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Entstehung des Himmelsmandats

Begründung eines Dynastienwechsels

Titel: Entstehung des Himmelsmandats

Seminararbeit , 2007 , 6 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Orientalistik / Sinologie - Chinesisch / China
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Als die Zhou-Dynastie die Shang-Dynastie abgelöst hat, war die Stellung ihrer Kultur nicht so hoch wie die der Shang. Trotzdem haben sie es geschafft, neue Götter in China zu etablieren. In der späten Zhou Dynastie wurde dieser neue Gott (Tian=Himmel) sogar mit der Moral gleichgesetzt. Wer falsch handelte, konnte durch das Volk oder andere Könige abgesetzt werden. Herrschaftswechsel wurden von nun an mit einem Verlust des Himmelsmandats legitimiert

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Die Entstehung des Himmelsmandats

1. Einführung

2. Geschichtlicher Hintergrund: notwendige strukturelle Veränderungen

2.1 Shàngdì, oberste Gottheit in der Shāng-Dynastie (etwa 1700-1100)

2.2 Die Zhōu-Zeit, Neue Ober-Gottheit (1100–256)

3.0 Der Himmel: Interpretationsspielraum eines unerklärbaren Phänomens

4.0 Gleichsetzung und Ersetzung von Tiān und Ti (Shàngdì)

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entstehung des Konzepts des Himmelsmandats im antiken China. Das primäre Ziel ist es, die strukturellen Veränderungen in der religiösen und politischen Weltauffassung während des Übergangs von der Shāng- zur Zhōu-Dynastie zu analysieren und zu erklären, warum die Herrschaftslegitimation durch einen abstrakten Himmelsgott notwendig wurde.

  • Die Transformation von der polytheistischen Weltauffassung der Shāng hin zum abstrakten Konzept des Himmels (Tiān).
  • Die Rolle der Machtlegitimation der Zhōu-Dynastie gegenüber der etablierten Shāng-Tradition.
  • Die Abgrenzung des Himmelsgottes von bestehenden Ahnenkulten und Stammesgöttern.
  • Die instrumentelle Nutzung des Himmelsbegriffs zur Erklärung von Naturphänomenen und politischer Stabilität.
  • Die methodische Gleichsetzung und spätere Ersetzung der Gottheit Shàngdì durch Tiān.

Auszug aus dem Buch

2. Geschichtlicher Hintergrund: notwendige strukturelle Veränderungen

Die Arbeit fängt mit der Untersuchung des Übergangs von der Shāng- zur Zhōu-Dynastie an. In dieser Zeit vollzieht sich der Wechsel von einer polytheistischen Weltauffassung, in welcher sich der Gott der Shāng als der oberste bewiesen hat, zu einer Auffassung, in der es keinen tier- oder menschenähnlichen Gott mehr gibt, sondern die Welt gelenkt wird vom abstrakten Wesen des Himmels (Tiān, 天 ).

2.1 Shàngdì, oberste Gottheit in der Shāng-Dynastie (etwa 1700-1100)

Die Shāng ist die erste Dynastie, die durch archäologische Funde und Aufzeichnungen in Form von Orakelknochen nachgewiesen werden kann. Man geht davon aus, dass die Menschen sich zu Beginn dieser Dynastie von den tierähnlichen Göttern entfernten und menschenähnlichere anbeteten. Für Werner Eichhorn stammt der Anstoß „für das Aufkommen [...] der götterartigen Wesen“ aus einer Auffassung aus dem Zeitalter des Totemismus. Die Zeit vor dem Auftauchen der Götter in China soll demnach durch das Totem geprägt worden sein, mit dem sich der Mensch in einer nicht erklärbaren Welt zurechtgefunden hat. Doch wichtig in Hinsicht auf das Himmelsmandat ist lediglich das Emporkommen einer Obergottheit genannt: Shàngdì (上帝, Oberste Gottheit, Wade-Giles: Shang Ti), das „unbedingte Oberhaupt aller religiös wirkenden Mächte“.

Zusammenfassung der Kapitel

Die Entstehung des Himmelsmandats: Einleitende Betrachtung der Relevanz des Konzepts für den ostasiatischen Raum und die Verbindung zwischen Naturereignissen und politischer Ordnung.

