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„Schindlers Liste“ - Ein Film für den Geschichtsunterricht?

Der Einsatz popkultureller Medien im Geschichtsunterricht

Titel: „Schindlers Liste“ - Ein Film für den Geschichtsunterricht?

Seminararbeit , 2010 , 35 Seiten

Autor:in: Bachelor of Arts Charlotte Baier (Autor:in)

Didaktik - Geschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Dieses Semester hospitierte ich im Rahmen meines Fachpraktikums in dem Geschichtsunterricht einer zehnten Klasse. Das behandelte Thema war das Dritte Reich. Zu dem Zeitpunkt, an dem ich zu der Klasse stieß, war diese bereits beim Thema der Judenverfolgung und -vernichtung angelangt. In diesem Zusammenhang zeigte die Lehrerin den Film „Schindlers Liste“. Wie zu erwarten, waren die Schüler durch den Film sehr erschüttert. Was mich jedoch an dieser Stelle störte, war das der Film weder vorher noch nachher ausführlich behandelt wurde. Die Nachbereitung bestand allein darin, dass die Schüler und Schülerinnen ihre Eindrücke zum Film schildern sollten. Ich fragte mich, ob der Einsatz des Films so überhaupt irgendein Nutzen für die Schüler hatte, außer der Tatsache, dass sie nun Emotionen mit dem Thema verbanden. Daher möchte ich mich in der vorliegenden Hausarbeit mit der Frage beschäftigen, ob der Film „Schindlers Liste“ überhaupt ein Film für den Geschichtsunterricht ist. Ausgangspunkt der Auseinandersetzung mit dem Film, ist meine Behauptung, dass „Schindlers Liste“ popkulturell ist. Ausgehend von der Popkultur Theorie von Gabriele Klein werde ich diese These im ersten Kapitel prüfen. Daran schließt die Frage an, ob ein popkulturelles Medium sich überhaupt eignet, um ein Ereignis, wie den Holocaust, angemessen darzustellen. Ich werde in diesem Rahmen auf die Diskussion zu dieser Frage eingehen, die mit dem Erscheinen des Films losgetreten wurde und mich mit den Argumenten auseinandersetzen. Ich orientiere mich hier vor allem an der von Christoph Weiss veröffentlichen Sammlung verschiedener Kritiken zu „Schindlers Liste“. Weiterhin werde ich im dritten Kapitel erörtern, ob unter diesen Umständen der Einsatz des Films im Geschichtsunterricht noch zu empfehlen ist. Insbesondere ist hinterfragungswürdig, ob damit nicht eine Anbiederung an die Eigenwelten der Schüler und damit ein Eindringen des Pop in den Unterricht darstellt. Hier wird diskutiert, ob damit, wie Thomas Ziehe es behauptet, verhindert wird, dass Schüler sich mit ihnen fremden Medien/ Themen auseinanderzusetzen lernen. In diesem Zusammenhang erörtere ich Vor- und Nachteile des Filmeinsatzes im GU, am Beispiel von „Schindlers Liste“. Zum Abschluss werde ich auf die Möglichkeiten des Filmeinsatzes im Unterricht eingehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Popkulturelle Elemente im Spielfilm „Schindlers Liste“

2.1 Die Konsumenten Orientierung

2.2 Der Aufbau der Handlung

2.3 Der Realismus Anspruch des Films

2.4 Konsumismus

2.5 Zusammenfassung

3. Der Holocaust als Teil der Popkultur?

3.1 Die Kritik zum Film

3.2 Die Umsetzung des Holocaust in fiktiven Filmen

4. Schindlers Liste - Ein Film für den Geschichtsunterricht?

4.1 Vorteile des Einsatzes von „Schindlers Liste“ im Geschichtsunterricht

4.2 Nachteile des Einsatzes von „Schindlers Liste“ im Geschichtsunterricht

4.3 Schindlers Liste - Ein Film für den Geschichtsunterricht

4.4 Möglichkeiten zum Umgang mit „Schindlers Liste“

4.4.1 Unterrichtspraktische Hinweise zum Einsatz von „Schindlers Liste“ im Geschichtsunterricht

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung des Spielfilms „Schindlers Liste“ als Medium für den Geschichtsunterricht unter Berücksichtigung seiner popkulturellen Einbettung und der damit verbundenen methodischen Herausforderungen bei der Vermittlung des Holocaust.

