Was haben der Bau der Pyramiden von Giseh vor über 4500 Jahren, Hannibals Feldzug über die Alpen vor über 2200 Jahren und die Berliner Luftbrücke Ende der 40ger Jahre gemein?1 Dies alles sind historisch gesehen enorme logistische Leistungen, die in dieser Art und Weise nie ohne sorgfältige Planung, Steuerung und Koordination möglich gewesen wären.
Die mittlerweile sehr gebräuchlichen und „alltagstauglichen“ Schlagwörter Logistik und Controlling haben somit ihren Ursprung in der Praxis und sind erst wesentlich später von der Wissenschaft übernommen worden.
Bereits in der Antike überquerten Warenströme Länder und Kontinente und dienten der Versorgung und dem Informationsaustausch zwischen den Imperien und Metropolen. „Handel war demnach immer Grundlage von Zivilisation.“2
Jedoch erst durch die heutige Entwicklung und Vernetzung der globalen Unternehmens-beziehungen in der Weltwirtschaft hat die Logistik enorm an Bedeutung gewonnen, ist als wesentlicher Erfolgsfaktor für die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen erkannt worden und fand so ihren Weg in die Wirtschaftswissenschaften.
Neue Managementkonzepte wie Supply Chain Management, E-Business und diverse Innovationen auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologien hatten eine komplette Neugestaltung der unternehmensweiten Wertschöpfungssysteme zu Folge. Das Angebot an logistischen Ideen, Konzepten und Möglichkeiten ist inzwischen stark angewachsen und erscheint als nahezu grenzenlos. Nicht zu vernachlässigen ist aber bei all den Innovationen und Möglichkeiten die Sicherstellung einer entsprechenden Transparenz der Logistikkosten und Logistikleistungen.
An dieser Stelle knüpft das Controlling an. Logistische Aktivitäten ob über Land, zu Wasser oder in der Luft müssen mit Hilfe einer guten, fundierten Informationsbasis zielorientiert geplant, gesteuert und kontrolliert werden. Die Anwendung des Controllings auf die Logistik dient der Nutzung und Ausschöpfung aller möglichen Rationalisierungspotentiale.
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über Ziele, Aufgaben und Instrumente des Logistik-Controllings.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen des Logistik-Controllings
2.1. Logistik: Definition, Aufgaben und Ziele
2.2. Controlling: Definition, Aufgaben und Ziele
3. Logistik-Controlling
3.1. Definition
3.2. Aufgaben und Ziele
3.2.1. Strategische Aufgaben
3.2.2. Operative Aufgaben
3.3. Ablauf und Instrumente des Logistik-Controlling
3.3.1. Logistische Kosten- und Leistungsrechnung
3.3.1.1 Begriff und Arten von Logistikkosten
3.3.1.2 Begriff und Arten von Logistikleistungen
3.3.1.3 Notwendigkeit und Aufgaben der logistischen Kosten- und Leistungsrechnung
3.3.2. Logistik Budget
3.3.3. Logistik Kennzahlen
3.4. Probleme des Logistik-Controlling
4. Schlussbetrachtung und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen strukturierten Überblick über die Ziele, Aufgaben und Instrumente des Logistik-Controllings und analysiert dessen Bedeutung als Bindeglied zwischen logistischer Prozesssteuerung und unternehmerischer Strategie.
