China - Weltwirtschaftsmacht der Zukunft?


Hausarbeit, 2007

30 Seiten, Note: 1,4


Leseprobe

Inhalt

1. Vorwort

2. Die wachsende Republik
2.1. Potenziale
2.1.1. Arbeitskräfte/Beschäftigung der wachsenden Bevölkerung
2.1.2. Investitionsattraktivität
2.1.3. Wirtschaftswachstum
2.2. Defizite
2.2.1. Eine Gesellschaft im Umbruch
2.2.2. Versorgung mit Energien und Rohstoffen
2.2.3. Umweltprobleme und Ökologische Zerstörung

3. Kritische Schlussbetrachtung/Zusammenfassung

4. Anhang
- Ein historischer Überblick Chinas
- Das politische System Chinas
- Definitionen
- Schaubilder

5. Quellenangaben
5.1. Bücher
5.2. Magazine
5.3. Internet

1. Vorwort

China ist ein sehr komplexes Land, schwierig ist es über die wirtschaftlichen Zusammenhänge Chinas zu reden und konkreten Fragen nachzugehen, wie zum

Beispiel solchen Fragen wie „Wie schafft China jährlich fast 10 %

Wirtschaftswachstum?“ oder „Was hat diese Entwicklung für Vor- und Nachteile ?“. Diese Fragen und einiges mehr werde ich versuchen in dieser Ausarbeitung zu klären. Ich habe dieses Thema gewählt, weil ich fest davon überzeugt bin, dass China in ca. 7 bis 10 Jahren die „Weltwirtschaftsmacht der Zukunft“ sein wird, daher auch die Themenformulierung. Es ist aber noch nötig zu sagen, dass eine Analyse nicht immer vollständig ist und somit weise ich darauf hin, dass natürlich nur einige wenige, aber dennoch sehr wichtige Aspekte im Vordergrund stehen. Ein China-Experte schrieb in seinem Buch:

„Weltweit stammt jede zweite verkaufte Kamera, jede dritte Klimaanlage und jeder vierte Fernseher aus dem Reich der Mitte.“1

Mittlerweile sind es bestimmt schon jede Kamera, jede zweite Klimaanlage und jeder einskommafünfte Fernseher. Aber wichtig ist nicht die Anzahl der Kameras oder der Fernseher, sondern eine dieser Fragen über den Forschungsgegenstand China, die lautet:

„Wie schafft es dieses Land all diese Gegenstände herzustellen ?“

China besitzt Potenziale, die es zu einem interessanten und sinnvollen Facharbeitsthema in Verbindung mit dem Thema über die Globalisierung machen. Diese befinden sich vor allem in der Brisanz der Materie, die mit großen Wissenslücken in der Bevölkerung verbunden ist - ich spreche hier selbst aus eigener Erfahrung. Auch dieser Grund hat mich dazu bewegt den Statistiken, Aussagen der Experten und Prognosen der Zeitschriften und Forscher nachzugehen und einmal selbst zu erkunden wie, wo und unter welchen Umständen China solche Erfolge einheimst. Wo Erfolge sind, sind aber auch große Fehlentwicklungen, die überall auf der Welt spürbar sind. Mehr Einblick über diese Fehlentwicklungen und Erfolge auf politisch-wirtschaftlicher Ebene werden Sie auf den folgenden Seiten haben. Aus Platzgründen wird das ursprünglich zweite und dritte Kapitel im Anhang zu lesen sein, sie sind notwendig um diese Ausarbeitung zu verstehen.

2. Die wachsende Republik

Jeder Aktion folgt eine Reaktion. Man könnte natürlich auch sagen Ursache und Wirkung. Dieses Kapitel zeigt die Wirkungen der Ursachen auf. Diese Ursachen, die Wirtschaftsreformen Deng Xiaopings, hatten bestimmte Wirkungen und Folgen in vielerlei Hinsicht. Sie haben China derartig nach vorn gebracht, dass dieses Land nun rund zehn Prozent Wirtschaftswachstum pro Jahr hat und nach seines gleichen sucht. Wie aber jede neue Erkenntnis, haben auch diese zehn Prozent ihre Licht- und Schattenseiten, diese Seiten sind also klare Potenziale und Defizite Chinas. Die wichtigsten werden im Folgenden dennoch getroffen. Der hier anfangende Hauptteil bedarf einer ausgiebigen Präsentation um zu vermeiden, dass diese Facharbeit sich mit zu vielen Zahlen und Erklärungen aufhält.