  • Analyse der popkulturellen Mechanismen im Film
  • Diskussion des Authentizitätsanspruchs und der fiktionalen Darstellung des Holocaust
  • Abwägung der Vor- und Nachteile des Filmeinsatzes im Unterricht
  • Entwicklung von methodischen Ansätzen zur kritischen Filmanalyse

Auszug aus dem Buch

2.2 Der Aufbau der Handlung

Die Handlung lässt sich in das Story- Schema „Prolog-Exposition-Konflikt- Auflösung- Epilog“ aufteilen und entspricht so dem Schema eines populären Filmes. Im Prolog des Films sieht man eine jüdische Familie bei dem Sabbat-Ritual, der Titel wird eingeblendet. Während diese Szene in Farbe ist, wechselt der Film während der Überblende in die Exposition ins Schwarz-weiße. Die Exposition beginnt im Jahr 1939 in Krakau und endet 1942. In diesem Abschnitt des Films werden dem Zuschauer die Rahmenbedingungen erklärt, er wird in die Zeit, in den politischen Kontext der Judenverfolgung und in die Handlung des Films und seine Hauptpersonen eingeführt: Oskar Schindler, der nach Krakau kommt, um dort seinen Einfluss bei den Nazis zu stärken und gute Geschäfte zu machen, Itzhak Stern, der als Buchhalter für Schindler arbeitet und die jüdischen Arbeiter in dessen Fabrik einstellt. Es wird erklärt, wie Schindler die Ausbeutung der Juden für sich nutzt und davon profitiert. Am Ende der Exposition wird Amon Göth vorgestellt. Mit ihm wird, durch die Räumung des Krakauer Ghettos, der Wendepunkt der Handlung eingeleitet.

Schon die Exposition zeigt, dass Spielberg den Film auf sein Publikum ausrichtet. Auch ein geschichtlich unbewanderter Zuschauer ist nun in der Lage, die Handlung einigermaßen einzuordnen. Wenn auch nicht in die den größeren Kontext des Dritten Reichs, dann doch zumindest in den zeitlichen Kontext. Zudem soll bereits hier eine Sympathie für die Juden und eine Antipathie gegen die Nationalsozialisten entstehen. Der Konflikt beginnt mit dem Alltag im KZ von Plaszow und schließt mit der Exhumierung und Verbrennung der Leichen ab. Der Konflikt besteht zwischen den beiden gegeneinander arbeitenden Parteien. Die Grausamkeit Amon Göth und die nahende Vernichtung der Juden arbeitet gegen Schindler, der nun, gewandelt durch die Beobachtung während der Gettoräumung, versucht, zusammen mit Stern, so viele Juden wie möglich zu retten. Dadurch steigert sich die Spannung. Auch die charakterlicher Entwicklung Oskar Schindlers wird in dieser Phase dargestellt. Zunehmend vertieft sich seine Beziehung zu Stern und sein Mitleid mit den Juden wächst, bis er am Ende des Konflikts beschließt, seine jüdischen Arbeiter zu kaufen, um sie so vor dem Abtransport nach Auschwitz zu retten. Die letzte Phase, die Auflösung, behandelt vor allem die drohende Vernichtung der Juden im Vernichtungslager Auschwitz und endet mit der Rettung der 1200 Juden durch Schilder und seiner Frau Emily und der Kapitulation Deutschlands.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit begründet die Fragestellung zur Eignung von „Schindlers Liste“ im Geschichtsunterricht ausgehend von einer persönlichen Beobachtung im Fachpraktikum.

2. Popkulturelle Elemente im Spielfilm „Schindlers Liste“: Dieses Kapitel definiert Popkultur und analysiert den Film anhand von Publikumsorientierung, dramaturgischem Aufbau, Authentizitätsanspruch und Konsumismus als popkulturelles Produkt.

