Prozessmanagement mit dem SCOR-Modell

Eine Übersicht des SCOR-Modells zum Supply Chain Management


Seminararbeit, 2010
21 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das SCOR-Modell: Entwicklung, Zwecke und Funktion
2.1.Der Supply Chain Council (SCC) und das SCOR-Modell
2.2. Zwecke des SCOR-Modells
2.3. Das SCOR-Modell als Referenzmodell: Funktion

3. Struktur und Anwendung des SCOR-Modells
3.1. Strukturdes SCOR-Modells
3.1.1. Ansatzund Struktur des SCOR-Modells
3.1.2.Kennzahlen und Leistungsattribute im SCOR-Modell
3.1.3. Notation des SCOR-Modells
3.2. Anwendung des SCOR-Modells
3.2.1.Anwendungsbereiche des SCOR-Modells
3.2.2. Durchführungsphasen der SCOR-Modell-basierteAnalyse
3.3. SCOR-Modell basierte EDV-Anwendungen
3.3.1. G2 e-SCOR
3.3.2. SAP SCM
3.3.3. ARIS SCOR

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Elemente des SCOR-Referenzmodells

Abbildung 2: Die vier Ebenen des SCOR-Modells

Abbildung 3: Struktur des SCOR-Modells

Abbildung 4: Beispiel der SCOR-Notation

1. Einleitung

Prozessmodellierung ist eines der hilfreichsten Tools, welches für die Gestaltung und die Optimierung produktiver Prozesse von modernen Unternehmen der Wertschöpfungskette verwendet wird. Die Prozessmodellierung ermöglicht durch die systematische Anwendung spezifischer Methoden und konkreter Techniken die Anpassung von den verschiedenen Elementen und Prozessen einer Organisation an die betrieblichen Strategien und Zielsetzungen, welche diese anstrebt.

Mit der kontinuierlichen Entwicklung im Bereich des Supply Chain Managements, welche sichin den letzten Jahren ergeben hat, ist die Notwendigkeit von Tools, welche diesen Prozess unterstützen, ebenfalls gesteigert. In diesem Kontext erscheint das SCOR(Supply Chain Operations Reference)-Modell in Form einer wichtigen Ressource, welche die Analyse und Bewertung von Versorgungsketten sorgfältig strukturiert und somit die Implementierung von Änderung im Hinblick auf eine Verbesserung der Prozesse vereinfacht.

Wie dieses Referenzmodell für die Analyse von Supply Chains genau gestaltet ist und welchen Ansatz dieses vorschlägt, sind die Fragestellungen, welche dieser Arbeit zugrunde liegen.

Die Beschreibung der Stufenstruktur des SCOR-Modells, in welcher die Hauptkonzepte der Methodik in der oberen Ebene und deren Konkretisierung in den weiteren Unterebenen dargestellt werden, sowie des entsprechenden Ansatzes, dessen Begründetheit aus den Grundsätzen der „Best Practices“ hervorkommt, bildet die zentrale Aufgabe dieser Arbeit. Diesbezüglich wird eine Erläuterung hinsichtlich der Ausführung der zu jeder Stufe zugehörigen Prozesse innerhalb der Arbeitsreichweite nicht betrachtet.

Der Einleitung nachfolgend werden im zweiten Teil zunächst die wesentlichsten Aspekte der Entwicklung des SCOR-Modells dargestellt. Eine kurze Verweisung auf den historischen Hintergrund des Modells wird durch die Erläuterung seiner Zwecke und Funktionen abgerundet.

Der dritte- und Hauptteil dieser Arbeit bildet eine detaillierte Schilderung der Struktur des SCOR-Modells sowie der anderen Elemente, welche dessen Verwendung zugrunde liegen. Hierbei werden die wichtigsten Merkmale beschrieben, welche im Rahmen des Supply Chain Managements die Anwendung des Referenzmodells ermöglichen.Zusätzlich wirdbeispielhaft in diesem Abschnitt eine zusammenfassende Übersicht von drei Softwarelösungen, welche der praktischen Umsetzung des SCOR-Modells dienen, erwähnt.

Als letzter Punkt werden das Fazit und die dazugehörigen Beurteilungen dargestellt. Eine allgemeine Betrachtung hinsichtlich der Anwendbarkeit des Modells für Logistikzwecke wird hier schließlich präsentiert.

2. Das SCOR-Modell: Entwicklung, Zwecke und Funktion

2.1.Der Supply Chain Council (SCC) und das SCOR-Modell

Als Konsequenz desstets zunehmenden Komplexitätsniveausvon den geschäftlichen Netzwerken und angesichts des Bedarfes, die resultierenden betrieblichen Wechselverhältnissesteuern zu können, wurde im April 1996 derSupply Chain Council gegründet. Diese von den Unternehmen Advanced Manufacturing Research (AMR) und Pittaglio Rabin Todd & McGrath (PRTM) sowie 69 weiteren Unternehmen hervorbrachte Vereinigung hatte als Zielstellung, die Entwicklung eines standardisierten und branchenübergreifendenSystems, welches die Planung, die Analyse, die Steuerung sowie das Treffen von Entscheidungen und die Kommunikationsprozesse zwischen Akteurenunterschiedlicher aber gebundener Branchen ermöglichen könnte.[1]

Mit über circa 1000 Mitglieder weltweit konzentriert sich derSupply Chain Council auf fünf konkrete Industriebereiche, welche eine besondere Bedeutung für die Zwecke der Organisation haben: Verteidigung und Luft- und Raumfahrt, Automobilindustrie, Elektronik, Einzelhandel- und abgepackte Waren sowie Arzneimittel.[2]

Produkt dieser Initiative, den aus unterschiedlichen Branchen stammenden Unternehmen einen gemeinsamen undfür die Verwaltung ihrer Geschäftsbeziehungen geeigneten Referenzrahmen zu vermitteln, wurde bereits im November 1996 die erste Version des SCOR-Modells veröffentlicht und dementsprechend,mittels der Supply Chain Council Mitglieder, in die Praxis gebracht.[3]

Heutzutage widmen sich derSupply Chain Council und seine Mitglieder einer kontinuierlichen Verbesserung und Verbreitung ihrer Methode sowie der Anwendung von den Grundsätzen des Supply Chain Managements.[4]

2.2. Zwecke des SCOR-Modells

An dieser Stelle, bevor die Methodik des SCOR-Modells geschildert wird, ist es wichtig, eine ausführlichere Übersicht von seinen Zielen darzustellen. Diesbezüglich ergreift Poluha folgendes: „Mit dem SCOR-Modell soll mithin eine einheitliche Beschreibung, Analyse und Bewertung von Lieferketten, sowohl firmen- als auch branchenübergreifend, möglich sein“.[5] Dieser Einstellung nach repräsentiert das Modell somit eine Referenz, welche unter beliebigen Umständen und in den einzelnen Fällen jeder AnalyseallgemeingültigeKriterien und Ansätze erbringt. Durch die Aufstellung gemeinsamer Tools, Kennzahlen und Vorgehensweisen erfolgen eine fließende Kommunikation und die Möglichkeit einereffizienten Zusammenarbeit zwischen den betreffenden Unternehmen beziehungsweise Organisationen und den dazugehörigen Prozessen.

In diesem Sinne kann das Spektrum von Anwendungen, für welche die SCOR-Modell-Analyse geeignet ist, in drei Aufgabenstellungen differenziert werden:

1. Bewertung und Vergleich der Leistung von Lieferketten.
2. Analyse und Optimierung integrierter Logistikketten.
3. Identifizierung geeigneter Stellen für einen eventuellen Softwareeinsatz.[6]

Mittels der Verwendung von Elementen, die beispielsweise im Bereichder Verfahrenstechnik (Business Process Reengineering) oder des„Benchmarking“[7] entwickelt wurden, bietet das SCOR-Modelleinen Leitfaden für die Analyse der Lieferketten-Komponenten an, welche die Anwendung von „Best Practices“[8] im Hinblick darauf, integrative, objektiveund effektive Vorgänge durchführen zu können, voraussetzt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Elemente des SCOR-Referenzmodells. Vgl. (Poluha, 2006) S.107

Durch die Prozesse-Standardisierung, auf welche die Applikation des SCOR-Modells abzielt, generiert sich ein gemeinsames Verständnis bei allen Partnern, welches zu einem Abbau möglicher Informationsbarriere, die sich häufig zwischen Akteuren unterschiedlicher Branchenergeben, sowie zu einer effizienteren Gestaltung der Versorgungskettenführt.[9]

2.3. Das SCOR-Modell als Referenzmodell: Funktion

Ein Referenzmodell wird als ein konkretes Informationsmodell bezeichnet, welches von einem Unternehmen oder anderen Organisationen in Einzelfällen verwendet werden kann, um Aspekte ihrer eigenen Strukturen und Prozesse sowie ihrer externen Verhältnisse in einer standardisierten Weise auszudrücken. Somit eignen sich die Referenzmodelle für die Entwicklung und die Anwendung spezifischer Informationsmodelle, welche in jedem Fall angepasst werden, um den Zwecken der Analyse und der konkreten Strategie des Unternehmens zu entsprechen.[10] Diesbezüglich ist die Einsatzbereitschaft von Informationssystemen ein grundlegendes Element, welches eine glatte Kommunikation ermöglichen sollte, um die Ziele des Supply Chain Managements zu erreichen.[11]

