Anwendung einer Szenario-Analyse zum Thema "Tourismus im Schwarzwald"


Hausarbeit, 2009

15 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Sinn und Ablauf einer Szenarioanalyse

3 Szenarioanalyse des Tourismus im Schwarzwald
3.1 Seminarvorgehen zur Szenarioanalyse im Schwarzwald
3.2 Exemplarische Vorstellung von Schlüsselfaktoren
3.3 Reflexion der Szenarien

4 Seminarreflexion

5 Literaturverzeichnis

6 Eidesstattliche Versicherung

7 Anhang

1 Einleitung

Diese Hausarbeit entsteht aufgrund meines Studiums an der Leuphana Universität Lüneburg. Im Rahmen des Komplementärstudiums des Wintersemesters 2009/2010, besuchte ich ein Seminar mit dem Titel „Zukunft analysieren. Szenarien erstellen. Strategien ableiten: Klimawandel und Tourismus“ von Simon Burandt. In diesem Blockseminar wurde das Vorgehen einer Szenarioanalyse verdeutlicht. Wir sollten mithilfe dieses Seminares die Methoden und die Denkweisen einer Szenariotechnik kennen lernen und sie an dem Beispielthema des Seminars anwenden. Unsere Hauptfragestellung war, wie der Klimawandel sich auf das Umfeld und die zukünftige Entwicklung des Tourismus im Schwarzwald bis ins Jahr 2050 auswirkt. Für die Durchführung der Szenarioanalyse haben wir relevante Einflussfaktoren und Wechselwirkungen bestimmt, die komplexen Zusammenhänge der Faktoren herausgearbeitet sowie in eine spätere Zukunftsprojektion erstellt und bewertet.

2 Sinn und Ablauf einer Szenarioanalyse

Schon immer war die Zukunft ein wichtiges Thema, mit dem sich die Gesellschaft beschäftigt hat. Als Beispiele seien hier das Orakel von Delphi1 oder Nostradamus2 genannt. Die Zukunft kann natürlich nicht, wie früher angenommen, vorhergesagt werden, aber man kann sich systematisch damit beschäftigen, ohne sie exakt vorhersagen zu wollen (vgl. Reibnitz 1991, S. 10) Neben Trendforschung, Expertenbefragungen und Systemdenken gibt es eine weitere Methode der Zukunftsforschung. Sie nennt sich Szenarioanalyse. In einem Szenario werden plausible Vermutungen aufgestellt, wie nicht sichere Aspekte sich weiterentwickeln. Es ist ein Entwurf möglicher Zukunftsmodelle, der keine explizite Prognose liefert, sondern eine umfassende Beschreibung und Beurteilung mit spekulativem und intuitivem Charakter (vgl. Wolf, ohne Datum, S. 4). Den Ursprung der Szenarioanalyse findet man in den militärischen Strategien, doch schnell erkannten Unternehmen den Nutzen dieser Methode und setzen sie nun selbst für Unternehmenszwecke ein. Effizienzsteigerung, Zukunftssicherung eines Unternehmens, Entwicklung neuer Produkte, neue Standorte und Entwicklung und Anpassung von neuen Geschäftsmodellen sind nur einige Beispiele für die Anwendung von Szenarien. (vgl. Wolf, ohne Datum, S. 3)

Eine Szenarioanalyse ist eine nachvollziehbare Prognose über künftige Ereignisse (vgl. Martin Volkmann, 2000). Bei der Anwendung der Szenariotechnik werden Extremszenarios („Best Case Szenario“ - „Worst Case Szenario“) gleichwertig verfolgt, wie die typischen oder besonders relevanten „Trendszenarien“.

Erfolgreiche Anwendung hat die Szenariotechnik bereits in vergangener Zeit bei der Firma Shell gefunden, indem durch Anwendung einer Szenarioanalyse die Folgen der Ölkrise weitgehend abgewehrt wurden. In unserer heutigen Zeit gilt die Methode, Szenarien einzusetzen, als die herausfordernde Chance Unsicherheiten in der Zukunft zu bewältigen und ggf. geeignet darauf zu reagieren. Sehr viele Unternehmen und Organisationen setzen bereits mit Erfolg Szenarioanalysen ein (vgl Reibnitz, 1991, S. 12) Sie wollen „…die Verantwortlichen aufzurütteln, damit diese alles tun, um das Eintreten solcher Szenarien zu verhindern.“ ( Zit. Reibnitz, 1991, S. 12).

Oftmals werden Entwicklungen von Menschen und Unternehmen allerdings als sicher vorausgesetzt, weil Unsicherheiten ausgeblendet werden. In solchen Fällen entstehen klassische Fehlprognosen, die zwar das Problem erkennen, sich aber nicht systematisch damit auseinandersetzen. Oben genannte Chancen, der Unsicherheitenplanung sind verpasst und nicht vorbereitete Gefahren können drohen. Fehlprognosen waren z.B. die Einschätzung von Thomas Watson, dem Vorstandsvorsitzenden der IBM, im Jahre 1943, dass der Weltmarkt nur Raum für 5 Computer habe. Auch die Annahme von Sir Rootes (1945), der Volkswagen entspräche „ …in keiner Weise den elementarsten technischen Erfordernissen eines Automobils. Es [sei] zu hässlich und zu laut. Seine Produktion dürfte sich als glattes

Verlustgeschäft erweisen.“ (vgl. Seminarunterlagen, Datei: 01_EInfuehrung_Szenarioanalyse.pdf, Folie 11) stellte sich als Fehlprognose heraus.

Um genau solche Fehlprognosen zu vermeiden, eignet sich die Szenariotechnik zur Vorbereitung auf mögliche zukünftige Ereignisse.

