Das freie, nichtkommerzielle Radio


Hausarbeit, 2005

19 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte und Entstehung des Freien Radios

3. Unterschiede zwischen den freien und den etablierten Radiosendern
3.1 Merkmale des Freien Radios
3.2 Mehrseitige Beziehung zwischen Sender und Empfänger
3.3 Ziele des Freien Radios
3.4 Themen des Freien Radios
3.5 Art und Weise der Kommunikation bei dem Freien Radio

4. Radiotheorie von Bertolt Brecht

5. Medientheorie von Enzensberger

6. Beispiele für Freies Radio - Freies Radio Naumburg

7. Zusammenfassung

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der wissenschaftlichen Arbeit wird das Thema über das Freie Radio dargelegt. Diese Arbeit hat das Ziel eine Darstellung zu schaffen, was genau ein freies Radio ist, wie ein solches Radio funktioniert, inwieweit sich das freie Radio von den öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen Radiosendern unterscheidet. Zu Beginn werde ich auf die Geschichte und Entstehung des freien Radios eingehen. Im Anschluss werden seine Merkmale, Ziele, Forderungen und Themen erläutert und dargelegt. Ein wichtiger Punkt wird noch erwähnt und analysiert und nämlich die Art und Weise der Kommunikation bei dem freien Radio. Ich werde die Radiotheorie von Bertolt Brecht und Enzensberger darstellen und in Bezug auf das freie Radio analysieren. Aufbauend auf diesen allgemeinen Angaben zum freien Radio, stelle ich ein Beispiel für freies Radio. Ich werde Freies Radio Naumburg präsentieren und auf dessen Geschichte, Ziele, Themen und Programmstruktur konkret eingehen. Dieses konkrete Beispiel wird uns die Möglichkeit geben einen Blick darauf zu ziehen wie ein freies Radio in der Wirklichkeit umgesetzt wird. Zum Schluss fasse ich die wesentlichen Thesen zusammen und ich gebe noch mal präzise Antwort auf die Kernfragen des Themas.

2. Geschichte und Entstehung des Freien Radios

In den USA entstanden schon Anfang des 20. Jahrhunderts die nichtkommerziellen Radios auch „Community Radios“ oder „Public Radios“ genannt in einer engen Verbindung mit dem kommerziellen Rundfunksystem. In Deutschland wurden ebenfalls ab dem 20. Jahrhundert freie Radios gegründet. In den 70er Jahren, vor allem in den 80er Jahren entstanden illegal sendende Radios, sogenannte Piratenradios, die sich selbst als freie Radios bezeichneten und einen politisch-parzipatorischen Anspruch besaßen. Hierzu gehörte auch Radio Verte Fressenheim. Andere Piratensender waren beispielweise Radio Freies Wendland, Radio Utopia, Radio Pflasterstein und Radio Schlappmaul. Einer der ersten bundesdeutschen politischen Piratensender war 1975 der Piratensender Unfreies Westberlin, dessen Ziel darin bestand, bisher „unterdrückte oder verfälschte Nachrichten an die Öffentlichkeit zu bringen“ (Pinseler 2001, S. 370). Allerdings hatten die Piratenradios meist nur eine kurze Lebensdauer und nur wenige von denen sendeten über eine längere Zeitspanne.

Der in den 80er Jahren entstehende private Rundfunk führte dazu, dass nun auch in Deutschland die entsprechenden medienrechtlichen Voraussetzungen zur Zulassung des nichtkommerziellen lokalen Rundfunks geschaffen wurden. In Deutschland entwickelten sich die freien Radios in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhundert als „Medien der Gegenöffentlichkeit“ (Pinseler 2001, S.371) und wurden auch als alternativen Radios bezeichnet. Laut Kleinsteuber (1991) gelten als Vorläufer der bundesdeutschen freien Radios, die radios libres, die in Italien bereits seit 1975 bestanden. Für die Wahrnehmung der italienischen freien Radiosender in der Bundesrepublik spielten die „politisierten“ Radios – Radio Alice in Bologna und Radio Popolare Milano eine bedeutsame Rolle. Diese Sender füllten das Radioprogramm nicht nur mit anderen Inhalten, sondern sie brachen sozusagen den Prinzipien wie bis dahin Radio gemacht wurde. Diese Sender hatten Ziele, die sie folgten. Die wichtigsten Ziele dieser Radios waren erstens die kollektive Produktion der Sendungen und die Selbstorganisation des Senders, zweitens der freie Zugang für Betroffene zum Radio und drittens die Unvermitteltheit der Kommunikation.

