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Wieder an Heinrichs Seite: Die Überführung des Leichnams der Kaiserin Kunigunde nach Bamberg (?)

Titel: Wieder an Heinrichs Seite: Die Überführung des Leichnams der Kaiserin Kunigunde nach Bamberg (?)

Seminararbeit , 2007 , 20 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Nadja Häckel (Autor:in)

Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Grab der heiligen Kaiserin Kunigunde
Bis heute erfährt die heilige Kaiserin Kunigunde (ca. 975-1033) besonders in Bamberg große Verehrung. Jährlich werden Prozessionen mit ihren Reliquien veranstaltet, im Diözesanmuseum ist ein auf sie ausgeschriebener Sarkophag ausgestellt und im Bamberger Dom steht ein von Tilman Riemenschneider gefertigtes Doppelgrab des mittelalterlichen Kaiserpaares Heinrich II. und Kunigunde. Die Überreste der Kaiserin sind heute bis nach Lissabon, Andechs, Wien, Köln, Eichstätt und Würzburg verstreut und werden dort verehrt.
Nach ihrem Tod im Kloster Kaufungen am 3. März 1033 blieb Kunigunde – Witwe des Ottonen Heinrich II. – fast 100 Jahre in Vergessenheit, bevor sie erneut Erwähnung fand. Plötzlich wurde von einer Überführung ihres Körpers nach Bamberg berichtet. Auch heute nimmt man vielerorts an, Kunigundes Grab befinde sich neben dem ihres Gemahls im Bamberger Dom und das heilige Kaiserpaar ruhe im Hochgrab Riemenschneiders. Doch wurde ihr Leichnam tatsächlich von Kaufungen nach Bamberg transferiert? Sind die angeblichen Reliquien die echten Überreste der Kaiserin? Welche Hinweise gibt es auf eine Überführung ihrer Gebeine?
Die Forschung hat sich lange Zeit entsprechend wenig mit dieser Frage beschäftigt, noch heute gehen manche Historiker nach wie vor von der Selbstverständlichkeit des Grabes in Bamberg aus. Allerdings haben einige besonders in den letzten Jahren ihre Zweifel an der Existenz eines solchen geäußert, so z.B. Bernd Schneidmüller oder Carla Meyer. Die vorliegende Arbeit orientiert sich an diesen Werken und möchte Vermutungen und Anzweiflungen zusammentragen um ein möglichst umfangreiches Bild des Problems um den tatsächlichen Aufenthaltsort des Leichnams der Kaiserin darzustellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Das Grab der heiligen Kaiserin Kunigunde

2. Quellenanalyse

2.1 Der Codex Udalrici

2.2 Die Vita sanctae Cunegundis

2.3 Ebernand von Erfurt: Keisir vnde Keisirin

2.4 Überlieferungszusammenhang der Quellen

3. Hintergründe und Motive: Bamberger Kanonisationsbemühungen

4. Zweifel an Kunigundes Überführung

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die historisch umstrittene Frage, ob der Leichnam der Kaiserin Kunigunde nach ihrem Tod im Jahr 1033 tatsächlich von Kaufungen nach Bamberg überführt wurde, oder ob es sich hierbei um eine spätere legendarische Konstruktion zur Förderung der Heiligsprechung handelt.

  • Analyse der mittelalterlichen Quellenlage zum Grab der Kaiserin.
  • Untersuchung der Überlieferungsgeschichte vom Codex Udalrici bis zur Vita sanctae Cunegundis.
  • Erörterung der politischen Motive des Bistums Bamberg für die Etablierung eines Heiligenkultes.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der archäologischen Forschung und Zweifeln an der Überführungsthese.

Auszug aus dem Buch

1. Das Grab der heiligen Kaiserin Kunigunde

Bis heute erfährt die heilige Kaiserin Kunigunde (ca. 975-1033) besonders in Bamberg große Verehrung. Jährlich werden Prozessionen mit ihren Reliquien veranstaltet, im Diözesanmuseum ist ein auf sie ausgeschriebener Sarkophag ausgestellt und im Bamberger Dom steht ein von Tilman Riemenschneider gefertigtes Doppelgrab des mittelalterlichen Kaiserpaares Heinrich II. und Kunigunde. Die Überreste der Kaiserin sind heute bis nach Lissabon, Andechs, Wien, Köln, Eichstätt und Würzburg verstreut und werden dort verehrt.

Nach ihrem Tod im Kloster Kaufungen am 3. März 1033 blieb Kunigunde – Witwe des Ottonen Heinrich II. – fast 100 Jahre in Vergessenheit, bevor sie erneut Erwähnung fand. Plötzlich wurde von einer Überführung ihres Körpers nach Bamberg berichtet. Auch heute nimmt man vielerorts an, Kunigundes Grab befinde sich neben dem ihres Gemahls im Bamberger Dom und das heilige Kaiserpaar ruhe im Hochgrab Riemenschneiders. Doch wurde ihr Leichnam tatsächlich von Kaufungen nach Bamberg transferiert? Sind die angeblichen Reliquien die echten Überreste der Kaiserin? Welche Hinweise gibt es auf eine Überführung ihrer Gebeine?

Die Forschung hat sich lange Zeit entsprechend wenig mit dieser Frage beschäftigt, noch heute gehen manche Historiker nach wie vor von der Selbstverständlichkeit des Grabes in Bamberg aus. Allerdings haben einige besonders in den letzten Jahren ihre Zweifel an der Existenz eines solchen geäußert, so z.B. Professor Dr. Schneidmüller oder Carla Meyer. Die vorliegende Arbeit orientiert sich an diesen Werken und möchte Vermutungen und Anzweiflungen zusammentragen um ein möglichst umfangreiches Bild des Problems um den tatsächlichen Aufenthaltsort des Leichnams der Kaiserin darzustellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das Grab der heiligen Kaiserin Kunigunde: Einführung in die Thematik der Grabstätte und Formulierung der forschungsleitenden Frage zur Authentizität der Überführung.

2. Quellenanalyse: Untersuchung der zeitgenössischen und hagiographischen Quellen, die erstmals von einer Überführung des Leichnams berichten.

3. Hintergründe und Motive: Bamberger Kanonisationsbemühungen: Analyse der politischen und religiösen Interessen des Bistums Bamberg, die eine Heiligsprechung der Kaiserin begünstigten.

4. Zweifel an Kunigundes Überführung: Kritische Gegenüberstellung von fehlenden historischen Belegen und archäologischen Befunden, die gegen eine tatsächliche Überführung sprechen.

5. Zusammenfassung: Resümee über die mangelnde Beweislage und das Verbleiben der Fragestellung im Bereich der historischen Spekulation.

Schlüsselwörter

Kaiserin Kunigunde, Bamberg, Mittelalter, Heiligsprechung, Kanonisation, Codex Udalrici, Vita sanctae Cunegundis, Grabstätte, Überlieferungsgeschichte, Reliquienkult, Kloster Kaufungen, Geschichtsforschung, Kaiser Heinrich II., Mittelalterliche Quellen, Historische Kritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die historische Glaubwürdigkeit der Überlieferung, wonach der Leichnam der heiligen Kaiserin Kunigunde nach ihrem Tod im Kloster Kaufungen nach Bamberg überführt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Analyse mittelalterlicher Heiligenviten, die Bedeutung von Reliquien für das Prestige eines Bistums im 12. Jahrhundert sowie die kritische Prüfung historischer Grabüberlieferungen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet, ob es stichhaltige Beweise für eine Überführung des Leichnams gibt oder ob diese Erzählung als Konstrukt zur Stützung der Kanonisation anzusehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenkritische Analyse der historiographischen Überlieferung angewandt, ergänzt durch den Abgleich mit aktueller Sekundärliteratur und archäologischen Befunden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Quellen wie den Codex Udalrici und die Vita sanctae Cunegundis sowie die Motive Bambergs, ein „Heiligentrio“ zur Sicherung des Standorts zu etablieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Kanonisation, Heiligenkult, Bamberg, Quellenkritik und mittelalterliche Herrscherrepräsentation.

Warum spielt das Kloster Kaufungen eine so wichtige Rolle für die Argumentation?

Da Kunigunde dort verstarb, stellt das Kloster den ursprünglichen Bestattungsort dar; das Fehlen zeitgenössischer Berichte über eine Überführung von dort nach Bamberg ist ein zentrales Argument der Autorin.

Welche Bedeutung kommt dem Riemenschneider-Grab im Bamberger Dom heute zu?

Das Grab ist ein hochkarätiges Kunstwerk, wird aber in der Arbeit als Indiz für die nachträgliche Inszenierung der Kaiserin genutzt, da die tatsächliche Beisetzung dort historisch nicht gesichert ist.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wieder an Heinrichs Seite: Die Überführung des Leichnams der Kaiserin Kunigunde nach Bamberg (?)
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Von der Herrscherin zur Heiligen: Darstellung und Deutung der Kaiserin Kunigunde in Quellen des 11.-16. Jahrhunderts
Note
1,3
Autor
Nadja Häckel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
20
Katalognummer
V164961
ISBN (eBook)
9783640801008
ISBN (Buch)
9783640800759
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wieder Heinrichs Seite Leichnams Kaiserin Kunigunde Bamberg
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nadja Häckel (Autor:in), 2007, Wieder an Heinrichs Seite: Die Überführung des Leichnams der Kaiserin Kunigunde nach Bamberg (?), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164961
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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