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Grammatik in der Fachsprache

Titel: Grammatik in der Fachsprache

Hausarbeit , 2010 , 19 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Matthias Wein (Autor:in)

Germanistik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Verordnung zur Verlängerung der Geltungsdauer der Verordnung über die Festlegung eines Planungsgebietes zur Sicherung der Planung für den Neubau der Bundesautobahn 59 (BAB Duisburg-Wesel) in der Gemeinde Voerde, Kreis Wesel, vom 30. Januar 1981.“ So oder so ähnlich sehen heute besonders komplexe Sätze aus, die unter den Begriff „Fachsprache“ fallen. Wenn man von Fachsprache spricht, sollte man jedoch besser den Plural, also „Fachsprachen“, benutzen. Die Anzahl an Fachsprachen ist so groß, ihr „Aufgabenbereich“ so breit, dass man in allen Situationen des Lebens, hauptsächlich jedoch im Beruf auf Texte trifft, die sprachlich so speziell für ein Fachgebiet sind, dass sie nur mit großer Mühe verstanden werden können. Eine Definition von Fachsprache findet sich dementsprechend im Duden wieder. Dieser versteht unter dem Begriff „Fachsprache“ eine Sprache, die einen speziellen Wortschatz und spezielle Verwendungsweisen beinhaltet, für ein bestimmtes Fachgebiet gilt und eine genaue Verständigung und exakte Bezeichnungen innerhalb dieses Fachgebietes ermöglicht.

Meist sind solche Sätze wie obiges Beispiel noch länger, noch verschachtelter. Sie sind für Laien und fachfremde Menschen nur schwer zu verstehen und erfordern eine Einarbeitung in das jeweilige Fach. Der Grund hierfür ist schon – und auch hauptsächlich – im Bereich des Wortschatzes zu finden, der für jedes Sachgebiet individuell vorhanden ist. Fachsprache ist eigentlich „nur“ eine Variante der allgemeinen Sprache, die in Bereichen der Wissenschaft, Technik etc. Anwendung findet und, als entscheidendes Faktum, durch klar definierte Fachbegriffe gekennzeichnet ist. So kann ein Mediziner durchaus Begriffe wie „EKG“ oder ähnliche verstehen und zuordnen, er scheitert jedoch wahrscheinlich an fachsprachlichen Wörtern aus der Physik. Allgemeiner ausgedrückt heißt das: Vertreter von verschiedenen, voneinander unabhängigen Fachgebieten müssen ihren Wortschatz um eine Vielzahl neuer Begriffe erweitern, da sie sonst nicht oder wenigstens nicht mehr mit voller Sicherheit verständlich sind. Gerade Menschen, die mit Fachsprache – meist kommt es zu Begegnungen mit dieser im Beruf – zu tun haben, müssen folglich ihren Wortschatz erweitern um zu verstehen, was sie lesen oder hören. Allerdings erschwert nicht nur der Wortschatz das Verständnis von fachsprachlichen Texten. Auch die Grammatik, spezieller die Syntax und die Morphologie, leistet einen größeren Beitrag zur Eigenart einer Berufssprache.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Grundlegendes zu den grammatischen Mitteln und deren Einteilung

3) Morphologie

3.1) Wortbildungsmorphologie

3.2) Flexionsmorphologie

4) Syntax

4.1) Satzarten

4.2) Relativ- und Attributsätze

4.3) Nominalisierungen

4.4) Satzkomplexität

5) Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die morphologischen und syntaktischen Mittel der Fachsprache zu identifizieren und deren Verwendungswirkung zu analysieren, insbesondere unter dem Aspekt, wie Fachsprache komplexe Sachverhalte präzise und objektiv vermittelt.

  • Quantitativer vs. qualitativer Gebrauch der Grammatik in der Fachsprache
  • Methoden der Wortbildung (Komposition, Derivation, Konversion)
  • Die Rolle der Flexionsmorphologie und des Passivs zur Objektivierung
  • Syntax und Satzkomplexität in technischen und juristischen Texten
  • Spannungsfeld zwischen fachlicher Präzision und Verständlichkeit für Laien

Auszug aus dem Buch

3.1) Wortbildungsmorphologie

In Deutschland hat sich über die Jahrhunderte, in denen die Fachsprache entstanden ist, ein charakteristisches Merkmal nach und nach immer weiter herausgebildet. Durch den enormen Umfang, den sie in jedem einzelnen Bereich besitzt und die dadurch implizierte Ausschöpfung des Wortschatzes, besteht ein großer Benennungsbedarf. Für viele Sachgebiete ergibt sich daher der Lösungsweg „Ausschöpfung der Wortbildungsmorphologie“, besonders im Rahmen der fachlichen Kommunikation.

Einer der produktivsten Bereiche in der Schöpfung neuer Wörter ist die Komposition, bzw. die Zusammensetzung aus Wörtern aus den Bereichen Substantive, Verben und Verbstämme, sowohl infinit als auch finit, Partizipialkonstruktionen und Adjektive und Adverbien zu neuen Wörtern – beispielsweise: Volkswirtschaft, Facharztausbildung, trennschleifen – aber auch Abkürzungen mit Buchstaben (ADAC) oder Zahlen (3er-Pack). Der Vorteil der Komposita ist es, dass für alle Dinge, Zustände oder ähnliches spezifische Benennungen möglich sind, was dem Bestreben nach Deutlichkeit zu Gute kommt. Weiterhin tragen sie auch genau dann zur Verkürzung von Sätzen und zur Ökonomie bei, wenn sie als Umformungen aus Relativ- oder Attributsätzen entstanden sind, und dementsprechend den Großteil des Gehaltes eines ganzen Satzes in einem Begriff zusammenfassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität der Fachsprache ein und definiert diese als eine Variante der Allgemeinsprache, die durch spezifischen Wortschatz und präzise Fachbegriffe gekennzeichnet ist.