- Grundlagen und Definitionen von Logistik und Controlling
- Differenzierung zwischen strategischen und operativen Aufgaben im Logistik-Controlling
- Methoden der logistischen Kosten- und Leistungsrechnung
- Einsatz von Logistik-Budgets und Kennzahlensystemen
- Herausforderungen und Problempunkte bei der Implementierung von Controlling-Systemen in der Logistik
Auszug aus dem Buch
3.1. Definition
Der Begriff „Logistik-Controlling“ beinhaltet die Wahrnehmung von Controllingaufgaben im Logistikbereich eines Unternehmens. Das Logistik-Controlling stellt ein funktionales Subsystem des gesamten Controllingsystems dar. Daraus kann abgeleitet werden, dass Logistik-Controlling in der Schnittmenge von Logistik und Controlling stattfindet. Es gelten die gleichen Ziele und sind die gleichen Aufgaben zu erfüllen, die bereits bei der Klärung des Controllingbegriffes dargelegt wurden. Der grundlegende Unterschied besteht darin, dass die Logistik eine Querschnittsfunktion im Leistungssystem und das Controlling im Führungssystem einnimmt. Die Logistik befasst sich mit unmittelbar produktbezogenen Prozessen. Dagegen betrifft das Controlling Handlungen, mit denen diese gesteuert werden sollen. Das Logistik-Controlling betrifft also die Koordination der Führungsaufgaben in diesem Bereich. Es besitzt daher eher die Eigenschaft einer Logistikmanagementberatung. Jedoch sind auf Grund der Spezialisierung der Anwendungen auf die Logistik weitgehende Konkretisierungen notwendig. Der Zweck der Anwendung eines Logistik-Controlling besteht darin, spezifische Rationalisierungspotentiale zu erschließen, „indem eine Informationsbasis geschaffen wird, mit deren Hilfe die logistischen Prozesse zielorientiert geplant, gesteuert und kontrolliert werden können.“
Eine Besonderheit des Logistik-Controlling besteht darin, dass es sich nicht auf einen spezifischen Unternehmensfunktionsbereich bezieht sondern die gesamte Logistikkette (Beschaffung, Produktion, Distribution, Entsorgung) einschließt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung verortet die Logistik und das Controlling als praxisorientierte Disziplinen, die durch die globale Vernetzung an wissenschaftlicher Relevanz gewonnen haben.
2. Grundlagen des Logistik-Controllings: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Logistik und Controlling sowie deren jeweilige Aufgaben, wobei besonders auf die vier idealtypischen Entwicklungsstufen eingegangen wird.
3. Logistik-Controlling: Hier wird der Kernbereich der Arbeit behandelt, der die Schnittmenge zwischen logistischen Prozessen und Führungsinstrumenten wie Kostenrechnung, Budgetierung und Kennzahlen detailliert untersucht.
4. Schlussbetrachtung und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die Notwendigkeit einer individuellen Gestaltung von Logistik-Controlling-Konzepten zusammen und betont die zukünftige Bedeutung von Benchmarking und Transparenz.
Schlüsselwörter
Logistik, Controlling, Logistik-Controlling, Kosten- und Leistungsrechnung, Kennzahlen, Strategische Aufgaben, Operative Aufgaben, Supply Chain Management, Budgetierung, Rationalisierung, Prozesssteuerung, Unternehmensführung, Logistik-Budget, Benchmark, Effizienz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung von Controlling-Prinzipien auf den Logistikbereich, um dessen Wirtschaftlichkeit und Transparenz zu erhöhen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen der Logistik und des Controllings, die Kosten- und Leistungsrechnung sowie der Einsatz von Budgets und Kennzahlen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über die Instrumente des Logistik-Controllings zu geben und deren Rolle bei der Erschließung von Rationalisierungspotentialen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer systematischen Zusammenstellung wissenschaftlicher Definitionen und Konzepte aus der betriebswirtschaftlichen Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, die Aufgabenteilung in strategische und operative Bereiche sowie die detaillierte Darstellung von Controlling-Instrumenten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Logistik-Controlling, Kostenrechnung, Kennzahlen, Rationalisierung und Supply Chain Management.
Warum ist die Abgrenzung der Logistikkosten oft schwierig?
Da Logistik eine Querschnittsfunktion ist, werden Kosten oft anderen Funktionsbereichen wie Produktion oder Vertrieb zugeordnet, was eine verursachungsgerechte Erfassung erschwert.
Welche Rolle spielt die Balanced Scorecard im Logistik-Controlling?
Sie dient als System für die Strategieimplementierung, um durch Ursache-Wirkungs-Beziehungen die Effektivität und Effizienz logistischer Leistungen messbar zu machen.
Was ist das Hauptproblem bei der Einführung von Logistik-Kennzahlensystemen?
Oft mangelt es an einer soliden informatorischen Grundlage in Form einer differenzierten Kosten- und Leistungsrechnung sowie an der klaren Verknüpfung zu den übergeordneten Unternehmenszielen.
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- Natalie Zonis (Author), 2009, Logistik-Controlling: Ziele, Aufgaben und Instrumente, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164885