Kleopatra VII. - intelligente und begabte Selbstdarstellerin

Wie es ihr gelang die Interessen der Männer für sich zu nutzen


Seminararbeit, 2010
13 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kleopatras Leben

3. Kleopatras Durchsetzungsvermögen und List
3.1 Kleopatras und Antonius Begegnung in Tarsos
3.2 Kleopatras Selbstmord

4. Fazit

5. Quellen-/ Literaturangaben

1. Einleitung

Die 'Königin der Könige'[1] Kleopatra VII. schaffte es durch ein Bündnis mit Marcus Antonius das einst so große und glanzvolle Ptolemäerreich wieder, wenn auch nur für kurze Zeit, aufleben zu lassen. Sie repräsentierte die letzte hellenistische Monarchie, die zu ihrer Zeit noch existierte und kämpfte um den Erhalt mit allen Mitteln. Sie wusste sich gekonnt in Szene zu setzen um ihre Anliegen zu erreichen. Kleopatra VII. besaß Macht und war ebenso eine gebildete, intelligente Frau[2]. Doch wie gelang es ihr ihre Anliegen durch zu setzen, auf welche Tricks und Mittel konnte sie zurückgreifen und was war ihr entscheidender Vorteil?

Zeitgenössische Quellen berichten davon, dass Kleopatra Marcus Antonius 'verzaubert' habe und vor allem Plutarch schildert seine Darstellungen sehr facettenreich und leserorientiert[3]. Es heißt sogar sie habe Marcus Antonius den Verstand geraubt[4], diese extreme Wirkung hatte Kleopatra bei Caesar auch erreicht[5]. Aber bei Caesar wurde diese Tatsache nicht so negativ ausgelegt, wie bei Antonius. Ursache ist die augusteische Propaganda, der viele Sachverhalte zum Opfer vielen. Octavian war nun einmal der Sieger am Ende des römischen Bürgerkrieges und konnte über den geschriebenen Lauf der Geschichte bestimmen. Deshalb wird Kleopatra häufig als eine negative Person dargestellt, spätestens ab der Begegnung mit Antonius bei Tarsos werden diese Vorwürfe genannt[6].

Zunächst soll ein kurzer Abriss über Kleopatras Leben erfolgen, wo nur die wichtigsten Daten berücksichtigt wurden. Danach behandelt diese Arbeit exemplarisch die Begegnung von Kleopatra und Antonius bei Tarsos und ihren Selbstmord um darzustellen, wie sie es verstand ihre Interessen zu vertreten.

Kleopatras Vorgehensweisen sind immer wieder in ihrer Biographie anzutreffen.

Die Parallelen werden im Fazit fest gehalten.

2. Kleopatras Leben

Kleopatra VII. wurde 69 v. Chr. als Tochter des Königs Ptolemaios XII. geboren. Es ist nicht viel über ihre Jugend bekannt, nach Plutarch (Antonius 27, 4)[7]war Kleopatra in sehr vielen Sprachen gebildet und wusste daher sich und ihre Anliegen geschickt durchzusetzen [8] [9] . So zum Beispiel war es ihr ein leichtes, arabische Truppen zu sammeln um einen Angriff gegen ihren Bruder und Mitregenten, welcher sie aus Ägypten vertrieben hatte, vorzubereiten[10]. Mit 18 Jahren übernahm sie mit ihrem 11jährigen, noch minderjährigen, Bruder Ptolemaios XIII. 52 v. Chr. die Regentschaft in Ägypten[11] [12]. Zu der Zeit waren viele zuvor von den Ptolemäern kontrollierte Gebiete, wie Syrien, Zypern und Kyrene, nicht mehr ihrer Kontrolle unterstellt. Durch die Außenpolitik ihres Vaters Ptolemaios XII. war Ägypten faktisch eine römische Provinz geworden[13]. Kleopatra gelang es, ihren Bruder von der Mitregentschaft bis zum Ende des Jahres 49 v. Chr. zu verdrängen, dann wurde sie letzten Endes von den Beratern Ptolemaios XIII. aus Ägypten vertrieben[14].

In den Konflikt zwischen Pompeius und Caesar wurde der gesamte östliche Mittelmeerraum verwickelt. Dies traf auch auf Alexandria zu. So kam es in Folge dessen zum 'Alexandrinischen Krieg'. Caesar forderte Ptolemais XIII. und Kleopatra auf ihre Truppen aufzugeben und vor Caesar zu erscheinen, damit die dynastischen Streitigkeiten geklärt werden können. Hier kommt es auch zu der von Plutarch (Caesar 49) geschilderten Einschleusung Kleopatras in den Palast, wo Caesar sein Hauptquatier aufgeschlagen hatte. Ptolemaios XIII. kooperierte nicht mit Caesar und seine Truppen unterlagen im März 47 v. Chr., wobei er starb[15]. Nun inthronisierte Caesar Kleopatra mit ihrem Bruder Ptolemaios XIV.[16] und reiste kurz danach zurück nach Rom. Kleopatra gebar im September 47 v. Chr. ihren Sohn Ptolemaios Kaisar, der in der Öffentlichkeit immer wieder als der Sohn Caesars präsentiert wurde[17].

„Sorgfältige Heiratspolitik mit Blick auf die Nachkommen war seit langem ein Herrschaftsinstrument der Diadochen - Dynastien: Die Vermutung ist erlaubt, daß die selbstbewußte Ptolemäerin diese Politik auf eine sehr besondere, den Zeitläuften[!] angepaßte Weise weiterentwickelt hat.“[18]. „Zwar machte die Ermordung Caesars 44 Kleopatras Hoffnungen vorerst zunichte, aber mit dem Auftreten des Antonius im Osten bot sich ihr eine neue Chance.“[19]. Im Sommer 44 v. Chr. starb Ptolemaios XIV und Kleopatra inthronisierte ihren ca. dreijährigen Sohn Ptolemaios XV. Kaisar als Mitregenten[20].

Antonius befehligte Kleopatra nach Tarsos, da er ihre Unterstützung für den Partherfeldzug bedurfte. Sie kam, da sie wusste ohne Rom wäre die Sicherung ihrer Herrschaft nicht möglich[21]. Antonius verbrachte mit ihr den folgenden Winter 41/40 v. Chr. in Alexandria. 40 v. Chr. verließ er Alexandria, um seine Ehefrau bei einer Auseinandersetzung gegen Octavian (der spätere Kaiser Augustus) in Rom zu unterstützen. Im selben Jahr gebar Kleopatra Zwillinge, einen Jungen und ein Mädchen, von Antonius[22].

36 v. Chr kehrte Antonius zurück zu Kleopatra. Er führte zwei Feldzüge gegen die Parther, schenkte Land an Kleopatra und ließ auf ihr Bitten hin, ihre Schwester und mögliche Konkurrentin Arsinoë hinrichten[23]. Einige Jahre lebten Kleopatra und Antonius in Alexandria zusammen, wobei ein weiterer Sohn beider geboren wurde. 34 v. Chr. wurde Kleopatra als direkte Regentin über Ägypten und Zypern von Antonius bestätigt und erhielt den Titel „Königin der Könige“. Ihr Sohn Ptolemaios XV Kaisar erhielt den Titel „König der Könige“ und wurde in der Öffentlichkeit wieder als legitimer Sohn Caesars bestätigt. Seine Halbgeschwister und Kinder des Antonius wurden ebenfalls Könige von verschiedenen Gebieten. Alexander Helios wurde König Armeniens, Mediens und allem Land jenseits des Euphrat, was einst von Alexander dem Großen erobert wurde. Die Zwillingsschwester Kleopatra Selene herrschte von da an über Kyrene und das angrenzende Lybien, während ihr jüngerer Bruder Ptolemaios Philadelphos König über Phönikien, Kilikien und Teile von Syrien wurde[24]. Antonius 'Alleingänge' und Auseinandersetzungen mit Octavian führten schließlich zur Schlacht bei Actium 31 v. Chr., die Antonius verlor. Er erkannte das die Auseinandersetzungen verloren waren und nahm sich das Leben, als er eine falsche Nachricht[25] von Kleopatras Tod erhielt. Als Octavian Alexandria eroberte und Kleopatra zu verstehen gab, dass sie im Triumphzug vorgeführt werden würde, beging auch sie Selbstmord[26].

[...]


[1] Vgl.: Plutarch: Lives. Demetrius and Antony Pyrrhus and Caius Marius, Hrsg. James Loeb, London 1996, S. 263.

[2] Vgl. Plutarch: James Loeb 1996, S. 197.

[3] Schon damals galt, wer interessant schreibt hat eine größere Leserschaft und wird häufiger rezitiert.

[4] Vgl.: Plutarch: James Loeb 1996, S.193.

[5] Vgl.: Plutarch: Von großen Griechen und Römern. Fünf Doppelbiographien, Hrsg. Manfred Fuhrmann, München 1991, S. 188

Octavian trat Caesars Erbe an, deshalb konnte Caesar nicht negativ dargestellt werden, dies hätte zur schwarz - weiß Malerei Octavians nicht gepasst.

[6] Vgl.: Benne, Simon: Marcus Antonius und Kleopatra VII. Machtausbau, herrscherliche Repräsentation und politische Konzeption, Diss. Göttingen 2001, S. 7 - 11.

[7] Vgl.: Plutarch: James Loeb 1996, S. 197.

[8] Vgl.: Clauss, Manfred: Kleopatra, München 1995, 15f.; ausführlicher zu Plutarch Schuller, Wolfgang: Kleopatra. Königin in drei Kulturen. Eine Biographie, Hamburg 2006, S. 41f.

[9] Vgl.: Shipley, Graham: The greek world after Alexander. 323 - 30 BC, London 2000, S. 213.

[10] Vgl.: Clauss: Kleopatra 1995, S. 27f.

[11] Vgl.: Malitz, Jürgen: Von Alexander zu Kleopatra. Die politische Geschichte, in: Kulturgeschichte des Hellenismus. Von Alexander dem Großen bis Kleopatra, Hrsg. von Gregor Weber, Stuttgart 2007,

S. 51.

[12] nach Graham Shipley war Kleopatra 17jährig und ihr Bruder 10jährig vgl. Shipley, Graham: The greek world after Alexander. 323 - 30 BC, London 2000, S. 213.

[13] Vgl.: Malitz: Von Alexander zu Kleopatra, in: Kulturgeschichte des Hellenismus, Hrsg. von Gregor Weber, 2007, S. 51; Clauss: Kleopatra 1995, 23f.; Hölbl, Günther: Geschichte des Ptolemäerreiches. Politik, Ideologie und religiöse Kultur von Alexander dem Großen bis zur römischen Eroberung, Darmstadt 2004 (ND Darmstadt 1994), S. 203f.

[14] Vgl.: Clauss: Kleopatra 1995 S. 26; Hölbl: Geschichte des Ptolemäerreiches 2004, S. 206f.; Malitz Von Alexander zu Kleopatra, in: Kulturgeschichte des Hellenismus, Hrsg. von Gregor Weber, 2007,

S. 51.

[15] Vgl.: Hölbl: Geschichte des Ptolemäerreiches 2004, S. 208 - 213.

[16] Testamentarisch war Caesar von Ptolemaios XII dazu verpflichtet worden vgl. Hölbl: Geschichte des

Ptolemäerreiches 2004, S. 204.

[17] Vgl.: Malitz: Von Alexander zu Kleopatra, in: Kulturgeschichte des Hellenismus, Hrsg. von Gregor Weber, 2007, S. 52.

[18] Vgl.: Malitz: Von Alexander zu Kleopatra, in: Kulturgeschichte des Hellenismus, Hrsg. von Gregor Weber, 2007, S. 52.

[19] Vgl.: Heinen, Heinz: Geschichte des Hellenismus. Von Alexander bis Kleopatra, München 2003,

S. 53.

[20] Vgl.: Clauss: Kleopatra 1995, S. 41.

[21] Vgl.: Malitz: Von Alexander zu Kleopatra, in: Kulturgeschichte des Hellenismus, Hrsg. von Gregor Weber, 2007, S. 52, Clauss: Kleopatra 1995, S. 49ff.

[22] Vgl.: Clauss: Kleopatra 1995, 5óf.

[23] Vgl.: Malitz: Von Alexander zu Kleopatra, in: Kulturgeschichte des Hellenismus, Hrsg. von Gregor Weber, 2007, S. 53; Becher, Ilse: Das Bild der Kleopatra in der griechischen und lateinischen Literatur, Diss. Berlin 1966, S. 87f.; Clauss: Kleopatra 1995, S. 58- 64.

[24] Vgl.: Hölbl: Geschichte des Ptolemäerreiches 2004, S. 219.

[25] Vgl.: Becher: Das Bild der Kleopatra in der griechischen und lateinischen Literatur 1966, S. 34 nach Livius überliefert, kann aber auch unter die augusteische Propaganda fallen.

[26] Vgl.: Schuller, Wolfgang: Kleopatra. Königin in drei Kulturen. Eine Biographie, Hamburg 2006, S. 123 - 127; Malitz: Von Alexander zu Kleopatra, in: Kulturgeschichte des Hellenismus, Hrsg. von Gregor Weber, 2007, S.54.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Kleopatra VII. - intelligente und begabte Selbstdarstellerin
Untertitel
Wie es ihr gelang die Interessen der Männer für sich zu nutzen
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Geschichte)
Veranstaltung
Ägypten in hellenistischer Zeit
Note
2,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V165648
ISBN (eBook)
9783640813476
ISBN (Buch)
9783640813544
Dateigröße
478 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kleopatra, selbstdarstellerin, interessen, männer, Plutarch, Marcus Antonius, Caesar, Augustus, Octavian, Tarsos
Arbeit zitieren
Vanessa Keller (Autor), 2010, Kleopatra VII. - intelligente und begabte Selbstdarstellerin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165648

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