Die Bedeutung und Ausgestaltungsmöglichkeiten von Covenants im Rahmen der Besicherung von Unternehmensfinanzierungen


Seminararbeit, 2010
17 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

1. Einleitung

2. Überblick über die Arten von Covenants und deren Ausgestaltungsmöglichkeiten
2.1. General Covenants
2.2. Information Covenants
2.3. Financial Covenants

3. Festlegung von Financial Covenants

4. Sanktionen bei Verletzung von Financial Covenants

5. Covenants in der betrieblichen Praxis

6. Grenzen von Covenants

7. Zusammenfassung, Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Arten von Covenants

Abbildung 2: Vorgehen zur Festlegung von Financial Covenants

Abbildung 3: Mögliche Folgen bei Nichteinhaltung von Financial Covenants

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Covenants, wie bereits die Bezeichnung vermuten lässt, stammen aus dem angloamerikanischen Raum.[1] Covenants sind qualitative wie auch quantitative Verpflichtungen des Kreditnehmers, deren Festlegung im Rahmen von individuellen Nebenabreden in Kreditverträgen erfolgt. Grundsätzlich dienen sie als Gläubigerschutzinstrument, die Intention der Banken zum Einsatz von Covenants ist folglich vor allem die Reduzierung bzw. Minimierung der Kreditausfallrisiken. Aus Sicht von kreditgebenden Banken erfüllen Covenants eine Warnfunktion, da ein Bruch der Vereinbarungen zeigt, dass die Geschäftsentwicklung des Unternehmens nicht planmäßig verläuft und dass ein erhöhtes Augenmerk auf das Kreditengagement gelegt werden muss.[2] Durch die Festlegung von Covenants können Kreditnehmer zudem bezüglich bestimmten Verhaltensweisen eingeschränkt und beeinflusst werden, sodass ein Kreditausfall mit höher Wahrscheinlichkeit vermieden werden kann, als wenn der Kreditnehmer völlig selbstständig folgenschwere Entscheidungen trifft.[3]

In den Jahren vor der weltweiten Finanzkrise hat die Bedeutung von Covenants abgenommen. Der Grund hierfür war vor allem der gewachsene Konkurrenzdruck im Finanzierungsbereich. Für viele Unternehmen war es einfach, Kredite und Darlehen zu erhalten. Auch drängten immer weitere Mitbewerber an den Markt, wie beispielsweise Private-Equity-Gesellschaften und Hedge-Fonds. Um weiterhin am Markt zu bestehen, wurden Covenants von kreditgebenden Banken nur noch in sehr abgeschwächter Form (Covenant Lite) verlangt.[4]

Ihr Comeback erlebten Covenants durch die im Sommer 2007 beginnende Finanzkrise. Diese hat zu einem gestiegenen Risikobewusstsein bei Banken geführt. Covenants werden seither wieder verstärkt im Bereich der Unternehmensfinanzierung eingesetzt, derzeit werden annähernd in jedem Kreditvertrag zusätzliche Bedingungen vereinbart.[5]

Die nachfolgenden Ausführungen sollen einen Überblick über die Erscheinungsformen von Covenants verschaffen. Das Hauptaugenmerk wird dabei auf die in der Praxis verbreitetsten Financial Covenants gelegt. Weiter werden die möglichen Sanktionen bei einem Verstoß der festgelegten Covenants, bis hin zu den Grenzen von Covenants erläutert.

2. Überblick über die Arten von Covenants und deren Ausgestaltungsmöglichkeiten

Es werden folgende Arten von Covenants unterscheiden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Arten von Covenants[6]

2.1. General Covenants

Als General Covenants werden allgemeine Handlungspflichten sowie die Verpflichtung zur Einhaltung von allgemeinen Aspekten bezeichnet, die für die Kreditbeziehung von grundlegender Bedeutung sind.[7] General Covenants werden in zwei Untergruppen aufgeteilt, die positiven Covenants als Handlungspflichten und die negativen Covenants als Unterlassungspflichten. Zur Untergruppe der positiven Covenants gehören beispielsweise die Einhaltung von Gesetzen und staatlichen Auflagen, die Einhaltung von Betriebsgenehmigungen und der Nachweis von diversen Versicherungen wie Betriebshaftpflicht, Sachversicherungen und Betriebsunterbrechungsversicherungen.[8] Außerdem werden als positive Covenants Vereinbarungen zur Einhaltung vorher festgelegter Rechnungslegungsstandards, sowie Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften bezeichnet. Negative Covenants sind beispielsweise Ausschüttungsverbote, Verbot von weiteren Investitionen, oder der Aufnahme von weiteren Verbindlichkeiten, Bürgschaften oder Garantien, sowie Wechsel in der Eigentümerstruktur oder Wechsel in der Unternehmenskontrolle. Prinzipiell werden alle Vereinbarungen, die sich auf die strukturelle, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Situation des Unternehmens beziehen, zu den General Covenants gezählt.[9]

