Die Umsetzung der Streetwork am Beispiel der Drogen- und Stricherarbeit


Hausarbeit, 2008

15 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriff der Streetwork

3. Geschichtliche Hintergründe der Streetwork

4. Streetwork in der Drogenszene
4.1 Zielgruppen
4.2 Aufgaben und Fähigkeiten der Streetworker
4.3 Arbeitsumfelder

5. Streetwork in der Stricherszene
5.1 Stricherarten
5.2 Aufgaben und Fähigkeiten der Streetworker
5.3 Arbeitsweisen und Ziele

6. Schlussbemerkung

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Gassenarbeit, aufsuchende Jugendsozialarbeit, lebensweltbezogene Arbeit oder mobile Jugendarbeit - dies sind alles Synonyme für die Straßensozialarbeit, welche auch unter dem englischem Begriff ‚Streetwork‘ bekannt ist. Die Streetwork gewann in den letzten Jahren in Deutschland immer mehr an Bedeutung. Besonders seit den 70er Jahren werden die Methoden der sozialen Arbeit intensiv zur Diskussion gestellt und erprobt. Bei diesen Arbeitsweisen geht es hauptsächlich darum, den Klienten in ihrer eigenen Lebenswelt professionelle Hilfe anzubieten.[1]

Doch was ist unter Streetwork eigentlich genau zu verstehen, warum und für welche Gruppen ist sie notwendig? Wie werden diese Methoden in der Praxis umgesetzt und müssen Streetworker andere Vorraussetzungen mitbringen als Mitarbeiter in einrichtungsgebundenen Hilfsinstitutionen?

Auch im Folgenden soll sich mit dem Thema der Streetwork in Deutschland beschäftigt werden. Dabei sollen die oben genannten Fragen anhand zweier Beispiele, nämlich der Straßensozialarbeit in der Drogen- und Stricherszene, geklärt werden. Wie wird die Streetwork in diesen beiden Fällen umgesetzt? So soll die zentrale Frage dieser Arbeit lauten.

Um sie zu bearbeiten, ist es zunächst einmal notwendig, allgemeine Fakten zur Straßensozialarbeit zu erläutern. Hierbei wird erst der Begriff Streetwork genauer erklärt werden. Darauf folgt ein kurzer Überblick über die historische Entwicklung der Straßensozialarbeit.

Anschließend folgt der Hauptteil der Arbeit. Darin soll genauer untersucht werden, wie die Methoden der Streetwork in der Drogen- und Stricherszene umgesetzt werden. Ich habe mich für diese beiden Streetworkbereiche entschieden, da ich etwas Geläufigeres und etwas Unbekannteres aufzeigen will. Die Drogenszene ist in Deutschland ein bekanntes Themengebiet, nicht aber die Stricherszene. Letzteres beinhaltet außerdem eine ganz besondere Methode der Straßensozialarbeit. Bei beiden ist es jedoch vorerst wichtig, die genauen Zielgruppen zu bestimmen und herauszufinden, warum es ihnen schwer fällt, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Danach soll genauer auf den Streetworker eingegangen werden, indem herausgefunden wird, welche Ziele er verfolgt und wie er diese durch seine Fähigkeiten in die Tat umsetzen will.

Letztendlich folgt noch eine kurze Schlussbemerkung.

2. Begriff der Streetwork

Der Begriff der Streetwork stammt aus dem Englischen und bedeutet auf deutsch ‚aufsuchende Straßensozialarbeit‘. Bei dieser Arbeit beschäftigen sich die so genannten Streetworker mit Gruppen, die sozial benachteiligt oder kriminell sind oder mit ihrem Leben nicht mehr zurechtkommen und versuchen, diesen zu helfen. Das besondere an der Straßensozialarbeit ist es, dass die Streetworker nicht bzw. nur selten einrichtungsgebunden arbeiten, sondern die Klienten hauptsächlich in deren Aufenthaltsorten, wie Parks, Straßenecken, Fußgängerzonen, Einkaufzentren, Bahnhöfen etc., aufsuchen. Dort versuchen sie, Kontakte zu knüpfen und Hilfe anzubieten, da es den Menschen aus diesen Randgruppen sehr schwer fällt, von sich aus professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.[2]

In diesen Punkten grenzt sich die Streetwork von einrichtungsgebundenen Institutionen deutlich ab. Dort haben die Mitarbeiter nämlich nur einen kleinen Einblick in das Leben ihrer Klienten, weshalb deren Interessen nur eingeschränkt nachgegangen werden kann. Die Streetworker hingegen bekommen einen umfassenderen Einblick in die Lebenslagen der Zielgruppen, weshalb intensiver auf sie eingegangen werden kann. Durch eine informelle Kontaktaufnahme ist es zudem möglich, schneller eine Vertrauensbasis zu schaffen.

