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Das Motiv des künstlichen Menschen in der Literatur

Ein Vergleich zwischen Harry Mulischs „Die Prozedur“ und E.T.A. Hoffmanns „Der Sandmann“

Title: Das Motiv des künstlichen Menschen in der Literatur

Term Paper , 2010 , 16 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Matthias Wein (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Eines der größten Ziele, die der Mensch schon immer vor Augen hatte, ist es, die Welt beziehungsweise das Leben in allen Einzelheiten zu verstehen. Seit Anbeginn der Zeit hat er deshalb vieles versucht, um diesem Ziel ein Stückchen näher zu kommen. Dennoch kann man auch im Jahr 2010 immer noch nur von einem winzigen Teil an Wissen sprechen, was die Frage nach dem Leben angeht. Die Wissenschaft gelangt jeden Tag zu neuen Erfolgen, die jedoch nur minimal weiterhelfen. Trotz dass das Ziel unerreichbar zu sein scheint, investieren die Menschen sehr viel, haben sie immer schon sehr viel investiert. Sie beobachteten die unterschiedlichsten Lebensformen, tun dies immer noch, halten ihre Ergebnisse fest und wenden sie auf anderen Gebieten (z.B. in der Medizin) an. Doch beim reinen Beobachten bleibt es nicht. Viele Versuche werden unternommen, es wird experimentiert und ein Teilbereich scheint herauszustechen als ein wichtiger und trotzdem gefährlicher, Angst einflößender Schritt hin zum oben genannten Ziel. Dieser Bereich widmet sich der Erschaffung von künstlicher Intelligenz, vom künstlichen Menschen. Sei es, um die „richtigen“ Menschen zu unterstützen, oder wichtige Fortschritte in der Frage nach dem Leben zu machen.

Gerade dieser angsteinflößende Gedanke vom künstlichen Menschen ist es, der nicht nur in den Köpfen der Wissenschaftler hängen bleibt. Vor allem die Literatur beschäftigt sich schon seit der Antike mit dem Gedanken von durch Zauber oder schwarze Margie zum Leben erweckte, künstliche Kreaturen, die den perfekten Menschen darstellen und den echten Menschen dienen sollen. Die Protagonisten spielen Gott, ganz nach ihren realen Vorbildern, und vergessen dabei nicht selten ihre Grenzen und Verantwortungen. Die Maschinen, Automaten, Puppen und der gleichen sind in den Werken der großen Schriftsteller, ausgehend von den Ängsten, die damit verbunden sind, ausgestattet mit Gefühlen und der Fähigkeit zu denken und zu handeln, wie es ihnen passt. Dadurch entgleiten sie den Händen ihrer Schöpfer und es kommt häufig zum „Super-Gau“: Geschöpf, Schöpfer oder beides gehen zu Grunde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Das Motiv des künstlichen Menschen in der Literatur – ein Überblick

3) Der Eobiont in Harry Mulischs „Die Prozedur“

4) Das Motiv des künstlichen Menschen in E.T.A. Hoffmanns „Der Sandmann“

5) Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Motiv des künstlichen Menschen in der Literatur, um die unterschiedlichen Ängste und gesellschaftlichen Kontexte verschiedener Epochen zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen. Dabei steht insbesondere der Vergleich zwischen Harry Mulischs Roman „Die Prozedur“ und E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“ im Fokus, um die Entwicklung des Motivs sowie die moralethischen Herausforderungen der Wissenschaft herauszuarbeiten.

  • Wandel des Motivs des künstlichen Menschen von der Antike bis zur Moderne.
  • Die Rolle von künstlicher Intelligenz und Schöpfungsmythen im Vergleich.
  • Analyse des Eobionten bei Harry Mulisch als Symbol für das Paradoxon des natürlichen Lebens.
  • Untersuchung der Automatenfigur Olimpia bei E.T.A. Hoffmann als Spiegelbild gesellschaftlicher Ängste.
  • Gegenüberstellung von romantischer Technikskepsis und moderner Fortschrittskritik.

