Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

Die ältesten "Herzog Ernst" Fassungen A + B und ihre Einordnung anhand von inhaltlichen und philologischen Hintergründen

Title: Die ältesten "Herzog Ernst" Fassungen A + B und ihre Einordnung anhand von inhaltlichen und philologischen Hintergründen

Seminar Paper , 2002 , 30 Pages , Grade: 1

Autor:in: Kathrin Haubold (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Es gibt nur ganz wenige deutliche Daten und Anhaltspunkte in der mittelalterlichen Literaturgeschichte. So sind für viele Werke die Entstehungszeit, Lokalisierung sowie Verfasser, Auftraggeber und Adressat nur vage zu bestimmen. Das gilt besonders für den Versroman "Herzog Ernst", der durch seine außergewöhnliche Überlieferungsgeschichte eine besondere Rolle in der Literaturwissenschaft spielt. Die Geschichte des aus der Heimat vertriebenen und den Orient bereisenden bayerischen Herzogs gehört zu den beliebtesten der mittelalterlichen Erzählliteratur. Die Einordnungsversuche, besonders der älteren Fassungen, sind in der bisherigen Forschung sehr widersprüchlich.
Neueste Wortschatzuntersuchungen zur Datierung weisen darauf hin, daß der Text früher anzusetzen sei, als bisher angenommen wurde. Die Einordunung der Fassungen A und B des Herzog Ernst sei wahrscheinlich vor der traditionellen Datierung, die bisher um 1170/80 (höfische, bzw. frühhöfische Dichtung) angesetzt war, anzunehmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG

I. 1. Fragestellung und These

I. 2. Vorgehensweise

I. 3. Handlungsgeschehen

II. ZUM STAND DER FORSCHUNG

II. 1. Herzog Ernst als politische Dichtung

II. 2. Forschungstand

a) Herzog Ernst A

b) Herzog Ernst B

III. ZUM HISTORISCHEN HINTERGRUND

III. 1. Historische Fakten

III. 2. Mögliche Verfasser und deren Anonymität

III. 3. Pilgerreisen ⇔ Kreuzzugsgedanken

III. 4. Kaisertum ⇔ Papsttum

III. 5. Auseinandersetzungen zwischen Staufern und Welfen

III. 6. Heinrich der Löwe

III. 7. Zum Name „Ernst“

IV. UNTERSUCHUNGEN DES WORTSCHATZES DER FASSUNGEN A UND B

IV. 1. Deutsch als Schriftsprache

IV. 2. Wandlung des mittelalterlichen Städtewesens

IV. 3. „burc/g“ und „stat“ Wortschatz

IV. 4. Analyse anhand von archaischen Worten

V. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Entstehungsdaten der mittelalterlichen Versromane „Herzog Ernst A“ und „Herzog Ernst B“ anhand philologischer und inhaltlicher Wortschatzanalysen neu zu bestimmen. Die Forschungsfrage untersucht, ob der Text früher anzusetzen ist, als die bisher in der Forschung angenommene traditionelle Datierung nahelegt, indem sie historische Kontexte und linguistische Wandel nachverfolgt.

  • Wortschatzanalyse von „burc/g“ zu „stat“ als Datierungshilfe.
  • Einbettung des Werks in den historisch-politischen Kontext der Staufer-Welfen-Konflikte.
  • Untersuchung der archaischen Sprache und ihres ständegesellschaftlichen Bezugs.
  • Vergleich der unterschiedlichen Handschriftenfassungen A und B.
  • Kritische Reflexion bisheriger Datierungsmethoden der Literaturwissenschaft.

Auszug aus dem Buch

IV. 3. „BURC/G“ UND „STAT“ WORTSCHATZ

Eine Untersuchung zum Wortschatz kann Anhaltspunkte zur Datierung und den Entstehungsraum liefern. Dazu müssen Worte und Begriffe ausgewählt werden, die spezifisch für eine Gegend sind, oder die in der fraglichen Zeit einen Wandel erfahren haben und so zeitlich und räumlich eingeordnet werden können.

So einen Wortwandel betraf das Wort „Burg“ dessen Bedeutung im 12. Jahrhundert auf das Wort „Stadt“ überging.

In einer neuen Forschungsarbeit von Rühl belegt diese anhand einer erarbeiteten Chronologie der Wort(schatz)bewegung von mittelhochdeutsch „burc/g“ zu „stat“ ein Entstehungsdatum des Herzog Ernst A um etwa 1140. Angeregt wurde die Forschung von Professor Metzner und sie basierte auch auf seinen Arbeiten über Gründungsstadtnamen in den von Deutschen besiedelten Ostgebieten, sowie erschlossenen Daten aus literarischen Texten. Metzners These, daß der „burc/g“-„stat“ Wandel sich von fortschrittlichen westdeutschen niederrheinischen Stadtzentren wie Köln (ab 1080 ist er um Köln belegt), seit 1100 langsam nach Osten, Norden und Süden ausbreitete.

