Körpersprache des Lehrers im Unterrricht


Hausarbeit, 2006
17 Seiten, Note: 2,0
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kommunikation als Vorraussetzung für (guten) Unterricht
2.1 Funktionen nonverbaler Kommunikation im Unterricht

3. Terminologie
3.1 Paralinguistik
3.2 Nonverbal, nonvokale Kommunikation

4. Mimik

5.Blickkontakt
5.1 Blickkontakt als Kommunikationsmittel
5.2 Blickkontakt im Gespräch

6. Gestik

7.Körperorientierung und Körperhaltung

8.Proxemisches Verhalten

9.Fazit

Literaturverzeichnis

1.Einleitung

„Der Körper ist Handschuh der Seele“[1]

Die Körpersprache ist die älteste Form der zwischenmenschlichen Verständigung und gilt als Ergänzung für die verbale Kommunikation.

Die Körpersprache umfasst jede bewusste oder unbewusste Bewegung eines Körperteils oder des ganzen Körpers, die von einem Menschen benutzt wird, um der Außenwelt Botschaften zu übermitteln. Man bezeichnet Körpersprache auch als nonverbale nonvokale Kommunikation (vgl. dazu 3.2).

Was in der Persönlichkeitsforschung und der Verkaufspsychologie schon fast zum Alltagswissen gehört, bekommt in der pädagogischen Ausbildung immer noch zu geringen Wert. Nonverbale Kommunikation ist allerdings in der Rhetorik unverzichtbar. Viele Informationen würden verloren gehen, wenn Körpersprache bei der Kommunikation außer Betracht gelassen werden würde. Kaum jemand macht sich Gedanken über seine eigene Körpersprache, obwohl diese kontinuierlich produziert wird und großen „Einfluss auf den Lern- und Erziehungsprozess“[2] hat.

Selbst erfahrene Lehrer kennen oft weder ihr nonverbales Verhalten, noch dessen Wirkung einzuschätzen. „Vielleicht langweilen sich Generationen von Schülern im Unterricht, weil ihre Lehrer sie nicht wirklich sehen, und weil sich ihre Lehrer nicht darüber im Klaren sind, wie sie selbst nichtverbal wirken"[3]

Der Erfolg des Unterrichts hängt in besonderem Maße davon ab, inwieweit es dem Lehrer gelingt, zwischen seiner Verbalsprache und seiner Körpersprache einen Gleichklang zu erzielen. Wenn die Verbalsprache anderes vermittelt als die zeitgleich ausgesandte Körpersprache, können sich die zu übermittelnden Botschaften im harmloseren Fall gegenseitig neutralisieren. Im ungünstigsten Fall erzeugt das auseinanderklaffen von Verbal- und Körpersprache Verunsicherung und Verwirrung bei den Schülern, da sie nicht wissen wie sie die widersprüchlichen Aussagen des Lehrers deuten sollen. Häufig resultieren Unterrichtsstörungen aus diesem Phänomen. Bittet beispielsweise ein Lehrer seine Schüler mit zitternder, unsicherer und leiser Stimme um Ruhe, so schließen Schüler daraus, der Lehrer habe Probleme, seine Forderungen durchzusetzen. Die Folge ist, dass die Schüler denken, weiter stören zu können.

In dieser Arbeit sollen die Elemente der Körpersprache dargestellt werden. Das primäre Ziel ist dabei ein Bewusstsein für die eigene Körpersprache und die der Mitmenschen zu entwickeln. Das Bewusstsein soll dazu genutzt werden, diese gezielt expressiv im Unterricht einzusetzen und so den Lernerfolg der Schüler zu erhöhen. Weiterhin soll ein Überblick darüber gegeben werden, wie nonverbale Kommunikation und schulische Erziehung in Beziehung stehen.

Die vorliegende Arbeit wird aus Gründen der Lesbarkeit, auf die formale Differenzierung von Personen- und Berufsgruppen (,,Lehrer/innen" oder ,,Schüler/innen)") verzichten. Der Begriff „Lehrer“ bzw. „Schüler“ schließt Lehrerinnen bzw. Schülerinnen mit ein.

2. Kommunikation als Voraussetzung für (guten) Unterricht

Die Schüler deuten täglich das nonverbale Verhalten des Lehrers und versuchen dabei herauszufinden, wie dieser z.B. gelaunt ist, oder ob ihre Antwort richtig ist. Im Gegenzug bekommt der Lehrer durch die Körpersprache der Schüler eine Resonanz zum Lernerfolg bzw. Verständnis des Lernstoffs. Sowohl für die Schüler, als auch für die Lehrer würde es beim Verlust der Körpersprache keine Rückmeldefunktion mehr geben. Daher ist nonverbale Kommunikation im Unterricht sehr wichtig und unausweichlich. Besonders die anthropologisch und entwicklungspsychologisch begründeten Arbeiten von Darwin[4], Eibl-Eibesfeld[5] und Argyle[6] zeigen die enorme Bedeutung von nonverbaler Kommunikation. Die Kommunikation in den ersten beiden Lebensjahren findet fast ausschließlich nonverbal statt. Gerade diese Jahre sind prägend und entscheidend für die individuelle Bildungsphase im Leben.[7]

Auch nach erlernen der verbalen Sprache, bleibt nonverbale Kommunikation beim kommunikativen Austausch zwischen Menschen bedeutsam, und daher im Bereich von Unterricht noch stärker zu beachten. Zum einen wird Unterricht durch Interaktionen zwischen Schülern und Lehrern konstruiert, zum anderen befindet sich die Klientel noch in der Entwicklungs- und Prägungsphase.