2.1. Potenziale

Das Kapitel 2.1. beschäftigt sich weitestgehend ausschließlich mit den Lichtseiten Chinas. Die Schattenseiten sind in Kapitel 2.2. ff. aufgeführt.

2.1.1. Arbeitskräfte/Beschäftigung der wachsenden Bevölkerung

Die VR China ist mit 1,3 Milliarden Einwohnern das bevölkerungsreichste Land der Erde. Hierbei ist zu sagen, dass von diesen 1,3 Milliarden Menschen ca. 40 % in den Städten und 60 % auf dem Land leben. Zu der Reformzeit nach Maos tot, lebten ca.

80 % dieser - etwas kleineren - Bevölkerung auf dem Land.2 Von den beschäftigten Leuten sind es mittlerweile nicht mehr als 50 %, die in der Landwirtschaft arbeiten. Als Divergenz hierzu ist der Anteil der Arbeitnehmer im Industriesektor um das Doppelte von 10 % auf 20 % gestiegen und die Anzahl der Arbeitnehmer im Dienstleistungssektor von 10 % auf nahezu 30 %. Die Landwirtschaft verliert also immer mehr an Stellenwert, obwohl die Mehrzahl der Bevölkerung in landwirtschaftlichen Verhältnissen lebt. Diese Bedeutung der Landwirtschaft für die gesamtwirtschaftlichen Zustände lag im Jahre 2004 bei 15 %, im Gegensatz dazu 53 % Industriesektor-Bedeutsamkeit und 32 % Dienstleistungssektor-Bedeutsamkeit.3 Die Lage der Bevölkerungen hat sich durch diesen Wandel jedoch stark geändert. Die Landbevölkerung hat ein viel niedrigeres Einkommen als die Stadtbevölkerung. Gründe hierfür und somit auch ein Defizit der Reformen sind:

- der Preisanstieg von Industrieprodukten, die für die Landwirtschaft notwendig sind
- der Rückgang der staatlichen Investitionen in die Landwirtschaft und
- die Belastung durch wachsende Steuern und Abgaben für die lokalen Regierungen.4

Ein Schaubild zu der Auseinanderentwicklung der städtisch-ländlichen Einkommen Chinas ist im Anhang zu sehen.5

Es sind also ca. 800 Millionen - auf dem Land lebende - Menschen finanziell benachteiligt. Das ist natürlich schon eine starke Unannehmlichkeit, aber hierzu kommen noch weitere Ausgaben, die in China ´Usus´ sind. Schaut man sich die Demographie der Bevölkerung Chinas an6, so fällt schnell auf:

„Chinas Bevölkerung altert rapide. Dank der Ein-Kind-Politik sinkt die Zahl der Kinder. Darum muss theoretisch zukünftig ein Kind für zwei Eltern und vier Großeltern sorgen. [...] “7 Dieses Versorgungsproblem verstärkt sich also noch mehr, da nicht nur das Individuum sich selbst versorgt, sondern die ganze Familie. Man sagt demnach mit Recht, dass Menschen vom Lande die eindeutigen Verlierer der Reformen sind. Nach Schätzungen aus dem Jahre 2001 sind es dennoch 720 Millionen arbeitsfähige und arbeitsmotivierte Arbeitskräfte im Reich der Mitte. Diese Zahl ist mehr als das achtfache der Bevölkerung Deutschlands. Ein Grund für diese hohe Zahl ist wahrscheinlich das Lohnniveau der Arbeiterinnen und Arbeiter, welches von Branche zu Branche und Gebiet zu Gebiet stark unterschiedlich ist, das wird im nächsten Punkt erläutert.

