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Die chinesische Hochschulpolitik seit 1985

Elitäre Massenbildung?

Titel: Die chinesische Hochschulpolitik seit 1985

Magisterarbeit , 2010 , 96 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Matthias Schmidt (Autor:in)

Orientalistik / Sinologie - Chinesisch / China
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das chinesische Hochschulsystem soll in dieser Arbeit anhand der Theorie Martin Trows innerhalb der Kategorien „Elite“ bzw. „Masse“ eingeordnet werden. Die hier analysierten Trends zeigen jeweils unterschiedlich starke Tendenzen zu einer der beiden Kategorien. Manche sind auch eine Mischung aus den Zweien.

Die starke Expansion des Systems seit den späten 90er Jahren, was die Studierendenzahlen, die Hochschulzahl und die Finanzierung des Hochschulsektors angeht, spricht klar für die Umschreibung als Massensystem nach Trow. Bei genauerem Hinsehen wird allerdings klar, dass die Expansion der Studierendenzahlen nicht überall gleich stark vonstattenging. Die Spitzenuniversitäten mussten insgesamt mit weniger Expansionsdruck fertig werden als Hochschulen zweiter und dritter Klasse.

Chinas Hochschulsektor zeichnet sich so durch eine von der Regierung bewusst gestützte Zweiteilung aus. Eine kleine Gruppe speziell geförderter Universitäten steht einer deutlich größeren Gruppe an nicht zentral Geförderten entgegen. Erstere sind Spitzenuniversitäten des 211-Projekts. Darunter befinden sich nochmals weitere Institutionen, die additiv zusätzlich Mittel durch das 985-Projekt erhalten, wovon wiederum nur fünf bis sechs sich in den verschiedenen Hochschulrankings Chinas alle auf den ersten Plätzen befinden. Diese Gruppe sind die Elite-Universitäten der Volksrepublik.

Zusammenfassend befindet sich das chinesische Hochschulsystem in einer Transformationsphase zwischen dem elitären und dem Massenhochschulsystem nach Martin Trow. Die Expansionstendenzen weisen größtenteils auf den Massencharakter des Systems hin. Dennoch bleiben Überreste des Elitensystems, wie die Gaokao-Prüfung und die herausgehobene Stellung einer kleinen Gruppe Hochschulen bestehen. Dass die chinesische Regierung hier ein elitäres System innerhalb eines Massenhochschulsystems bewusst aufrecht erhält, entspricht der Theorie Martin Trows, dass auch beim Übergang von Elite zu Masse weiterhin Elitefunktionen ausgeführt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

1 Relevanz des Themas

2 Forschungsfrage

3 Methodik

II Definitionen und Vorüberlegungen

1 Hochschulbildung und Hochschule

2 Elite und Masse

3 Untersuchter Zeitraum seit 1985

III Theorie der Hochschulsysteme nach Martin Trow

1 Wandel nach Martin Trow

2 Übertragbarkeit der Theorie auf China?

