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Die Reformation in Zürich bis zur "Zweiten Zürcher Disputation" 1523

Titel: Die Reformation in Zürich bis zur "Zweiten Zürcher Disputation" 1523

Seminararbeit , 2014 , 12 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Alexander Herkner (Autor:in)

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Züricher Reformation ist eng mit der Person Hyldrich Zwinglis verbunden. Der Beginn seiner biblischen Predigtbemühungen kann auch als Beginn der Reformation in Zürich angesehen werden. Zwingli wurde am 11.12.1518 zum Leutpriester am Großmünster in Zürich gewählt und begann schon mit der ersten Predigt, ein "bescheiden, aber deutlich ... reformatorisches Programm" mitzuteilen. In diesem Wirken setzt er sich mit den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen, sowie den kirchlichen Lehrmeinungen seiner Zeit auseinander. Peter Stephens schreibt: "Diese Sorge um alle Bereiche der Gesellschaft war
charakteristisch für das reformatorische Wirken Zwinglis und machte die Reformation einmal mehr zum Thema für die ganze Eidgenossenschaft". Dies führte zu Spannungen mit seiner Umwelt, welche im Folgenden näher erläutert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Beginn der Züricher Reformation
  • 2. Vorgeschichte zur Ersten Zürcher Disputation
    • 2.1. Auf der Ebene Zürichs
    • 2.2. Der Zürcher Rat und der Bischof von Konstanz
    • 2.3. Zürich und die Eidgenossenschaft
  • 3. Erste Züricher Disputation
    • 3.1. Anlaß und Ausschreibung
    • 3.2. Verlauf
    • 3.3. Bedeutung und Folgen
  • 4. Zweite Züricher Disputation
    • 4.1. Anlaß und Ausschreibung
    • 4.2. Verlauf
    • 4.3. Bedeutung und Folgen
  • 5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die frühe Phase der Reformation in Zürich, wobei der Fokus auf der entscheidenden Rolle Huldrych Zwinglis und dem historischen Kontext der beiden Zürcher Disputationen liegt. Sie beleuchtet, wie Zwinglis bibelzentrierte Predigten zu weitreichenden Konflikten mit der kirchlichen Tradition und dem politischen Umfeld führten und die reformatorische Bewegung in Zürich maßgeblich prägten.

  • Die Theologie Huldrych Zwinglis und seine Grundsätze "sola scriptura" und "solus christus".
  • Konflikte mit etablierten kirchlichen Praktiken und Lehren, wie Fastenordnung und Heiligenverehrung.
  • Die sich wandelnde Rolle des Zürcher Rates und der bürgerlichen Obrigkeit in religiösen Fragen.
  • Anlass, Verlauf und die tiefgreifenden Auswirkungen der Ersten Zürcher Disputation.
  • Die Eskalation der Reformdebatten und die Konsequenzen der Zweiten Zürcher Disputation.
  • Zürichs zunehmende Isolation innerhalb der Eidgenossenschaft aufgrund der reformatorischen Bestrebungen.

Auszug aus dem Buch

3. Erste Züricher Disputation

Zwingli hat aufgrund der Anschuldigungen zur Ketzerei selbst die Disputation beim Rat verlangt. Der Vorwurf der Ketzerei wog besonders in den freien Reichsstädten aufgrund des großen Ehrgefühls der Bürger schwer. Wer solch einen Vorwurf nicht bestritt, gab ihm damit recht.22 Man wollte in Zürich nicht weiter warten, da die vom Bischof in Aussicht gestellte Verhandlung der Sache wieder abgesagt wurde.

Die Ausschreibung wurde durch den Bürgermeister, den Kleinen und den Großen Rat unter Einwirkung von Zwingli verfasst. Das Gespräch sollte auf deutsch und als bürgerliches Rechtsverfahren geführt werden. Jedermann sollte die Möglichkeit bekommen, den evangelischen Predigern ihre Irrlehre nachzuweisen. Dieser Nachweis sei jedoch allein mit der Bibel zu führen, was bereits zu einer theologischen Vorentscheidung zugunsten der evangelische Seite führte. Sie wollte ja zeigen, dass die Frage nach Gottes Wort oder menschlicher Tradition bei Ersterem, im "Schriftprinzip" liege.23 Zwinglis 67 Thesen finden in der Auschreibung noch keine Erwähnung, da sie Zwingli erst wenige Tage vor der Disputation geschrieben hatte. Sie stellten "eine in Kernsätzen zusammengefasste Inhaltsangabe der vorangegangenen Predigten"24 dar.

Zu der Disputation am 29.01.1523 erschienen etwa "600 Personen, gelerter und fürnemmer lüthen"25 von nah und fern. Darunter war auch eine Abordnung des Konstanzer Bischofs unter der Führung des Generalvikars Johann Faber. Sein Auftrag war es, deren Legitimität abzusprechen und nicht an der Debatte teilzunehmen. In Konstanz sah man die Ereignisse in Zürich in Verbindung mit den Auseinandersetzungen um Luther, so dass man dort von einer "Disputation Ulrich Zwinglis im Lutherhandel" sprach.26 Zwingli gelang es dennoch, Faber bezüglich des Verfahrens mit Pfarrer Wyss, der unter der Ankündigung von Strafe seitens Faber seine evangelischen Position widerrief, in Erklärungsnot zu bringen: Mit welchen biblischen Argumenten er Wyss überwunden habe. Darauf konnte Faber nichts entgegnen, so dass das "Bild einer eklatanten Niederlage" entstand.27 Desweitern war der Verlauf der Disputation im Wesentlichen geprägt durch den Vortrag von Zwinglis 67 Thesen und der stetigen Infragestellung der Rechtmäßigkeit der Veranstaltung seitens der Gegnerschaft um Faber. Da diese trotz mehrmaligem Auffordern durch den Rat kein Nachweis einer Ketzerei seitens Zwingli vorbrachte, wurde bereits zur Mittagszeit das Ratsurteil gesprochen. Zwingli könne "bis zur besseren Belehrung in seinem Stile fortfahren".28