Wir haben es mit einem Forschungsgegenstand zu tun, der einen enormen Markt enthält. Die 1,3 Milliarden Einwohner stellen neben einem Arbeiterreservoir auch eine Masse von Menschen da, potenzielle Konsumenten. Ein aktiver Konsummarkt, bei dem sich das Wort „Markt“ in den Beschaffungsmarkt und in den Vertriebsmarkt aufteilen lässt und gleichzeitig ein riesiger Absatzmarkt. Von diesem zahllosen Konsum getrieben, entsteht ein immer größerer Wettbewerb zwischen den europäischen Unternehmen und dem asiatischen Konkurrenten China. Diese europäischen Unternehmen befinden sich in einem Ausrangierungs- bzw. Verdrängungswettbewerb. Immer mehr so genannter „Anti-Dumpingverfahren“ gegen chinesische Exporteure wurden in den letzten Jahren registriert und betrafen allerdings nicht nur den Textilsektor. Es scheint als gäbe es kaum noch Konsumgüter, die China nicht produziert und für jede Frau, jeden Mann weltweit anbietet. Zu dem Textilsektor, der weltweit angeboten wird, kommen elektronische Geräte, Spielzeuge und seit kurzem auch Autos dazu.8 Es ist verwundernd und erschreckend zugleich und Resultat einer Öffnung gegenüber der Welt, die einst nicht möglich schien. Es sind handelspolitische Konflikte mit den EU-Staaten, die dennoch versuchen sich um China als Zukunftsmarkt zu erheischen. So hat die EU-Kommission 1995 konkrete Vorschläge für eine politische und vor allem gemeinsame wirtschaftliche Annäherung an China vorgebracht, denn der Fakt, dass China immer mehr Einfluss in das Weltgeschehen nimmt (politisch wie wirtschaftlich) ist mittlerweile kein Geheimnis mehr.

2.1.2. Investitionsattraktivität

China wird immer attraktiver für ausländische Investoren. Gründe hierfür sind unter anderem das niedrige Lohnniveau und die Tatsache der wachsenden wirtschaftlichen Stärke Chinas. Gleichzeitig zu dem immer größer werdenden Wettbewerb - durch die hohe Konsumspanne getrieben - wächst die Zahl der Investitionen nach China. Einige Unternehmen sind bestes Beispiel für diesen Zustand, wie zum Beispiel Siemens, da]s seine Telefonsparte in der VR China ausbaut, denn der - mit 300 Millionen Nutzern - größte Handy-Markt der Welt wächst monatlich um fünf Millionen Neukunden. Oder Volkswagen, welches schon jetzt mehr Autos in China verkauft als in Deutschland und die Produktion auf 1,6 Millionen Fahrzeuge verdoppeln will.9 Sieht man sich die Skyline von Shanghai an, kann man 30-stöckige Häuser nebeneinander sehen, manchmal sechsreihig oder sogar mehr. Dieser Gedanke lockt die deutschen Unternehmer nach Asien. Allein in den Jahren zwischen 1995 und 2003 haben sich die Direktinvestitionen aus Deutschland mehr als verdreifacht. Im Jahre 2003 betrugen die Direktinvestitionen mehr als 1500 Millionen Euro mit einer verblüffenden steigenden Tendenz10. Der Platz die Firmen in China auszubauen ist vorhanden und obendrein kommt die Verführung der 1,3 Milliarden Konsumenten dazu. Trauriger Fakt sind die niedrigen Löhne, für die Unternehmenschefs arbeiten lassen, diese Löhne schaffen wachsende Ungleichheiten und soziale Unsicherheiten, die Wiederum Anlass zur Interessenvertretung in den Medien schaffen, wobei gleichzeitig neue gesellschaftliche Organisationen staatlich kontrolliert werden.

2.1.3. Wirtschaftswachstum

Das unaufhaltsame Wachstum der Wirtschaft Chinas ist ein immer ernsteres Thema, für alle Länder der Welt. Daher werde ich versuchen die wichtigsten Bestandteile des Wachstums so gut wie möglich zu erläutern und zu erklären.

Was ist eigentlich das Wirtschaftswachstum? Die Antwort auf diese Frage ist zentrale Grundlage um diese Ausarbeitung zu verstehen, denn der Begriff Wirtschaftswachstum wird häufig verwendet.

