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Einfluss der Hugenotten auf das kulturelle Leben Berlins im 17. und 18. Jahrhundert

Title: Einfluss der Hugenotten auf das kulturelle Leben Berlins im 17. und 18. Jahrhundert

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 28 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Carolin Faulwasser (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Summary Excerpt Details

Hugenotten ist die Bezeichnung für die französischen Protestanten im vorrevolutionären Frankreich. Sie zeichneten sich durch religiösen Zusammenhalt und gleichen theologischen Hintergrund aus. Deren Glauben, Religion Prétendue Réformée, der so genannte reformierte Glauben, war stark beeinflusst von Johannes Calvin.
Zunächst gab es in Deutschland eine Reformation durch die Thesen Luthers. Dies geschah fast zeitgleich in Zürich durch Zwingli. Die Reformation in Frankreich war abhängig von Calvin, da der Calvinismus zwischen 1535 und 1560 immer mehr das Protestantentum durchdrang und den Freidenkern Zulauf verschaffte.
Sehr schnell setzte jedoch eine katholische Gegenbewegung ein. Die Amtsträger der Kirche sahen ihre Lehren und ihre Macht durch die aufkommende Bewegung gefährdet. Um ca. 1530 wurde die Glaubensausübung der Protestanten durch den katholischen Klerus und den König unterdrückt. Kirchen und Klöster wurden zerstört und geplündert. Die Verfolgung von Ludwig den XIV. nahm immer mehr zu, was um 1685 eine Fluchtwelle von tausenden Hugenotten in die umliegenden, protestantischen Länder auslöste.1
Auch Deutschland zählte zu diesen Ländern. Die Franzosen brachten ihre Sprache, Bräuche und Sitten mit. Sie kamen aus verschiedensten sozialen Schichten Frankreichs. Neben Berlin zählten auch Hamburg, Hessen, die Pfalz, Württemberg, Braunschweig und andere deutsche Städte als Zufluchtsorte.2 In Deutschland waren die Hugenotten hoch angesehen auf Grund der überragenden politisch-militärischen Stellung Frankreichs in Europa. Zudem wurde damals alles was aus Frankreich kam übernommen und nachgeahmt.
In wieweit die Hugenotten die Sprache und die Alltagskultur der Berliner beeinflussten, möchte ich in dieser Seminararbeit versuchen zu erörtern.


1 Walter KASPER: Lexikon für Theologie und Kirche, Bd.5, Herder: Freiburg in Breisgau 2006,
S. 302.
2 Gerhard FISCHER: Die Hugenotten in Berlin: Zum 300. Jahrestag des Ediktes von Potsdam. Berlin 1985, S.9.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einfluss der Hugenotten auf das kulturelle Leben Berlins

2.1. Das Edikt von Potsdam und seine Bedeutung

2.1.1. Die 14 Artikel des Edikts

2.2. Die französische Kirche in Berlin

2.3. Eingliederungsbereitschaft der Hugenotten

2.3.1. Verbreitung in Berlin

2.4. Einflüsse der französischen Sprache

2.5. Ärzte und Apotheker der Hugenotten

2.5.1. Wohltätigkeit

2.6. Die gewerbliche Entwicklung mit den Hugenotten

2.6.1. Textilien

2.6.2. andere Berufe

2.6.3. Agrargewerbe

2.7. Einfluss der Hugenotten auf die Wissenschaften in Berlin

2.7.1. Schulwesen

2.7.2. Einflussnahme in der Literatur

3. Zusammenfassung

4. Quellen und Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den vielschichtigen Einfluss der Hugenotten auf die Berliner Stadtgesellschaft im 17. und 18. Jahrhundert. Dabei steht die Frage im Vordergrund, inwieweit die Einwanderer die Sprache, das tägliche Leben, die wirtschaftliche Struktur und die wissenschaftliche Entwicklung der preußischen Residenzstadt nachhaltig prägten und transformierten.

  • Historische Rahmenbedingungen: Das Edikt von Potsdam als Initialzündung.
  • Soziokulturelle Integration: Die Rolle der französischen Kirche und Sprache im Alltag.
  • Wirtschaftliche Impulse: Spezialisierung in Textilgewerbe, Medizin und Landwirtschaft.
  • Wissenschafts- und Literaturtransfer: Die Rolle hugenottischer Gelehrter in Berlin.

Auszug aus dem Buch

2.1. Das Edikt von Potsdam und seine Bedeutung

Das Edikt von Kurfürst Friedrich Wilhelm, mit seinem eigentlichen Namen

„Chur-Brandenburgisches Edict, Betreffend Diejenige Rechte,

Privilegia und andere Wolthaten, welche Se. Churf. Durchl.

Zu Brandenburg denen Evangelisch-Reformirten

Französischer Nation, so sich in Ihren Landen

niederlassen werden daselbst zu verstatten gnädigst

entschlossen seyn „1,

beinhaltet 14 Artikel mit den Rahmenbedingungen für die Aufnahme der Hugenotten. Diese versprachen ihnen unter anderem Schutz, Zuflucht, Hilfe und Freundschaft.

1685 wurde das Edikt von Potsdam schließlich von Friedrich Wilhelm unterzeichnet und gedruckt. Es erschienen Flugblätter u.a. in Halle, Regensburg, in den Niederlanden und in der Schweiz, aber auch in Frankreich.2

Das Edikt löste einen beachtenswerten Einwandererstrom von Hugenotten aus. Ca. 20 000 der Flüchtlinge folgten den Aufruf des Kurfürsten und siedelten sich in dessen Land an. Zur damaligen Zeit war es eine ungewöhnlich hohe Immigrationsrate. Diese sollte Friedrich Wilhelm großen Nutzen bringen, verursachte zunächst jedoch hohe Kosten und Probleme.3 Entscheidend für den Erlass des Ediktes waren vornehmlich wirtschafts- und machtpolitische Gründe.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung definiert die Hugenotten und erläutert ihre Fluchtbewegung nach dem Edikt von Potsdam, mit der Zielsetzung, ihren Einfluss auf Sprache und Alltagskultur Berlins zu untersuchen.

2. Einfluss der Hugenotten auf das kulturelle Leben Berlins: Dieses Kapitel analysiert umfassend die verschiedenen Lebensbereiche, in denen die Hugenotten in Berlin wirkten, von ihrer rechtlichen Basis bis hin zu ihrem sozialen und wirtschaftlichen Beitrag.

2.1. Das Edikt von Potsdam und seine Bedeutung: Der Abschnitt erläutert die Rahmenbedingungen und die politischen Hintergründe, die zur Aufnahme der Hugenotten führten.

2.1.1. Die 14 Artikel des Edikts: Hier werden die konkreten wirtschaftlichen Vergünstigungen und Privilegien für die Einwanderer detailliert aufgelistet.

2.2. Die französische Kirche in Berlin: Dieses Kapitel beschreibt die Rolle der Kirche als sozialen Mittelpunkt und ihre Entwicklung bis hin zum Sprachwechsel im 18. Jahrhundert.

2.3. Eingliederungsbereitschaft der Hugenotten: Der Text beleuchtet die anfänglichen Integrationsschwierigkeiten und das spätere Zusammenwachsen zwischen Einwanderern und Einheimischen.

2.3.1. Verbreitung in Berlin: Hier wird aufgezeigt, in welchen Berliner Stadtteilen sich die Hugenotten ansiedelten und wie sich deren Anteil an der Bevölkerung verteilte.

2.4. Einflüsse der französischen Sprache: Dieser Abschnitt thematisiert die Etablierung des Französischen als Amts- und Kultursprache sowie den Einfluss auf das Berliner Vokabular.

2.5. Ärzte und Apotheker der Hugenotten: Das Kapitel befasst sich mit der medizinischen Expertise der Einwanderer und den Herausforderungen ihrer beruflichen Ausübung in Berlin.

2.5.1. Wohltätigkeit: Hier wird das soziale Engagement der hugenottischen Gemeinschaft durch verschiedene karitative Einrichtungen wie Hospitäler und Waisenhäuser beschrieben.

2.6. Die gewerbliche Entwicklung mit den Hugenotten: Dieser Abschnitt illustriert den wirtschaftlichen Aufschwung durch die Einwanderer und ihre Spezialisierung in verschiedenen Berufsfeldern.

2.6.1. Textilien: Ein Fokus auf die Bedeutung der hugenottischen Manufakturen für die preußische Textilwirtschaft.

2.6.2. andere Berufe: Dieser Teil beschreibt die Vielfalt der handwerklichen und künstlerischen Berufe, die von den Hugenotten nach Berlin gebracht wurden.

2.6.3. Agrargewerbe: Hier wird der Beitrag der Hugenotten zur landwirtschaftlichen Modernisierung, insbesondere durch neue Anbaumethoden, dargestellt.

2.7. Einfluss der Hugenotten auf die Wissenschaften in Berlin: Dieses Kapitel würdigt die Rolle hugenottischer Gelehrter bei der Gründung und Entwicklung der Berliner Akademie der Wissenschaften.

2.7.1. Schulwesen: Der Abschnitt beschreibt den Aufbau französischer Schulen und deren Bedeutung für den Erhalt der Sprache und Bildung.

2.7.2. Einflussnahme in der Literatur: Hier wird der Einfluss hugenottischer Denker und Schriftsteller auf das literarische Leben in Berlin analysiert.

3. Zusammenfassung: Dieses abschließende Kapitel fasst den nachhaltigen, wenngleich oft subtilen Eindruck zusammen, den die Hugenotten in allen gesellschaftlichen Schichten Berlins hinterlassen haben.

4. Quellen und Literaturverzeichnis: Ein Verzeichnis der verwendeten Sekundärliteratur und Quellen für diese Seminararbeit.

Schlüsselwörter

Hugenotten, Berlin, Edikt von Potsdam, Integration, Refuge, Französische Kirche, Wirtschaftliche Entwicklung, Wissenschaft, Schulwesen, Literatur, Manufakturen, Soziokultureller Einfluss, Kulturgeschichte, Preußen, Alltagsleben

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den historischen Einfluss der hugenottischen Einwanderer auf das soziale, kulturelle und wirtschaftliche Leben in Berlin während des 17. und 18. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf der rechtlichen Integration durch das Edikt von Potsdam, der Rolle der französischen Kirche, der gewerblichen Entwicklung, dem Beitrag zu Wissenschaft und Bildung sowie dem Einfluss auf die Literatur.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es, zu erörtern, inwiefern die Hugenotten die Berliner Alltagskultur, Sprache und Wirtschaftsstruktur nachhaltig geprägt und verändert haben.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Es handelt sich um eine kulturgeschichtliche Seminararbeit, die auf einer fundierten Auswertung historischer Quellen und Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Bereiche wie das Edikt von Potsdam, die französische Kirche, den Einfluss auf Handwerk und Landwirtschaft sowie den Beitrag zur Berliner Gelehrtenwelt und Literatur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Hugenotten, Berlin, Edikt von Potsdam, Integration, Manufakturen, Wissenschaft und Soziokultureller Einfluss.

Wie wirkten sich die Hugenotten auf die Berliner Ernährung aus?

Sie brachten neue Nahrungsmittel und Spezialitäten wie bestimmte Gemüsesorten, Backwaren und Desserts nach Berlin, die das kulinarische Leben der Stadt bereicherten.

Warum war der Sprachwechsel im Laufe der Zeit unvermeidbar?

Durch die Integration in die deutsche Gesellschaft, Mischehen und die zunehmende Assimilation der zweiten und dritten Generation verblasste die französische Sprache, bis ab 1831 alle Gottesdienste auf Deutsch gehalten wurden.

Welche Rolle spielten hugenottische Frauen bei der Integration?

Insbesondere französische Hebammen waren aufgrund ihrer hohen Tüchtigkeit sehr gefragt und genossen bei deutschen Familien ein hohes Ansehen.

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Details

Title
Einfluss der Hugenotten auf das kulturelle Leben Berlins im 17. und 18. Jahrhundert
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Volkskunde und Kulturgeschichte)
Grade
1,7
Author
Carolin Faulwasser (Author)
Publication Year
2010
Pages
28
Catalog Number
V164576
ISBN (eBook)
9783640795734
Language
German
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carolin Faulwasser (Author), 2010, Einfluss der Hugenotten auf das kulturelle Leben Berlins im 17. und 18. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164576
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