„Szenarien sind konsistente, in sich plausible Entwicklungspfade. Um multiple Zukünfte repräsentativ abbilden zu können, werden in der Regel zwei, manchmal auch mehrere alternative Szenarien betrachtet.“

(Zitat: http://www.shell.com/home/content/deu/aboutshell/our_strategy/scenarios_2050/ Stand 14.Februar 2010)

Oftmals werden solche Szenarien in Form von Trichtern dargestellt. Das „Trendszenario“ befindet sich in der Mitte, unter der Annahme, dass die Umweltfaktoren stabil bleiben. Die positiven und negativen Entwicklungsmöglichkeiten der Umweltbedingungen werden in Form vom „Best-Case Szenario“ (oben) und dem „Worst-Case Szenario“ (unten) gebildet. unteren Rand des Trichters. So ist die breite Masse der möglichen Ereignisse berücksichtigt. Je weiter die Zeit von der Gegenwart entfernt ist, umso stärker sind die Ausprägungen der jeweiligen Szenarien.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Abbildung1 aus http://de.wikipedia.org/wiki/Szenario-Technik Stand: 21.12.2009)

Doch um diesen Trichter bilden zu können, müssen zunächst folgende Schritte gemacht werden.

In einer Phase 0 werden die zentralen Einflussfaktoren ermittelt. Hierzu zählt der gesamte Ist- Zustand eines Systems. Beziehungen zur Umgebung, Vernetzungen der Systeme mit der Umwelt, Einflussfaktoren, Stärken sowie Schwächen und Kreisläufe werden erfasst. Zudem werden Definitionen einzelner Begriffe gebildet. In einer Phase 1 werden hieraus dann die wichtigsten Faktoren ermittelt, die als Schlüsselfaktoren für die weitere Analyse der Szenarien dienen. Es sollten Aussagen über die Stärke der Abhängigkeiten von verschiedenen Einflussgrößen vorliegen, damit der Aussagegehalt der Szenarien optimiert werden kann Mit diesen Schlüsselfaktoren (künftig nur SF genannt) werden nun Zukunftsprojektionen gestaltet, in welchen geschätzt wird, wie sich der SF in der Zukunft entwickeln kann. Hier werden die verschiedenen SF auch miteinander vernetzt und auf ihre Abhängigkeit bzw. gegenseitige Beeinflussung eingegangen. Diese Phase 2 wird auch Szenario-Prognostik genannt. In der Phase 3 (Szenario Bildung) findet die eigentliche Szenariobildung statt. Es sollen schlüssige Zukunftsbilder visualisiert, verbalisiert und detailliert erarbeitet werden. Sie sollen bestimmte Zeitpunkte der Zukunft beschreiben. Die Schlüsselfaktoren bilden hierbei die wichtigen Eckpunkte der verschiedenen Ausprägungen. Auch mögliche Störereignisse müssen hier berücksichtigt werden. Phase 4 (Szenario-Transfer und Maßnahmenableitung) bietet Raum für eine strukturierte und auswertende Diskussion. Es sollen Maßnahmen vorbereitet werden, die bei Eintreten der einzelnen Szenarien den besten Lösungsweg erzielen. Die

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Abbildung 2, aus Wolf, ohne Datum, S. 14)

Entscheidungsprozesse von Unternehmen sollen hier maßgeblich erleichtert werden, so dass entwickelte Leitstrategien für die einzelnen Szenarien (seien sie gewünscht oder nicht gewünscht) den Unternehmen in den zukünftig eintretenden Situationen helfen. Schwierig ist diese Erarbeitung von Strategien, da viele Faktoren berücksichtigt werden müssen (vgl. Wolf, ohne Datum, S. 16 ff.). Detaillierte Infos zu den einzelnen Schritten in den Phasen auch in Reibnitz ,1991, Kap 3.2. zu finden (vgl. Reibnitz, 1991, S. 30- 70).

3 Szenarioanalyse des Tourismus im Schwarzwald

3.1 Seminarvorgehen zur Szenarioanalyse im Schwarzwald

In kleinen Gruppen bereiteten wir Phase 0 vor, indem wir die wichtigsten Themenfelder für den Tourismus im Schwarzwald präsentierten. So hatte das ganze Seminar den gleichen Input.

[...]


1 Das Orakel von Delphi war eine berühmte griechische Pilger - und Weissagungsstätte des antiken Griechenlands. Das Orakel von Delphi war die wichtigste Kultstelle der hellenistischen Welt. Sie galt lange Zeit sogar als Mittelpunkt der Welt (aus Marion Giebel: Das Orakel von Delphi. Geschichte und Texte Stuttgart 2001)

2 „Nostradamus ist bekannt für seine in Versen verschlüsselten Prophezeiungen, die bis ins Jahr 3797 wesentliche, im jeweiligen Jahr stattfindende Ereignisse beinhalten. Diese zum größten Teil düsteren Voraussagen, die sich sowohl auf herausragende Menschen als auch auf Erfindungen, kirchliche oder weltliche Veränderungen und politische Prozesse beziehen, liegen in stark verschlüsselter Form vor, die sich dem oberflächlichen Leser nicht ohne weiteres erschließt.“ (Zit. Schlüter, Hauke H., aus: Chip, 08.1995)

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Anwendung einer Szenario-Analyse zum Thema "Tourismus im Schwarzwald"
Hochschule
Universität Lüneburg
Autor
Jahr
2009
Seiten
15
Katalognummer
V165480
ISBN (eBook)
9783640816668
ISBN (Buch)
9783640820382
Dateigröße
1401 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
anwendung, szenario-analyse, thema, tourismus, schwarzwald
Arbeit zitieren
Carola Willner (Autor), 2009, Anwendung einer Szenario-Analyse zum Thema "Tourismus im Schwarzwald", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165480

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