Wirtschaftswachstum ist eine Änderung der Wirtschaftskraft einer Volkswirtschaft. Diese Änderung ist relativ und wird im Normalfall mit der Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (kurz: BIP) gemessen. Es gibt reales und nominales BIP bei denen es klare Unterschiede gibt. „ [...] Bei der Ermittlung von realen Wachstumsraten wird vom unmittelbar gemessenen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts die Veränderungsrate des durchschnittlichen Preisniveaus [...] abgezogen [die Veränderungsrate des durchschnittlichen Preisniveaus wird Preisindex genannt]. Das Wachstum soll nicht steigende Preise widerspiegeln, sondern nur das Wachstum der realen Produktion. [...] “11 Verblüffend an der VR China ist die hohe Wachstumsrate des Wirtschaftswachstums. Das steigende BIP übertrifft immer wieder die Erwartungen der Wirtschaftsexperten und mit steigender Kraft, fängt die VR China an immer mehr von der Weltwirtschaft zu kontrollieren. Am 25.01.2007 veröffentlichte die Nationale Statistikbehörde (National Bureau of Statistics, kurz: NBS) erste Daten zur Entwicklung bezüglich des Bruttoinlandsprodukts aus dem Jahre 2006. Es wurden weltweit 10,5 % erwartet, aber China übertraf diesen Wert. Verzeichnet wurden 10,7 % reales Wachstum, wodurch die Volkswirtschaft auf 20.941 Mrd. Renminbi Yuan (Renminbi Yuan sind etwa 2.624 Mrd. US Dollar) zulegte. Es wurde das schnellste Wachstum seit 1995 festgestellt, als ein BIP-Anstieg um 10,9 % eingetragen wurde. Eine solche Konjunktur hat China der Dynamik der Investition bei Anlagen und Exporten zu verdanken. Die Exporte der VR haben von 24,0 % auf 27,2 % zugelegt wie auch der Konsum, welcher einen Anstieg der Einzelhandelsumsätze mit Konsumgütern um 13,7 % (Verglichen zum Vorjahr) ermöglichte. Seit einer Revision der BIP-Daten im Jahre 2004 ist China viertgrößte Weltwirtschaftsmacht und überholte damit Frankreich und Großbritannien. China ist mit seinen 2.624 Mrd. US Dollar nur noch knapp 270 Mil. US Dollar hinter dem drittplatzierten Deutschland mit 2.892 Mrd. US Dollar. Experten schätzen, dass der unaufhaltsame Wirtschaftsboom in China 2008 dafür sorgen wird, dass die VR China Deutschland überholt und den 3. Platz, hinter den Vereinigten Staaten und Japan, der Weltrangliste der Weltwirtschaftsmachten einnimmt.12 Dieser Weg ist nur noch ein kurzer, aber dennoch hat China andere Probleme, eins davon ist die Tatsache dass das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf nur bei 1.709 US $ (2005) liegt damit belegt China auf der Weltrangliste der Länder nach Bruttoinlandsprodukt pro Kopf nur Platz 110.13

2.2. Defizite

Dieses Kapitel befasst sich ausschließlich mit den Defiziten der chinesischen Wirtschaft und den Folgen der enormen wirtschaftlichen Entwicklungen. Diese Defizite wurden von mir benannt als „Schattenseiten“. Die Lichtseiten der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas sind in 2.1. ff. aufgeführt.

2.2.1. Eine Gesellschaft im Umbruch

Die wirtschaftlich Öffnung hat in China zu Verwerfungen in sozialen Bereichen geführt. Es ist eine Rückkehr zu familiärer Bewirtschaftung im ländlichen Wohnraum zu erkennen und dies ist der Anstoß dafür, dass überschüssige Arbeitskräfte der ländlichen Regionen - etwa 100 bis 150 Millionen Menschen - in eine berufliche Selbstständigkeit innerhalb der städtischen Räume drängen. Dieser Zustand musste verlangsamt werden und deswegen wurde Mitte der 1980er Jahre der zeitweilige Aufenthalt ländlicher Arbeitskräfte innerhalb des städtischen Raums erlaubt. Um die Städte zu stabilisieren und die Suburbanisierung zu verhindern, wurde Bauern - wegen eines zu strengen Haushaltsregistrierungssystems - seit den 1950er Jahren untersagt, ohne behördliche Genehmigung vom Land in die Stadt zu ziehen, die Lockerung dieses Systems machte den Zustand der Urbanisierung schneller und nahm somit den Druck der Drängelei in die Stadt weg. Jetzt folgt aber das Problem, dass Händler, Handwerker und Wanderarbeiter vom Land das Vakuum an Dienstleistungen und billigen Arbeitskräften füllen. Diese Gruppen bilden aber auch den Kern für die Entstehung und schnelle Entwicklung eines privaten Wirtschaftssektors, welcher von der Regierung letzten Endes gebilligt wurde und gleichzeitig grundlegende Strukturen für marktwirtschaftliche Prozesse schafft. Mit etwa 50 % aller Beschäftigten und mehr als 90 % aller Unternehmen ist dieser Sektor der rentabelste und dynamischste, der maßgeblich zu der hohen Wachstumsrate der Wirtschaft beiträgt.14 Im Kapitel 2.1.1. schneide ich kurz eine Einkommensdifferenz zwischen städtischem und ländlichem Einkommen an, diesen Teil möchte ich hier noch mehr ausführen. Arbeitsteilungen, Marktchancennutzung und Marktlücken, Korruptionen und illegale Tätigkeiten sind Gründe für die soziale Ungleichheit und die enormen Unterschiede im Einkommen des chinesischen Volkes. Ein kurzer Vergleich und das Schaubild auf das ich vorhin bereits hingewiesen habe, sollen diese Unterschiede noch einmal verdeutlichen. 1990 Betrug die Einkommensdifferenz innerhalb 20 % der Bevölkerung mit höchstem Einkommen und 20 % der Bevölkerung mit niedrigstem Einkommen „nur“ etwa das Vierfache, im Jahre 2004 hingegen war es bereits das 13fache. Ebenso hatten die 20 % Haushalte mit niedrigstem Einkommen 1990 noch neun Prozent Anteil am Gesamteinkommen, 1998 waren es bereits nur noch 5,5 Prozent.15 Diese Ungleichheit ist keiner Bevölkerungsschicht unbewusst, ganz im Gegenteil, die Chinesen wissen genau, was ihr Problem ist. „[...] Chinesische Umfragen in verschiedenen Städten im Jahre 2003 haben ergeben, dass lediglich 1,5 Prozent der Befragten der Meinung waren, die Reformen hätten sich positiv für die Arbeiterschaft ausgewirkt. 59 bzw. 55 Prozent vertraten die Ansicht, sie hätten hauptsächlich den Funktionären bzw. den Privatunternehmen Vorteile gebracht. [...] “16 Dieses Befinden der Ungleichheit hängt sicherlich auch mit dem nächsten Teilbereich zusammen. Das Gesundheitssystem der VR China. Das Gesundheitssystem wurde prinzipiell auf marktwirtschaftliche Struktur umgestellt und ist nun eine Belastung für einen Großteil der Bevölkerung, ich glaube nicht, dass sich überhaupt jemand finden lässt, der mit dem Gesundheitssystem Chinas zufrieden ist. Es liegt am Geld der Menschen, denn viele können sich den Arztbesuch und Medikamente nicht leisten, Krankenhausbesuche oder Krankenhausaufenthalte stürzen ganze Familie in Schulden. Hier gelten die Probleme vor allem den benachteiligten ländlichen Schichten, die - wie gerade angesprochen - sowieso finanziell im rückständig sind. Ebenso ist das Problem aber nicht langfristig zu betrachten, also es geht nicht um längere Krankheitsperioden oder Krankheiten an sich, sondern auch kleinere und wesentlich kürzere Krankheiten sind für viele unbezahlbar. Diese Angelegenheiten sind mittlerweile derartig ernst geworden, dass sich Politiker um soziale Unruhen sorgen machen, die wegen einer Unzufriedenheit ausgelöst werden könnten. Im Moment sind es etwa 80 % der Landbevölkerung, die für alle Kosten selbst aufkommen muss, ebenso sind diese 80 % ohne Versicherungsschutz, in städtischen Gebieten sind es nur etwa die Hälfte für Krankheiten abgesichert, diese Sicherung ist aber nur eine minimale die nötigste, große Operationen, ernste Krankheiten und einen großen Eigenanteil beinhaltet. In China ist ein Fall des Krankenhausaufenthaltes eine schlimme Sache, denn wer kein Geld hat, der sieht das Ende nah. Eine umgangssprachliche Redensart bezüglich jener Situation sagt: „Zu Hause auf den Tod warten.“17 Städtische Angestellte mit bester Versorgung klagen trotzdem über die hohen Kosten der Versorgungen, denn die einzigen die eine Versicherung haben die alles abdeckt sind die Funktionäre in öffentlichen Behörden, denn diese Menschen genießen obendrein noch die Möglichkeit alles auch selbst zu finanzieren. Es sind kaum Praxen außerhalb der Krankenhäuser zu finden und selbst wenn man ein Krankenhaus findet, ist es wohlmöglich eins der - sehr häufig vorhandenen - privatisierten Krankenhäuser, die profitabel arbeiten sollen. In der Mao Zeit gab es eine Grundversorgung dank eines Wohlfahrtssystems, die eine - nicht immer medizinisch gesehen bessere, aber flächendeckendere, intensivere und schnellere - Grundversorgung der Bevölkerung gewährte18. Die Mao Zeit war Chinas Armutsperiode, nun ist China wohlhabend und krank.

