Mode ist ein Kulturphänomen und ein interdisziplinäres Thema, sie wird allerdings oft als eher unwichtig und unwissenschaftlich abgetan. Die Perspektivenvielfalt jedoch umfasst psychologische, soziologische, allgemein anthropologische und philosophische Bereiche. Mode ist eine Alltäglichkeit, die Simmel kulturphilosophisch und soziologisch beleuchtet.
In dieser Hausarbeit soll aufzeigt werden, wie sich Simmel mit dem Thema Mode auseinandersetzt. Welche anthropologischen Voraussetzungen bringen den Menschen dazu, sich einer ständig wechselnden Mode anzupassen oder sich durch sie hervorzuheben. Hierzu stehen seine beiden Texte ''Philosophie der Mode“ (1905) sowie der ''Psychologie der Mode“ (1895) im Zentrum. Es wird u.a. der Frage nachgegangen, was kann mit modischer Bekleidung erreicht werden, wer gibt Mode vor und wie zufällig ist sie.
Bezug nehmend auf den Titel wird besonders die Frau in der Mode erörtert. Wie ordnet Simmel das modische Verhalten der Frau ein? Hier soll auch der Unterschied zu dem Interesse des Mannes an der Mode aufgezeigt werden. Wie begründet Simmel seine Behauptung, dass Frauen eine größere Vorliebe für Mode haben als Männer? Zu dieser Klärung soll ein kurzer Exkurs über die Stellung der Frau und ihrer Geschlechterrolle im kulturphilosophischen Kontext dienen. Die Textgrundlage bietet hier Simmels Essay „Zur Psychologie der Frauen“ (1890).
Als Abschluss der Hausarbeit werden mögliche differierende Ansichten seiner Thesen zur Gegenwart erläutert und ebenfalls die Position der Frau in der Mode, wie sie sich heute darstellt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung Georg Simmel: Mode als philosophisches Thema
- Zu Simmels Bestimmung der Mode
- Zwischen Nachahmen und Differenzieren
- Wem ahmen wir nach?
- Wer macht Mode?
- Schmuck, Scham oder Schutz
- Der Reiz der Mode - Das Neue
- Die Frau in der Mode
- ...und der Mann
- Zwischen Nachahmen und Differenzieren
- Simmels Frauenbild – ein Exkurs
- Die Frau in der Mode bis heute
- Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit analysiert Georg Simmels kulturphilosophische Betrachtung der Mode und beleuchtet insbesondere die Rolle der Frau in diesem Kontext. Es wird untersucht, wie Simmel die dynamischen Prozesse von Nachahmung und Individualisierung in der Mode versteht, und wie diese Prozesse im Hinblick auf das Geschlechterverhältnis betrachtet werden können.
- Simmels Theorie der Mode als Ausdruck von Nachahmung und Differenzierung
- Die Bedeutung von Kleidung als Mittel der sozialen Integration und Individualisierung
- Simmels Analyse des weiblichen und männlichen Verhältnisses zur Mode
- Die Rolle der Frau in der Mode im kulturphilosophischen Kontext
- Die Relevanz von Simmels Überlegungen für die heutige Zeit
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung präsentiert Georg Simmel als „philosophierenden Zeitdiagnostiker“, der sich mit kulturphilosophischen und soziologischen Themen auseinandersetzte. Simmels Interesse an Alltagsphänomenen, insbesondere der Mode, wird als Ausdruck seiner „besonderen Empfindsamkeit für „zeittypische Reize, für ästhetische Neuerungen, für Tendenzwellen und Orientierungsumschwüngen“ interpretiert. Die Arbeit stellt Simmels Schriften „Philosophie der Mode“ und „Psychologie der Mode“ in den Mittelpunkt, die in diesem Zusammenhang von besonderer Bedeutung sind.
Im zweiten Kapitel wird Simmels Analyse der Mode im Detail betrachtet. Es wird aufgezeigt, wie der Mensch, laut Simmel, zwischen den Polen von Nachahmung und Differenzierung oszilliert. Mode wird dabei als ein Mittel der sozialen Integration und Individualisierung verstanden. Hierbei stellt sich die Frage, wer Mode vorgibt und inwieweit sie zufällig ist. Simmels Beschreibung der Rolle der Frau in der Mode wird ebenfalls beleuchtet und im Vergleich zum Interesse des Mannes an der Mode gesetzt.
Kapitel drei widmet sich Simmels Frauenbild und stellt seinen Essay „Zur Psychologie der Frauen“ in den Fokus. Hierbei geht es darum, wie Simmel die Geschlechterrollen und die Rolle der Frau in der Mode im kulturphilosophischen Kontext sieht.
In Kapitel vier werden mögliche Unterschiede zwischen Simmels Thesen und der heutigen Zeit beleuchtet. Dabei wird auch die Position der Frau in der Mode aus heutiger Sicht betrachtet.
Schlüsselwörter
Georg Simmel, Mode, Kulturphilosophie, Soziologie, Nachahmung, Differenzierung, Individualisierung, Sozialisation, Geschlechterrollen, Frau, Mann.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Georg Simmels Philosophie der Mode?
Simmel sieht Mode als ein soziales Phänomen, das zwischen dem Bedürfnis nach Nachahmung (soziale Integration) und Differenzierung (Individualität) oszilliert.
Warum haben Frauen laut Simmel eine größere Vorliebe für Mode?
Simmel begründet dies historisch und soziologisch mit der damaligen gesellschaftlichen Stellung der Frau, die Mode als Ersatz für berufliche oder politische Geltung nutzte.
Was unterscheidet das modische Verhalten von Männern und Frauen?
Während Männer laut Simmel oft eher zur Uniformität neigen, nutzen Frauen Mode stärker als Mittel der persönlichen Hervorhebung und sozialen Anpassung.
Welche Rolle spielt das "Neue" in der Mode?
Der Reiz der Mode liegt in ihrer Vergänglichkeit und dem ständigen Wechsel, der dem menschlichen Bedürfnis nach Abwechslung und zeitgemäßen Reizen entspricht.
Sind Simmels Thesen heute noch aktuell?
Die Arbeit diskutiert, inwieweit seine Ansichten über Geschlechterrollen heute noch haltbar sind und wie sich die Position der Frau in der Mode gewandelt hat.
- Quote paper
- Eva-Christiane Schwippert (Author), 2010, Die Frau in der Mode. Überlegungen im Anschluss an Georg Simmel., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164579