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Die Opfertheorien von Hubert/Mauss und Smith/Doniger in Anwendung auf das Agnihotra

Title: Die Opfertheorien von Hubert/Mauss und Smith/Doniger in Anwendung auf das Agnihotra

Term Paper (Advanced seminar) , 1999 , 21 Pages , Grade: 1.3

Autor:in: Christopher Selbach (Author)

Indology
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Das Opfer ist ein Phänomen fast aller Religionen und somit für die Religionswissenschaft innerhalb einer Theorie und Typologie von zentraler Bedeutung. In der vedischen Religion ist das Opfer ein besonders wichtiges Element; es wird in den Veden ausführlich beschrieben und in den Gesamtzusammenhang religiöser Weltvorstellungen gebracht. An seinem Beispiel ist deshalb eine Vielzahl von Theorien des Opfers entwickelt worden.

Diese Arbeit möchte exemplarisch zwei religionswissenschaftliche Opfertheorien vorstellen, um sie auf eine konkrete Opferpraxis zurückzuführen. Als Opfertheorien wurde zum einen mit Hubert/Mauss´ „Essai sur la Nature et la Fonction du Sacrifice“ ein religionswissenschaftlicher Klassiker gewählt, mit Smith/Donigers Artikel „Sacrifice and Substitution“ dagegen eine neue Arbeit, die sich u.a. auf Hubert/Mauss rückbezieht. Beide Arbeiten nehmen vedische Opfer als Grundlage ihrer theoretischen Überlegungen.

Der Anspruch ist nicht, die postulierte Allgemeingültigkeit der Theorien zu prüfen, auch sollen die Arbeiten nicht primär kritisch hinterfragt werden: ihre Anwendbarkeit wenigstens auf vedische Opfer ist durch ihre Orientierung an diesen gegeben. Vielmehr sollen sie helfen, die Vorgänge in einem weiteren vedischen Opfer zu erhellen: den Abschluss der Arbeit soll deshalb eine Besprechung des Agnihotra unter Anwendung der referierten Theorien bilden.

Excerpt


Inhaltsübersicht

I. Einleitung

II. Die Opfer-Theorien von Hubert/Mauss und Smith/Doniger

1. Hubert/Mauss: Essai sur la nature et la fonction du sacrifice

2. Smith/Doniger: Sacrifice and Substitution

III. Anwendung der Theorien auf das Agnihotra

1. Kurzdarstellung des Rituals

2. (De-)Sakralisation

3. Substitution

4. Krimineller Charakter des Opferns

IV. Schluss: Bewertung des Ergebnisses

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das vedische Opferritual "Agnihotra" unter Anwendung zweier wesentlicher religionswissenschaftlicher Theorien, um die Vorgänge des Rituals sowie dessen Struktur und Bedeutung zu erhellen.

  • Theoretische Grundlagen von Hubert/Mauss (Sakralisierung und Desakralisierung)
  • Theoretische Ansätze von Smith/Doniger (Substitution und deren Notwendigkeit)
  • Detaillierte Analyse und Beschreibung des Agnihotra-Rituals
  • Anwendung der Opfertheorien auf die spezifische Opferpraxis des Agnihotra
  • Untersuchung des "kriminellen Charakters" und des Erlösungsaspekts im Opfer

Auszug aus dem Buch

3. Substitution

Smith/Doniger sehen im Opfer zwei Substitutionen: zum einen versucht die Gesamtheit des Opfers als Ersatz des kosmischen Geschehens dieses nachzustellen; zum anderen werden innerhalb des Opfers weitere Substitutionen vorgenommen. Hubert/Mauss behandeln diese Thematik nur am Rande unter Begriffen wie „Symbolik“ und „Identifikation“.

