Kommunikation als Quelle für Missverständnisse in der Erzählung "Die Angst desTormanns beim Elfmeter" von Peter Handke


Seminararbeit, 2011

10 Seiten

Anonym


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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kommunikation als Quelle für Missverständnisse
2.1. Körperliche Kommunikation
2.1.1. Blicke
2.1.2. Gestik
2.2. Schriftliche Kommunikation
2.3. Mündliche Kommunikation
2.4. Gewalt als Bewältigungsmethode

3. Zusammenfassung

4. Bibliographie

Die Einleitung

Die Hauptperson Josef Bloch ist ein ehemaliger Fussballer und Torwart, welcher glaubt, ihm wäre an seiner neuen Arbeitsstelle gekündigt worden. Aufgrund seiner Arbeitslosigkeit verbringt Bloch scheinbar ziellos seine Zeit mit dem Lesen von Zeitungen, Frauen und den Versuchen soziale Kontakte aufzubauen. Wiederholt auftretende Missverständnisse in diesen alltäglichen Situationen führen jedoch zu Konfrontationen und auch damit einhergehender Gewalt.

Als Spitze der Gewalt begeht Josef Bloch einen Mord an der Kassiererin Gerda B., mit welcher er davor eine Nacht verbracht hatte.

Aufgrund der stetigen Fehlinterpretationen von Kommunikation entsteht bei Bloch eine Entfremdung von der Welt, die sich im Verlauf der Geschichte steigert.

Das Ziel dieser Arbeit ist, durch Sekundärliteratur wie auch durch Verweise auf Stellen aus dem Buch „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ aufzuzeigen, wie Kommunikation als Quelle für Missverständnisse fungieren kann. Die verschiedenen Arten der Kommunikation, welche zu der Entwicklung des Josef Bloch beitragen, werden aufgezeigt, wie auch die Benutzung von Gewalt als Bewältigungsmethode.

2. Kommunikation als Quelle für Missverständnisse

Das Missverständnis ist die [unbeabsichtigte] falsche Deutung oder Auslegung einer Aussage oder einer Handlung[1], welches anders als das Missverstehen nicht auf inkorrekter Ausdrucksweise oder fehlerhafter akustischer Wahrnehmung fusst.

Mehrdeutige oder komplizierte Ausdrucksweisen potenzieren die Wahrscheinlichkeit eines Missverständnisses. Ebenfalls spielen Einflüsse von Persönlichkeit und Lebensumständen eine wichtige Rolle in der Interpretation von zwischenmenschlicher Kommunikation.

Dies ist ein zentraler Punkt in der Geschichte des ehemaligen Tormanns Josef Bloch, welcher durch seine Wahrnehmungsstörung Missverständnissen und Interpretationsproblemen ausgeliefert zu sein scheint. Die Kommunikationsstörung der Hauptperson beschränkt sich nicht auf das gesprochene Wort, sondern ist auf allen Kommunikationsebenen zu beobachten.

Bloch stellt wiederholt seine Umwelt in Frage und durch den Mangel an Kommentar eines externen Erzählers erscheint er stets als unzuverlässiger Charakter, welcher den Leser in die Situation bringt, Blochs Handlungen durch ergänzende Vermutungen erklären zu müssen.

2.1. Körperliche Kommunikation

2.1.1. Blicke

Blicke spielen eine zentrale Rolle in der Geschichte Blochs, da das erste Missverständnis der Geschichte massgeblich am weiteren Verlauf beteiligt ist. Im Anfangssatz vernimmt man sowohl die Information des Eintretens der Arbeitslosigkeit des Monteurs Josef Bloch, als auch die Tatsache, dass er früher ein bekannter Tormann gewesen sei[2].

Die Perzeption Blochs wird im darauffolgenden Satz jedoch in Frage gestellt, denn Bloch legte die Tatsache, dass bei seinem Erscheinen nur der Polier aufblickte, als Entlassung aus. Somit zeigt das Werk zu Beginn auf, dass Kommunikation und Missverständnisse nicht nur auf der Sprache basieren. Durch das Ausbleiben der begrüssenden Blicke seiner Mitarbeiter erscheint Bloch entmutigt und ist sich seiner Entlassung gewiss. Lediglich der Polier, welcher ein unwichtiger Mitarbeiter zu sein scheint, grüsst ihn.

Bloch interpretiert seine Entlassung als Fakt, jedoch wird später durch die Umstände aufgezeigt, dass dies vermutlich ein Missverständnis war. So muss Bloch am nächsten Tag auf seine Papiere warten, da im Personalbüro noch einige Telefongespräche geführt werden mussten,[3] was gegen seine Interpretation der Geschehnisse spricht.

Eine weitere Bedeutung der Blicke in der Poetik Handkes ist die Stiftung von Zusammenhang. So schauen die Gendarmen, welche von Bloch nicht richtig interpretiert werden können, nicht über die Schultern zurück.[4] Der Schulterblick ist ein ästhetisches Ideal Handkes, welches im Rückblick eine Situation fixiert, ihr eine Position zuweist. So bleibt Bloch im darauffolgenden Satz am Zaun stehend, um zu zeigen, dass er nichts zu verbergen hatte, und versucht so den Gendarmen ein unschuldiges Bild von sich aufzuzeigen, die Wahrheit verdeckend.

[...]


[1] http://www.duden.de/definition/missverst%C3%A4ndnis

[2] Vgl. Handke S.7

[3] Vgl. ebd., S.24/25

[4] Vgl. Handke S.40

10 von 10 Seiten

Details

Titel
Kommunikation als Quelle für Missverständnisse in der Erzählung "Die Angst desTormanns beim Elfmeter" von Peter Handke
Hochschule
Universität Zürich
Jahr
2011
Seiten
10
Katalognummer
V164687
Dateigröße
500 KB
Sprache
Deutsch
Arbeit zitieren
Anonym, 2011, Kommunikation als Quelle für Missverständnisse in der Erzählung "Die Angst desTormanns beim Elfmeter" von Peter Handke , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164687

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