Zu Beginn dieser Arbeit, die sich den unterschiedlichen Ausdrucksformen des kosmogonischen Mythos der Babylonier und der Vielzahl ihrer Deutungen durch westliche Wissenschaftler widmet, steht ein einleitender Teil, der die Kulturgeschichte Mesopotamiens
bis zur altbabylonischen Zeit beleuchtet. In diesem Kapitel wird vorallem auf die enge Vernetzung babylonischer religiöser Vorstellungen mit denen der älteren mesopotamischen Hochkultur, der Sumerer, eingegangen. Gleichzeitig wird auf die Notwendigkeit der historisch-archäologischen Methode hingewiesen und die Möglichkeiten der Ziehung von Schlussfolgerungen aus dieser kritisch betrachtet. Das folgende Kapitel beschreibt die drei wesentlichen Darstellungsformen des Mythos: das Gedicht Enuma Elish; drei Rollsiegel, die beispielhaft ikonographische Ausdrücke repräsentieren; schließlich das Neujahrsfest Akidu mit seinen rituellen Ausprägungen. Daraufhin werden aus der Vielzahl möglicher Deutungen der komplexen babylonischen Mythenstruktur drei unterschiedliche Ansätze vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Kurzüberblick über die Geschichte Mesopotamiens
- Der sumerische Einfluss auf das babylonische Pantheon
- Babylonische Schöpfungsvorstellungen
- Das Gedicht Enuma Elish
- Ikonographische Darstellungen des Chaoskampfes
- Rituale zum Neujahrsfest Akidu
- Die Vielzahl der Deutungen
- Khoury
- Stolz
- Eliade
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die verschiedenen Ausdrucksformen des kosmogonischen Mythos der Babylonier und analysiert die Vielfältigkeit ihrer Interpretationen durch westliche Wissenschaftler. Der Fokus liegt auf der Verknüpfung babylonischer religiöser Vorstellungen mit der älteren mesopotamischen Hochkultur der Sumerer.
- Der Einfluss der sumerischen Kultur auf die babylonische Religion
- Die ikonographische Darstellung des Chaoskampfes
- Die Bedeutung des Neujahrsfestes Akidu
- Die Interpretationen des babylonischen Schöpfungsmythos durch verschiedene Wissenschaftler
- Die Bedeutung der historisch-archäologischen Methode für die religionswissenschaftliche Analyse
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung befasst sich mit der Kulturgeschichte Mesopotamiens und beleuchtet die enge Vernetzung babylonischer religiöser Vorstellungen mit denen der Sumerer. Das zweite Kapitel beschreibt die drei wesentlichen Darstellungsformen des Mythos: das Gedicht Enuma Elish, ikonographische Darstellungen des Chaoskampfes und das Neujahrsfest Akidu. Anschließend werden verschiedene Interpretationen des komplexen babylonischen Mythenstruktur vorgestellt.
Schlüsselwörter
Mesopotamien, Babylon, Sumer, Kosmogonie, Schöpfungsmythos, Enuma Elish, Chaoskampf, Ikonographie, Ritual, Akidu-Fest, Pantheon, Marduk, Tiamat, Religion, Interpretation.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das „Enuma Elish“?
Das Enuma Elish ist das babylonische Schöpfungsepos. Es beschreibt den Aufstieg des Gottes Marduk und seinen Sieg über die Ur-Göttin Tiamat, woraus die Erschaffung der Welt resultiert.
Wer sind Marduk und Tiamat?
Marduk ist der Stadtgott von Babylon und oberster Gott des Pantheons. Tiamat verkörpert das salzige Urmeer und das Chaos-Ungeheuer, das im kosmogonischen Mythos besiegt werden muss.
Was war die Bedeutung des Neujahrsfestes Akidu?
Das Akidu-Fest war das wichtigste religiöse Ereignis in Babylon. Dabei wurde der Schöpfungsmythos rituell nachvollzogen, um die kosmische Ordnung und die Herrschaft des Königs jährlich zu erneuern.
Welchen Einfluss hatten die Sumerer auf die babylonische Religion?
Die babylonischen Vorstellungen sind eng mit der älteren sumerischen Kultur vernetzt. Viele Götter und Mythen wurden übernommen und an die babylonischen Machtverhältnisse angepasst.
Wie wird der babylonische Chaoskampf ikonographisch dargestellt?
Häufige Darstellungen finden sich auf Rollsiegeln, die den Kampf Marduks gegen drachenartige Wesen oder Ungeheuer zeigen, was den Sieg der Ordnung über das Chaos symbolisiert.
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- Florian Illerhaus (Author), 2008, Marduks Kampf gegen das Chaos-Ungeheuer Tiamat, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164711