IV Das chinesische Hochschulsystem vor 1978

V Reformschritte in der Bildungspolitik seit den 1980er Jahren

1 Die Ära Deng Xiaopings: Reform und Öffnung

2 Jiang Zemin und Hu Jintao: Innovation im Fokus

3 Studiendauer und Abschlüsse

VI Trends im chinesischen Hochschulsystem seit 1980

1 Expansion und Massenbildung?

1.1 Expansion der Studierendenzahlen

1.1.1 Zahlenmäßige Zunahme

1.1.2 Zunahme der Anzahl an Hochschulinstitutionen

1.1.3 Folgen für Studierende und Hochschullehrer

1.1.4 Gründe für die Expansion

1.1.5 Ort der Expansion

1.1.6 Neue Politik seit 2005: Entschleunigung der Expansion

1.1.7 Zusammenfassung: Expansion und Massenhochschulbildung

1.2 Erhöhung der Finanzierung im Bildungssektor

1.3 Dezentralisierung und Diversifizierung

1.3.1 Fragmentierung trotz Zentralisierung vor 1993

1.3.2 Reformen ab 1993: Kompetenzverschiebung auf die Provinzen

1.3.3 Diversifizierung

1.3.4 Dezentralisierung und die Kategorien Elite und Masse

1.4 Marktwirtschaftliche Elemente

1.4.1 Formelle Unterstützung von Regierungsseite

1.4.2 Private Hochschulen

1.4.3 Auslagerung von Hochschuldienstleistungen und -logistik

1.4.4 Einführung von Studiengebühren

1.4.5 Massencharakter der Marktelemente

1.5 Curriculum

1.5.1 Überspezialisierung vor 1985

1.5.2 Reformen seit den 80er Jahren: Vorbild Harvard

1.5.3 Kritik an der Umsetzung

1.5.4 Entwicklung zum Curriculum des Massensystems

2 Elitäre Überreste und Planung?

2.1 Zugang durch Gaokao

2.1.1 Geschichte und Reform der Gaokao

2.1.2 Experimente in Richtung Pluralisierung

2.1.3 Ursprung in der traditionellen Beamtenprüfung

2.1.4 Kritik an der Gaokao

2.1.5 Elitärer Charakter des Hochschulzugangs

2.2 Elitestellung einzelner Hochschulen: Die Projekte 211 und 985

2.2.1 Spitzenqualität durch Fusionen und zentrale Förderung

2.2.2 Die chinesische Definition der Weltklasse-Universität

2.2.3 Prinzipien der Spitzenförderung

2.2.4 Folge der Förderung: Zweiteilung des Hochschulsystems

2.2.5 Bewusste Schaffung von Elite

VII Fazit: Elite innerhalb der Masse

VIII Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das chinesische Hochschulsystem seit 1985 unter Anwendung der Theorie von Martin Trow, um zu analysieren, inwieweit trotz der Transformation in ein Massenhochschulsystem elitäre Strukturen und Überreste innerhalb des Systems fortbestehen.

  • Transformation des chinesischen Hochschulsystems seit 1985
  • Anwendung der Theorie von Martin Trow auf den chinesischen Kontext
  • Die Rolle der Expansion der Studierendenzahlen und deren Auswirkungen
  • Staatliche Maßnahmen zur Steuerung und Elitenförderung (Projekte 211 und 985)
  • Bedeutung der Gaokao-Prüfung als elitärer Faktor

Auszug aus dem Buch

1.1.2 Zunahme der Anzahl an Hochschulinstitutionen

Wie lässt sich nun diese enorme Steigerung der Studierendenzahl erklären? Ein erster Faktor ist die Erhöhung der Hochschulanzahl. David Yuanchao Chen geht allerdings davon aus, dass diese real nicht in großem Umfang gestiegen sei. Tatsächlich seien durch Fusionen von Universitäten in den 90ern die absoluten Zahlen sogar gesunken:

All these increases in the 1990s are internal expansions, i.e., not by establishing new colleges rather by increasing the economic scale size of every existing university from the average of below 2,000 in 1990 per school to over 6,000 in 2001, meanwhile the institution numbers are approximately the same. In fact, with the gigantic advancement of structural rectification, the institution number has shrunk more after the radical amalgamation of universities in 1990s (Chen 2004: 24).

Demnach sei die Expansion letztendlich nur eine interne Vergrößerung, d.h., es studieren schlichtweg mehr Personen pro Hochschule. Dieses Ergebnis ist für die 90er Jahre zu bestätigen (siehe Abbildung 2).

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der chinesischen Hochschulpolitik ein und stellt die Forschungsfrage nach den elitären Überresten im Massenhochschulsystem auf Basis der Trow-Theorie.

II Definitionen und Vorüberlegungen: Es werden die zentralen Begriffe der Arbeit, wie Hochschulbildung, Elite, Masse und der untersuchte Zeitraum ab 1985, theoretisch und methodisch definiert.

