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Günter Kunerts Berlin (Gedichtsvergleich)

Title: Günter Kunerts Berlin (Gedichtsvergleich)

Term Paper , 2002 , 16 Pages , Grade: 2

Autor:in: Philipp Schaubruch (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

„Ein Hellseher, der heute kein Schwarzseher ist, ist kein richtiger Hellseher. Das ist mein
Prinzip1“, so äußerte sich Günter Kunert an seinem 70. Geburtstag zu seiner Biographie.
Als ein hellsichtiger und radikaler Skeptiker wird Günter Kunert denn auch so bezeichnet,
als illusionsloser Betrachter deutscher Geschichte und deutscher Mentalitäten, „Als
ein deutscher Lyriker mit Verstand“2, so Reich-Ranicki.
Er ist einer der bekanntesten deutsch-deutschen Lyriker, Essayisten und Verfasser der
deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Der äußerst produktive Autor schreibt seit 1950
literarische Werke der verschiedensten Gattungen, Texte für das Radio, Beiträge für Film
und Fernsehen, Opernlibretti, essayistische und erzählende Prosa sowie natürlich Gedichte
aller Art. Seine Werke wurden weltweit übersetzt. Die Aufmerksamkeit und die Popularität,
die das Schaffen Kunerts geweckt hat wurde 1999 von Kurt Drawert zusammengefasst.
„Kunert ist, anders als Autoren, die nur im genuinen Ton ihrer Literatur auskunftsfähig
sind, ein Zeitzeuge, ein Chronist der laufenden Ereignisse. Diese zweifache Möglichkeit,
den poetischen, um die ästhetische Wahrheit kreisenden Ton ebenso zu finden wie den
analytischen, hat ihren Grund in einem Bewusstsein, das in der besten Tradition der Aufklärung
steht. Und das Wesen der Aufklärung, ihr kreatives Potential, ist die Kritik. Diese
Skepsis aber und begründete Furcht vor allen Verformungen im Zeitalter einer radikalen
Technokratie haben ihm immer wieder den Vorwurf eingebracht, ein Prophet des Untergangs
zu sein.“3
Kunert, der seine Kindheitserfahrungen im Hinblick auf die Jahre der Naziverfolgung,
als „staatlich verpfuscht“4 beschreibt, steht heute für eine Person der jüngsten Geschichte,
die sich stets auch kritisch gegenüber Themen aller Art zeigte. Dies offenbarte sich
vor allem in seiner zunehmend distanzierter werdenden Stellung zu den gesellschaftspolitischen
und sozialen Entwicklungen der DDR, die schließlich auch zu seiner Ausreise
führten.
[...]

1 Die Welt, 6.3.1999, Keiner weiß, was er noch schreiben soll, Günter Kunert zum 70., Literarische Welt S.18
2 Sekundärquelle: http://www.kurtschwaen.de/kuenstler/kuenstler.htm (02.10.2002)
3 Neue Zürcher Zeitung vom 06.03.1999 / Kurt Drawert: Was überdauert, ist Poesie, Günter
Kunert wird 70.
4 Radiointerview: SWR2, Günter Kunert interviewt von Peter Köster, (11.11.2001) (Internetquelle)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Lebensumstände und Entwicklung des Autors

2. Berlin bis zur Ausreise in die BRD

2.1 Analyse „Berlin“

3. Berlin 1990

3.1 Analyse „Metropolis“

4. Vergleich

4.1 Folgerung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung Berlins im lyrischen Werk von Günter Kunert, wobei der Fokus auf der literarischen Auseinandersetzung mit der Stadt vor und nach der Ausreise des Autors in die BRD liegt. Zentral ist dabei die Frage, wie Kunert seine persönlichen traumatischen Erfahrungen und sein distanziertes Verhältnis zur gesellschaftspolitischen Entwicklung in seinen Gedichten verarbeitet und welche Rolle die Stadt dabei als Projektionsfläche für seine existenzialistische Skepsis spielt.

  • Biografischer Einfluss auf Kunerts Werkentwicklung
  • Die Stadt als Zeichensystem und Symbol für Apokalypse
  • Vergleichende Analyse der Gedichte „Berlin“ und „Metropolis“
  • Wandel der Berlin-Perspektive nach dem Mauerfall
  • Literarische Verarbeitung von Identitätsverlust und Entfremdung

Auszug aus dem Buch

3.1 Analyse „Metropolis“

Metropolis, geschrieben 1990, veröffentlicht im Lyrikband „Fremd Daheim“ stellt die literarische Bearbeitung Kunerts seiner „neuen“ Heimat dar. Die Distanz, die Kunert in diesem Titel zu seinem Verhältnis als deutscher Dichter in Deutschland aufbaut, deutet auf seine eher kontroverse Beziehung zu Deutsch und Deutschland im Allgemeinen hin. Von vielen Kritikern wurde „Fremd Daheim“ als inhaltlich und formal am äußersten Grad der Perfektion der Kunertschen Dichtung aufgefasst. Yu Gu bezeichnete in ihrer Dissertation die Berliner Gedichte als Gegenpole von Krieg und Tod, Untergang und Zukunftslosigkeit. Weiterhin beschreibt sie Berlin als emblematisches Zeichensystem Kunerts, das außerhalb jeder Nostalgie oder sentimentaler Heimatdichtung liegt. Berlin steht als Wahrzeichen und Sinnbild in der emblematischen Darstellung Kunerts somit eher für seine traumatischen Erfahrungen in seiner Kindheit als für verklärte Abbilder einer zusammenwachsenden Stadt.