Dies wurde von Schaper anhand von literarischen Texten ergänzt. So finden sich beispielsweise in Schlesien nur bis 1250(/55) Stadtgründungen auf „-burc“. Danach wurden Neugründungen entweder mit unverfänglichen Grundworten wie „-au“, „-berg“, „-tal“ oder „-walde“ bedacht, oder aber eben mit „-stadt“. Somit verengt sich „burc/g“ zu unserem neuzeitlichen Begriff. Ein Nebeneinander der beiden Benennungen kann man für etwa 20 Jahre feststellen. Die Gründe für den Wortwandel scheinen im städtischen Freiheitsgedanken der Zeit zu liegen, der “burc/g“ mit der Vorstellung von feudaler Abhängigkeit der Bewohner verband.

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG: Die Einleitung formuliert die Forschungsfrage zur Datierung des „Herzog Ernst“ und legt die philologische Vorgehensweise der Arbeit dar.

II. ZUM STAND DER FORSCHUNG: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die bisherigen widersprüchlichen Einordnungsversuche des „Herzog Ernst“ als politische Dichtung und den Forschungsstand der Fassungen A und B.

III. ZUM HISTORISCHEN HINTERGRUND: Hier werden die historischen Rahmenbedingungen, wie der Kreuzzugsgedanke, der Staufer-Welfen-Konflikt und die Rolle Heinrichs des Löwen, auf ihre Relevanz für den Versroman geprüft.

IV. UNTERSUCHUNGEN DES WORTSCHATZES DER FASSUNGEN A UND B: In diesem Hauptteil wird der linguistische Wandel von „burg“ zu „stadt“ sowie der Gebrauch archaischer Begriffe analysiert, um eine präzisere Datierung des Werkes zu begründen.

V. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stützt die These, dass die Fassungen A und B zeitlich früher als bisher vermutet entstanden sein müssen.

Schlüsselwörter

Herzog Ernst, Mittelhochdeutsche Literatur, Philologie, Datierung, Sprachwandel, burc/g, stat, Staufer, Welfen, Heinrich der Löwe, Feudalgesellschaft, Rittertum, politische Dichtung, Wortschatzanalyse, Mittelalter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der chronologischen Einordnung der mittelalterlichen Versromane „Herzog Ernst A“ und „Herzog Ernst B“ anhand philologischer Analysen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten zählen die historische Einbettung in die Zeit der Staufer und Welfen, der linguistische Wandel des Begriffspaares „Burg“ und „Stadt“ sowie die Analyse archaischer Begriffe.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass der „Herzog Ernst“ historisch früher entstanden ist, als es die bisherige Literaturwissenschaft traditionell annahm.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit kombiniert inhaltliche historische Recherchen mit einer philologischen Untersuchung des Wortschatzes in verschiedenen Handschriftenfassungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Entwicklung der deutschen Schriftsprache, der Wandlung des Städtewesens und detaillierten Analysen der Begriffsveränderungen in den Fassungen A und B.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Wichtige Begriffe sind „Herzog Ernst“, „Sprachwandel“, „Staufer-Welfen-Konflikt“, „Datierung“ und „mittelhochdeutsche Epik“.

Warum spielt der Begriff „Waisen“ in der Datierung eine Rolle?

Der „Waisen“ ist ein verlorener Edelstein der Reichskrone; sein Vorkommen in den Fassungen dient als Indiz für die chronologische Einordnung der Dichtung.

Inwiefern beeinflusst der Staufer-Welfen-Konflikt die Interpretation?

Der Konflikt liefert den zeitgenössischen politischen Rahmen, in dem die Figur des „Ernst“ als Reflexion historischer Auseinandersetzungen um Legitimation und Macht verstanden werden kann.

Excerpt out of 30 pages  - scroll top

Details

Title
Die ältesten "Herzog Ernst" Fassungen A + B und ihre Einordnung anhand von inhaltlichen und philologischen Hintergründen
College
University of Frankfurt (Main)  (Institut für Deutsche Sprache und Literatur II)
Course
Spielmännische Dichtung: Geschichtlichkeit und Gegenwartsbezug
Grade
1
Author
Kathrin Haubold (Author)
Publication Year
2002
Pages
30
Catalog Number
V16527
ISBN (eBook)
9783638213578
ISBN (Book)
9783640856312
Language
German
Tags
Herzog Ernst Fassungen Einordnung Hintergründen Spielmännische Dichtung Geschichtlichkeit Gegenwartsbezug
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kathrin Haubold (Author), 2002, Die ältesten "Herzog Ernst" Fassungen A + B und ihre Einordnung anhand von inhaltlichen und philologischen Hintergründen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16527
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  30  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint