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Lupercalia - Ein altrömisches Fest

Eine Analyse des römischen Lupercalienfestes, basierend auf den altrömischen Quellen, sowie ein kurzer einführender Überblick

Title: Lupercalia - Ein altrömisches Fest

Term Paper , 2010 , 23 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Oliver Jäger (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

Die Lupercalia gehört zu den umstrittensten Themen im Bereich der römischen Religion. Die vorliegende Arbeit soll einen kurzen Überblick über das Thema verschaffen und den Zweck des Festes diskutieren.
Plutarch beschreibt den Ablauf des Festtages am ausführlichsten, im Werk Ovids wird ein möglicher Ursprungsmythos aufgezeigt. Der Zweck des Festes wurde bereits auf vielfache Weise untersucht. Der Weg über die etymologische Entwicklung des Namens sowie die Interpretation der Quellen sind lediglich Versuche ohne ein eindeutiges Ergebnis, zumal die Quellen nicht vollständig erhalten sind und auch die antiken Autoren nicht wussten, woher die Riten und Traditionen stammten und deshalb Mutmaßungen anstellten. Viele Probleme sind in der modernen Literatur umstritten, so auch die Frage, wer die Luperci waren oder wo genau die „heilige Grotte“, die Lupercal, lag.
Christoph Ulf, auf dessen Untersuchung über die Lupercalia ich Bezug nehmen werde, hat versucht das Fest genau zu erfassen. Allerdings gibt es auch in seiner Analyse Unstimmigkeiten, wie z.B. Binder zeigt.
Der Ablauf des Festes, die mutmaßlichen Namenspatrone und die beteiligten Akteure sollen am Anfang vorgestellt sowie die Konstellationen näher erläutert werden. Des Weiteren stütze ich mich auf die symbolische Deutung der einzelnen Abläufe und der vorkommenden Akteure. Die verschiedenen Deutungsrichtungen sollen nebeneinandergestellt und die jeweiligen Argumente (pro und contra) herausgearbeitet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Ablauf des Festtages

2. Symbolik

2.1 Bock

2.2 Wolf

2.3 Blut

2.4 Milch

3. Vorgeschichte und Götterglauben

4. Der Raub der Sabinerinnen

5. Diskussion

5.1 Die Lupercalia als Fruchtbarkeitsfest

5.1.1 Opfer, Blutzeremonie, Riemenverfertigung

5.1.2 Der Umlauf

5.1.3 Das Mahl

5.1.4 Betrachtung

5.2 Die Lupercalia als Initiationsritus

5.2.1 Das Opfer

5.2.2 Die Blutzeremonie

5.2.3 Riemenverfertigung und Umlauf

5.2.4 Das Mahl

5.2.5 Betrachtung

5.3 Die Lupercalia als Hirtenfest

5.3.1 Das Opfer

5.3.2 Blutzeremonie und Riemenverfertigung

5.3.3 Der Umlauf

5.3.4 Das Mahl

5.3.5 Betrachtung

5.4 Die Lupercalia als Inszenierung des Gründungsmythos

5.4.1 Das Opfer

5.4.2 Die Blutzeremonie

5.4.3 Die Riemenverfertigung

5.4.4 Der Umlauf und das Mahl

5.4.5 Betrachtung

5.5 Die Lupercalia als Reinigungs- und Sühnekult

5.5.1 Das Opfer

5.5.2 Die Blutzeremonie

5.5.3 Riemenverfertigung und Umlauf

5.5.4 Das Mahl

5.5.5 Betrachtung

5.6 Das Hundeopfer

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert das römische Lupercalienfest durch eine kritische Untersuchung antiker Quellen und moderner Forschungsthesen. Das primäre Ziel besteht darin, den Zweck und die funktionale Bedeutung der Riten vor dem Hintergrund ihrer etymologischen und mythologischen Entwicklung zu klären, wobei insbesondere die verschiedenen Deutungsansätze, wie Fruchtbarkeitsritus, Initiationsritus oder Inszenierung des Gründungsmythos, kritisch nebeneinandergestellt und bewertet werden.

  • Strukturelle Analyse der einzelnen Festbestandteile (Opfer, Blutzeremonie, Riemenverfertigung, Umlauf, Mahl)
  • Symbolische Bedeutung von Akteuren und rituellen Objekten (Bock, Wolf, Blut, Milch)
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen den Lupercalien und dem Gründungsmythos Roms
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Forschungsliteratur (z. B. Christoph Ulf, Thomas Köves-Zulauf)
  • Diskussion der Unstimmigkeiten bei der Interpretation des Hundeopfers und der Identität der Luperci

Auszug aus dem Buch

5.1 Die Lupercalia als Fruchtbarkeitsfest

Weshalb sich die Frauen Fruchtbarkeit durch die Schläge der Jünglinge erhofften, findet sich in den Fasti. Romulus klagte, dass die geraubten Sabinerinnen nur Unglück brächten. Männer und Frauen zogen daraufhin zu einem Hain der Juno. Dieser lag am Fuß des Esquilin, einem der sieben Hügel Roms. Bei Ovid allerdings heißt es: „Unten am Fuße des Berges Esquilin stand, etliche Jahre Unbehauen, ein Hain, Juno der großen, geweiht.“ Dass er den Esquilin hier als Berg bezeichnet, könnte auf die Bedeutung des Hügels als Teil dieser Geschichte hindeuten. Die Gruppe flehte Juno an und diese soll geantwortet haben:

