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Die Versprechen von Faith21 in der deutschen Wellenreitszene

Eine empirische Untersuchung kommerzieller Angebote in postmodernen Bewegungskulturen

Title: Die Versprechen von Faith21 in der deutschen Wellenreitszene

Thesis (M.A.) , 2010 , 119 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Oliver Ehlers (Author)

Sport - Sport Economics, Sport Management
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Summary Excerpt Details

Die Magisterarbeit bemüht sich um das Verhältnis von postmodernen Bewegungskulturen und kommerziellen Angeboten.
Ausgehend von qualitativen Interviews mit den Betreibern eines jungen deutschen Surfmarkenherstellers wird im Rahmen der vorliegenden Arbeit analysiert, in welcher Weise die Angebotsgestaltung in den Augen der Anbietenden Versprechen an die Interessen deutscher Wellenreiter macht.

Sie berührt dabei Fragestellungen der Kultursoziologie und greift gleichsam Interessenbereiche der Betriebswirtschaftslehre auf. Es wird ein Blick auf kommerzielle Angebote für „Nachfrager“ aus postmodernen Bewegungskulturen geworfen und damit ein Themengebiet der Betriebswirtschaftslehre und des Marketings bearbeitet. Unter Zuhilfenahme einer kultursoziologischen Brille werden diese Angebote und ihre Gestaltungen im Verlauf der Arbeit dahingehend untersucht, in welcher Relation sie zu Formierungs- und Vergemeinschaftungsprozessen im Verhältnis von Sport und Lebensstil stehen.

Ausgehend von einer persönlich beobachteten Kookurrenz und Durchdringung postmoderner Bewegungskulturen mit kommerziellen Angeboten wird davon ausgegangen, dass in den Angeboten Potentiale enthalten sind, die mit kulturell geformten und verankerten Verhaltensweisen und Erfolgsmodellen innerhalb der jeweiligen Gemeinschaft in einer Weise korrespondieren, dass sie Versprechen an deren Aktive zu artikulieren vermögen.

Es wird daher der Frage nachgegangen, wie in der Gestaltung eines Angebots die jeweilige soziale und kulturelle Eingebundenheit der anvisierten Nachfrager in eine Gemeinschaft Berücksichtigung findet und wie das Angebot auf Basis dessen Versprechen gegenüber den Aktiven der Bewegungsgemeinschaft formuliert, die ihnen die Anwesenheit und den Konsum des Angebots als vorteilhaft und profitabel erscheinen lassen.

Weil die Fragestellung dieser Arbeit zudem aus der Perspektive der Sportsoziologie an den Forschungsgegenstand herangetragen wird, nimmt sie vor allem in den Blick, in welcher Weise diese Versprechen an den sozial und kulturell geformten Körpern und Praktiken der sportlich Aktiven ansetzen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Erkenntnisinteresse und Fragestellung

