Die Diskussion um aggressives und gewalttätiges Verhalten in den Schulen ist in letzter Zeit wieder verstärkt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Es häufen sich Nachrichten über Aggressionen und Gewalt zwischen Kindern und Jugendlichen, sowie zwischen Schülern und Lehrern. Dabei wird von Prügeleien, Schlägereien Belästigungen und Erpressungen berichtet. Lehrer berichten, dass schon die Kinder in der Grundschule und in der Mittelstufe nicht nur zappelig, unruhig und nervös sind, sondern auch die Anzahl der ruppigen, aggressiven, gewalttätigen und brutalen Schüler und Schülerinnen zunimmt. Selbst von Übergriffen auf Lehrer wird berichtet, wobei hier die Hauptschulen und Berufsschulen am meisten genannt werden.
Ziel dieser Seminararbeit soll es sein, das Thema „Aggression in der Schule“ überblicksweise darzustellen. Dabei sollen zunächst die Begriffe „Aggression“ und „Gewalt“ voneinander unterschieden werden und definitorisch festgelegt werden. Danach werden theoretische Denkansätze zur Erklärung von aggressiven Handlungen vorgestellt. Die Beschreibung der Situation an den Schulen soll Mittelpunkt der Arbeit sein. Hier gehe ich auch auf die unterschiedlichen Formen der Gewalt an Schulen ein und versuche Ursachen und Bedingungsfaktoren für aggressives Schülerverhalten aufzuzeigen. Im letzten Punkt soll dann auch der Frage nach Präventionsmöglichkeiten und Interventionsmaßnahmen nachgegangen werden. Wie können Gewaltphänomene in der Schule verhindert bzw. reduziert werden?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aggression und Gewalt – Versuch einer definitorischen Klärung
3. Theoretische Denkansätze zur Erklärung von aggressiven Handlungen
3.1 Die Soziale Modellbildung nach Bandura
3.2 Die Frustrations – Aggressions – Theorie nach Dollard
4. Beschreibung der Situation in den Schulen
5. Formen der Gewalt an Schulen – Arten der Aggression
6. Bedingungsfaktoren für aggressives Schülerverhalten
7. Interventionsmöglichkeiten und Gewaltprävention
7.1 Prinzipien der Gewaltprävention
7.2 Lösungsansätze zur Reduktion und Verhinderung von Gewaltphänomenen in Schulen
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, das Thema „Aggression in der Schule“ überblicksweise darzustellen, definitorisch einzugrenzen sowie theoretische Erklärungsmodelle und Bedingungsfaktoren zu beleuchten, um daraus fundierte Präventions- und Interventionsmöglichkeiten für den Schulalltag abzuleiten.
- Grundlagendefinition von Aggression und Gewalt
- Theoretische Modelle zur Entstehung aggressiven Verhaltens
- Analyse der Situation und der Gewaltformen an Schulen
- Bedingungsfaktoren für aggressives Schülerverhalten
- Handlungsfelder für Gewaltprävention und Interventionsstrategien
Auszug aus dem Buch
3. Theoretische Denkansätze zur Erklärung von aggressiven Handlungen
Es ist schwer festzustellen, ob Aggressivität ein fester Bestandteil eines jeden Individuums ist, der seit Geburt in unseren Körpern ruht und auf seinen unberechenbaren Einsatz wartet. Wenn man Kleinkinder genau beim Spielen beobachtet, kann man aggressive Tendenzen feststellen, beispielsweise wie sie unter körperlichen Einsatz ihr Spielzeug vor anderen verteidigen. Dies ist aber wohl eher der ,,harmlose" Ausbruch von Aggressivität. Gewalttätige Eruptionen jedoch, wie man sie beispielsweise auf Schulhöfen beobachten kann, bei denen sich Schüler extrem verbal wie körperlich verletzen, entsprechen unserer Meinung nach nicht einem angeborenen Aggressionspotential. Doch wie kann Aggression nun solche Ausmaße annehmen? Um diese Frage ansatzweise zu beleuchten, möchte ich zwei theoretische Denkansätze vorstellen.
