Dezentralisierung der Weiterqualifizierung

E-Learning beziehungsweise Blended Learning als Lösung?


Hausarbeit, 2011

18 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Dezentralisierung der Weiterqualifizierung von Sachbearbeitern

2 Kriterien

3 Varianten der Umstrukturierung der Weiterqualifizierung
3.1 Weiterqualifizierung mit alternierendem Veranstaltungsort
3.2 Weiterqualifizierung durch Videokonferenz
3.3 Weiterqualifizierung durch Blended Learning

4 Blended Learning als Lösung?

1 Dezentralisierung der Weiterqualifizierung von Sachbearbeitern

Dezentral organisierte Unternehmen sehen sich zunehmend mit dem Problem konfrontiert, dass sie, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, ihre Mitarbeiter weiter qualifizieren müssen, können diese auf der anderen Seite jedoch aus betriebswirtschaftlichen Überlegungen nicht ständig freistellen beziehungsweise müssen ihre Fortbildungszeiten flexibler gestaltet werden, um ad hoc auftretenden Arbeitsbelastungsspitzen adäquat begegnen zu können.

Auch das in der vorliegenden Arbeit ausgewählt Unternehmen XY muss sich mit dieser Thematik auseinandersetzen. So sollen zurzeit jedes Jahr etwa drei bis fünf Bearbeiter (Fachangestellte oder ähnliche Qualifizierung) zum Sachbearbeiter qualifiziert werden, um dem wachsenden Bedarf an Fachkräften zu entsprechen. Die Teilnehmer der Weiterqualifizierungs­maßnahme, die vorwiegend für die Unternehmensbetreuung relevante Rechtsthemen aber auch Seminare in Gesprächsführung, Argumentations­strategien und Datenschutz beinhaltet, rekrutieren sich aus den elf Standorten, die das Bundesgebiet organisatorisch abdecken und somit geographisch verstreut sind

Der geographisch-strategischen Ausrichtung des Unternehmens inhärent zeigt sich das zentrale Problem: Bislang müssen die Teilnehmer der Weiterqualifizierungsmaßnahme über den Zeitraum von zwölf Monaten etwa alle sechs Wochen für zwei Wochen zum Blockunterricht, der an einem zentral gelegenen Ort[1] stattfindet. Verschärft wird diese Problematik zu einem nicht unwesentlichen Anteil noch, dass es sich bei den Teilnehmern um Frauen handelt, die aus dem Erziehungsurlaub zurück ins Arbeitsleben streben und die Maßnahme als ideale Möglichkeit ihre Kenntnisse aufzufrischen und auszubauen sehen. Es besteht das Problem, dass gerade Mütter mit kleinen Kindern – um die handelt es sich ja zu einem großen Teil – nicht zuzumuten ist lange von ihren Kindern getrennt zu sein. Hier darf keinesfalls übersehen werden, dass der Status Quo teilweise dazu führt, dass sie sich letztlich zugunsten der Familie gegen eine Weiterqualifizierung entscheiden (müssen).

Sicherlich muss dies vom Arbeitgeber aus sozialem Blickwinkel akzeptiert werden, aus ökonomischer Perspektive wäre jedoch der Besuch der Maßnahme wünschenswert. Die Herausforderung besteht nun darin, Familie und Beruf zu vereinbaren. Welche Szenarien müssen geschaffen werden, um berufstätigen Müttern – aber auch anderen Mitarbeitern – die Möglichkeit der Teilnahme an Qualifizierungsmaßnahmen in Nähe des Wohnortes zu bieten?

Erste Überlegungen haben zunächst zu drei Varianten der Umstrukturierung der Weiterqualifizierung geführt: Mit dem geringsten Aufwand verbunden wäre, die Seminare immer alternierend in den Unternehmensstandorten stattfinden zu lassen, sodass jeder Teilnehmer mal die Nähe des Wohnortes genießen würde. Eine weitere Überlegung zielt dahin, den bislang praktizierten Unterricht via Videokonferenz in die jeweiligen Standorte zu tragen, also Inhalt und Methode beizubehalten, nur die Ortsgebundenheit aufzuheben. Die weitreichendste, aber auch umfassendste Methode wäre das sogenannte E-Learning, also Lerninhalte mit Informations- und Kommunikationstechnologien selbstgesteuert zu erlernen, in Form von Blended Learning respektive hybridem Lernen[2].

