dadurch steigert sich das Interesse am Schulstoff und die aktive Beteiligung am Lernprozess. Das Selbstwertgefühl[5] eines jeden wird erweitert. Es entsteht ein höheres Leistungsniveau und die Fähigkeit, kritisch zu denken, entwickelt sich. Es kann eine gemeinsame Identität, ein Zusammenhalt, durch beispielsweise ein gemeinsames Motto, Logo oder einen Gruppennamen geschaffen werden. Der natürliche Wettbewerb gegen die anderen Gruppen kann als Team bestritten werden.

[...]


[1] Fürstenau, Sara/ Gomolla, Mechthild: Migration und schulischer Wandel: Unterricht. (2009) 1. Auflage. Vs Verlag Wiesbaden.

[2] Mögliche Aufgaben für die Gruppenmitglieder könnten sein: Schreiber, Zeitnehmer, Materialbeschaffer, Fragensteller, Oppositioneller etc.

[3] Die Phasen einer Gruppenarbeit hat Bruce W. Tuckman in vier Phasen unterteilt: Forming, Storming, Norming,und Performing. Forming beinhaltet die Orientierung, das Testen und die Abhängigkeit der einzelnen Gruppenmitgliedern. Storming beschreibt die Konfrontationen innerhalb der Gruppe und das Besprechen der Aufgabe. Norming umfasst das Austauschen und die Kooperation innerhalb der Gruppe. Performing ist die Phase, in der alle gesammelten Informationen im gemeinsamen Produkt zusammenfließen und somit das erarbeitete Ergebnis der Aufgabe feststeht. Quelle: Tuckman, Bruce (1965). "Developmental sequence in small groups". Psychological Bulletin 63 (6): 384–399.

[4] Bei dem „Think-Pair-Share“-Prinzip handelt es sich um eine Strukturform des Kooperativen Lernens.

Diese gliedern sich in die individuelle Auseinandersetzung mit der Aufgabenstellung, danach den Austausch mit dem Partner, bevor am Ende die Klasse bzw. die Gesamtgruppe hinzugezogen wird und das Ergebnis präsentiert bekommt. Quelle: http://www.kooperatives-lernen.de/dc/netautor/napro4/appl/na_professional/parse.php?mlay_id=2500&mdoc_id=1000423 (Stand: 06.08.2010)

[5] Der Begriff des Selbstwertgefühls definiert sich durch die Sicherheit, über die der Mensch verfügt, die Tatsache, dass derjenige er selbst sein kann und sich nicht verstellen muss, zu einer Gruppe gehört, eine Mission hat und Kompetenzen besitzt und diese auch erweitern will. Quelle: Green, Norm/ Green, Kathy: Kooperatives Lernen im Klassenraum und im Kollegium. Das Trainingsbuch. (2006) 2. Auflage. Kallmeyersche Verlagsbuchhandlung GmbH Seelze-Velber.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Kooperatives Lernen - Heterogenität
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
9
Katalognummer
V164216
ISBN (eBook)
9783640794324
ISBN (Buch)
9783640794294
Dateigröße
489 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kooperatives, Lernen, Heterogenität
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Helene Erwin (Autor), 2010, Kooperatives Lernen - Heterogenität , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164216

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