Letztendlich arbeiten Streetworker und einrichtungsgebundene Mitarbeiter jedoch eng zusammen, da es das Ziel der Straßensozialarbeiter ist, die Klienten an einrichtungsgebundene Institutionen, wie beispielsweise Beratungsstellen, zu vermitteln. Außerdem ist es für diese Institutionen wichtig, „[...] Streetworker als ‘vorgeschobene Posten’ in der Szene zu haben, um darüber im Bilde zu sein, was auf der Szene abläuft und so auf eventuelle Veränderungen schnell reagieren zu können.“[3]

3. Geschichtliche Hintergründe der Streetwork

Die Anfänge der Streetwork liegen in den USA. Dort wurde sich besonders Anfang der 1960er Jahre um die sozial gefährdeten Jugendlichen gekümmert. In Deutschland taucht der Begriff erstmals Mitte der 1960er Jahre auf. Es wurde sich jedoch erst Mitte der 70er Jahre genauer mit diesem Thema beschäftigt, was zur Entstehung der ersten Projekte führte, die sich besonders mit drogengefährdeten Jugendlichen auseinandersetzten. Ende der 70er Jahre konzentrierten sich solche Projekte außerdem auf Wohnungslose und erst Mitte der 80er auch auf Prostituierte. Die Bedeutung der Streetwork gewann in dieser Zeit immer mehr an Bedeutung, die Projekte vermehrten und breiteten sich aus. Gründe hierfür waren, dass viele Zielgruppen durch die einrichtungsgebundenen Institutionen nicht mehr erreicht wurden. Außerdem stieg die Gewaltbereitschaft der Jugendlichen und durch zunehmende Prostitution und steigenden Drogenkonsum erhöhte sich die HIV-Infektionsgefahr.[4]

4. Streetwork in der Drogenszene

4.1 Zielgruppen

In der Drogenszene ist es möglich, die einzelnen Abhängigen in bestimmte Gruppen einzuteilen. Davon sind gewisse Zielgruppen durch einrichtungsgebundene Institutionen jedoch nur sehr schwer bis gar nicht zu erreichen. An dieser Stelle beginnt deshalb die Arbeit des Straßensozialarbeiters. Diese sind in der Lage, durch ihre aufsuchende Arbeit auf der Straße die Drogenabhängigen besser zu erreichen.

Eine dieser schwer zu erreichenden Gruppen sind zum Beispiel die Altfixer, welche schon viele Jahre lang Drogen konsumieren. Diese weigern sich besonders Kontakt mit den Beratungsstellen aufzunehmen, weil sie nach ihren Angaben schon einige Hilfsangebote, wie beispielsweise Langzeittherapien oder ambulante Intensivbetreuung, in Anspruch genommen, diese jedoch nichts genützt haben. Aus diesem Grund suchen sie von selbst nur noch selten Beratungsstellen auf, da sie bloß noch sehr bedingt an eine mögliche Hilfe glauben.

Auch bei Fixern, die erst seit kurzem drogenabhängig sind, ist die Bereitschaft, sich selber Hilfe zu suchen, nur sehr gering. Dies liegt zumeist daran, dass sie noch nicht bereit sind, ihre Abhängigkeit zuzugeben und sich deshalb schämen und Angst haben. Aus diesem Grund scheuen sie den Kontakt zu den Sozialarbeitern und Therapeuten.

Weiterhin sind Abhängige sehr schwer zu erreichen, deren Konsum sehr hoch dosiert ist. Diese sind hauptsächlich damit beschäftigt, auf irgendeine Art Geld für den Kauf ihrer Drogen zu beschaffen. Dies geschieht meist durch Prostitution, Dealerei mit Rauschgift oder anderen illegalen Geschäften. Demzufolge bleibt ihnen nur sehr wenig Zeit, Kontakt mit Beratungsstellen aufzunehmen. Bei den hoch konsumierenden Drogenabhängigen steigt das Risiko einer HIV-Infektion enorm. Wird ein Süchtiger HIV-positiv getestet, steigt das Risiko wiederum, das Leben komplett aufzugeben und in den vermehrten Drogenkonsum zu flüchten, ohne Hilfe in Anspruch nehmen zu wollen. Viele HIV-Positive werden deshalb selbst von Straßensozialarbeitern kaum noch erreicht.

Auch ausländische Drogenkonsumenten wenden sich kaum an einrichtungsgebundene Hilfestellen, was mehrere Gründe haben kann. Oft wissen sie zum Beispiel überhaupt nicht, dass diese Einrichtungen überhaupt existieren, weil ihnen solche aus ihrem Land unbekannt sind. Außerdem können gewisse Ängste, wie beispielsweise Furcht vor Abschiebung, das Aufsuchen von Beratungseinrichtungen hemmen. Es ist weiterhin ein großes Problem, mit ausländischen Abhängigen zu arbeiten, weil die Sozialarbeiterinnen deren Sprache meist nicht sprechen und auch deren kulturellen Vergangenheiten nicht kennen.[5]

[...]


[1] vgl. Galuske 2007, S. 268

[2] vgl. Galuske 2007, S.268

[3] Steffan 1988, S. 44

[4] vgl. Galuske 2007, S.269

[5] vgl. Ausobsky 1992, S. 164 f.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Umsetzung der Streetwork am Beispiel der Drogen- und Stricherarbeit
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V165226
ISBN (eBook)
9783640808564
ISBN (Buch)
9783640809349
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Streetwork, Straßensozialarbeit
Arbeit zitieren
Susanne Zocher (Autor), 2008, Die Umsetzung der Streetwork am Beispiel der Drogen- und Stricherarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165226

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