Auszug aus dem Buch

3) Der Eobiont in Harry Mulischs „Die Prozedur“

Einer der moderneren Werke, die sich mit dem Motiv des künstlichen Menschen befassen, ist der aus dem Jahr 1999 stammende Roman „Die Prozedur“ von Harry Mulisch. Darin gelingt es dem Protagonisten und anerkannten Bio-Chemiker Victor Werker, der nicht zufällig den Namen von Mary Shelleys tragischem Helden Victor Frankenstein trägt, den DNS-Code zu entschlüsseln und in einer Retorte den kleinsten lebensfähigen und primitivsten Organismus der Welt aus anorganischer Materie zu schaffen. Diesen nennt er Eobiont, in Anlehnung an Eos, die griechische Göttin der Morgenröte. Neben dem Eobionten finden sich aber auch künstliche Menschen der mittelalterlichen Literatur wieder. So taucht zum Beispiel in einem Traum Victor Werkers die Golemsage auf. Diese hat ihre Verbindung zum Eobionten in den Wörtern beziehungsweise Buchstabenkombinationen, durch die der Golem aus Lehm zum Leben erweckt wird. Parallel dazu benötigt der Mensch nur auch nur eine bestimmte Buchstabenkombination, durch die er den DNS-Code darstellen kann. Welchen symbolischen Charakter hat jedoch nun aber die künstliche Kreatur, um die es bei Harry Mulisch hauptsächlich geht? Wofür steht der Eobiont? Auf diese Frage kann zunächst einmal der Textzusammenhang eine Antwort geben, bevor die Hintergründe zu dem Roman in Erscheinung treten, die jedoch nicht minder Aufschluss geben können über das Motiv des künstlichen Menschen und die im Text erkennbaren Interpretationsgedanken verdeutlichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Diese Einleitung führt in das grundlegende Ziel der Menschheit ein, das Leben zu verstehen, und thematisiert die literarische Auseinandersetzung mit der Erschaffung künstlicher Kreaturen als ambivalentes Bestreben.

2) Das Motiv des künstlichen Menschen in der Literatur – ein Überblick: Das Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Motivs von der Antike über das Mittelalter und die Aufklärung bis hin zur Romantik und dem 20. Jahrhundert nach.

3) Der Eobiont in Harry Mulischs „Die Prozedur“: Hier wird der Eobiont als wissenschaftliches Geschöpf analysiert, das als Symbol für die Auseinandersetzung zwischen Moralethik, Glauben und der Beherrschbarkeit des natürlichen Lebens dient.

4) Das Motiv des künstlichen Menschen in E.T.A. Hoffmanns „Der Sandmann“: Dieses Kapitel untersucht die Automatenfigur Olimpia als Reflexion der romantischen Ängste vor dem Verlust der menschlichen Identität und als Kritik an der wissenschaftlichen Hybris.

5) Schlussbetrachtung: Die abschließende Betrachtung stellt fest, dass beide Werke trotz unterschiedlicher historischer Kontexte die Gefahren der Erschaffung künstlicher Wesen ironisch und respektvoll reflektieren.

Schlüsselwörter

künstlicher Mensch, Literatur, Harry Mulisch, E.T.A. Hoffmann, Die Prozedur, Der Sandmann, Eobiont, Olimpia, Wissenschaft, Ethik, Schöpfung, Romantik, Technikskepsis, Automaten, Hybris

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das literarische Motiv des künstlichen Menschen und vergleicht dessen Ausgestaltung in verschiedenen Epochen anhand konkreter Werke.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der künstlichen Schöpfung, den Konflikt zwischen Wissenschaft und Religion sowie die Ängste der Menschen vor der Unkontrollierbarkeit ihrer eigenen Kreationen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich das Motiv des künstlichen Menschen verändert hat und welche unterschiedlichen gesellschaftlichen Botschaften und Ängste in den untersuchten Werken transportiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse und einen komparativen Vergleich zweier spezifischer Werke, ergänzt durch historische und zeitgenössische Kontexte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Überblick und die detaillierte Analyse der Romane von Harry Mulisch und E.T.A. Hoffmann sowie deren spezifische Symbolik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen künstlicher Mensch, Eobiont, Olimpia, wissenschaftliche Hybris, Ethik und der literarische Epochenvergleich.

Inwiefern ist die Figur Olimpia bei Hoffmann relevant für die Fragestellung?

Olimpia dient als Spiegel der romantischen Angst vor einer Welt, in der die Grenze zwischen lebendigem Menschen und mechanischem Automaten verschwimmt, was zum Wahnsinn des Protagonisten führt.

Welche Bedeutung hat der Eobiont bei Mulisch im Gegensatz zu Hoffmanns Automaten?

Während Hoffmanns Automaten die Angst vor dem Verlust der menschlichen Identität thematisieren, symbolisiert der Eobiont bei Mulisch das Paradoxon der modernen Wissenschaft, die zwar Leben erschaffen, aber das natürliche Schicksal nicht beherrschen kann.

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Details

Title
Das Motiv des künstlichen Menschen in der Literatur
Subtitle
Ein Vergleich zwischen Harry Mulischs „Die Prozedur“ und E.T.A. Hoffmanns „Der Sandmann“
College
University of Trier
Grade
2,3
Author
Matthias Wein (Author)
Publication Year
2010
Pages
16
Catalog Number
V165066
ISBN (eBook)
9783640805594
ISBN (Book)
9783640805624
Language
German
Tags
motiv menschen literatur vergleich harry mulischs prozedur“ hoffmanns sandmann“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Wein (Author), 2010, Das Motiv des künstlichen Menschen in der Literatur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165066
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