1.2. Gliederung der Forschungsarbeit

2. Angebote im Raum des Sports

2.1. Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage im Sport

2.2. Wellenreiten als Angebot im Sport

2.2.1. Das stilistische Feld der Surfszene

2.2.2. Die eigenlogische Ökonomie der Szene

2.2.3. Besonderheiten des deutschen Szeneraums

2.3. Leitende Forschungsfragestellung

3. Forschungsmethoden

3.1. Kennzeichen qualitativer Sozialforschung

3.2. Das episodische Interview

3.3. Aufbau und Themenbereiche des Interview-Leitfadens

3.4. Erhebungsdurchführung

3.4.1. Kontaktaufnahme

3.4.2. Räumliches Setting

3.4.3. Aufzeichnungstechnik

3.4.4. Interviewstil

3.4.5. Interviewverlauf

3.5. Interviewtranskription

3.6. Entwicklung des Auswertungsschemas

3.6.1. Deduktiv erarbeitete Kategorien

3.6.2. Induktiver Feinschliff

3.7. Zwischenfazit

4. Das Angebot von Faith21

4.1. Die Anbieter

4.1.1. Miller

4.1.2. Rik

4.1.3. Das Anbieterteam

4.1.4. Angebotsrelevantes Wissen der Anbieter

4.2. Surfboards

4.2.1. Surfboardshapes

4.2.2. Shaper

4.2.3. Surfboardgrafiken

4.2.4. Marktpositionierung

4.3. Kleidung

4.3.1. Funktionelle Surfbekleidung

4.3.2. Surfmode

4.4. Streetart

4.4.1. Integration von Streetart

4.4.2. Bilder des Surfens

4.4.3. Markenlogo

4.5. Der ideale Stilist

4.6. Das Kollektiv

4.6.1. Das performative Korps des Faith21-Stils

4.6.2. Instanz der Produktbeglaubigung

4.6.3. Verflüssigung der Grenze von Unternehmen und Szene

5. Zusammenfassung

5.1. Weiterführende Fragestellungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen postmodernen Bewegungskulturen und kommerziellen Angeboten am Beispiel des Surflabels Faith21. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wie die Angebotsgestaltung von Faith21 szenespezifisches kulturelles Kapital symbolisiert und somit Versprechen an die in der deutschen Wellenreitszene aktiven Sportler formuliert.

  • Analyse der Dynamik von Angebot und Nachfrage im Sportsektor unter kultursoziologischen Gesichtspunkten.
  • Untersuchung der Binnenstruktur der deutschen Wellenreitszene und ihrer spezifischen Symbolökonomie.
  • Anwendung qualitativer Forschungsmethoden (episodische Interviews) zur Rekonstruktion von Anbieterwissen.
  • Symbolische Strategien bei der Gestaltung von Surfboards, Kleidung und Markenidentität.
  • Rolle des Kollektivs und von Streetart-Integration als Strategien der Authentifizierung.

Auszug aus dem Buch

4.2. Surfboards

Die Untersuchung wird mit der Kategorie Surfboards begonnen, da sich Faith21 auch selbst vornehmlich als eine „Surfboard-Marke“ versteht und schon die Idee der Firmengründung im Jahr 2004 darauf beruht, „Bretter zu bauen für deutsche Kunden, die aber internationalen Standard haben“. Faith21 stellt sich damit „als Hardware Firma“ dar und versucht stets, auch auf Grund der besonderen Bedeutung von Hardware in der Szene, sich in die Nähe dieser Artefakte, nämlich Surfboards, zu positionieren und sie als „Aushängeschild“ ihres Angebots aufzubauen.

Das hohe Ansehen von Surfboards resultiert aus ihrer Eingebundenheit in jede praktische Darbietung des Wellenreitens. Es zeigt sich in der emotionalen Haltung der Akteure zu ihren Artefakten und der historisch gewordenen, heraldischen Bedeutung von Surfboards in der Szene.

Die Performance des Wellenreiters erfolgt in einem permanenten Schwellenzustand zwischen der Hingabe an die Situation und ihrer Kontrolle. Das Surfbrett dient dem Surfer hierbei als emotional hoch besetztes Instrument zur Intensivierung von Erfahrungen und Erlebnissen sowie dem Erfinden und Weiterentwickeln von Manövern. Die Akteure verströmen ihre Affekte, Gefühle und Wünsche an die Geräte und wandeln sie auf diese Weise zu „charismatischen Produkten.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die persönliche Faszination des Autors für das Surfen ein und leitet das Forschungsinteresse her, welches die kommerziellen Versprechen von Marken an das Lebensgefühl der Surfer hinterfragt.

2. Angebote im Raum des Sports: Dieses Kapitel verankert die Untersuchung theoretisch, indem es Sport als relationales Feld begreift und die Wellenreitszene als spezifische, inszenatorisch-präsentatorische Bewegungskultur definiert.

3. Forschungsmethoden: Hier wird der Einsatz episodischer Interviews als qualitative Erhebungsmethode begründet, um sowohl Expertenwissen als auch die subjektiven Deutungsmuster der Anbieter von Faith21 zu erfassen.

4. Das Angebot von Faith21: Der Hauptteil analysiert detailliert die Gestaltung des Angebots – von der physischen Beschaffenheit der Surfboards über die modische Kleidung bis hin zur Integration von Streetart-Elementen – und deren Funktion als symbolische Kommunikationsmittel.

5. Zusammenfassung: Die Schlussbetrachtung synthetisiert die Ergebnisse und zeigt auf, dass Faith21 durch seine spezifische Strategie ein neues Legitimationsmuster schafft, welches die Kluft zwischen lokalen Bedingungen und globalen Ansprüchen für deutsche Surfer überbrückt.

Schlüsselwörter

Wellenreiten, Surfen, Faith21, Kultursoziologie, Postmoderne Bewegungskulturen, Angebot und Nachfrage, Sportmarkt, Performance Capital, Habitus, Identität, Markeninszenierung, Qualitative Sozialforschung, Episodisches Interview, Symbolökonomie, Stil-Aristokratie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Magisterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie ein kommerzielles Unternehmen – das junge Surflabel Faith21 – seine Produkte gestaltet, um auf die spezifischen kulturellen Bedürfnisse und Identitätsvorstellungen deutscher Wellenreiter einzugehen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle von Sportsoziologie und Marketing, der Analyse von Szeneidentitäten, der Bedeutung von Lifestyle-Produkten und der Rolle von symbolischem Kapital in Bewegungskulturen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage untersucht, wie die Angebotsgestaltung von Faith21 in den Augen seiner Anbieter szenespezifisches kulturelles Kapital gegenüber deutschen Wellenreitern symbolisiert.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es handelt sich um eine qualitative Sozialforschung. Die Datenbasis bilden episodische Interviews mit den beiden Gründern von Faith21, die mittels Kodiertechniken der Grounded Theory ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Anbieter, der Produktgruppen (Surfboards, Kleidung) und der Einbindung von Streetart sowie der Rolle des Kollektivs bei der Vermittlung von Authentizität.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Neben dem Kernbegriff des Wellenreitens sind dies besonders Begriffe wie Habitus, performance capital, symbolische Strategien, Distinktionsmedium und die Verknüpfung von urbanem Alltag mit Surfkultur.

Warum spielt das "Kollektiv" für die Marke eine so wichtige Rolle?

Das Kollektiv dient der Beglaubigung der Marke. Indem die Anbieter alle Beteiligten (Shaper, Künstler, Teamfahrer) als leidenschaftliche Wellenreiter inszenieren, verflüssigen sie die Grenze zwischen Unternehmen und Szene und erzeugen Glaubwürdigkeit.

Wie unterscheidet sich Faith21 von "Mainstream"-Surfmarken?

Im Gegensatz zu großen Firmen, die oft nur globale Urlaubsklischees (Palmen, Strand) bedienen, zielt Faith21 durch seine urbane Ästhetik und die Orientierung an spezifischen lokalen Bedürfnissen auf ein reflektiertes, aktives Publikum ab.

Welche Rolle spielt Streetart in der Markenkommunikation von Faith21?

Streetart fungiert als ein entscheidendes Distinktionsmerkmal. Durch die Zusammenarbeit mit Künstlern integriert die Marke Attribute wie Kreativität, Autonomie und Subversivität in ihre Produkte, was sie als "Underground-Firma" positioniert.

Was ist mit dem "Praxisdefizit" der deutschen Surfer gemeint?

Der Autor beschreibt, dass deutsche Surfer aufgrund ihrer geografischen Lage seltener in perfekten Wellen surfen können als Surfer in Küstennationen. Die Produkte von Faith21 sind so gestaltet, dass sie auch unter diesen hiesigen, suboptimalen Bedingungen eine prestigeträchtige Ausübung des Sports ermöglichen.

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Details

Title
Die Versprechen von Faith21 in der deutschen Wellenreitszene
Subtitle
Eine empirische Untersuchung kommerzieller Angebote in postmodernen Bewegungskulturen
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Sportwissenschaften)
Grade
1,0
Author
Oliver Ehlers (Author)
Publication Year
2010
Pages
119
Catalog Number
V164511
ISBN (eBook)
9783640796205
ISBN (Book)
9783640795925
Language
German
Tags
Wellenreiten Surfen surfing Marketing Marken Bourdieu Lebensstil habitus Marke Sportsoziologie Kultursozilogie Praxistheorie praktiken soziale Praxis Symbolische Wirkung kulturelles Kapital Subkulturelles Kapital Performanz Körper Szenemarketing szene Sportszene Akteur Surfmarke Surflabel Surfmode Kleidung Surfboard Street-Art Urbanität urban Streetwear Straßenkultur street culture performative Praxis Gebauer Robert Schmidt Alkemeyer Sport Wellenreitszene Surfszene kulturelles Feld Feld eigenlogik Symbolökonomie symbolische Ökonomie sozialer Raum Popkultur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Ehlers (Author), 2010, Die Versprechen von Faith21 in der deutschen Wellenreitszene, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164511
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