2.2. Information Covenants

Information Covenants werden zur Verbesserung des Informationsflusses zwischen Kreditnehmer und Kreditgeber eingesetzt. Hierzu zählt beispielsweise die Verpflichtung des Kreditnehmers zur fristgemäßen Vorlage von betriebswirtschaftlichen Unterlagen, wie Businessplan, Bilanz, GuV, unterjährige Zahlen, betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWA), oder Liquiditätspläne.[10] Auch die Vorlage von unternehmensinternen Unterlagen, wie einer internen Kosten- und Erlösrechnung, kann dabei vereinbart werden. Die Informationspflichten des Kreditnehmers bei größeren Investitionstätigkeiten, auch wenn diese aus eigener finanzieller Kraft gestemmt werden, bei Wechseln in der Unternehmensführung (Change of Control), sowie bei Veränderungen der Ratingnoten zählen ebenfalls zu den Information Covenants.

2.3. Financial Covenants

Als Financial Covenants, auch Bilanzrelationsklauseln oder Kapitalstrukturauflagen, werden Mindestanforderungen im Hinblick auf die künftige Vermögens-, Finanz-, Ertrags- und Liquiditätslage bezeichnet. Diese Vereinbarungen werden aus der Bilanz abgeleitet und sind die bedeutendste Untergruppe der Covenants, da sie sich auf die finanzielle Situation des Kreditnehmers beziehen. Die Einhaltung von betriebswirtschaftlichen Kennzahlen während der Kreditlaufzeit steht hierbei im Vordergrund. Die wirtschaftliche und finanzielle Lage des Unternehmens kann dadurch leicht erfasst werden, Financial Covenants fungieren somit als Indikatoren zur Früherkennung von Krisen. Durch die Festlegung von exakten, relativen oder absoluten Ober- und Untergrenzen für bestimmte Kennzahlen und Werte erfordern sie eine finanzielle Disziplin vom Kreditnehmer. Die Nichteinhaltung von einzelnen Financial Covenants ist ein wichtiger Hinweis auf eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse eines Unternehmens.[11]

In der Praxis sind nachfolgende Financial Covenants, besonders relevant:

Eigenkapitalquote ( Net Worth Requirement): Diese Kennzahl wird in der Praxis besonders häufig verwendet. Es wird ein Mindestwert für das absolute Eigenkapital des Kreditnehmers festgelegt. Häufig wird zudem bereits im Kreditvertrag vereinbart, dass der absolute Wert während der Laufzeit des Kredites ansteigen muss oder nicht sinken darf. Damit kann erreicht werden, dass die Unternehmensgewinne thesauriert werden und nicht oder zumindest nicht komplett an die Anteilseigner ausgeschüttet werden.[12]

Verschuldungsgrad (Leverage/Gearing Ratio): Diese Kennzahlen beschränken die maximale Verschuldung eines Kreditnehmers und geben die Obergrenze für die Verschuldung eines Unternehmens aus Sicht des Kreditgebers an. Das Leverage Ratio ist das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA und drückt die theoretische Entschuldungsdauer unter Anrechnung des EBITDA aus. Das Gearing Ratio gibt den relativen Verschuldungsgrad im Verhältnis zum Eigenkapital des Unternehmens an.

Zinsdeckungsgrad (EBITDA Interest Cover): Diese Kennzahl misst die Deckung des Zinsaufwandes durch das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. So wird ermittelt, ob beziehungsweise inwiefern ein Unternehmen die Zinsaufwendungen aus dem Unternehmensertrag decken kann. Gerade für eventuelle Zinssteigerungen in der Zukunft ist eine gesunde Kennziffer wichtig.