III Theorie der Hochschulsysteme nach Martin Trow: Das Kapitel erläutert die Theorie von Martin Trow zum Wandel von Hochschulsystemen und diskutiert deren Übertragbarkeit auf den chinesischen Kontext.

IV Das chinesische Hochschulsystem vor 1978: Ein historischer Rückblick beleuchtet die Entwicklung des chinesischen Hochschulwesens vor Beginn der Reform- und Öffnungspolitik.

V Reformschritte in der Bildungspolitik seit den 1980er Jahren: Hier werden die wesentlichen politischen Weichenstellungen und Reformphasen von Deng Xiaoping bis Hu Jintao analysiert.

VI Trends im chinesischen Hochschulsystem seit 1980: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die Trends der Expansion, Finanzierung, Dezentralisierung, Curriculumsentwicklung sowie der Elitenförderung.

VII Fazit: Elite innerhalb der Masse: Das Fazit fasst zusammen, dass sich das chinesische System in einer Transformationsphase befindet, in der es zwar massenhaft expandiert, aber elitäre Strukturen bewusst aufrechterhalten werden.

VIII Ausblick: Der Ausblick reflektiert die gewählte Makro-Perspektive der Arbeit und schlägt für weiterführende Analysen soziologische Ansätze und regionale Vergleiche vor.

Schlüsselwörter

Hochschulpolitik, China, Massenhochschulbildung, Martin Trow, Elitenbildung, Gaokao, Projekt 211, Projekt 985, Bildungsreform, Hochschulexpansion, Studiengebühren, Dezentralisierung, Curriculum, Transformation, Bildungsfinanzierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entwicklung der chinesischen Hochschulpolitik seit 1985 unter Verwendung der Theorie von Martin Trow, um das Spannungsfeld zwischen der Entwicklung zum Massenhochschulsystem und der Aufrechterhaltung elitärer Strukturen zu beleuchten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören die Expansion der Studierendenzahlen, die Finanzierung des Bildungssektors, die Rolle der Provinzen (Dezentralisierung), die Transformation des Curriculums und die gezielte Förderung von Spitzenuniversitäten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, welche Überreste des elitären chinesischen Hochschulsystems auch nach der starken Expansion der Studierendenzahlen seit Ende der 90er Jahre bestehen bleiben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die Theorie von Martin Trow zur Kategorisierung von Hochschulsystemen als analytischen Rahmen und verarbeitet dazu umfangreiche Primär- und Sekundärliteratur sowie offizielle Statistiken.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Trends wie die Expansion, die Finanzierung, die Dezentralisierung, marktwirtschaftliche Elemente, die Curriculumsentwicklung sowie die spezifische Elitenpolitik der Regierung durch die Projekte 211 und 985.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Hochschulpolitik, China, Massenhochschulbildung, Martin Trow, Elitenbildung, Gaokao und die Projekte 211 und 985.

Inwiefern hat die Gaokao-Prüfung eine elitäre Funktion?

Die Gaokao wirkt elitär, da sie als zentralisierte Abschlussprüfung den Zugang zu den wenigen Top-Universitäten reglementiert und damit eine starke Hierarchisierung innerhalb des Bildungssystems festigt.

Warum wird trotz Massenbildung die Elitenförderung vorangetrieben?

Die chinesische Regierung fördert bewusst eine Elite, um innovative Kapazitäten zu stärken und ein eigenes, technologisches Innovationssystem aufzubauen, das langfristig Wettbewerbsfähigkeit auf Weltklasseniveau ermöglicht.

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Details

Titel
Die chinesische Hochschulpolitik seit 1985
Untertitel
Elitäre Massenbildung?
Hochschule
Universität Trier
Note
1,0
Autor
Matthias Schmidt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
96
Katalognummer
V165266
ISBN (eBook)
9783640816576
ISBN (Buch)
9783640816620
Sprache
Deutsch
Schlagworte
China Hochschulpolitik Bildungspolitik Universität Trow
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Matthias Schmidt (Autor:in), 2010, Die chinesische Hochschulpolitik seit 1985, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165266
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Leseprobe aus  96  Seiten
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