3. Der Holocaust als Teil der Popkultur?: Es wird die kritische Debatte darüber geführt, ob ein sensibles Ereignis wie der Holocaust überhaupt fiktional dargestellt werden darf oder kann.

4. Schindlers Liste - Ein Film für den Geschichtsunterricht?: Dieses Kapitel erörtert die Vor- und Nachteile des Filmeinsatzes und leitet methodische Empfehlungen für die unterrichtliche Arbeit ab.

5. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass der Film zwar problematisch ist, jedoch aufgrund seiner motivierenden Wirkung und der Notwendigkeit zur kritischen Medienanalyse im Unterricht behandelt werden sollte.

Schlüsselwörter

Schindlers Liste, Holocaust, Geschichtsunterricht, Popkultur, Steven Spielberg, Authentizität, Medienanalyse, Filmische Darstellung, Zeitzeugen, Geschichtsbewusstsein, Emotionalisierung, Filmdidaktik, Nationalsozialismus, Fiktionalität, Rezeption

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und wie der Spielfilm „Schindlers Liste“ von Steven Spielberg im Geschichtsunterricht eingesetzt werden kann, unter Berücksichtigung der kritischen Problematik der filmischen Inszenierung des Holocaust.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Popkultur, die filmische Umsetzung historischer Ereignisse, die Rolle von Authentizität bei Geschichtsfilmen und die Herausforderungen einer kritischen Filmanalyse in der Schule.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, eine Antwort auf die Frage zu finden, ob „Schindlers Liste“ ein geeigneter Film für den Geschichtsunterricht ist, besonders da er als popkulturelles Medium das Geschichtsbewusstsein der Schüler stark beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse auf Basis von Popkultur-Theorien (z.B. Gabriele Klein) und Diskursanalysen aus gesammelten Filmkritiken, um die Eignung des Films didaktisch zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der popkulturellen Mechanismen des Films, eine Auseinandersetzung mit der Fachkritik zur Holocaust-Darstellung und die praktische Erörterung der Vorteile und Nachteile des Filmeinsatzes im Unterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Holocaust, Popkultur, Geschichtsunterricht, Filmdidaktik, Medienanalyse und Authentizitätsanspruch.

Warum wird der Begriff „Popkultur“ in diesem Zusammenhang so stark betont?

Der Begriff ist zentral, weil die Autorin argumentiert, dass der Film nach den Gesetzen der Kulturindustrie produziert wurde, um ein Massenpublikum zu erreichen, was das historische Verständnis der Schüler beeinflussen kann.

Wie schlägt die Autorin vor, den Film konkret im Unterricht einzusetzen?

Sie empfiehlt, nicht den ganzen Film unreflektiert zu zeigen, sondern gezielt einzelne Szenen für eine gründliche, analytische Nachbereitung auszuwählen, bei der die Schüler ihre eigenen Gefühle hinterfragen und den historischen Gehalt kritisch prüfen.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Films bei der Holocaust-Vermittlung?

Sie bewertet den Film kritisch: Einerseits ermöglicht er eine intensive, emotionale Annäherung, andererseits besteht die Gefahr, dass er Geschichte „glättet“ und ein falsches Bild historischer Realität vermittelt, weshalb eine kritische Rahmung durch die Lehrkraft unerlässlich ist.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten  - nach oben

Details

Titel
„Schindlers Liste“ - Ein Film für den Geschichtsunterricht?
Untertitel
Der Einsatz popkultureller Medien im Geschichtsunterricht
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Autor
Bachelor of Arts Charlotte Baier (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
35
Katalognummer
V164955
ISBN (eBook)
9783640810697
ISBN (Buch)
9783640811045
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schindlers Liste Geschichtsbewusstsein Geschichtsdidaktik Medien Geschichtsunterricht Film Holocaust Shoa popkulturell
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bachelor of Arts Charlotte Baier (Autor:in), 2010, „Schindlers Liste“ - Ein Film für den Geschichtsunterricht?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164955
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  35  Seiten
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