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Francis Galton und die Begründung der Eugenik

Hinterlassenschaften eines Genies seiner Zeit

Titel: Francis Galton und die Begründung der Eugenik

Seminararbeit , 2009 , 24 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Jacob Rietberg (Autor:in)

Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Die englische Wissenschaft kennt einen Gelehrtentypus, der uns Deutschen im allgemeinen fremd ist. Die günstige Lebensstellung übte auf viele von ihnen nie einen lähmenden Einfluss, befähigte
sie aber nach freier Wahl die Welt mit offenem Blick zu durchforschen, um dann vielfach in originellerer Weise, als dies bei systematisch erzogenen Gelehrten der Fall ist, schwierige Probleme
kühn in Angriff zu nehmen. Zu diesem Gelehrtentypus gehörten auch die beiden Enkel des berühmten Erasmus Darwin, der große Charles Darwin und sein ihm in vielem kongenialer Vetter
Francis Galton.“ So beginnt die Einleitung der deutschen Übersetzung von „Hereditary Genius“ aus dem Jahre 1910 und trifft damit recht genau den Geist des Francis Galton. Ein englischer Gelehrter,
der sich leidenschaftlich auf verschiedenstem Gebiet beschäftigte. Zunächst als Forscher und Meteorologe tätig, später als Sozialdarwinist. Inspieriert wurde er von seinem Vetter Charles
Darwin und dessen Werk „The Origin of Species“. Es wurde die Quelle seines Lebenswerks. Galton schöpfte daraus seine Gedanken zu einer eigenen Vererbungslehre. Er sollte die Wissenschaft mit
unkonventionellen Methoden um viele Erkenntnisse bereichern. Auf dem Gebiet der Genetik, Statistik, der Biometrie und der von ihm erst begründeten Eugenik. Was war Galtons Lebenswerk?
Wie ging er dabei vor? Was ist uns von Galton geblieben? Welche Verdienste sind ihm zuzuschreiben und welche Verantwortung? Im folgendem will ich diese Fragen näher untersuchen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Humangenetische Forschung

2.1 Die Vererbung von Eigenschaften

2.2. Nature and Nurture – Natur und Erziehung

2.3. Die Zwillingsmethode

2.4. Die Vererbung erworbener Eigenschaften

3. Der Mechanismus der Vererbung

3.1. Pangenesis

3.2 Galtons Vererbungskonzept

4. Statistik

4.1. Zählen und Messen

4.2. Die Normalverteilung

5. Eugenik – Das Prinzip der Höherzüchtung

5.1. Was ist das?

5.2. Eugenik in der Praxis

5.3. Eugenik und Religion

5.4. Eugenik nach Galton bis heute

6. Galton im Kontext seiner Zeit

7. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das wissenschaftliche Wirken von Francis Galton, insbesondere die Begründung der Eugenik als neue Disziplin, und analysiert, wie seine statistischen Methoden und Theorien zur Vererbung das Verständnis von Genetik und Gesellschaft im 19. Jahrhundert beeinflussten.

  • Biografische Einordnung von Francis Galton als Forscher
  • Entwicklung statistischer Ansätze zur Messung menschlicher Merkmale
  • Wissenschaftstheoretische Herleitung der eugenischen Theorie
  • Historische Einordnung und Ideologisierung der eugenischen Lehre

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Vererbung von Eigenschaften

Galtons erster Aufsatz auf dem Gebiet der Vererbungslehre erschien 1865 unter dem Titel „Hereditary Talent and Character“. Grundlage dessen war eine breite Quantifizierung von Stammbäumen herausragender Personen verschiedenster Begabung, aus denen er Schlüsse über die Vererbung geistiger Eigenschaften ziehen wollte.

Zunächst untersuchte er ein Referenzbuch, in welchem 605 angesehene Menschen im Zeitraum von 1453 bis 1853 aufgeführt waren. Es stellte sich heraus, dass davon 102 bzw. ein Sechstel der Personen zumindest einen nahen Verwandten aufwiesen, der ebenfalls der Liste zugehörte. Weitere Untersuchungen anderer Listen lieferten ähnliche Ergebnisse (Abb. 1). Seine Schlussfolgerung lautete: „Intellectual capacity is so largely transmitted by descent that, of every hundred sons of men distinguished in the open professions, no less than eight are found to have rivalled their father in eminence.“

Diese Ergebnisse erweiterte er in seinem 1869 erschienenen Werk „Hereditary Genius“. Hatte er bisher seine Schlüsse aufgrund von Listen, in denen spezielle Begabungen von Personen aufgeführt waren, gezogen, stellte sich nun die Frage, was die Kriterien für eine solche Begabung sein sollten. Galton behauptete, dass vor allem das Ansehen etwas über die natürliche Begabung aussage. Dabei war er sich im Klaren, dass Ansehen durchaus durch soziale Vorteile bedingt sein kann. Dem setzte er drei Argumente entgegen:

Erstens würden viele Menschen niedrigen Ranges in der Gesellschaft zu hohen Ehren gelangen. Zweitens gäbe es in Ländern, die sich durch weniger Schranken auszeichneten, trotz allem nicht mehr hervorragende Menschen. Drittens würden sozial bevorteilte Menschen, solange sie nicht über eine natürliche Begabung verfügten, scheitern, zu großer Bedeutung zu gelangen. Dies war für ihn Beweis dafür, dass Ansehen ein hinreichender Indikator für Begabung sei. Darauf aufbauend führte er ausführliche Stammbaumuntersuchungen u.a. von Richtern, Politikern, Literaten, aber auch von Personen, die sich durch körperliche Eigenschaften auszeichnetten, durch. Seine Behauptungen bestätigten sich. Begabung auf verschiedenstem Gebiet schien tatsächlich erblich zu sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Leben und Wirken von Francis Galton sowie die Motivation hinter der wissenschaftlichen Untersuchung seiner Theorien.

2. Humangenetische Forschung: Analyse von Galtons frühen Untersuchungen zur Erblichkeit geistiger und körperlicher Eigenschaften sowie der Entwicklung von Untersuchungsmethoden.

3. Der Mechanismus der Vererbung: Darstellung von Galtons Abkehr von der Pangenesis-Theorie hin zur Entwicklung eines eigenen Vererbungskonzepts.

4. Statistik: Untersuchung von Galtons Pionierarbeit bei der Quantifizierung biologischer Phänomene und der Anwendung der Normalverteilung auf menschliche Fähigkeiten.

5. Eugenik – Das Prinzip der Höherzüchtung: Erörterung der Grundlagen, der praktischen Anwendung, der religiösen Bezüge und der historischen Entwicklung der eugenischen Lehre.

6. Galton im Kontext seiner Zeit: Einordnung von Galtons Denken in den viktorianischen Zeitgeist und die kapitalistische Gesellschaftsstruktur.

7. Schluss: Zusammenfassende Betrachtung von Galtons Erbe als Pionier der Statistik und Genetik sowie seiner wissenschaftshistorischen Bedeutung.

Schlüsselwörter

Francis Galton, Eugenik, Vererbung, Genetik, Statistik, Normalverteilung, Stammbaumforschung, Hereditary Genius, Zwillingsmethode, Höherzüchtung, Biometrie, Humangenetik, Wissenschaftsgeschichte, Selektion, Korrelation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Person Francis Galton, seinen bahnbrechenden statistischen Methoden und seiner zentralen Rolle bei der Begründung der Eugenik als pseudowissenschaftliches Konzept des 19. Jahrhunderts.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung humangenetischer Forschungsmethoden, der Anwendung statistischer Verfahren auf biologische Daten und der theoretischen sowie ideologischen Ausarbeitung der eugenischen Lehre.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den wissenschaftlichen Ansatz Galtons zu rekonstruieren und zu prüfen, inwieweit seine Theorien zur Vererbung geistiger Fähigkeiten das gesellschaftliche Verständnis und die spätere eugenische Praxis beeinflusst haben.

Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine detaillierte Analyse zeitgenössischer Primärquellen, die Auswertung von Galtons Werken sowie eine historische Einordnung seiner statistischen Erhebungs- und Korrelationsmethoden.

Welche Inhalte stehen im Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil werden Galtons Stammbaumstudien, seine Konzepte zur „Nature and Nurture“-Debatte, die Einführung der Zwillingsmethode und die statistische Fundierung seiner eugenischen Forderungen detailliert analysiert.

Was charakterisiert Galtons Beitrag zur Wissenschaft?

Galton zeichnete sich durch einen leidenschaftlichen Forscherdrang aus, der Statistik als Instrument zur Entschlüsselung menschlicher Merkmale nutzte, jedoch durch seinen viktorianischen Zeitgeist in ideologische Interpretationen verfiel.

Wie unterschied Galton zwischen Pangenesis und seinem eigenen Vererbungsmodell?

Galton widerlegte Darwins Pangenesis-Theorie, da er die Vererbung nicht durch im Körper zirkulierende Gemmulae, sondern durch eine in Zellen lokalisierte Erbsubstanz (Germs) erklärte.

Warum spielt die Normalverteilung eine so zentrale Rolle für Galtons Eugenik?

Galton nutzte die Normalverteilung, um menschliche Fähigkeiten statistisch zu klassifizieren und rechtfertigte daraus die Notwendigkeit einer „Höherzüchtung“ der als überdurchschnittlich eingestuften Bevölkerungsteile.

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Details

Titel
Francis Galton und die Begründung der Eugenik
Untertitel
Hinterlassenschaften eines Genies seiner Zeit
Hochschule
Universität Konstanz  (Wissenschaftsgeschichte)
Veranstaltung
Sozialdarwinismus
Note
1,3
Autor
Jacob Rietberg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
24
Katalognummer
V164695
ISBN (eBook)
9783640798155
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Francis Galton Begründung Eugenik Hinterlassenschaften Genies Zeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jacob Rietberg (Autor:in), 2009, Francis Galton und die Begründung der Eugenik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164695
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Leseprobe aus  24  Seiten
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