Seit dem zweiten Weltkrieg sind Zusammenschlüsse von Nationen zu regionalen
Integrationsräumen ein bedeutender Entwicklungsprozess in den internationalen
Beziehungen.
Anhand dieser Arbeit sollen die wichtigsten Gründe und Folgen eines solchen
Abkommens beleuchtet werden. Hierzu werde ich eine kurze Einführung in die
Themenstellung geben (Kap.2.). Im Anschluss daran folgt ein Überblick über die
Mitgliedsstaaten und warum sie ein solches Bündnis eingehen (Kap. 3.). Am Schluss
dieser Arbeit werden ich die Folgen des Abkommen aufzeigen (Kap. 4.) und ein kurzes
Fazit geben (Kap. 5.).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einführung in die Themenstellung
3. Die Mitgliedsstaaten und ihre Ziele
3.1 USA
3.2 Mexiko
3.3 Kanada
4. Die Auswirkungen
4.1. Folgen für die Mitgliedsstaaten
4.1.1 Folgen für die Wirtschaft
4.1.2. Folgen für die Umwelt und für Soziales
4.2. Folgen für Drittstaaten
5. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die Beweggründe und wirtschaftlichen sowie sozialen Konsequenzen des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA) für die beteiligten Nationen USA, Mexiko und Kanada.
- Analyse der nationalen Interessen der Mitgliedsstaaten
- Untersuchung der wirtschaftlichen Auswirkungen und Handelsströme
- Bewertung der ökologischen und sozialen Folgen des Abkommens
- Betrachtung der Auswirkungen auf Drittstaaten und den internationalen Handel
- Evaluation der Rolle von NAFTA als Instrument regionaler Integration
Auszug aus dem Buch
4.1.2 Folgen für die Umwelt und für Soziales
Durch die Ankündigung einer Nordamerikanischen Freihandelszone formierte sich ein großer Widerstand vor allem in den USA und Kanada. Umweltverbände formulierten ein pollution-heaven-Argument: Die niedrigen Umweltstandards in Mexiko führten dazu, dass die Unternehmen der beiden Industrienationen ihre umweltbelastenden Produktionsschritte in das Schwellenland Mexiko verlagerten. Die Bedeutung der Umweltschutzauflagen wurde überdramatisiert, da sich die Mehraufwendungen für Umweltschutzauflagen in den westlichen Industrienationen im Durchschnitt aller Branchen auf deutlich weniger als zwei Prozent der Produktionskosten belaufen.
Weiterhin befürchteten US-amerikanische und kanadische Lobbyisten vor allem Wettbewerbsnachteile und damit verbundene Arbeitsplatzverluste durch die höheren Sozialstandards im Vergleich zum Schwellenland Mexiko.
Rückblickend betrachtet führte besonders die schwache Position Mexikos dazu, dass sich die Sicherheits- und Umweltstandards Mexikos denen der USA anglichen. Niedrige Umweltstandards wurden wie Subventionen gesehen und diese galt es durch ein strengeres nationales Umweltschutzrecht abzubauen. Mittlerweile hat Mexiko ein umfassendes Umweltschutzrecht. Derzeit stehen zwar noch direkte Verhaltenssteuerungen im Mittelpunkt, aber ohne das NAFTA bzw. das NAAEC wäre auf diesem Gebiet vermutlich deutlich weniger erreicht worden.
Die Schreckenszenarien der NAFTA-Kritiker sind nicht eingetreten, aber sie waren und sind für die Entwicklung des NAFTA von sehr großer Bedeutung. Hätten sich in der US-amerikanischen Bevölkerung nicht große Bedenken und Widerstände gegen die Nordamerikanische Freihandelszone geäußert, wäre es vermutlich nicht zur „Ja, aber“-Position Bill Clintons gekommen. Clinton sah im NAFTA eine Möglichkeit, die Wettbewerbsfähigkeit der USA zu steigern. Durch die Ankündigung und Umsetzung von Nachverhandlungen schaffte er es, Gewerkschaften und Umweltverbände hinter sich zu vereinen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die historische Entwicklung regionaler Integrationsräume und gibt einen Überblick über den Aufbau der Untersuchung.
2. Einführung in die Themenstellung: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung und die Kernziele des NAFTA-Abkommens sowie die Einbettung in den globalen Handelsrahmen.
3. Die Mitgliedsstaaten und ihre Ziele: Es werden die spezifischen wirtschaftlichen und politischen Ausgangslagen sowie die individuellen Motive der USA, Mexikos und Kanadas für den Beitritt analysiert.
4. Die Auswirkungen: Dieser Hauptteil beleuchtet detailliert die wirtschaftlichen Folgen für die Vertragspartner sowie die ökologischen und sozialen Konsequenzen und die Auswirkungen auf Drittstaaten.
5. Fazit: Das Fazit fasst die ökonomische Bilanz zusammen und reflektiert die geopolitische sowie strategische Bedeutung des Abkommens für die regionale und globale Integration.
Schlüsselwörter
NAFTA, Freihandelszone, Nordamerika, Wirtschaftsintegration, Außenhandel, Handelsbilanz, Umweltstandards, Sozialstandards, Globalisierung, USA, Mexiko, Kanada, Investitionen, Protektionismus, offener Regionalismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Ziele, die Beweggründe und die vielfältigen Auswirkungen des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA) auf die beteiligten Mitgliedsstaaten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der wirtschaftlichen Verflechtung, den Arbeitsmarktbedingungen, ökologischen Standards und der Rolle der betroffenen Länder als Handelspartner.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu beleuchten, inwiefern das NAFTA zur wirtschaftlichen Entwicklung beigetragen hat und wie es die politischen Rahmenbedingungen zwischen den beteiligten Nationen beeinflusst hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine wirtschaftsgeographische und ökonomische Analyse auf Basis statistischer Daten und Fachliteratur durchgeführt, um die Auswirkungen des Abkommens zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil untersucht die länderspezifischen Interessen, die ökonomischen Fakten zu Import und Export, sowie die sozialen und umweltpolitischen Folgeentwicklungen des Abkommens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind NAFTA, Freihandelszone, regionale Integration, Handelsbilanz und die wirtschaftliche Transformation Mexikos im Verhältnis zu den USA und Kanada.
Warum war das „fast-track procedure“ für die USA so wichtig?
Es ermöglichte dem Präsidenten, Freihandelsabkommen auszuhandeln, ohne dass der Kongress diese durch Einzeländerungsanträge blockieren konnte, was für die Ratifizierung des NAFTA entscheidend war.
Welche Rolle spielte die „Tequila-Krise“ für die Bewertung des NAFTA?
Die rasche Überwindung der Finanzkrise in Mexiko im Jahr 1995 wird im Text als Beispiel für die stabilisierenden und positiven Effekte der wirtschaftlichen Integration durch das NAFTA angeführt.
Inwiefern hat sich das Umweltbewusstsein im Rahmen des Abkommens verändert?
Durch den Druck von Kritikern und die Verknüpfung von Handelsfragen mit Umweltstandards kam es zu einer Stärkung der mexikanischen Umweltgesetzgebung, die ohne das NAFTA vermutlich langsamer verlaufen wäre.
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- Hendrik Pohl (Author), 2003, Ziele und Wirkungen supernationaler Staatenzusammenschlüsse am Beispiel NAFTA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16544