Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung S. 1
II. Das Nibelungenlied im Kaiserreich
II.1 Nibelungentreue vor und während des I. Weltkrieges S. 2
II.2 „Nibelungentreue“ von Wilhelm Scherer (1916) S. 5
III. Dolchstoßlegende S. 6
IV. Das Nibelungenlied im Nationalsozialismus
IV.1 Die Rolle Hagens im Nationalsozialismus S. 7
IV.2 Vereinnahmung „nibelungischer“ Tugenden S. 9
im Nationalsozialismus
V. Schluss S. 12
VI. Literaturverzeichnis S. 13
I. Einleitung
Das um 1200 von einem unbekannten Dichter zu Pergament gebrachte Nibelungenlied gilt seit seiner Wiederauffindung im Jahre 1755 als das am meisten rezipierte Werk im deutschsprachigen Raum und erfreute sich gerade 50 Jahre nach seiner Wiederentdeckung bis zum Ende des II. Weltkrieges großer Beliebtheit und Bekanntheit. Es wurde vielfach ideologisch vereinnahmt und dabei in für die jeweiligen politischen Interessen erforderliche Weise umgedeutet. Ziel dieser Hausarbeit ist es die Rezeption des Nibelungenliedes in der wechselvollen Zeit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu mit Blick auf die ideologische Vereinnahmung zu beleuchten. Es soll gezeigt werden wie die einzelnen Szenen und Charaktere des Nibelungenliedes umgedeutet und für politische Interessen verwendet wurden. Dabei werden zwei für die Zeit wichtige Rezeptionen des Nibelungenstoffes ausgeklammert: Richard Wagners „Ring der Nibelungen“, sowie Fritz Langs Stummfilm „Die Nibelungen“. Die beiden Werke sind zwar maßgeblich für die Verbreitung des Stoffes der Nibelungensage in ihrer jeweiligen künstlerischen Gestaltung verantwortlich , doch sind sie meines Erachtens nicht mit dem Ziel der Instrumentalisierung des Nibelungenstoffes oder einzelner Charaktere des Nibelungenliedes entstanden und wurden nicht in der Weise ideologisch vereinnahmt oder zu Propagandazwecken herangezogen, dass eine längere Beschäftigung mit den Werken im Rahmen dieser Hausarbeit gerechtfertigt wäre. Ich werde mich mit der im I. Weltkrieg beschworenen „Nibelungentreue“, der „Dolchstoßlegende“ und der Indienstnahme des Nibelungenstoffes durch die Nationalsozialisten befassen.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- II. Das Nibelungenlied im Kaiserreich
- II.1 Nibelungentreue vor und während des I. Weltkrieges
- II.2 „Nibelungentreue“ von Wilhelm Scherer (1916)
- III. Dolchstoßlegende
- IV. Das Nibelungenlied im Nationalsozialismus
- IV.1 Die Rolle Hagens im Nationalsozialismus
- IV.2 Vereinnahmung „nibelungischer“ Tugenden im Nationalsozialismus
- V. Schluss
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit untersucht die Rezeption des Nibelungenliedes in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im Fokus steht die ideologische Vereinnahmung des Werkes und die Umdeutung seiner Szenen und Charaktere für politische Interessen. Dabei werden die „Nibelungentreue“ im Ersten Weltkrieg, die „Dolchstoßlegende“ und die Instrumentalisierung des Stoffes durch die Nationalsozialisten analysiert.
- Die politische Instrumentalisierung des Nibelungenliedes im Kaiserreich und im Nationalsozialismus
- Die Rolle einzelner Szenen und Charaktere des Nibelungenliedes in der politischen Propaganda
- Die Umdeutung des Nibelungenstoffes für die jeweilige politische Ideologie
- Die Bedeutung des Nibelungenliedes für die deutsche Identität und Nation
- Der Einfluss des Nibelungenliedes auf die deutsche Kultur und Literatur
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt das Nibelungenlied als ein viel rezipiertes Werk im deutschsprachigen Raum vor und erläutert die Motivation für die Hausarbeit: die Analyse der ideologischen Vereinnahmung des Werkes in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Kapitel II widmet sich der Rezeption des Nibelungenliedes im Kaiserreich. Hierbei wird insbesondere auf die Verwendung der „Nibelungentreue“ als politisches Symbol in Reden und Schriften von Reichskanzler Fürst von Bülow und Strafrechtler Franz von Liszt eingegangen. Die Analyse zeigt, wie einzelne Szenen des Nibelungenliedes, wie das Verhältnis der Königinnen oder die Rolle Hagens, für politische Zwecke instrumentalisiert wurden.
Kapitel III behandelt die „Dolchstoßlegende“ als eine weitere Form der ideologischen Vereinnahmung des Nibelungenliedes.
Kapitel IV befasst sich mit der Instrumentalisierung des Nibelungenliedes durch die Nationalsozialisten. Die Analyse fokussiert auf die Rolle Hagens als Symbol für die deutsche Nation und die Verwendung „nibelungischer“ Tugenden wie Treue, Tapferkeit und Opferbereitschaft für die nationalsozialistische Propaganda.
Schlüsselwörter
Nibelungenlied, ideologische Vereinnahmung, Nibelungentreue, Dolchstoßlegende, Nationalsozialismus, Propaganda, Deutschland, Österreich, Geschichte, Kultur, Literatur, politische Ideologie, Rezeption.
Häufig gestellte Fragen
Wie wurde das Nibelungenlied im Kaiserreich politisch genutzt?
Im Kaiserreich wurde das Epos instrumentalisiert, um Tugenden wie die „Nibelungentreue“ als nationales Symbol für unbedingte Loyalität zum Staat und zum Militärbündnis zu etablieren.
Was ist die „Nibelungentreue“?
Der Begriff geht auf eine Rede von Reichskanzler von Bülow zurück und bezeichnet eine bedingungslose, über den Tod hinausgehende Treue, die im Ersten Weltkrieg zur moralischen Mobilisierung genutzt wurde.
Welchen Zusammenhang gibt es zwischen dem Nibelungenlied und der Dolchstoßlegende?
Der heimtückische Mord an Siegfried durch Hagen diente als literarisches Bild für die Dolchstoßlegende, wonach das deutsche Heer im Ersten Weltkrieg durch Verrat in der Heimat („von hinten“) besiegt worden sei.
Wie deuteten die Nationalsozialisten die Figur des Hagen um?
Hagen wurde im Nationalsozialismus nicht mehr als Mörder, sondern als Symbol für die kompromisslose Erfüllung der Pflicht gegenüber der Nation und als tragischer Held der Treue gefeiert.
Warum war das Nibelungenlied für die deutsche Identität so wichtig?
Nach seiner Wiederentdeckung 1755 wurde es als deutsches Nationalepos betrachtet, das eine gemeinsame kulturelle Wurzel und nationale Größe in einer Zeit politischer Zersplitterung bieten sollte.
- Quote paper
- Julian Mester (Author), 2010, Die politische Vereinnahmung des Nibelungenliedes in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165372