Kolonialismus, Dekolonialisierung, Postkolonialismus


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009

12 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

Zusammenfassung

1. Kolonialismus
1.1. Kolonialismus: Definition und Einordnung
1.2. Kolonien und Imperialzeit ab 1870
1.3. Kolonialistisches Denken

2. Dekolonialisierung und Postkolonialismus

3. Diskussion: Neue Formen des Kolonialismus
3.1. Neokolonialismus
3.2. Schulen für Afrika - alte Vorstellungen wieder aufgegriffen

4. Literaturverzeichnis

Zusammenfassung

Kolonialismus bezeichnet die Ausdehnung des wirtschaftlichen und politischen Systems eines Staates über Regionen außerhalb seiner eigenen Grenzen. Als Beginn der neuzeitlichen Kolonialisierung wird, auch wenn es bereits in der Antike Kolonien entlang des Mittelmeers gab, die Erschließung neuer Seewege, insbesondere durch Portugal und Spanien, nach dem Erstarken des Osmanischen Reichs gesehen. Neben missionarischen Gründen, wie den Heiden das Christentum näher zu bringen, war es vor allem der Bezug von Rohstoffen, der maßgeblich für die Kolonialisierung anderer Länder war. In den Geschichtswissenschaften beschreibt der Begriff Kolonialismus vor allem das Bestreben europäischer Staaten, neue Siedlungs- und Wirtschaftsräume zu erschließen und ihre Machtbasis auszuweiten und kann damit als mögliche erste Globalisierung unter europäischen Vorzeichen angesehen werden. Besonders im späten 19. Jahrhundert wuchs das Interesse der europäischen Großmächte - vor allem an der Eroberungen afrikanischer Länder - im Zuge des Imperialismus erneut. Das kolonialistische Denken prägt seit dieser Zeit die Einstellungen der Europäer gegenüber der restlichen Welt. Der Wettlauf um Afrika durch die imperialistischen Großmächte ist eine der beispielhaftesten Ausprägung kolonialistischer Herrschaft, die sich auf dem Gedankengut der Herrschaft des weißen Mannes als überlegene Rasse manifestiert. Sie findet in der Berliner Kongokonferenz 1884/1885 mit der Aufteilung Afrikas ihren Höhepunkt. Auch nach der Dekolonialisierung, die am Ende des zweiten Weltkriegs stattfand, bleibt eine Abhängigkeit bestehen, die sich in den Theorien des Postkolonialismus niederschlägt. Kolonialistisches Denken, über Jahrhunderte geprägt, kann nicht einfach durch den Akt der Dekolonialisierung ausgemerzt werden, weder in den ehemaligen Kolonien, noch bei den ehemaligen Kolonialherren. In der Diskussion um eurozentrisisches Denken und der Überwindung eurozentristischer Perspektiven muss man die Verwobenheit Europas mit außereuropäischen Ländern betrachten. Gerade durch die Kolonien wurde dazu beigetragen, dass außereuropäische Länder das Selbstbild Europas prägten. Um den Rahmen dieser Arbeit einzuhalten und das heutige Bild der ehemaligen Kolonien zu klären, wird besonders auf die Zeit während und nach dem Imperialismus eingegangen. Schlagworte:

Kolonialismus, kolonialistisches Denken, Eurozentrismus, Dekolonialiserung, Postkolonialismus

1. Kolonialismus

„Irgendwann zwischen 1500 und 1920 geriet die Mehrzahl der Räume und Völker der Erde unter die Kontrolle der Europäer“ (Osterhammel, J. (2001) S. 8).

1.1. Kolonialismus: Definition und Einordnung

Bereits im 15./16. Jahrhundert kam es zur europäische Expansion. Eine der wesentlichen Antriebskräfte war der Handel. Durch das Erstarken des Osmanischen Reiches war der bis ins 15./16. Jahrhundert funktionierende Fernhandel zwischen den europäischen Seestädten und Asien unterbrochen. Dadurch kam es vor allem im Bereich der Gewürze zu einem großen Preisanstieg. Doch mit Schiffen war es möglich, Güter nicht nur günstiger sondern auch weniger beschwerlich von Asien nach Europa zu transportieren als über den Landweg.

Die ersten Initiativen zu Entdeckungsfahrten gingen vor allem von den iberischen Mächten Spanien und Portugal aus, während Italien und auch Deutschland wegen der starken inneren Zersplitterung kaum, bis gar keine Impulse geben konnten. Den eigentlichen Beginn der Epoche des neuzeitlichen Kolonialismus markiert jedoch die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus von Spanien aus (1492), sowie die Erschließung des Seeweges nach Indien durch den Portugiesen Vasco da Gama (1498). Im Vertrag von Tordesillas vom 5. Juni 1494 verständigten sich Spanien und Portugal, die beiden ersten Kolonialmächte der Neuzeit, über die Aufteilung der noch unerschlossenen Teile der Erde. Der Vertrag kam zwischen den beiden Ländern durch Papst Alexander VI zustande. Er sollte eine bewaffnete Konfrontation zwischen den beiden katholischen Mächten verhindern, indem er die Welt in eine portugiesische und eine spanische Hälfte aufteilte.

Die Expansion von Niederländern, Engländern und Franzosen in die zunächst von Spanien und Portugal dominierte kolonialistische Welt ließ nicht lange auf sich warten. Die neuen Herrscher wurden meist von Priestern begleitet, welche die Ausbreitung des Christentums betrieben.

Dabei gibt es durchweg unterschiedliche Formen und Gründe der Expansion einer Gesellschaft.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Kolonialismus, Dekolonialisierung, Postkolonialismus
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Veranstaltung
Das Zentrum der Welt? Eurozentrismus und Ethnozentrismus als pädagogische Probleme
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
12
Katalognummer
V164603
ISBN (eBook)
9783640795758
ISBN (Buch)
9783640796038
Dateigröße
399 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kolonialismus, kolonialistisches Denken, Eurozentrismus, Dekolonialiserung, Postkolonialismus
Arbeit zitieren
M.A. Sandra Niedermeier (Autor), 2009, Kolonialismus, Dekolonialisierung, Postkolonialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164603

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