Schuldendienstdeckungsgrad (Dept. Service Cover Ratio): Diese Kennzahl misst die Fähigkeit eines Unternehmens, seinen in einer Periode anfallenden Kapitaldienst (Zins und Tilgung) aus dem erwirtschafteten Cash Flow zu erbringen. Somit gibt die Kennzahl an, ob das Unternehmen seinen Kapitaldienst ordnungsgemäß erbringen kann.[13]

Liquiditätsklauseln (Current Ratios): Diese Kennzahlen messen die Einhaltung bestimmter Liquiditätsanforderungen.[14] Damit soll sichergestellt werden, dass im Unternehmen die kurzfristigen Mittel (Kasse, Bankguthaben, kurzfristige Forderungen und Vorratsvermögen) die kurzfristigen Verbindlichkeiten um ein fest vereinbartes Verhältnis übersteigen. Die Einhaltung dieser Kennzahlen ist insbesondere für das kurzfristige Kreditrisiko von hoher Bedeutung.

[...]


[1] Vgl. C. Lützenrath/M. Schröer: Financial Covenants – Klare Zielvorgaben für Kreditnehmer, in: Kredit & Rating Praxis, 05/2001, S. 19 - 21

[2] Vgl. M. Hoffmann: Was sind (Financial) Covenants und was sollte beachtet werden, 2010, http://www.foerderland.de/fachbeitraege/beitrag/Was-sind-Financial-Covenants-und-was-sollte-beachtet-werden/30b1358f2c/ (Zugriff 25.08.2010)

[3] Vgl. M. Szilvasi: Optimierung der Kreditvergabe mit Hilfe von Covenants, 2009, S. 8

[4] Vgl. S. Hagani/S. Voll/M. Holzamer: Bedeutung und Management von Financial Covenants, 2008, S. 3

[5] Vgl. Welt-Online: Diese Banken vergeben leichter Kredite an Firmen, 2009, http://www.welt.de/finanzen/article4202359/Diese-Banken-vergeben-leichter-Kredite-an-Firmen.html (Zugriff 25.08.2010)

[6] eigene Darstellung in Anlehnung an: S. Hagani/S. Voll/M. Holzamer/ C. Warnig: Financial Covenants in der Unternehmensfinanzierung, 2009

[7] Vgl. S. Hagani/S. Voll/M. Holzamer/ C. Warnig: Financial Covenants in der Unternehmensfinanzierung, 2009, S. 8

[8] Vgl. S. Hagani/S. Voll/M. Holzamer: Bedeutung und Management von Financial Covenants, 2008, S. 5

[9] Vgl. M. Szilvasi: Optimierung der Kreditvergabe mit Hilfe von Covenants, 2009, S. 6

[10] Vgl. F. Khakzad: Die Bedeutung von Financial Covenants in der internationalen Finanzkrise, 2009, S. 21

[11] Vgl. S. Hagani/S. Voll/M. Holzamer/ C. Warnig: Financial Covenants in der Unternehmensfinanzierung, 2009, S. 9

[12] Vgl. S. Hagani/S. Voll/M. Holzamer/ C. Warnig: Financial Covenants in der Unternehmensfinanzierung, 2009, S. 9

[13] Vgl. M. Szilvasi: Optimierung der Kreditvergabe mit Hilfe von Covenants, 2009, S. 4

[14] Vgl. S. Hagani/S. Voll/M. Holzamer/ C. Warnig: Financial Covenants in der Unternehmensfinanzierung, 2009, S. 10

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung und Ausgestaltungsmöglichkeiten von Covenants im Rahmen der Besicherung von Unternehmensfinanzierungen
Hochschule
Frankfurt School of Finance & Management
Veranstaltung
Bankbetriebswirt
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V164601
ISBN (eBook)
9783640795741
ISBN (Buch)
9783640796021
Dateigröße
555 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Eine Seminararbeit aus dem Bereich Corporate Banking über "Die Bedeutung und Ausgestaltungsmöglichkeiten von Covenants im Rahmen der Besicherung von Unternehmensfinanzierungen".
Schlagworte
Bedeutung, Ausgestaltungsmöglichkeiten, Covenants, Rahmen, Besicherung, Unternehmensfinanzierungen
Arbeit zitieren
Stefan Schachner (Autor), 2010, Die Bedeutung und Ausgestaltungsmöglichkeiten von Covenants im Rahmen der Besicherung von Unternehmensfinanzierungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164601

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