„<< In die italischen Mütter soll eingehn der heilige Geißbock! >>“ Nur ein Augur, eine Art Priester, der eigentlich für die so genannten Auspizien, die Vogelschau, verantwortlich ist, soll der einzige gewesen sein, der wusste was zu tun war. Sofort schlachtete er einen Bock, schnitt aus dessen Haut Riemen und schlug den anwesenden Frauen mit den Lederriemen auf den Rücken. Dies sollte nicht nur die Fruchtbarkeit erhöhen, sondern zugleich auch eine leichtere Geburt ermöglichen.34

Bei dieser Art der Deutung muss man die ersten drei Schritte zusammenziehen, wobei der Teil der Blutzeremonie nur symbolischen Charakter besitzt. Die Berührung der Jünglinge mit dem blutigen Messer soll ihnen für den Umlauf möglicherweise zusätzliche „fruchtbarkeitsfördernde“ Kraft verleihen. Die Milch in Kombination mit der Wolle repräsentiert in diesem Fall die werdenden Mütter und deren Fürsorge um die Säuglinge.

Das Lachen der Jünglinge deutet Köves-Zulauf als Ende der Geburt.35

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung umreißt die Umstrittenheit der Lupercalia in der römischen Religion und stellt die Forschungsintention dar, den Zweck des Festes anhand antiker Quellen und unter Einbeziehung des Forschungskonsenses zu untersuchen.

1. Der Ablauf des Festtages: Dieses Kapitel liefert eine grundlegende Beschreibung der Riten, gegliedert in zwei Hauptteile (Opferteil und Umlaufteil) sowie fünf Einzelschritte, basierend auf der Übersicht von Thomas Köves-Zulauf.

2. Symbolik: Hier wird die tiefere Bedeutung zentraler ritueller Symbole wie des Bocks, des Wolfs, des Blutes und der Milch expliziert, um eine Basis für die spätere argumentationstheoretische Diskussion zu schaffen.

3. Vorgeschichte und Götterglauben: Dieses Kapitel bettet das Fest in den breiteren Kontext des römischen Glaubens ein, insbesondere unter Bezugnahme auf den Gründungsmythos von Romulus und Remus und die Rolle der beteiligten Götter wie Mars und Faunus.

4. Der Raub der Sabinerinnen: Es wird die historische und mythologische Einordnung des Sabinerinnenraubs als motivgebendes Ereignis für die Etablierung römischer Institutionen und der Lupercalia analysiert.

5. Diskussion: Das Kernkapitel diskutiert kritisch verschiedene Forschungshypothesen zur Deutung der Lupercalia (Fruchtbarkeitsfest, Initiationsritus, Hirtenfest, Gründungsmythos, Sühnekult) und untersucht das spezifische Problem des Hundeopfers.

6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung zieht ein Fazit über die Vielschichtigkeit des Festes und favorisiert eine Symbiose aus Fruchtbarkeitsritus und Gründungsmythos als wahrscheinlichste Deutungsgrundlage.

Schlüsselwörter

Lupercalia, Römische Religion, Fruchtbarkeitsfest, Luperci, Gründungsmythos, Romulus und Remus, Opferritual, Blutzeremonie, Initiationsritus, Faunus, Mars, Sabinerinnenraub, Symbolik, Antike Quellen, Kultgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das antike römische Lupercalienfest, um dessen Zweck und die rituellen Abläufe durch die Untersuchung historischer Quellen und moderner wissenschaftlicher Deutungen besser zu verstehen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Schwerpunkte sind die rituellen Handlungen, die symbolische Bedeutung der verwendeten Tiere und Stoffe sowie die mythologische Einbettung des Festes in die römische Stadtgründungsgeschichte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die verschiedenen, oft widersprüchlichen Interpretationen der Lupercalia (wie Fruchtbarkeits- oder Initiationsritus) kritisch gegenüberzustellen und die wahrscheinlichste Deutung für die Festinhalte zu finden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse antiker Primärquellen (insb. Ovid, Plutarch, Livius) sowie die Auseinandersetzung mit der modernen altertumswissenschaftlichen Forschungsliteratur, um die Riten zu dekonstruieren und neu zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der Festbestandteile, die symbolische Deutung der Zeremonien sowie eine ausführliche Diskussion der verschiedenen theoretischen Interpretationsansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Lupercalia, Fruchtbarkeitsritual, Gründungsmythos, Luperci, Symbolik, Mars, Faunus und das römische Opferwesen.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Hundeopfers?

Das Hundeopfer wird als Besonderheit hervorgehoben, die bei den gängigen Deutungsmodellen Schwierigkeiten bereitet; der Autor schlägt vor, es entweder als symbolische Abwehr von Wölfen oder als Verehrung der Wölfin zu interpretieren.

Welche Bedeutung kommt dem Lachen der Jünglinge zu?

Das Lachen wird je nach Deutungsrahmen unterschiedlich interpretiert: Es steht entweder für den Abschluss eines Geburtsvorgangs, den Triumph über den Tod oder die Vergebung einer Tat.

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Details

Title
Lupercalia - Ein altrömisches Fest
Subtitle
Eine Analyse des römischen Lupercalienfestes, basierend auf den altrömischen Quellen, sowie ein kurzer einführender Überblick
College
University of Leipzig  (Historisches Seminar)
Course
Römische Religion
Grade
2,0
Author
Oliver Jäger (Author)
Publication Year
2010
Pages
23
Catalog Number
V165583
ISBN (eBook)
9783640813094
ISBN (Book)
9783640813179
Language
German
Tags
lupercalia fest eine analyse lupercalienfestes quellen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Jäger (Author), 2010, Lupercalia - Ein altrömisches Fest, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165583
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