2) Grundlegendes zu den grammatischen Mitteln und deren Einteilung: Dieses Kapitel erläutert den quantitativen Gebrauch der Grammatik in Fachsprachen und stellt eine Einteilung in Syntax und Morphologie nach Thorsten Roelke vor.

3) Morphologie: Das Kapitel befasst sich mit der Wortbildung sowie der Flexionsmorphologie als Instrumente zur Erfüllung des fachsprachlichen Bedarfs an Objektivität und Ökonomie.

3.1) Wortbildungsmorphologie: Hier wird der Fokus auf Komposition, Derivation und Wortkürzungen als Mittel zur effizienten Benennung technischer und fachlicher Sachverhalte gelegt.

3.2) Flexionsmorphologie: Dieser Abschnitt thematisiert den Gebrauch des Passivs und der 3. Person Singular zur Herstellung eines unpersönlichen, objektiven Stils.

4) Syntax: Es wird untersucht, wie syntaktische Elemente aus der Allgemeinsprache in der Fachsprache genutzt werden, um komplexe Aussagen zu strukturieren.

4.1) Satzarten: Das Kapitel analysiert die Vorherrschaft von Aussagesätzen in Fachtexten und die spezifische Verwendung von Aufforderungssätzen oder Finalsätzen.

4.2) Relativ- und Attributsätze: Hier wird die Bedeutung von Attributketten und Genitivkonstruktionen bei der Verdichtung von Informationen in Fachsprachen erörtert.

4.3) Nominalisierungen: Es wird dargelegt, wie durch die Substantivierung von Verben und Adjektiven die Verständlichkeit erhöht und die Ökonomie gesteigert werden kann.

4.4) Satzkomplexität: Dieses Kapitel diskutiert die Tendenz zur Reduzierung von hypotaktischen Strukturen zugunsten kürzerer Sätze, um die Lesbarkeit trotz Fachinhalt zu wahren.

5) Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Balance zwischen sprachlicher Präzision und der Gefahr von Mehrdeutigkeit oder Überkomplexität.

Schlüsselwörter

Fachsprache, Grammatik, Morphologie, Syntax, Wortbildung, Komposition, Flexionsmorphologie, Passiv, Objektivierung, Nominalisierung, Satzkomplexität, Fachkommunikation, Sprachökonomie, Fachtext, Sprachwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die grammatischen Besonderheiten der deutschen Fachsprache, insbesondere wie morphologische und syntaktische Mittel genutzt werden, um fachliche Informationen präzise und objektiv zu vermitteln.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die morphologischen Wortbildungsverfahren, die Verwendung von Passivkonstruktionen zur Anonymisierung sowie syntaktische Strategien zur Informationsverdichtung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Wirkung der eingesetzten Sprachmittel zu beschreiben und zu analysieren, inwieweit diese dem fachsprachlichen Bestreben nach Deutlichkeit, Verständlichkeit und Ökonomie gerecht werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine linguistische Analyse und Bewertung fachsprachlicher Texte und Phrasen, ergänzt durch die theoretischen Konzepte namhafter Linguisten wie Thorsten Roelke.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Bereiche Morphologie (Wortbildung, Flexion) und Syntax (Satzarten, Attributsätze, Nominalisierung, Satzkomplexität).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Fachsprache, Sprachökonomie, Nominalisierung, Syntax, Morphologie und Objektivierung.

Warum ist der unpersönliche Stil in Fachsprachen so wichtig?

Der unpersönliche Stil, erreicht durch die 3. Person Singular oder Passivformen, dient der Objektivität und stellt sicher, dass die Sache (das Fachgebiet) im Vordergrund steht und nicht die Person des Autors.

Welche Rolle spielen Nominalisierungen für die Fachsprache?

Nominalisierungen erlauben es, komplexe Handlungsabläufe kompakt als Substantive auszudrücken, was die Ökonomie der Darstellung fördert und die Notwendigkeit umständlicher Nebensätze reduziert.

Ist der Trend zu kurzen Sätzen in Fachsprachen immer sinnvoll?

Laut der Arbeit ist dies ein zweischneidiges Schwert: Zwar können kurze Sätze die Verständlichkeit erhöhen, doch zu kurze oder durch zu viele Nominalisierungen verdichtete Sätze können die Lesbarkeit und das Interesse am Text negativ beeinflussen.

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Details

Titel
Grammatik in der Fachsprache
Hochschule
Universität Trier
Note
1,7
Autor
Matthias Wein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
19
Katalognummer
V165057
ISBN (eBook)
9783640805211
ISBN (Buch)
9783640805631
Sprache
Deutsch
Schlagworte
grammatik fachsprache
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Matthias Wein (Autor:in), 2010, Grammatik in der Fachsprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165057
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Leseprobe aus  19  Seiten
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