Aus den Texten zum Agnihotra geht eindeutig hervor, dass das Ritual das kosmische Geschehen in seiner Nachvollziehung direkt beeinflusst. Das Opfer wird mythologisch u.a. damit erklärt, dass Agni (als Licht) aus Prajāpati hervorgegangen ist, der diesem sodann sein eigenes Auge (ebenfalls mit Licht, aber auch mit Wahrheit, Sonne gleichgesetzt) opferte. Dies war der Ursprung des Tag-Nacht-Wechsels. Im Agnihotra wird diese kosmische Handlung täglich von Neuem nachvollzogen: „In that he (the priest or the sacrificer who performs the rite himself) offers in the evening, he thereby makes (the light of the sun) shine away from here for his adversary. In that he offers at daybreak, (he makes it shine) in this direction (or: to the west) for his own benefit.“

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung stellt das Opfer als zentrales religionswissenschaftliches Phänomen vor und begründet die Auswahl von Hubert/Mauss sowie Smith/Doniger als theoretischen Rahmen für die Analyse des Agnihotra.

II. Die Opfer-Theorien von Hubert/Mauss und Smith/Doniger: In diesem Kapitel werden die theoretischen Ansätze von Hubert/Mauss zur Sakralisierung/Desakralisierung sowie Smith/Donigers Fokus auf die definierende Rolle der Substitution ausführlich dargelegt.

III. Anwendung der Theorien auf das Agnihotra: Der Hauptteil analysiert das Agnihotra anhand der vorgestellten Theorien hinsichtlich der rituellen Abläufe, der Sakralisierungsaspekte, der verschiedenen Formen der Substitution und der kriminellen Dimension des Opferns.

IV. Schluss: Bewertung des Ergebnisses: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass beide Theorien komplementär zum Verständnis der Komplexität des Agnihotra beitragen.

Schlüsselwörter

Agnihotra, Opfertheorien, Hubert/Mauss, Smith/Doniger, Sakralisierung, Desakralisierung, Substitution, vedische Religion, Ritualanalyse, Prajāpati, kosmisches Geschehen, Religionswissenschaft, Opfergabe, Selbstmord, Mord.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der religionswissenschaftlichen Analyse des vedischen Opferrituals Agnihotra auf Basis etablierter Opfertheorien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Konzepte von Sakralisierung und Desakralisierung sowie die Rolle und Notwendigkeit der rituellen Substitution.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Struktur und das Verständnis des Agnihotra-Rituals durch die Anwendung zweier prominenter Opfertheorien zu erhellen und zu systematisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine vergleichende Theorieanwendung, bei der theoretische Modelle auf ein konkretes, primärquellenbasiertes Beispiel (Agnihotra) bezogen und auf ihre Anwendbarkeit geprüft werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung der Theorien sowie eine detaillierte Untersuchung des Agnihotra in Bezug auf rituellen Ablauf, Sakralisierungsgrade, Substitutionsmodelle und den kriminellen Charakter des Opferns.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Agnihotra, Substitution, Sakralisierung, Opfertheorien und vedische Religion charakterisiert.

Inwiefern spielt der "kriminelle Charakter" beim Agnihotra eine Rolle?

Obwohl das Agnihotra ein unblutiges Opfer ist, lässt sich der kriminelle Charakter durch die mythologischen Hintergründe der Selbsthingabe und der notwendigen Substitution des eigenen Lebens des Schöpfergottes sowie des menschlichen Opferers in einer symbolischen Form nachweisen.

Warum ist Substitution im Agnihotra laut den Autoren notwendig?

Substitution wird als notwendiges Übel betrachtet, da das ursprüngliche kosmische Ritual für den Menschen unerreichbar ist und durch vereinfachte Handlungen sowie Ersatzmaterialien in eine menschenmögliche Form gebracht werden muss.

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Details

Title
Die Opfertheorien von Hubert/Mauss und Smith/Doniger in Anwendung auf das Agnihotra
College
University of Tubingen  (Seminar für Indologie)
Course
Hauptseminar: Vedische Opfer und Theorien des Opfers
Grade
1.3
Author
Christopher Selbach (Author)
Publication Year
1999
Pages
21
Catalog Number
V16463
ISBN (eBook)
9783638213172
ISBN (Book)
9783638771443
Language
German
Tags
Opfertheorien Hubert/Mauss Smith/Doniger Opfer Indien Veden Agnihotra Religionswissenschaft Indologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christopher Selbach (Author), 1999, Die Opfertheorien von Hubert/Mauss und Smith/Doniger in Anwendung auf das Agnihotra, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16463
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