Varianten der betrieblichen Altersvorsorge

Rechtliche Ausgestaltung, Finanzierung und bilanzielle Abbildung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010

21 Seiten, Note: 1.7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Varianten der betrieblichen Altersvorsorge.
2.1 Definition
2.2 Durchführungswege
2.2.1 Pensionskasse, Direktversicherung, Pensionsfonds und Unterstützungskasse
2.2.2 Pensionszusage
2.3 Zusagearten

3 Analyse ausgewählter Themen der betrieblichen Altersvorsorge
3.1 Rechtliche Ausgestaltung
3.1.1 Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge
3.1.2 Risiken des Arbeitgebers
3.2 Finanzierung
3.2.1 Interne Finanzierung
3.2.2 Externe Finanzierung.
3.2.3 Contractual Trust Arrangements
3.3 Bilanzielle Abbildung
3.3.1 Bilanzierungspflicht.
3.3.2 Auswirkungen des Bilanzmodernisierungsgesetzes.
3.3.3 Bilanzpolitische Handlungsmöglichkeiten

4 Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Verzeichnis der verwendeten Gesetzestexte

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die Deckungsmittel in der betrieblichen Altersvorsorge 2008

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[1]

1 Einleitung

Unsere Gesellschaft altert, bedingt durch die demografischen Entwicklun­gen, im Durchschnitt und das deutsche Rentensystem steht vor der Problem­stellung, dass die gesetzliche Rente nicht mehr ausreichen wird, um den gewohnten Lebensstandard zu halten.[2] Diese Lücken gilt es zu schließen und eine Möglichkeit hierzu stellt die betriebliche Altersvorsorge (bAV) dar. Blickt man auf die Entwicklungsgeschichte zurück, welche schon vor der Gründung der gesetzlichen Rentenvorsorge begonnen hat, gewinnt die bAV zunehmend an Bedeutung und bildet eine wichtige Zusatzversorgung zur staatlichen Absicherung.[3] Sie besteht in Deutschland aus einem komple­xen System und erlaubt verschiedene Zusageformen und Durchführungswe­ge, welche sich unterschiedlich bilanziell niederschlagen. Hier sorgt das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG), welches im Mai 2009 in Kraft getreten ist, für weitreichende Veränderungen im System der bAV und schafft weiteren Beratungsbedarf. In diesem Kontext entstehen für die Un­ternehmen Fragen, wie zum Beispiel die Wahl des Durchführungsweges und der Zusageform, der rechtlichen Rahmenbedingungen, der Finanzierung der Ansprüche der Versorgungsberechtigten in der Zukunft und wie die da­für bereitgestellten Ressourcen je nach Risikofreude angelegt werden.[4]

Ziel dieser Arbeit ist es, ausgewählte Themen der bAV mit Blick auf die aktuellen Veränderungen darzustellen und relevante Probleme des Systems, aber auch Chancen für den Arbeitgeber aufzuzeigen.

Nach dieser Einleitung folgt eine kurze Übersicht über die Varianten bAV, speziell deren Durchführungswege und Zusageformen. Kapitel 3 beschäftigt sich dann mit der Analyse ausgewählter Themen, beginnend mit den rechtli­chen Rahmenbedingungen in der bAV, der Finanzierung von Zusagen und der Bilanzierung von Pensionsverpflichtungen nach dem BilMoG. Ab­schließend soll eine kurze Zusammenfassung folgen und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten in der bAV gegeben werden.

2 Varianten der betrieblichen Altersvorsorge

Die betriebliche Altersvorsorge besteht aus einem komplexen System aus verschiedenen Durchführungswegen und Zusagearten.[5]Dieses Kapitel soll als kurze Einführung zum weiteren Verständnis dienen.

2.1 Definition

Die bAV stellt keine Leistung des Sozialversicherungssystems dar, sondern eine Leistung des Arbeitgebers. Wenn dem Arbeitnehmer vom Arbeitgeber Leistungen zur Absicherung mindestens von einem biometrischen Risiko[6] zugesagt werden, liegt gemäß § 1 des BetrAVG eine bAV vor. Diese Leis­tungen können sowohl in Form einer Kapitalauszahlung als auch in einer Rentenzahlung erfolgen, der Sinn muss aber immer die Versorgung des Ar­beitnehmers bei Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis sein.[7] Gemäß § 1 Abs. 1 BetrAVG steht der Arbeitgeber immer für die Erfüllung der Zusage ein, auch wenn er die Durchführung über einen Dritten veranlasst.

2.2 Durchführungswege

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die Deckungsmittel in der betrieblichen Altersvorsorge 2008

Quelle: www.aba-online.de

Zur Finanzierung der Versorgungszusage, welche der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer erteilt hat, stehen dem Arbeitgeber fünf Durchführungswege zur Verfügung. Man unterscheidet zwischen den versicherungsförmigen Durchführungswegen[8], der Unterstützungskasse und der Direktzusage, wel­che auch als Pensionszusage bezeichnet wird.[9] Abbildung 1 zeigt die pro­zentuale Aufteilung der Deckungsmittel in den einzelnen Durchführungs­wegen und somit die historische Relevanz.

2.2.1 Pensionskasse, Direktversicherung, Pensionsfonds und Unterstützungskasse

Um die zugesagten Leistungen zu erbringen, kann der Arbeitgeber einen externen Versorgungsträger beauftragen. Er erteilt dann eine mittelbare Ver­sorgungszusage. Hierzu gehören die Pensionskasse, die Direktversicherung, der Pensionsfonds und die Unterstützungskasse.[10]Die Pensionskasse ist gemäß § 118a VAG ein rechtlich selbstständiges Lebensversicherungsun­ternehmen, dessen Zweck die Absicherung wegfallenden Erwerbseinkom­mens wegen Alters, Invalidität oder Tod ist. Bei der Pensionskasse besteht ein rechtliches Dreiecksverhältnis zwischen dem Arbeitgeber als Beitrags­zahler, dem Arbeitnehmer als Bezugsberechtigten der Leistungen und der Pensionskasse als Versorgungsträger. Die Beiträge sind für den Arbeitgeber Betriebsausgaben.[11]Die Direktversicherung ist im Grunde eine Lebens­versicherung, die auf das Leben des Arbeitnehmers, der auch Bezugsberech­tigter für die Leistung ist, vom Arbeitgeber abgeschlossen worden ist. Auch hier besteht ein Dreiecksverhältnis, der Arbeitgeber ist Versicherungsneh­mer und Beitragszahler, der Arbeitnehmer die versicherte Person und das Versicherungsunternehmen der Träger der Versorgungszusage. Die Ausga­ben sind ebenso Betriebsausgaben. Der Pensionsfonds ist der jüngste Durchführungsweg und ist definiert gemäß § 1b Abs. 3 BetrAVG als selbst­ständige Versorgungseinrichtung, die dem Arbeitnehmer oder den Hinter­bliebenen einen Rechtsanspruch auf ihre Leistungen gewährt. Ähnlich wie bei der Direktversicherung und der Pensionskasse liegt ein rechtliches Drei­ecksverhältnis zu Grunde und die Beiträge sind Betriebsausgaben. Als letz­ter Durchführungsweg der mittelbaren Versorgungszusage soll die Unter­stützungskasse erläutert werden. Es handelt sich hier ebenfalls um eine rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung, welche allerdings nicht der Versicherungsaufsicht unterliegt und frei in der Wahl der Anlage ihres Vermögens ist. Der wesentliche Unterschied zu den bis jetzt beschriebenen versicherungsförmigen Durchführungswegen ist, dass die Unterstützungs­kasse dem Arbeitnehmer keinen Rechtsanspruch auf die Leistungen ge­währt.[12]

2.2.2 Pensionszusage

Die Direktzusage oder auch unmittelbare Versorgungszusage (Pensionszu­sage) unterscheidet sich von den oben erläuterten mittelbaren Versorgungs­zusagen dahingehend, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Leis­tung für ein biometrisches Risiko zusagt und sich selbst verpflichtet, unmit­telbar für die Leistung einzustehen.[13] Der Träger der Versorgung ist also der Arbeitgeber. Als Zusagearten kommen die Leistungszusage und die bei­tragsorientierte Leistungszusage in Frage. Es besteht kein Dreiecksverhält­nis. Der Arbeitgeber darf für diese Verpflichtung nach § 6 a EStG Rück­stellung bilden; da es sich jedoch bei diesen Pensionsverpflichtung meist um ungewisse Verbindlichkeiten handelt[14], besteht gemäß § 249 Abs. 1 HGB eine Passivierungspflicht. Über den Maßgeblichkeitsgrundsatz § 5 Abs. 1 Satz 1 EStG und den BFH-Beschluss zur Maßgeblichkeit vom 03.02.1969[15]wird das steuerliche Wahlrecht zur Pflicht.[16]Wie Abbildung 1 erkennen lässt, gehört die Direktzusage zu den wichtigsten Durchführungswegen und beinhaltet das meiste Deckungskapital. Durch das BilMoG hat sich die Bi­lanzierung dieser Pensionsverpflichtungen geändert. Dies wird uns im wei­teren Gang der Arbeit beschäftigen.

[...]


[1] In der Literatur auch oftmals als betriebliche Altersversorgung bezeichnet.

[2]Vgl. Dommermuth/Dochantschi/Hauer (2010), S. 2.

[3]Vgl. Buchwald/Willmund (2010), S. 41.

[4]Vgl. Keßler (2010), S. 2-3.

[5]Vgl. Keßler (2010), S. 24.

[6]Biometrische Risiken sind die Altersvorsorgung, die Hinterbliebenversorgung oder die Invaliditätsversorgung. Vgl. Fath/Urbitsch (2010) S. 27.

[7]Vgl. Buttler (2005) S. 1.

[8]In der Literatur werden die Pensionskasse, die Direktversicherung und der Pensionsfonds häufig so betitelt, da ihre Finanzierung nach versicherungsmathematischen Grundsätzen erfolgt. Vgl. Nevels (2009), S. 111.

[9]Vgl. Keßler (2010), S. 25.

[10]Vgl. Fath/Urbitsch (2010) S. 55.

[11]Vgl. Doetsch/Oecking/Rath/Reichenbach/Rhiel/Veit (2008), S. 19-23.

[12]Vgl. Buttler (2005), S. 9-12.

[13]Vgl. Doetsch/Oecking/Rath/Reichenbach/Rhiel/Veit (2008), S. 18.

[14]Der zeitliche Eintritt der Versorgungspflicht ist i.d.R. unbekannt.

[15]Vgl. BFH-Beschluss vom 3.2.1969, GrS 2/68, BStB1 1969 II, S. 291.

[16]Vgl. Schneeloch (2008), S. 231.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Varianten der betrieblichen Altersvorsorge
Untertitel
Rechtliche Ausgestaltung, Finanzierung und bilanzielle Abbildung
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1.7
Autor
Jahr
2010
Seiten
21
Katalognummer
V165718
ISBN (eBook)
9783640815500
ISBN (Buch)
9783640815197
Dateigröße
538 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die betriebliche Altersvorsorge gewinnt zunehmend an Bedeutung und besteht aus einem komplexen System aus verschiedenen Zusageformen und Durchführungswegen, welche sich unterschiedlich bilanziell niederschlagen. Hier sorgt das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG), welches im Mai 2009 in Kraft getreten ist, für weitreichende Veränderungen im System der bAV und schafft weiteren Beratungsbedarf. Ziel dieser Arbeit ist es, ausgewählte Themen der bAV mit Blick auf die aktuellen Veränderungen darzustellen und relevante Probleme des Systems, aber auch Chancen für den Arbeitgeber aufzuzeigen.
Schlagworte
betriebliche Altersvorsorge, BilMoG, Contractual Trust Arrangements, Unterstützungskasse, Pensionskasse, Pensionszusage, Pensionsfonds, Direktversicherung, Pensionsverpflichtungen, Zusageformen, Betriebsrentengesetz
Arbeit zitieren
Maximilian Buddecke (Autor), 2010, Varianten der betrieblichen Altersvorsorge, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165718

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