Im Folgenden sollen diese drei Varianten anhand definierter Kriterien miteinander verglichen werden, um den Entscheidungsträgern eine Grundlage bezüglich Einsatz und möglicher Umsetzung zu präsentieren.

Der Verfasser der vorliegenden Arbeit hat bereits im Vorfeld dieser Arbeit mit einem Bereichsleiter eines Standorts Gespräche geführt, wobei sich herauskristallisierte, dass langfristig betrachtet Blended Learning das Ziel der Umstrukturierung der Weiterqualifizierung sein sollte. Mit der vorliegenden Arbeit wird der Auftrag verfolgt, dies argumentativ aufzubereiten, um in den darauf folgenden Schritten zunächst alle Bereichsleiter zu informieren und anschließend an die Geschäftsführung des Unternehmens heranzutreten. Entsprechend rückt das Thema Blended Learning in den Fokus der Betrachtung.

2. Kriterien

Die angedachten Varianten der Umstrukturierung der Weiterqualifizierung sollen näher betrachtet und anhand von Kriterien verglichen werden. Hierbei sind vor allem familienrelevante Fragen, Fragen der Kompetenzentwicklung, aber auch logistische und wirtschaftliche Aspekte von Bedeutung – und dies aus Arbeitnehmer- als auch aus Arbeitgebersicht.

Wie bereits eingangs skizziert besteht das Problem bei der derzeitigen Struktur der Weiterqualifizierung darin, dass Mitarbeiter mit kleinen Kindern aufgrund zweiwöchiger Abstinenz von ihrem Wohnort alle sechs Wochen – und dies über einen Zeitraum von insgesamt 12 Monaten – die Maßnahme in der Regel nicht besuchen können. Entsprechend wichtig ist für eben diese Klientel bei Weiterqualifizierungsmaßnahmen über mehrere Tage hinaus die Nähe zum Wohnort, um sich vielleicht sogar zwischendurch um ihr(e) Kind(er) kümmern zu können oder zumindest allein eine Kinderbetreuung während der Arbeits- respektive Seminar-/Lernzeit zu benötigen. Ein Kriterium wäre also die (relative) Nähe zum Wohnort.

Ebenso bedeutsam ist der Bereich der Kompetenzentwicklung, muss man bedenken, dass von den Kompetenzen der Teilnehmer und ihrer Entwicklung der Lernerfolg abhängt.

Es lassen sich vier traditionelle Kompetenzbereiche unterscheiden beziehungsweise verfügt jede Person in unterschiedlicher Ausprägung darüber: Methoden-, Fach-, Selbst- und Sozialkompetenz.[3] Diese Bereiche beinhalten unter anderem – von Bedeutung für die vorliegende Problematik – Kompetenzen wie Problemlöseverhalten, Beurteilungsvermögen, Fachkenntnisse, Organisationsvermögen, Kommunikationsfähigkeit, Kooperationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Lernkompetenz, sowie als personale Kompetenzen Lernbereitschaft, Disziplin, Selbst-Management, Ganzheitliches Denken und als Aktivitätskompetenzen Mobilität, Belastbarkeit, Innovationsfreude.

Für Unternehmen sind vor allem Kostenargumente von großer Bedeutung und letztlich am Überzeugendsten, wenn es um die Entscheidungsfindung geht. Daher sollen beim Vergleich der drei angedachten Varianten sowohl wirtschaftliche als auch logistische Aspekte, die sich ebenfalls als Kosten darstellen, betrachtet werden, auch wenn sich die Kosten im Rahmen der vorliegenden Arbeit nicht quantifizieren lassen.

