Die Entstehung der Konsumgenossenschaften und deren Bedeutung für Deutschland


Hausarbeit, 2009

10 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Gliederung

A Einleitung

B Entstehungsgeschichte der Konsumgenossenschaften in Deutschland nach englischem Vorbild

C Bedeutung der Konsumgenossenschaften für den Arbeiter

D Wirtschaftliche und politische Bedeutung

Literaturverzeichnis

Die Entstehung der Konsumgenossenschaften und deren Bedeutung für Deutschland

A Einleitung

„Genossenschaftliche Wirtschaft ist […] dienende Wirtschaft, ihr Zweck ist nicht die Erzielung von Gewinn, sondern die unmittelbare Förderung ihrer Mitglieder durch ihre Leistung.“[1]

Die Konsumgenossenschaften (im Folgenden auch Konsumvereine genannt) in Deutschland sind das Produkt konstruktiver Kritik am Detailhandel. Bestimmt durch die veränderte wirtschaftliche Situation zu Beginn des 19. Jahrhunderts, sind sie ein Ausdruck von Unzufriedenheit und Konsumentenprotesten gegen schlechte Herstellungsbedingungen und überteuerte Preise.[2] „Not war der Ausgangspunkt, Selbsthilfe die Antwort.“[3] Die Entstehung der modernen Konsumgenossenschaften in Deutschland orientierte sich am englischen Vorbild und vollzog sich zunächst langsam. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten sie sich jedoch zu Massenorganisationen mit hohem Marktanteil. Sie bedeuteten einerseits für die einfache Bevölkerung eine Möglichkeit zur Selbsthilfe und dem Schutz vor der Willkür der Händler. Andererseits stellen sie auch eine wirtschaftliche Innovation dar und wurden stets kontrovers diskutiert.

In der folgenden Arbeit werde ich zunächst die Entstehungsgeschichte der Konsumgenossenschaften in Deutschland, orientiert am englischen Vorbild, darstellen. Hier werde ich den Verlauf nur bis zur allgemeinen Etablierung und Massenerscheinung der Konsumgenossenschaften gegen Ende des 19. Jahrhunderts beschreiben. Aufgrund dieser Angaben werde ich den Bedeutungsgehalt der Konsumgenossenschaften zum einen für die deutschen Fabrikarbeiter und zum anderen für die deutsche Wirtschaft analysieren.

B Entstehungsgeschichte der Konsumgenossenschaften in Deutschland nach englischem Vorbild

Deutschland zu Beginn des 19. Jahrhunderts war wirtschaftlich und sozial geprägt von den Folgen der Industrialisierung. Die Produktion erfolgte nicht mehr auf Bestellung, sondern als Massenproduktion in ungehemmter Marktkonkurrenz. Die Inhaber der Maschinen und Produktionsmittel erlangten Vermögen und Macht. Eine neue vierte Klasse entstand- die Schicht der Fabrikarbeiter- geprägt von Armut und Not. Geringe Löhne und zu hohe Marktpreise standen, genau wie schlechte Warenqualität und hohe Gewinnspannen, in einem kaum erträglichen Missverhältnis zueinander. Die Lösung für dieses Problem hieß Selbstversorgung in Form konsumgenossenschaftlicher Zusammenarbeit. „ Verbraucher schließen sich zusammen, um ihr nominales Einkommen real dadurch zu vergrößern, daß sie die Gegenstände des täglichen Bedarfs gemeinsam einkaufen und untereinander verteilen, um so die Einzelhandelsstufe zu überspringen und die Einzelhandelsspanne einzusparen.“[4]

Eine Vielzahl von Theoretikern und Praktikern versuchte auf diese Weise„[…]der drohenden totalen Verelendung der Massen“[5] entgegenzuwirken. Erste Lösungsansätze lassen sich in England, dem Mutterland der industriellen Revolution und der Konsumgenossenschaften, finden. Motiv für die entstehende Selbstversorgung war auch hier die „[…]Empörung gegen die Verteuerer des täglichen Brots der Ärmsten, vor allem durch die Müller und Bäcker.“[6] Bereits seit 1760 gab es hier vereinzelte, jedoch nicht ausreichend überlieferte Versuche zur Bildung von Genossenschaften, deren Ziel es war, die Preise zu beeinflussen um die Lebenssicherung ihrer Mitglieder zu gewährleisten und zu verbessern. Diese Genossenschaften übten zuerst das Prinzip der Selbstversorgung durch eigene Produktionsstätten und im späteren Verlauf auch durch gemeinsamen Wareneinkauf zu günstigen Preisen. Hier wurde auch erstmals das Prinzip der Rückvergütung für die Mitglieder praktiziert. Bis 1832 sollen etwa 500 solcher Konsumgenossenschaften bestanden haben, von denen jedoch keine dauerhaften Erfolg hatte[7]. Als bekannteste und wichtigste der ersten erfolgreichen Genossenschaften ist hier die 1844 gegründete „Genossenschaft der Redlichen Pioniere von Rochdale“[8] zu nennen. Sie haben das Prinzip der Rückvergütung zwar nicht eingeführt, ihm aber zu allgemeiner Anerkennung verholfen. Die Rochdaler Grundsätze waren richtungsweisend für die Entwicklung der Konsumgenossenschaften, nicht zuletzt auch in Deutschland. Sie gaben einen ökonomischen und ideellen Rahmen vor, der im Kern folgendes umfasste:

1. Offene Mitgliedschaft
2. Demokratische Verwaltung (1 Stimme je Mitglied)

[...]


[1] Hasselmann, S.1

[2] Kleinschmidt, S.81

[3] Spiekermann, S. 239

[4] Hoth, S. 1

[5] Ebd., S.4

[6] Wilbrandt, S.19

[7] Hoth, S. 5

[8] Hasselmann, S.14

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Die Entstehung der Konsumgenossenschaften und deren Bedeutung für Deutschland
Hochschule
Universität Leipzig
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
10
Katalognummer
V164995
ISBN (eBook)
9783640802227
ISBN (Buch)
9783640802562
Dateigröße
490 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konsumgenossenschaften, Konsum, Deutschland, Genossenschaften, Konsumvereine, Industrialisierung
Arbeit zitieren
Tina Weingardt (Autor), 2009, Die Entstehung der Konsumgenossenschaften und deren Bedeutung für Deutschland , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164995

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