3.1 Die Soziale Modellbildung nach Bandura
Bandura (1969) war der Überzeugung, dass viele aggressive Verhaltensweisen durch das Beobachten Anderer gelernt werden. Dieses beobachtende Lernen wird auch soziales Lernen genannt. Die Fähigkeit, durch Beobachtung zu lernen, ermöglicht, Verhaltensmuster zu erwerben, ohne sie langwierig und mühsam durch mehrmaliges Scheitern aufbauen zu müssen. Er nahm an, dass durch das beobachtende Lernen auch ein Sozialisierungsprozess stattfindet: Kinder, die eine gewaltsame Handlung beobachten, werden diese in einem analogen Setting, in ähnlicher Weise anwenden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle öffentliche und wissenschaftliche Diskussion um aggressives Schülerverhalten ein und formuliert die Ziele der Seminararbeit.
2. Aggression und Gewalt – Versuch einer definitorischen Klärung: Das Kapitel differenziert zwischen weiten und engen Definitionsansätzen von Aggression und grenzt den Begriff von Gewalt ab.
3. Theoretische Denkansätze zur Erklärung von aggressiven Handlungen: Hier werden mit der sozialen Modellbildung nach Bandura und der Frustrations-Aggressions-Hypothese nach Dollard zwei psychologische Ansätze vorgestellt.
4. Beschreibung der Situation in den Schulen: Dieses Kapitel analysiert das Ausmaß und die Formen der Gewalt an Schulen anhand empirischer Daten und ordnet die Problematik ein.
5. Formen der Gewalt an Schulen – Arten der Aggression: Es wird ein breites Spektrum von Unterrichtsstörungen bis hin zu physischer Gewalt beschrieben und nach motivationalen Aspekten in drei Arten unterteilt.
6. Bedingungsfaktoren für aggressives Schülerverhalten: Der Fokus liegt hier auf den familiären Rahmenbedingungen sowie dem Leistungsdruck im Schulsystem als Faktoren für Gewaltentstehung.
7. Interventionsmöglichkeiten und Gewaltprävention: Das Kapitel erörtert Prinzipien der Prävention und stellt konkrete Lösungsansätze zur Reduktion von Gewaltphänomenen dar.
8. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Gewalt ein dauerhaftes Schulproblem darstellt, das kontinuierlicher, individuell angepasster Bearbeitung bedarf.
Schlüsselwörter
Aggression, Gewalt, Schule, Gewaltprävention, Soziales Lernen, Frustration, Schülerverhalten, Interventionsmaßnahmen, Erziehung, Schulalltag, Modelllernen, Disziplinlosigkeit, Vandalismus, Schulkultur, Konfliktbewältigung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik der Aggression und Gewalt an Schulen, analysiert deren Ursachen und präsentiert Ansätze zur Prävention.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Begriffsdefinition, theoretische Entstehungsmodelle, die aktuelle Schulsituation, Bedingungsfaktoren sowie Interventionsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine überblicksweise Darstellung des Themas, um zu verstehen, wie Gewaltphänomene im schulischen Kontext verhindert oder reduziert werden können.
Welche wissenschaftlichen Modelle werden genannt?
Die Arbeit stützt sich primär auf die Soziale Modellbildung nach Bandura und die Frustrations-Aggressions-Theorie nach Dollard.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Beschreibung der Schulsituation, der Einordnung der verschiedenen Gewaltformen sowie der Analyse von familiären und schulischen Einflussfaktoren.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Aggressionspotential, Prävention, Gewaltarten und die soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.
Welche Rolle spielt die Familie bei der Gewaltentstehung?
Die Familie wird als wichtigster Ort der Lebensgestaltung und der Vermittlung sozialer Kompetenzen hervorgehoben, wobei deren Instabilität Aggressionen begünstigen kann.
Wie unterscheidet Nolten Arten aggressiven Verhaltens?
Nolten differenziert zwischen instrumenteller Aggression (zielgerichtet), affektiver Aggression (emotional geleitet) und spontaner Aggression (Lust an der Verletzung).
Welchen Einfluss hat das Klassenklima auf die Gewalt?
Laut den angeführten Studien haben allgemeine schulische Rahmenbedingungen wie das Klassenklima nur einen geringen Einfluss auf aggressives Verhalten.
Warum ist Gewaltprävention heute so komplex?
Prävention ist schwierig, da die Formen der Gewalt vielfältig sind und die zugrunde liegenden Ursachen oft unklar oder undurchdringlich bleiben.
- Arbeit zitieren
- Angelina Schulz (Autor:in), 2010, Aggression und Gewalt in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165924