Formal präsentiert sich „Metropolis“ wieder als in freiem Rhythmus geschrieben mit aufeinander folgenden Enjambements. In nur einem Vers beschreibt Kunert die „Metropolis" als Symbol für alle Städte. Das Prinzip des Paradoxons setzt sich bis zum Ende des Gedichtes durch. Er zeichnet ein Gegenbild der Stadt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Leben und Werk Günter Kunerts ein und beleuchtet seine Rolle als skeptischer Chronist der Zeitgeschichte sowie die zentrale Bedeutung Berlins für sein literarisches Schaffen.

1.1 Lebensumstände und Entwicklung des Autors: Hier werden die biografischen Hintergründe Kunerts, insbesondere seine Kindheit unter dem Nationalsozialismus und seine spätere Entwicklung in der DDR, detailliert dargestellt.

2. Berlin bis zur Ausreise in die BRD: Das Kapitel thematisiert die traumatische Prägung der Stadt durch den Krieg und Kunerts wachsenden Verlust der Utopie in der DDR.

2.1 Analyse „Berlin“: Diese Sektion bietet eine tiefgehende Interpretation des Gedichts „Berlin“ (1979) und untersucht dessen apokalyptische Züge sowie das Thema der Stadt als „Nekropole“.

3. Berlin 1990: Hier wird Kunerts Sicht auf die Stadt nach der Wende und dem Mauerfall sowie seine damit verbundene geographische und gedankliche Distanz beleuchtet.

3.1 Analyse „Metropolis“: Eine Analyse des Gedichts „Metropolis“ (1990), welches die Stadt als Labyrinth und leblose Struktur thematisiert.

4. Vergleich: In diesem Kapitel werden die Gedichte „Berlin“ und „Metropolis“ gegenübergestellt, um Parallelen und Unterschiede in Kunerts Wahrnehmung der Stadt aufzuzeigen.

4.1 Folgerung: Das Abschlusskapitel resümiert die Entwicklung von Kunerts Berlin-Perspektive und hält fest, dass Kritik und gesellschaftlicher Appell zentrale Momente seiner Lyrik bleiben.

Schlüsselwörter

Günter Kunert, Berlin, Großstadtlyrik, Gedichtanalyse, Nachkriegsliteratur, Entfremdung, Existenzialismus, Metropolis, Mauerfall, Abtötungsverfahren, Lyrik, Stadtbild, Erinnerung, Vergangenheitsbewältigung, Zeitzeuge.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die literarische Darstellung der Stadt Berlin in den Gedichten von Günter Kunert, insbesondere unter dem Aspekt der Veränderung seiner Wahrnehmung vor und nach seiner Ausreise in die BRD.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert auf Themen wie Identitätsverlust, die Stadt als Labyrinth oder „Nekropole“, die Verarbeitung von Kindheitstraumata, den Einfluss der DDR-Geschichte auf den Lyrikstil sowie den Prozess der Entutopisierung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kunert seine subjektiven Erfahrungen und die gesellschaftlichen Veränderungen in Berlin durch seine Schreibweise und die metaphorische Darstellung der Stadt in zwei zentralen Gedichten literarisch verarbeitet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine werkimmanente Interpretationsmethode, ergänzt durch die Analyse biografischer Hintergründe sowie den Vergleich zweier spezifischer Gedichte, um literaturwissenschaftliche Aussagen abzuleiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine biografische Einordnung des Autors, eine detaillierte Analyse der Gedichte „Berlin“ (1979) und „Metropolis“ (1990) sowie einen vergleichenden Abschnitt, der die Entwicklung der Berlin-Perspektive des Autors beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind Günter Kunert, Berlin, Großstadtlyrik, Entfremdung, Existenzialismus, Vergangenheitsbewältigung und literarische Stadtbetrachtung.

Warum bezeichnet Kunert Berlin in manchen Gedichten als „Nekropole“?

Diese Metapher reflektiert Kunerts traumatische Erfahrungen mit der Zerstörung der Stadt, seine Skepsis gegenüber der Nachkriegs-Stadtplanung und sein Gefühl des endgültigen Verlusts seiner kindlichen Stadtutopie.

Wie verändert sich die Darstellung Berlins nach 1990?

Während Berlin in früheren Werken als apokalyptischer, „eingemauerter“ Raum erscheint, wird es 1990 in „Metropolis“ als „unentflechtbares Labyrinth“ dargestellt, wobei der Autor eine stärkere Distanz zur neuen Realität einnimmt.

Excerpt out of 16 pages  - scroll top

Details

Title
Günter Kunerts Berlin (Gedichtsvergleich)
College
University of Constance  (Literaturwissenschaften)
Course
Großstadtlyrik
Grade
2
Author
Philipp Schaubruch (Author)
Publication Year
2002
Pages
16
Catalog Number
V16548
ISBN (eBook)
9783638213721
Language
German
Tags
Günter Kunerts Berlin Großstadtlyrik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Schaubruch (Author), 2002, Günter Kunerts Berlin (Gedichtsvergleich), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16548
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