2.2.2. Versorgung mit Energien und Rohstoffen

China ist gegenwärtig zweitgrößter Energieverbraucher auf der ganzen Welt. Die Rohstoffverarbeitung braucht viel Energie und durch den Wirtschaftsboom gesteigert ist der Forschungsgegenstand mittlerweile mit 13,6 % globaler Energienachfrage hinter den USA mit 22,8 %.19 Diese hohe Nachfrage führte zu Engpässen in der landesweiten Energieversorgung, die sich fast alltäglich durch Stromausfälle während der Hauptabnahmezeit bemerkbar machen. Diese Ausfälle werden erst in ca. 10-15 Jahren behoben worden sein und stören derzeit noch den alltäglichen industriellen Ablauf in den Boomregionen und sind neben der Rohstoffversorgung „zentrale Determinate“ zukünftigen Wirtschaftswachstums. Wie kann man also einem Energieengpass aus dem Weg gehen? durch den Bau von 30 neuen Atomkraftwerken, die eine Energiekapazitätssteigerung versprechen. In jetziger Situation, betreffend dem Umweltschutz und dessen Stellenwert ist es aber ein kritisches Unterfangen, denn Sicherheitsbestimmungen lassen sich „dank“ Korruption schnell umgehen, dennoch könnte dieser Plan „auffliegen“.

[...]


1 Hirn, Wolfgang, Herausforderung China. Wie der chinesische Aufstieg unser Leben verändert. Frankfurt am Main (S. Fischer Verlag) 32005

2 Vgl.: Deutsche Botschaft Peking 2006, S. 1

3 Vgl.: Bundeszentrale für politische Bildung 2005, S.1

4 Vgl.: Informationen zur politischen Bildung Nr. 28, 2005, S. 39 ff

5 Siehe Appendix

6 Siehe Appendix (Schaubild)

7 Informationen zur politischen Bildung Nr. 289, 2005, S. 38

8 Vgl.: Informationen zur politischen Bildung Nr. 289, 2005, S. 15

9 Vgl.: Der Spiegel Nr. 34, 2004, S. 67

10 Siehe Appendix (Investitionen als Schaubild)

11 Vgl.: Http://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaftswachstum#Reales_und_nominales_Wirtschaftswachstum zuletzt abgerufen am: 27.02.2007 um 14:00 Uhr

12 Vgl.: Http://www.bfai.de/DE/Navigation/Datenbank-Recherche/Laender-und-Maerkte/Recherche-Laender-und- Maerkte/recherche-laender-und-maerkte-node.html zuletzt abgerufen am: 27.02.2007 um 14:15 Uhr

13 Vgl.: Http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Bruttoinlandsprodukt_pro_Kopf zuletzt abgerufen am: 27.02.2007 um 15:21 Uhr

14 Vgl.: Informationen für politische Bildung Nr. 289, 2005, S. 33 f

15 Vgl.: Informationen für politische Bildung Nr. 289, 2005, S. 33 f

16 Ebenda, S. 35

17 Kolonko, Petra, Der chinesische Patient. Erschienen in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 20. Oktober 2005, zitiert nach: Informationen für politische Bildung Nr. 289, 2005, S. 35

18 Ebenda

19 Vgl.: Http://www.welt.de/archiv/?se zuletzt abgerufen am: 28.2.2007 um 23:37 Uhr

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
China - Weltwirtschaftsmacht der Zukunft?
Hochschule
Universität Bremen  (Institut für Wirtschaftswissenschaften)
Note
1,4
Autor
Jahr
2007
Seiten
30
Katalognummer
V165306
ISBN (eBook)
9783640809462
ISBN (Buch)
9783640809486
Dateigröße
734 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politik, Wirtschaft, Wirtschaftspolitik
Arbeit zitieren
Mo Yanik (Autor), 2007, China - Weltwirtschaftsmacht der Zukunft?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165306

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