Darüber hinaus dient die weitgehende Akzeptanz, welche das SCOR-Modell als Richtlinie für die Optimierung logistischer und produktiver Prozesse derzeitig besitzt, der Erfüllung einesweiteren der wesentlichsten Merkmale eines Referenzmodelles, wirkend als Vorbildcharakter in seiner Funktion, den Verwendern einen Vergleichsmaßstab zu vermitteln.[12]

Die Transparenz eines Bewertungsprozesses ist desgleichen ein wichtiger Faktor, der durch die Verwendung von Referenzmodellen erhöht wird, denn diese vereinfachen die Erstellung von spezifischen Modellen durch eine schnellere Identifizierung der zu analysierenden Prozesse und Strukturen. Die gemeinsame terminologische Basis, welche von den Referenzmodellen erzeugt wird, stellt eine Kommunikations- und Orientierungshilfe für die Bewerterdar, welche zwecks dieser Transparenzerhöhung eine besondere Bedeutung hat.[13]

Um die Kommunikation zwischen den Supply-Chain-Partnern sowie innerhalb eines einzelnen Unternehmens zu unterstützen, sorgt das SCOR-Modell für einen Referenzrahmen, welcher die Geschäftsvorgänge, die Betriebskennzahlen, die Best Practices sowie die Technologien in einer integrativen Struktur vereinheitlicht.

Als Referenzmodell verfügt das SCOR-Modell über keine direkte mathematische Beschreibung und berücksichtigt ebenso wenig die Möglichkeit, partikuläre heuristische Methoden anzuwenden. Andererseits schlägt eine standardisierte Terminologie vor, welche die Prozessmodellierung einer Lieferkette vermittelt. Durch die Verwendung von aus KPIs hervorgegangenen Informationen erfolgt, aus dem Ansatz des SCOR-Modells, die objektiveAnalyse zahlreichender Alternativen und Strategien, deren Anwendung eine Optimierung der Lieferketteanschließend auslöst.

[...]


[1] Vgl. (Schulte, 2009) S.528

[2] Vgl. (Bolstorff, 2003) S.2

[3] Vgl. (Bolstorff, 2003) S.2

[4] Die Version 9.0 stellt die aktuellste Version des SCOR-Modells dar. Stand Oktober 2010.

[5] (Poluha, 2006) S.81

[6] Vgl. (Poluha, 2006) S.81

[7] „Benchmarking bezeichnet einevergleichende Analyse von Prozessenunter Anwendung speziellerLeistungsindikatoren. In derBetriebswirtschaftslehre ist damitein systematischer und kontinuierlicherProzess des Vergleichensvon Produkten, Dienstleistungenund Prozessen im eigenen Unternehmen(internes Benchmarking),im Vergleich zu Unternehmen der selben Branche (konkurrenzbezogenesBenchmarking) oder zu Unternehmenaus anderen Branchen(generisches Benchmarking) gemeint.“ (Poluha, 2010)

[8]Die Best Practices dokumentieren in der Praxis erfolgreiche Ansätze für die optimale Ausführung der einzelnen Prozesse. Bei der Neugestaltung von Prozessen soll geprüft werden, ob die Best Practices eingesetzt werden können. Mit diesen Hinweisen können die Anwender auch Ansätze zur Optimierung der Supply-Chain-Leistungsfähigkeit identifizieren.“ (Becker, 2008) S.150

[9] Vgl. (Unsöld, 2007) S.22

[10] Diesbezüglich ist es wichtig, in Supply Chain Management, abzuwägen, welche logistische Zielsetzungen angestrebt werden, ob eine Optimierung der Logistikkosten oder, im Gegensatz, der Logistikservices.

[11] Vgl. (Poluha, 2010) S.77

[12] Vgl. (Schulte, 2009) S.528

[13] Vgl. (Schulte, 2009) S.528

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Prozessmanagement mit dem SCOR-Modell
Untertitel
Eine Übersicht des SCOR-Modells zum Supply Chain Management
Hochschule
Hochschule Fulda  (Fachbereich Wirtschaft)
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
21
Katalognummer
V164388
ISBN (eBook)
9783640793518
ISBN (Buch)
9783640793891
Dateigröße
2632 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
SCOR-Modell, Eine, SCOR-Modells
Arbeit zitieren
Juan Gabriel Vallejo Leon (Autor), 2010, Prozessmanagement mit dem SCOR-Modell, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164388

Kommentare

  • Gast am 4.1.2014

    Kann man das Inhaltsverzeichnis der Arbeit veröffentlichen?

  • Gast am 7.1.2014

    Liebe Frau Jung, das Inhaltsverzeichnis ist in der E-Book-Vorschau enthalten. Klicken Sie einfach oben auf das Cover. Viele Grüße aus der GRIN-Redaktion, Antje Bärmann

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