Die Besucherentwicklung und Besucherstruktur des Kinos geht Hand in Hand mit dessen geschichtlichen Hintergrund. Um verstehen zu können wie sich bestimmte Tendenzen entwickelt haben müssen wir zuerst die historische Entwicklung verstehen. Hierbei geht es nicht lediglich um die technische Entwicklung, sondern ebenso um den kulturellen Wandel und speziell die vergangenen politischen Situationen. Aus diesem Grund umfasst diese Hausarbeit im Folgenden einen Umriss der Kinogeschichte von seinen Anfängen, bis hin in die heutige Zeit. Hierbei liegt das Hauptaugenmerkmal auf der Entwicklung in Deutschland, wenn auch bestimmte Ereignisse in Frankreich und den USA nicht außen vor gelassen werden können.
Die Kernfrage der Untersuchung liegt auf den ausschlaggebenden Ursachen und der Wirkung angewandter Maßnahmen die einen Kinoaufschwung oder einen Kinorück-gang zu verantworten haben. Da das Kinogewerbe im Mittelpunkt steht wird die Filmhistorische Entwicklung im Folgenden nur vereinzelt aufgegriffen.
Wie und wann hat sich das Kinogewerbe entwickelt und welche Veränderungen sind in der Besucherstruktur und Besucherentwicklung erkennbar? Welche Krisen sind im Verlauf der Jahre entstanden und wie hat man ihnen entgegen gewirkt? Gibt es Analogien zwischen dem Kino von heute und dessen Anfänge? Diese Fragen werden im Verlauf dieser Arbeit beantwortet.
Um einen ersten Eindruck über die Thematik zu erhalten dienen folgende Grafiken. Sie zeigen den Verlauf der Besucherzahlen in Deutschland von 1925-2008. Aus der Zeit vor 1925 sind keine Daten bekannt.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DIE AUFSTREBENDEN ANFÄNGE (1895-1917)
3 DAS AUF UND AB DES JUNGEN KINOGEWERBES (1917-1945)
3.1 Die Folgen des Ersten Weltkriegs
3.2 Die Zeit der Kinopaläste
3.3 Der große Aufschwung einer neuen Ära
4 ZWISCHEN RESTAURATION, KRISE UND WIEDERAUFSCHWUNG (1945-1960)
4.1 Der schwere Weg der Kinobetreiber
4.2 Bauboom und neue Besitzverhältnisse
5 DAS FILMTHEATER VON HEUTE (1990-2008)
5.1 Das neue Kinomodell Multiplex
5.2 Der Kinobesucher von heute
6 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der deutschen Besucherzahlen und der Besucherstruktur von den Anfängen des Kinos im Jahr 1895 bis zum Jahr 2008. Ziel ist es, die Ursachen für Aufschwungphasen sowie Krisenzeiten zu analysieren und Zusammenhänge zwischen gesellschaftlichen, technischen und ökonomischen Veränderungen und dem Kinobesuchsverhalten aufzuzeigen.
- Historische Analyse der Kinogeschichte (1895-2008)
- Einfluss von Krisen und politischem Wandel auf die Kinobranche
- Wandel der Kinostruktur vom Ladenkino zum Multiplex
- Soziodemografische Analyse der heutigen Kinobesucher
- Strategien der Kinobetreiber zur Besucherbindung
Auszug aus dem Buch
3.2 Die Zeit der Kinopaläste
Das Kriegsende gab Anlass zur Restauration und Entwicklung neuer Konzepte. Angefangen in den USA und wenig später auch in Deutschland wichen die kleinen Kinos großen Luxuspalästen mit Platz für mehrere tausend Zuschauer in einem Saal. Eine Eintrittskarte in diesem eleganten Ambiente war dem entsprechend teuer. Zu den Besuchern gehörten die Spitzen der Behörden, Männer der Wirtschaft, Kunst und Presse. Aus diesem Grund wurden neben den architektonischen Hochglanzkinos auch Großkinos für den einfacher Bürger erbaut, mit einer weniger kostspieligen Einrichtung.