„Da körperliche, geistige und emotionale Entwicklung des Menschen von Kommunikation abhängig ist, muss Kommunikationshygiene besonders dann beachtet werden, wenn die Kommunikationspartner im Entwicklungsprozess […] sind“.[8] Das Ziel ist dabei, eine störungs- und widerspruchsfreie, ökonomische und verständliche Kommunikation zu erreichen. Durch Missachtung nonverbaler Signale treten oft Störungen auf der Beziehungsebene zwischen Lehrer und Schüler ein, die sich auf den kognitiven Bereich auswirken können.[9]

2.1 Funktionen nonverbaler Kommunikation im Unterricht

Chars Galloway stellte 1984 schon fest, dass unterrichtliche Kommunikation „multivelled und „multimasseged“ ist, also auf vielen Ebenen abläuft und viele Botschaften enthält.

Sie hat die Funktion von der Übermittlung inhaltlicher Aspekte (Lernstoff), der Übermittlung prozessualer Aspekte (Regelung von Interaktionsprozessen) und der Übermittlung von Beziehungsbotschaften (Einschätzung von Personen, Gefühl, Äußerung zu Zustimmung etc.).[10]

Abb. Nr. 1: Triade der Grundfunktionen unterrichtlicher Kommunikation

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Meyer, H.: Unterrichtsmethoden II, Frankfurt 1989 (2.) S. 378

Wie Abbildung Nr. 1 zeigt, sind die Ge­wichte aber ungleich verteilt: Inhaltsbotschaften werden im alltäglichen Un­terricht überwiegend über die Verbalsprache, Bezie­hungsbotschaften überwie­gend über die Körperspra­che, Prozessbotschaften so­wohl über die Verbal- als auch über die Körperspra­che vermittelt. Da die Körpersprache bei Prozess- und Beziehungsbotschaften eine entscheidende Rolle spielt, richtet sich mein Augenmerk gezielt auf diese Bereiche. Emotionale Zustände, Einstellungen zu anderen Menschen und Äußerungen über das Selbst, werden überwiegend nonverbal vermittelt. Ein Lehrer spricht selten wörtlich aus, dass er sich freut, sich wohl fühlt und ob er einen Schüler besonders mag oder nicht. ,,Jeder Mensch zeigt durch Körpersprache Teile von seinen Stimmungen und Gedanken, meist unbewusst. Er offenbart sich (teilweise) durch sie."[11] Solche Dinge geschehen meist durch unbewussten Einsatz von Mimik, wie Lächeln, Stirn runzeln, Augenbrauen hochziehen und Lippen zusammenpressen z.B. Der Lehrer kann sich hier kaum objektiv verhalten. Seine nonverbalen Äußerungen auf der Beziehungsebene hängen vor allem von seiner momentanen Stimmung und Laune ab, aber auch von Sympathie und Antipathie. Als wichtige Möglichkeit Beziehungsbotschaften zu übermitteln, gilt das Einsetzen nonverbaler Kommunikation ohne Begleitung von Sprache in Form des Schweigens. Daher ist es ratsam, wenn ein Lehrer während des Unterrichts einige Pausen macht. Zum einen mit dem Ziel, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und Ruhe im Klassenzimmer zu erreichen, und zum anderen, um die Schüler die Informationen verarbeiten zu lassen.[12]

[...]


[1] Molcho, S.: Körpersprache München, 1989, S.93

[2] Hammer, W.: Körpersprache des Lehrers, 1995, S.2

[3] Fitzner, T.: Expressives nichtverbales Lehrerverhalten,1984, S.58

[4] Darwin, C.: The expression of the emotions in man and animals, 1872, (deutsch: Der Ausdruck der Gemütsbewegungen bei dem Menschen und den Tieren, 2000)

[5] Eibl-Eibesfeld, I.: Die Biologie des menschlichen Verhaltens, 1984

[6] Argyle, M.: Bodily Communication (deutsch: Körpersprache und Kommunikation), 1997

[7] vgl. Hassenstein, B.: Biologische Kybernetik, 1973

[8] Rosenbusch, H.: Nonverbale Kommunikation im Unterricht, 1996, S.170

[9] vgl. Rosenbusch, H.: Nonverbale Kommunikation im Unterricht, 1996, S. 180

[10] vgl. Rosenbusch, H.: Nonverbale Kommunikation im Unterricht, 1996, S.174

[11] Hammer, W.: Körpersprache des Lehrers, 1995, S. 17

[12] vgl. Heidemann, R.: Körpersprache vor der Klasse, 1983, S.83

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Körpersprache des Lehrers im Unterrricht
Hochschule
Universität Bielefeld
Veranstaltung
Kommunikation im Unterricht
Note
2,0
Jahr
2006
Seiten
17
Katalognummer
V164581
ISBN (eBook)
9783640797431
ISBN (Buch)
9783640797103
Dateigröße
715 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Körpersprache, Lehrers, Unterrricht
Arbeit zitieren
Anonym, 2006, Körpersprache des Lehrers im Unterrricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164581

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