Der Zweite Weltkrieg endete mit der Unterzeichnung der bedingungslosen
Kapitulation Deutschlands durch Generalfeldmarschall Keitel, Generaloberst
Stumpff und Generaladmiral Friedeburg in Berlin- Karlshorst.
Als Sieger stand eine Allianz zwischen der USA, Großbritannien und der
Sowjetunion fest. Wobei zwei nichteuropäischen Mächte über die Zukunft
Deutschland mitzuentscheiden hatten. Sowohl die USA unter der Führung
Roosevelts wie Stalins diktatorisch regierte Sowjetunion wußte, daß die
Niederlage Deutschland zwar ein Kampf-, jedoch kein Kriegsziel darstellte.
Die Frage nach der Zukunft Europas, unter Vertretung der eigenen Interessen,
mußte noch geklärt werden. Die Entwicklung des Kontinents Europas, der
noch wenige Jahre zuvor die Leitfäden der Welt bestimmt hatte, lag in den
Händen dieser gegensätzlichen Weltmächte.
In Berlin stehen sich die Westmächte und die Sowjetunion so unmittelbar
gegenüber, wie sonst nirgendwo auf der Welt und schon Lenin sagte, daß jener
Europa und die Welt hält, der Berlin hält. Dies sollte der primäre weltpolitische
Hintergrund der permanenten Berliner Krise sein.
Die erste Berlinkrise, im Jahre 1948/ 49 wird als das erste Machtmessen
zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Sowjetischen Republik
angesehen und somit als erste massive Konfrontation dieser beiden Ideologien,
die erste Schlacht des Kalten Krieges1.
1. Der Begriff „Kalter Krieg“ wurde von dem amerikanischen Publizisten Walter Lippmann in
einem Artikel von 1947 geprägt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Die Zukunft Europas
a. Pläne der USA
b. Pläne Großbritanniens
c. Pläne Frankreichs
d. Pläne der Sowjetunion
2. Hintergründe
3. Konfliktursachen
4. „Kleine“ Berlin- Blockade
5. Die Großblockade
6. Handlung der Westmächte
7. Das Einlenken
8. Teilung Berlins
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die historische Entwicklung und die Hintergründe der ersten Berlinkrise in den Jahren 1948 und 1949, welche als eine der ersten massiven Konfrontationen zwischen den USA und der Sowjetunion den Beginn des Kalten Krieges markiert. Ziel der Untersuchung ist es, die Interessenlagen der beteiligten Siegermächte und die daraus resultierenden politischen Spannungen darzulegen, die schließlich zur Blockade und zur administrativen Teilung der Stadt führten.
- Interessen und Pläne der Siegermächte (USA, Großbritannien, Frankreich, Sowjetunion) zur Nachkriegsordnung.
- Ursachen des Konflikts, insbesondere im Kontext der Währungsreform.
- Verlauf der „kleinen“ Berlin-Blockade und der totalen Großblockade.
- Die Reaktion der Westmächte und die Etablierung der Luftbrücke als politisches und logistisches Instrument.
- Die langfristigen Folgen der Krise, insbesondere die politische Teilung Berlins.
Auszug aus dem Buch
Die Zukunft Europas
Der amerikanische Finanzminister Morgenthau entwickelte 1944 ein Programm, das vorsah, daß Deutschland, durch großen Gebietsabtrennungen und Beseitigung der Industriekapazitäten, gehindert werden sollte, weitere Kriege zu beginnen. Die Fläche welche nach der Gebietsabtrennung von Deutschland übrig blieb sollte wiederum in zwei unabhängige Agrarstaaten aufgeteilt werden. Die Amerikanische Nachkriegspolitik hingegen, vertreten von dem damaligen Präsidenten Roosevelt und seinem Staatssekretärs Cordell Hull, war der Ansicht, daß die Aufteilung Europas in regionale Bündnisse nur zu einer abermaligen Aufteilung der Welt in Einflußsphären führen würde. Diese Aufteilung würde wieder als „Sprengsatz“ für neue Kriege dienen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Zukunft Europas: Untersucht die unterschiedlichen strategischen Vorstellungen und Nachkriegspläne der USA, Großbritanniens, Frankreichs und der Sowjetunion bezüglich Deutschlands.
2. Hintergründe: Beschreibt die völkerrechtlichen Rahmenbedingungen der Besatzungszonen und die Etablierung der gemeinsamen Verwaltung in Berlin durch die Alliierten.
3. Konfliktursachen: Analysiert die wachsenden Spannungen zwischen den Westmächten und der Sowjetunion, insbesondere durch die wirtschaftliche Zusammenarbeit in den Westzonen und die Währungsreform.
4. „Kleine“ Berlin- Blockade: Beleuchtet die ersten sowjetischen Störversuche im Güterverkehr, die der eigentlichen Blockade vorausgingen.
5. Die Großblockade: Dokumentiert die vollständige Abriegelung der Westsektoren durch die Sowjetunion und die offizielle Begründung dieser Maßnahme.
6. Handlung der Westmächte: Beschreibt den Entscheidungsprozess in den USA für den Verbleib in Berlin und die Organisation der Luftbrücke als Gegenreaktion.
7. Das Einlenken: Erläutert das Scheitern der Blockade und die Wiederaufnahme von Verhandlungen, die zur Beendigung der Krise führten.
8. Teilung Berlins: Analysiert die administrativen und politischen Konsequenzen, die Berlin als geteilte Stadt etablierten und den Beginn der deutschen Teilung einläuteten.
Schlüsselwörter
Berlinkrise, Kalter Krieg, Alliierte, Blockade, Luftbrücke, Währungsreform, Besatzungszonen, Sowjetunion, USA, Teilung Berlins, Containment-Politik, Nachkriegsordnung, Westmächte, Bizone.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die erste Berlinkrise von 1948 bis 1949 als zentrale Zäsur im beginnenden Kalten Krieg und als ersten großen machtpolitischen Konflikt zwischen den USA und der Sowjetunion.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen sind die gegensätzlichen Deutschlandpläne der Alliierten, die Ursachen der Blockade, der Verlauf der Luftbrücke und die daraus resultierende politische Spaltung Berlins.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Dynamik der Krise nachzuvollziehen und aufzuzeigen, warum die Blockade letztlich zur Teilung der Stadt führte, anstatt die Westmächte zum Rückzug zu bewegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von Fachliteratur und Dokumenten zur Deutschlandpolitik der Nachkriegsjahre basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch von den unterschiedlichen Zukunftsplänen Europas nach 1945 über die Konfliktursachen (Währungsreform) bis hin zur direkten Konfrontation in der Blockade und den Reaktionen der Westmächte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Berlinkrise, Kalter Krieg, Luftbrücke, Währungsreform und die alliierte Besatzungspolitik charakterisieren.
Wie reagierte die Sowjetunion auf die Währungsreform?
Die Sowjetunion betrachtete die Einführung der neuen Währung als Bruch des Potsdamer Abkommens und reagierte mit der vollständigen Blockade der Land- und Wasserwege zu den Westsektoren Berlins.
Welche Rolle spielte der "Baby Airlift" in diesem Konflikt?
Der "Baby Airlift" (oder "kleine Luftbrücke") war eine erste kurzfristige Maßnahme zur Versorgung der in Berlin eingekesselten Garnisonen während der frühen Störphase im März 1948.
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- Luca Bonsignore (Author), 2000, Die Berlinkrise von 1948-1949, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16552