Anfang der 20er Jahre wurden die Zensurbestimmungen für Kinofilme gelockert, die steuerlichen Abgaben an die Kommunen hingegen erhöht. Die Nachfrage an Kinounterhaltung wuchs stetig bis Ende der 20er Jahre die Weltwirtschaftskrise einen abrupten Wandel brachte. Um die Besucherzahlen wieder zu steigern bereicherten die Kinobetreiber ihr Angebot mit Bühnenshows, Tombolas, Doppelfilmprogrammen und vielem mehr. Schließlich griff die Filmwirtschaft zu einem Mittel, das zuvor bereits in den USA zur Nachfragesteigerung führte. Die Einführung des Tonfilms brachte gravierende Veränderungen in der Produktion, aber auch in der Rezeption der Zuschauer mit sich. Um die Kosten der Aufrüstung zu decken wurden die Kinos wiederum vergrößert (in den Großtheatern über 1000 Zusatzplätze). All diese Bemühungen konnten den rapiden Besucherrückgang jedoch nicht stoppen. Die Kinobranche erlebte 1932 ihre erste bedrohliche Krise.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung erläutert den Zusammenhang zwischen Kinogeschichte und Besucherentwicklung und definiert die Kernfragen der Untersuchung hinsichtlich Krisen und gesellschaftlichem Wandel.
2 DIE AUFSTREBENDEN ANFÄNGE (1895-1917): Dieses Kapitel behandelt die technologischen Anfänge vom Kinematographen bis zur Etablierung erster ortsfester Ladenkinos und deren soziale Akzeptanz.
3 DAS AUF UND AB DES JUNGEN KINOGEWERBES (1917-1945): Es wird die Entwicklung während der Kriegsjahre, die Ära der Kinopaläste sowie die staatliche Kontrolle und der Aufschwung unter den Nationalsozialisten analysiert.
4 ZWISCHEN RESTAURATION, KRISE UND WIEDERAUFSCHWUNG (1945-1960): Hier steht der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg, die ökonomischen Herausforderungen der Kinobetreiber und die anschließende Kinokrise der 50er Jahre im Fokus.
5 DAS FILMTHEATER VON HEUTE (1990-2008): Dieses Kapitel beleuchtet das moderne Multiplex-Modell sowie die aktuelle soziodemografische Zusammensetzung des Kinopublikums.
6 FAZIT: Das Fazit fasst die historischen Wendepunkte und die strukturelle Wandlungsfähigkeit des Kinogewerbes bis hin zur heutigen Ausrichtung auf Nebeneinnahmen zusammen.
Schlüsselwörter
Besucherentwicklung, Kinogeschichte, Deutschland, Kinopaläste, Multiplex, Kinokrise, Kinobesucher, Filmwirtschaft, Weltwirtschaftskrise, Tonfilm, Ladenkino, Freizeitverhalten, Soziodemografie, Filmtheater, Medienwandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Entwicklung der deutschen Kinolandschaft hinsichtlich Besucherzahlen und der Struktur der Kinosäle und Zuschauer im Zeitraum von 1895 bis 2008.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind der historische Wandel der Kinostruktur, der Einfluss externer Krisen auf die Filmwirtschaft und die sich verändernden Bedürfnisse des Kinopublikums.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Ziel ist es, die Ursachen für Aufschwung und Rückgang des Kinogewerbes in Deutschland aufzuzeigen und Analogien zwischen verschiedenen Epochen der Kinogeschichte herzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur und statistischen Daten zur Besucherentwicklung basiert.
Welche Inhalte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch von den Anfängen des Kinos, über die Zeit der Weltkriege und die Krise der 50er Jahre, bis hin zum modernen Multiplex-Kino der Gegenwart.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Besucherentwicklung, Kinostruktur, Multiplex, Kinopaläste und der gesellschaftliche Wandel im Kontext der Mediennutzung.
Wie wirkten sich die 50er Jahre auf die Kinobranche aus?
Die 50er Jahre waren geprägt von einem anfänglichen Wiederaufschwung, gefolgt von einer Kinokrise, die durch das Aufkommen des Fernsehens und veränderte Mobilitätsgewohnheiten der Menschen ausgelöst wurde.
Warum haben sich die Einnahmequellen der Kinos heute verändert?
Da die Kosten eines reinen Kinobetriebs durch den Ticketverkauf allein oft nicht mehr gedeckt werden können, konzentrieren sich moderne Multiplexe verstärkt auf Nebeneinkünfte wie den Warenverkauf.
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- Stefanie Gareiss (Author), 2009, Analyse der deutschen Besucherentwicklung & -struktur im historischen Kontext (1895-2008), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164260