In Deutschland steht die Entwicklung nichtkommerzieller Lokalradios in einem engen Zusammenhang mit der Entstehung der sogenannten neuen sozialen Bewegungen, der Anti-Atom-, der Ökologie-, der Friedensbewegung und mehrere alternativer Bürgerbewegungen. Wie schon erwähnt, in den 70er und 80er Jahren wollten die freie Radios Medien der Gegenöffentlichkeit sein. Sie wollten unterdrückten Nachrichten verbreiten, solche Meldungen, die in den öffentlich-rechtlichen Medien nicht zu hören waren.

In den 90er Jahren aber kam das Konzept der Gegenöffentlichkeit immer mehr in die Kritik. Freie Radios müssten sich hingegen das Recht nehmen zu senden, ohne sich an den bürgerlichen Medien zu orientieren und ständig zu korrigieren und zu kritisieren. Das Model der Gegenöffentlichkeit hat sich zum Modell der Informationsverbreitung umgewandelt. Den freien Radios ging es weniger um eine Kritikübung an den anderen Medien wie bisher, als darum, richtigere und wahrere Information zu verbreiten.

In den 70er und 80er Jahren gab es in Deutschland immer noch illegale freie Radios. Das erste legalisierte freie Radio und überhaupt das älteste deutsche freie Radio ist das Freiburger Radio Dreyeckland. Nachdem es Ende des Jahres 1987 seine Lizenz erhielt, begann es 1988 legal zu senden. Es gibt momentan nach Angaben des Bundesverbandes Freier Radios 35 freie Radios in der Bundesrepublik Deutschland (Stand: August 2005). Heute gibt es nichtkommerzielle, freie Radios in fast allen Bundesländern. Nur noch in Bremen, Saarland und Mecklenburg-Vorpommern gibt es keinen freien Radios. Zu den drei in Sachsen-Anhalt sendenden nichtkommerziellen Lokalradios gehören Radio Corax, die Harz-Börde-Welle und das Freie Radio Naumburg. Derzeit gehören 22 lizenzierte nichtkommerzielle Lokalradios und zehn Radioinitiativen ohne eine medienrechtliche Lizenz zum Bundesverband Freier Radios (BFR). In den restlichen Bundesländern fehlen noch bestimmte gesetzliche Voraussetzungen um nichtkommerzielle Lokalradios oder auch freie Radios zu lizenzieren. Die Bedingungen unter denen die freien Radios arbeiten müssen, sind bei den einzelnen Bundesländern sehr ähnlich, dagegen sind die durch die Mediengesetzte festgelegten Voraussetzungen zur Lizenzierung, die Anforderungen an das Programm, die Organisation, die Finanzierung und Förderung bundesweit verschieden. So werden diese Radios beispielweise nicht in allen Bundesländern institutionell unterstützt.

3. Unterschieden zwischen den freien und den etablierten Radiosendern

3.1 Merkmale des Freien Radios

Ein freies Radio unterscheidet sich von den anderen etablierten Hörsendern durch sein Konzept, seine Organisationsstruktur, seine Themen, seine Ziele. Bei einem freien Radio, handelt es sich um ein nicht-kommerzielles Lokalradio, um einen „dritten“ Typ Radio, der neben den öffentlich-rechtlichen und den massenorientierten Hörsender zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die freien Radios sind privat organisiert, streben aber keinen kommerziellen Gewinn an. Ein freies Radio fördert den offenen, den direkten Zugang für Personen, Gruppen, Initiativen im Informationsbereich. Ein freies Radio stellt Beziehungen zwischen den Hörern und den wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Entwicklungen her. Freie Radios zeigen gesellschaftliche Zusammenhänge auf, die die anderen Medien nicht aufdecken. Dies erreichen sie dadurch, dass auch denjenigen, die sonst in den Medien nicht die Möglichkeit dazu haben, die Chance gegeben wird ihre Meinung zu äußern. Dazu gehören zum Beispiel sexistisch oder rassistisch diskriminierte Personen oder Gruppen und andere gesellschaftliche Randgruppen. Es wird kein Anspruch auf Objektivität erhoben. Der Hörer des freien Radios kann selber Informationslieferant werden, und hat in jeder Zeit die Möglichkeit am Programm des Radios mitzuwirken.

Im Unterschied von den öffentlich-rechtlichen Hörsendern decken die freien Radios ihre Kosten nicht durch Werbung. Das ermöglicht ein anderes Verhältnis zwischen Sender und Empfänger aufgebaut zu werden. Nämlich eine offene Kommunikation. Und genau diese Form der Offenheit, ermöglicht die Behandlung von Themen, die in den etablierten Medien keinen Eingang finden.

„ Freie Radios sind kollektiv und gesellschaftlich sowie oftmals gemeinnützig organisiert, nicht auf Profit ausgerichtet und lehnen die Finanzierung durch kommerzielle Werbung ab.“

(Wikipedia 2005, S. 1)

Dem Zitat ist zu entnehmen, dass freie Radios nicht gewinnorientiert sind und Werbe- Finanzierungen ablehnen. Diese Tatsache zählt zu den wichtigsten Merkmalen dieser Radios. Die meisten freien Radios finanzieren sich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden, Stiftungen, Vereine oder Sponsern. Zusätzliche Hilfe kommt auch aus Unterstützungsveranstaltungen, sowie aus der Veranstaltung von Festen oder Konzerten. Diese Vielzahl der Finanzierungsmöglichkeiten verhindert zwar einerseits, dass die Unabhängigkeit der freien Radios gefährdet wird (Kleinsteuber 1991), ist aber andererseits eine sehr unregelmäßige und riskante Einnahmequelle. Sind aber allen freien Radios unabhängig von Werbeeinnahme? Auf diese Frage gibt uns der Autor Kleinsteuber die Antwort.

In einem von seinen Büchern stellt Kleinsteuber eine Studie dar, die einen Überblick der internationalen Erfahrungen mit freien Lokalradios bietet. Es wurden 15 Länder nach bestimmten Kriterien ausgewählt und systematisch analysiert. Die folgenden Schwerpunkte wurden in den Mittelpunkt gestellt: Organisation des jeweiligen Senders, Personal, Finanzierung, Zugangsmöglichkeiten zum Programm für die Hörer, Programmstruktur und Programminhalt. Der Autor stellt fest, dass die freien Radios sich auch selbst voneinander durch Organisations- und Finanzierungsformen unterscheiden können. Er kommt zu dem Ergebnis, dass man bei den freien Radios eine reiche Palette von Organisationsformen finden kann, im Gegensatz zum kommerziellen Sender. Dass sich die freien Radios auch selbst voneinander durch Organisations- und Finanzierungsformen unterscheiden, ist ein wichtiges Merkmal dieses Radiotyps. Als ein Beispiel dafür führt Kleinsteuber zwei freie Radiosender in Spanien an, die sich durch ihre Finanzierungsform unterscheiden: „Radio Iris“ und „Onda Madrid“. Die beide Radiosender besitzen die Merkmale eines nicht-kommerziellen Senders und nämlich: Zugangsmöglichkeiten für Nicht-Journalisten, aktive und passive Beteiligungsmöglichkeiten aller Bürger oder Gruppen, Sicherung von Lokalität, Überlassung eines Sprachrohrs an Minderheiten usw. Aber der Unterschied ist, dass während sich „Radio Iris“ auf Produktwerbung verzichtet, wird „Onda Madrid“ von der Stadt Madrid durch Werbung finanziert. Kleinsteuber zieht am Ende die Schlussfolgerung, dass nicht-kommerzielles Radio auch durch Werbung finanziert werden kann. Das Senden von Werbespots scheint keinen Einfluss auf das Programm zu haben, soweit das beurteilt werden kann. Da es, wie bereits erwähnt, kein eindeutiges Muster zur Form der Finanzierung gibt, ist es auch extrem orientierten Gruppierungen und Minderheiten möglich, das Programm mitzubestimmen. Somit ist die Gefahr groß, freie Radios als Propaganda-Mittel zu eigennützigen Zwecken zu missbrauchen. Politischen Parteien, Sekten, Kirchen und Zeitungsunternehmen sollte es daher verboten werden, Träger oder Geldgeber zu werden, da sie einen zu großen Einfluss auf die Struktur des freien Radios nehmen könnten.

3.2 Mehrseitige Beziehung zwischen Sender und Empfänger

Ein anderes wesentliches Merkmal der nicht-kommerziellen, freien Sender ist die Vermittlung von Medienkompetenz. Die freien Radios sind stark medienpädagogisch orientiert und durch einen basisdemokratischen Anspruch charakterisiert. Bei den freien Radios wird den Mitbürgern die Möglichkeit geboten, Medienkompetenz zu erwerben. Freie Radios geben allen Personen und Gruppen innerhalb des gesetzlichen Rahmens die Möglichkeit zur unzensierten Meinungsäußerung und Informationsvermittlung. Jede und jeder hat die Möglichkeit, am Programm des Radios mitzuwirken, unabhängig von Alter, Geschlecht, Interessen, Nationalität usw. Besonderes Anliegen des freien Radios ist es, Betroffene selbst zu Wort zu kommen und im Idealfall eigene Sendungen gestalten zu lassen und nicht nur professionelle oder quasi- professionelle MedienarbeiterInnen über andere berichten und diskutieren zu lassen. Ganz im Gegensatz dazu stehen die öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen Radiosender, bei denen eine sehr einseitige Beziehung zwischen Sender und Empfänger besteht. Diese einseitige Beziehung ist dadurch charakterisiert, dass der Moderator die Vermittlung, Belehrung und Führung übernimmt und das Publikum keine Gelegenheit hat, in die Gestaltung und Produktion der Programme einzugreifen. Die Hörer können also nicht antworten, sie haben keine Möglichkeit Zustimmung oder Ablehnung auszudrücken. Der Einfluss des Publikums auf das Gesendete besteht ausschließlich bei dem Ein-, Ab- oder Umschalten des Radios (Wenzel 1998). Daraus kommt eine einseitige Beziehung zwischen Radiostation und Hörenden. Wenzel (1998) führt seine These über diese Einseitigkeit ein. Er meint, dass die Medien einseitig sind, weil unsere Interpretation zu den Medien einseitig ist. So stellt er das Sender-Empfänger-Model dar. Der Autor geht davon aus, dass diese Einseitigkeit nicht durch den Sender, sondern durch den Empfänger und nicht durch den Inhalt, sondern durch die Form bestimmt wird:

„ Es ist nicht die Sendung, sondern der Rezeptionsvorgang, in dem Sinn entsteht, und es ist nicht der Inhalt, sondern zuerst die Form, die den Charakter der Sendung und ihre möglichen Rezeptionsweisen begrenzt.“

(Wenzel 1998, S. 27)

Wenzel möchte eine Form finden, die offen ist. Die freien Radios bieten einen Raum, wo alles offen und ungefiltert vermittelt wird. Laut Wenzel (1998) hat das freie Radio eine sozusagen Bewegungsfunktion. Indem die Sender gedankliche Bewegungen in akustische umsetzen, die wiederum beim Hörer zu einer Gedanklichen Bewegung führen, fungiert das Radio sozusagen als ein Generator und wird zum Medium der Bewegung. Da die Empfänger dieselben Zugangsmöglichkeiten wie die Sender besitzen, ist es möglich, dass sie an deren Stelle treten. Dadurch stellt das freie Radio seine eigenen Produktionsmittel her. Infolgedessen kommt es aber zur Veränderung der Inhalte, wenn die Bewegungsform in eine andere umgewandelt wird, sodass am Ende nicht genau das empfangen wird, was gesendet wurde. Überdies besitzen freie Radios als Medium die Möglichkeit und die Macht aufzuklären, wobei hier die Betonung vor allem auf der Selbstaufklärung des Publikums und nicht der Fremdaufklärung durch die Produzenten liegt. Da das freie Radio seinen Hörern die Möglichkeit des Eingreifens und der Beteiligung gibt, können sie zu bewegten und bewegenden Objekten werden. Dagegen wird das Radio zum statistischen Beweger. Außerdem beschreibt Wenzel das freie Radio auch als Mediator. Das freie Radio versucht zu verhindern, dass die Produzenten Gewalt und Macht über die Rezipienten gewinnen.

Ohne dass dabei auf Einschaltquoten geachtet werden muss, können beim freien Radio nicht nur die Hörer selber Informationslieferanten werden, aber damit auch Medienkompetenz erwerben. Diese Zugangsmöglichkeit für eine offene Kommunikation, diese mehrseitige Beziehung zwischen Sender und Empfänger ist die wesentliche Besonderheit des freien Radios.

3.3 Ziele des Freien Radios

Zu den Zielen des freien Radios zählen unter anderem die „Entzauberung des Mediums Hörfunk“ (Pinseler 2001, S. 373), die Verbreitung subjektiver Standpunkte, die kollektive Produktion der Sendungen, sowie die Verwendung einer alltäglichen und gängigen Sprache. Selbstorganisation bildet sich als das Leitmotiv des freien Radios heraus. Den Hörern soll ermöglicht werden, sich den Hörfunk als echtes Kommunikationsmittel zum Nutzen zu machen.

„Freie Radios sind unabhängige, selbstbestimmte, offene Medien, die nicht-kommerziellen, basisdemokratischen Gesellschaftsrundfunk betreiben, der sich kritisch mit den bestehenden gesellschaftlichen Verhältnissen auseinandersetzen und die freie Meinungsäußerung fördern soll.“

(Wikipedia 2005, S. 1)

Freie Radios fördern eine selbstbestimmte, solidarische und emanzipatorische Gesellschaft. Sie treten für freie Meinungsäußerung, Meinungsvielfalt, Gleichberechtigung, Menschenwürde und Demokratie ein. Freie Radios stellen Trainings-, Produktions- und Verteilungsmöglichkeiten zur Verfügung. Sie ermutigen und fördern die lokale Szene und laden zur aktiven Beteiligung ihrer Hörerinnen und Hörer ein.

Zu den wichtigsten Zielen freier Radios gehört auch die Jugendhilfe in Form medienpädagogischer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, insbesondere im Hinblick auf deren kommunikativen Kompetenz und die Kompetenz im Umgang mit elektronischen Medien zu fördern. Zu diesem Zweck organisieren die meisten freien Radios zahlreiche Ausbildungs-, Weiterbildungs-, Unterrichts- uns sonstige Fördermaßnahmen für Jugendlichen und Kinder. Außerdem werden viele Jugendinitiativen unterstützt. Die Vermittlung umfassender Medienkompetenz ist ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtkonzeptes freier Radios. Freie Radios versuchen die Kommunikationsmöglichkeiten zwischen verschiedenen Bevölkerungs- und Altersgruppen zu fördern und die gleiche Zugangsmöglichkeiten für alle Schichten der Bevölkerung zu lokalen Medien, besonders für jene Personen und Gruppen, denen bisher der Zugang zu Medien weitestgehend verwehrt ist, zu schaffen.

Ziele freier Radios sind unterdrückte Nachrichten und Meldungen zu verbreiten, die Hörer über Sachen zu informieren, die keinen Raum bei den öffentlich-rechtlichen oder privat-kommerziellen Sendern finden. Die nichtkommerziellen freien Radios unterstützen die Idee für eine überregionale Vernetzung und einen Austausch mit anderen nichtkommerziellen, freien und lokalen Sender im In- und Ausland. Im Allgemeinen lässt sich schließen, dass die freien Radios eine Redefreiheit, Vermittlung von Medienkompetenz, offener Zugang, Transparenz und Unabhängigkeit von Parteien und wirtschaftlichen Interessen anstreben, wobei Quoten interessieren sie wenig.

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Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Das freie, nichtkommerzielle Radio
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Autor
Jahr
2005
Seiten
19
Katalognummer
V165618
ISBN (eBook)
9783640813940
ISBN (Buch)
9783640813759
Dateigröße
527 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Radio, Radiotheorie, freies Radio, nichtkommerzielles Radio, Rundfunk, Bertold Brecht, Hans Enzensberger
Arbeit zitieren
Zornitsa Boneva (Autor), 2005, Das freie, nichtkommerzielle Radio, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165618

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