1. Einführung: Darstellung der Forschungsfrage, warum Natur und Politik in China eng verknüpft sind und welche Rolle die Deutung von Naturkatastrophen als Indikator für den Mandatsverlust spielt.

2. Geschichtlicher Hintergrund: notwendige strukturelle Veränderungen: Analyse des Übergangs von der polytheistischen Shāng-Zeit zur abstrakten Himmelskonzeption der Zhōu.

2.1 Shàngdì, oberste Gottheit in der Shāng-Dynastie (etwa 1700-1100): Erläuterung der religiösen Strukturen der Shāng und der Rolle von Shàngdì als oberste Gottheit.

2.2 Die Zhōu-Zeit, Neue Ober-Gottheit (1100–256): Untersuchung der Etablierung von Tiān als neue, machtvollere und abstraktere Legitimationsgrundlage für die Zhōu-Herrscher.

3.0 Der Himmel: Interpretationsspielraum eines unerklärbaren Phänomens: Erklärung der Vorteile des Himmels als universelle, unaufteilbare Gottheit gegenüber lokal begrenzten Erdgottheiten.

4.0 Gleichsetzung und Ersetzung von Tiān und Ti (Shàngdì): Analyse des Prozesses, bei dem die Zhōu durch die inhaltliche Annäherung an den alten Gott Shàngdì dessen Machtanspruch absorbierten und letztlich in den neuen Himmelsbegriff überführten.

Schlüsselwörter

Himmelsmandat, Tiān, Shàngdì, Zhōu-Dynastie, Shāng-Dynastie, Herrschaftslegitimation, politische Religion, chinesische Geistesgeschichte, Weltauffassung, Naturkatastrophen, Metaphysik, Kosmische Ordnung, Ahnenkult, Orakelknochen, Machtanspruch.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Entstehung des Himmelsmandats im antiken China und analysiert, wie sich die religiöse Legitimierung von Herrschaft vom Shāng- zum Zhōu-Zeitalter gewandelt hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Transformation religiöser Vorstellungen, der politische Übergang zwischen den Dynastien, die Abstraktion des Gottesbegriffs und die Verknüpfung von Naturphänomenen mit politischem Handeln.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Umstände zu identifizieren, die zur Etablierung des Himmelsmandats führten, und zu erklären, warum die Zhōu-Könige ein solches Konzept für ihre Machtlegitimation benötigten.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer historisch-analytischen Untersuchung, die archäologische Erkenntnisse (Orakelknochen) sowie literarische Quellen (Shijing) und zeitgenössische sinologische Forschungsliteratur auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden der Wandel vom personalen Gott Shàngdì zum abstrakten Himmel Tiān sowie die strategische Integration und spätere Ablösung der alten Gottheiten durch die Zhōu-Dynastie detailliert beschrieben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Himmelsmandat, Tiān, Shàngdì, Herrschaftslegitimation, Zhōu-Dynastie und kosmische Ordnung geprägt.

Warum war der Übergang von Shàngdì zu Tiān für die Zhōu-Könige so bedeutsam?

Da die Zhōu als Minderheit aufstiegen, benötigten sie eine universelle, unparteiische Legitimationsinstanz, die nicht in den bestehenden Ahnenkult der Shāng eingebunden war.

Welche Rolle spielt die "Unerklärbarkeit des Himmels" für das Konzept des Himmelsmandats?

Der Himmel wurde als unaufteilbares, alles überwölbendes Phänomen interpretiert, was ihm einen universellen Charakter verlieh und ihn somit zur idealen, abstrakten Gottheit für eine zentrale politische Herrschaft machte.

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Entstehung des Himmelsmandats
Untertitel
Begründung eines Dynastienwechsels
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
6
Katalognummer
V165085
ISBN (eBook)
9783640804535
ISBN (Buch)
9783640804542
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mandat des Himmels Himmelsmandat Zhou Shang China Himmelssohn
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2007, Entstehung des Himmelsmandats, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165085
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Leseprobe aus  6  Seiten
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