3. Varianten der Umstrukturierung der Weiterqualifizierung

Die aufgestellten Kriterien sollen dazu dienen die in ersten Überlegungen enstandenen drei Varianten der Umstrukturierung der Weiterqualifizierung mit Blick auf die eingangs erläuterte Problematik zu betrachten und eine Entscheidungshilfe zu bieten.

3.1 Weiterqualifizierung mit alternierendem Veranstaltungsort

Die kurzfristig und am unkomplizierstesten umzusetzende Maßnahme die Weiterqualifizierung kleinkinderfreundlicher zu gestalten, ist mit Sicherheit die Überlegung den Veranstaltungsort nicht mehr wie gehabt zentral zu legen, sondern alternierend in die Standorte, wo Mitarbeiter mit Kleinkindern arbeiten. Sofern besagte Seminarteilnehmer nur aus einem Standort des Unternehmens kommen, ist dies sicherlich die optimale Lösung, hat man jedoch Teilnehmer mit kleinen Kindern bespielsweise aus Hamburg und München oder sogar noch aus anderen Standorten, ist die Problematik nur teil- beziehungsweise zeitweise gelöst. So kann man zumindest immer einem (oder einigen) Teilnehmer(n) mit Kleinkindern entgegenkommen.

Für die Dozenten sollte der Wechsel des Veranstaltungsortes im Grunde nicht von Bedeutung sein, da sie bisher auch zu dem bislang zentral gelegenen Veranstaltungsort angereist sind sofern es nicht zufällig ihr Wohnsitz war. Eine Problemverlagerung würde sich ergeben, wenn auch sie kleine Kinder zu betreuen hätten.

Die Weiterqualifizierung wird regelmäßig als Präsenzunterricht durchgeführt, bevorzugte Sozialform ist der Frontalunterricht, begleitet durch Gruppenarbeiten und Diskussionen. Grundsätzlich sind solche Kompetenzen wie Problemlöseverhalten und Beurteilungsvermögen gefragt, wenn es darum geht, bestimmte (rechtliche) Sachverhalte zu bewerten. Ebenso gefordert sind die entsprechenden Fachkenntnisse, die fortlaufend während des Seminars erweitert werden. Des Weiteren scheinen personale Kompetenzen wie Lernbereitschaft, Disziplin, und Selbst-Management von Vorteil, wenn man sich quasi berufsbegleitend weiterqualifizieren will. Ebenso bedeutsam – sind Aktivitätskompetenzen in Form von Mobilität und Belastbarkeit, bedenkt man, dass man durch die Seminare häufig in andere Städte reisen muss und dort stets vierzehn Tage, abgesehen von den Wochenenden, in einer ungewohnten Umgebung verbringt.

[...]


[1] Als zentral gelegene Ort kommen Kassel, Fulda, Bad Hersfeld oder Göttingen in Frage.

[2] Blended Learning respektive hybrides Lernen ist eine Kombination verschiedener Lernformen - eLearning, also Lernen mittels elektronischer und digitaler Medien, ist immer miteinbezogen. So können beispielsweise einige Tage E-Learning einem Seminar vorangehen, sodass sich alle Teilnehmer bei Beginn des Seminars auf einem Kenntnisstand befinden.

[3] Inwiefern die Medienkompetenz als eigenständiger Kompetenzbereich oder als Facette der Fach- und Methodenkompetenz verstanden werden soll, ist im Sinne der Aufgabenstellung nicht zielführend.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Dezentralisierung der Weiterqualifizierung
Untertitel
E-Learning beziehungsweise Blended Learning als Lösung?
Hochschule
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig
Autor
Jahr
2011
Seiten
18
Katalognummer
V165459
ISBN (eBook)
9783640810963
ISBN (Buch)
9783640811205
Dateigröße
480 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
E-Learning, elearning, blended learning, Lernmethoden, Didaktik, PErsonalentwicklung, Organisationsentwicklung, Weiterbildung, Qualifizierung
Arbeit zitieren
Dr. rer. pol. Gero Birke (Autor:in), 2011, Dezentralisierung der Weiterqualifizierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165459

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Dezentralisierung der Weiterqualifizierung



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden