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Der siebente Kontinent - filmanalytischer Versuch einer Deutung

Title: Der siebente Kontinent - filmanalytischer Versuch einer Deutung

Term Paper , 2010 , 13 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Benjamin Müller (Author)

Film Science
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Wie eine Art Warnung vor der gefühlskalten, eingefahrenen Lebensweise der bürgerlichen Gesellschaft lässt sich der Beitrag von Michael Haneke zu den Filmfestspielen in Cannes im Mai 1989 entschlüsseln. „Der siebente Kontinent“ ist sein erster Kinofilm und versetzt seine Zuschauer bei der Premiere im Plais du Festival gleichzeitig in Faszination und Entsetzen. Die vernichtende Beschreibung des gemeinsamen Selbstmordes einer Familie hinterlässt Spuren: „[...] hatte ich erstmals bei dieser Veranstaltung (und wie nur selten bei einem österreichischen Spielfim) den Eindruck, scharfes Denken und ungedämpfte Empfindungen mitzuerleben (Horwarth 1991, S. 11).
Haneke beschreibt in seinem Film „Der siebente Kontinent“ die von ihm sogenannte „Vergletscherung“ der Gesellschaft. Damit versucht er auf die Probleme des Emotionsverlustes, der Mechanisierung und Funktionalisierung des Menschen hinzuweisen, welche in der postindustriellen Konsumgesellschaft immer mehr zum Alltag werden. Dabei bildet „Der siebente Kontinent“ den ersten Teil einer Trilogie, welche mit den Werken „Benny’s Video“ (1992) und „71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls“ (1994) vervollständigt wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der siebente Kontinent

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert Michael Hanekes Spielfilm „Der siebente Kontinent“ (1989) als radikale Gesellschaftskritik, wobei die Forschungsfrage darauf abzielt, wie der Film die „Vergletscherung“ der menschlichen Emotionen in einer postindustriellen Konsumgesellschaft darstellt und welche filmischen Mittel dabei zur Anwendung kommen.

  • Darstellung der Entfremdung und Mechanisierung innerhalb der bürgerlichen Kleinfamilie.
  • Analyse der symbolischen Bedeutung von Routineabläufen und der Warenwelt.
  • Untersuchung der filmischen Ästhetik und des Einsatzes von Schwarzblenden.
  • Deutung des Motivs der „Flucht“ und des destruktiven Endes der Familie.
  • Reflektion über Hanekes Rolle als Regisseur und Gesellschaftskritiker.

Auszug aus dem Buch

2. Der siebente Kontinent

„Wir müssen das systematisch angehen.“ Dieser Satz scheint alles zu beinhalten, was sich über „Der siebente Kontinent“ sagen lässt, denn systematisch ist hier alles.

Ein kleines Eigenheim, angefüllt mit allen Erzeugnissen einer modernen, kapitalistischen Gesellschaft. Eine Art Rückzugspunkt aus der Realität. Und trotzdem muss die Familie, die in „Der siebente Kontinent“ beschrieben wird, und als mehr als eine Beschreibung kann man es nicht bezeichnen, immer wieder zurück.

Sechs Uhr morgens, der schicke Radiowecker setzt seinen Betrieb in Gang und es sind Nachrichten aus aller Welt zu hören. Eine Schreckensmeldung nach der anderen dringt aus den Lautsprechern, während sich die Familie, ebenso wie der Radiowecker, in Betrieb setzt und einen Mechanismus in Gang setzt. Einzelne Teile dieser Maschinerie sind in den Bildausschnitten zu sehen, „Beine, Hausschuhe, Hände, Türklinke, Zahnbürste, Kaffeemaschine, Kaffeetasse, Teller“ (Schlemmer in Horwarth 1991, S. 126). Alles wirkt sehr statisch, präzise, leblos.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der gesellschaftlichen „Vergletscherung“ bei Michael Haneke ein und ordnet „Der siebente Kontinent“ in den Kontext seines filmischen Gesamtwerks ein.

2. Der siebente Kontinent: Das Hauptkapitel untersucht die Darstellung der systematischen Entfremdung, die filmische Struktur sowie die symbolische Zerstörung der bürgerlichen Existenz innerhalb des Films.

3. Fazit: Das Fazit reflektiert über die Wirkung des Films auf den Betrachter und hinterfragt die moralische Positionierung sowie die handwerkliche Brillanz von Hanekes Regiearbeit.

Schlüsselwörter

Michael Haneke, Der siebente Kontinent, Gesellschaftskritik, Konsumgesellschaft, Entfremdung, Vergletscherung, Filmästhetik, bürgerliche Familie, Selbstmord, Medien, Kapitalismus, Kino, Filmtheorie, Emotionen, Lebensweise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit einer Deutung von Michael Hanekes Spielfilm „Der siebente Kontinent“ und analysiert dessen filmische Darstellung einer gefühlskalten Gesellschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Mechanisierung des Alltags, der Verlust menschlicher Emotionen sowie der Einfluss der kapitalistischen Warenwelt auf das Familienleben.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die filmische Sprache Hanekes zu dechiffrieren, mit der er die „Vergletscherung“ der zwischenmenschlichen Beziehungen in der modernen Gesellschaft aufzeigt.

Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?

Der Autor nutzt eine filmwissenschaftliche Analyse, ergänzt durch soziologische Perspektiven, um die Symbolik und Struktur des Films zu interpretieren.

Was steht im inhaltlichen Mittelpunkt des Hauptteils?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Analyse der Lebensroutine der Familie, die visuelle Gestaltung des Films durch Schwarzblenden sowie die radikale Konsequenz ihres Handelns.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Gesellschaftskritik, Entfremdung, Filmästhetik und die Auseinandersetzung mit bürgerlichen Lebensnormen.

Wie deutet der Autor die Funktion des Radioweckers im Film?

Der Radiowecker wird als Taktgeber einer „Maschinerie“ interpretiert, der den Arbeitsalltag präzise regelt und den Übergang von privater zu produktiver Zeit markiert.

Welche symbolische Bedeutung haben die Schwarzblenden?

Die Schwarzblenden werden als strukturelles Raster verstanden, das den Film als „Maschine“ erscheinen lässt und dem Zuschauer Momente zur Reflexion bietet.

Wie wird das Ende der Familie im Film bewertet?

Das Ende wird als durchgeplante Zerstörung einer bürgerlichen Existenz verstanden, wobei die Frage offen bleibt, ob dies einen Akt der Freiheit oder das totale Erliegen unter kapitalistische Zwänge darstellt.

Welche Bedeutung kommt dem Sehnsuchtsbild des Strandes zu?

Das wiederkehrende Bild des Strandes wird als symbolischer Ort der Freiheit interpretiert, der die Sehnsucht des Menschen nach Ausbruch aus gesellschaftlichen Fesseln verkörpert.

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Details

Title
Der siebente Kontinent - filmanalytischer Versuch einer Deutung
College
University of Bremen  (Kulturwissenschaft)
Grade
1,3
Author
Benjamin Müller (Author)
Publication Year
2010
Pages
13
Catalog Number
V164768
ISBN (eBook)
9783640804436
ISBN (Book)
9783640804719
Language
German
Tags
kontinent versuch deutung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Müller (Author), 2010, Der siebente Kontinent - filmanalytischer Versuch einer Deutung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164768
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