Zusammenfassung der Kapitel

1. Beginn der Züricher Reformation: Dieses Kapitel stellt Huldrych Zwingli als zentrale Figur des Beginns der Reformation in Zürich vor und beleuchtet, wie seine biblischen Predigtbemühungen erste gesellschaftliche und theologische Spannungen hervorriefen.

2. Vorgeschichte zur Ersten Zürcher Disputation: Es werden Zwinglis reformatorisches Predigtverständnis, die daraus resultierenden Konflikte mit kirchlichen Traditionen und die zunehmende Rolle des Zürcher Rates bei der Beschlussfassung zur biblischen Predigt sowie in den Auseinandersetzungen mit dem Bischof von Konstanz und der Eidgenossenschaft beschrieben.

3. Erste Züricher Disputation: Das Kapitel behandelt den Anlass und die Ausschreibung dieser wegweisenden Disputation durch Zwingli, beschreibt ihren Verlauf als juristisches Verfahren und die offizielle Anerkennung der evangelischen Predigt durch den Rat als direkte Folge.

4. Zweite Züricher Disputation: Hier werden die Gründe für die Eskalation der Reformdebatten um Liturgieformen und Bilderverehrung erläutert, der Verlauf der zweiten Disputation inklusive der unterschiedlichen Positionen der beteiligten Parteien analysiert und die weitreichenden Folgen für die weitere Reformation in Zürich dargestellt.

5. Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet alle wissenschaftlichen Werke und Quellen auf, die für die Erstellung der vorliegenden Arbeit herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Zürcher Reformation, Huldrych Zwingli, Erste Zürcher Disputation, Zweite Zürcher Disputation, Sola Scriptura, Fastenbrüche, Bildersturm, Zürcher Rat, Bischof von Konstanz, Eidgenossenschaft, Reformationsgeschichte, Predigt, Autorität, Ketzerei, Konzil, Wittenberg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Diese Arbeit befasst sich mit den Anfängen und der Entwicklung der Reformation in Zürich, insbesondere mit der Rolle Huldrych Zwinglis und den beiden maßgeblichen Zürcher Disputationen von 1523.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen Zwinglis theologische Reformideen, die daraus resultierenden Konflikte mit der katholischen Kirche und den politischen Akteuren seiner Zeit sowie die schrittweise Etablierung des reformierten Glaubens in Zürich.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Prozesse und Akteure zu beleuchten, die zur Transformation Zürichs in ein Zentrum der Reformation führten, insbesondere durch die Untersuchung der Disputationen als zentrale Ereignisse zur Klärung theologischer und kirchlicher Fragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit bedient sich einer historischen und theologischen Analyse, indem sie die Ereignisse und Debatten der Zürcher Reformation auf Basis zeitgenössischer Quellen und relevanter Sekundärliteratur untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt ausführlich die Vorgeschichte, den Anlass, den detaillierten Verlauf sowie die direkten und langfristigen Bedeutungen der Ersten und Zweiten Zürcher Disputation für die Reorganisation des Kirchenwesens in Zürich.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Zürcher Reformation, Huldrych Zwingli, Disputation, Sola Scriptura, Fastenbrüche, Bildersturm und die Rolle des Zürcher Rates.

Wie trug die Einführung des "Schriftprinzips" zur Spannung in Zürich bei?

Zwinglis Beharren auf dem "Schriftprinzip" ("sola scriptura") als alleinige Autorität stand im diametralen Gegensatz zum Traditionsprinzip der Kirche, was zu fundamentalen Konflikten in Bezug auf Fastenordnung, Heiligenverehrung und andere kirchliche Lehrmeinungen führte.

Welchen Einfluss hatte die Verurteilung Luthers am Wormser Reichstag auf die Eidgenossenschaft und Zürich?

Die Verurteilung Luthers im April 1521 führte dazu, dass sämtliche evangelische Bestrebungen als "lutherisch" und somit als reichsrechtlich verboten angesehen wurden, was die antireformatorische Mehrheit in der Eidgenossenschaft stärkte und Zürichs Position isolierte.

Was war das Hauptargument der Gegnerschaft um Generalvikar Johann Faber während der Ersten Zürcher Disputation?

Faber und die Gegnerschaft bestritten die Legitimität der bürgerlichen Versammlung, theologische Fragen zu entscheiden, und forderten, dass Streitfragen einem kommenden Konzil anvertraut werden sollten, konnten aber keine biblischen Argumente gegen Zwingli vorbringen.

Welche konkreten Veränderungen im Gottesdienst wurden nach der Zweiten Zürcher Disputation vorgenommen?

Nach der Zweiten Disputation wurden traditionelle Frömmigkeitsübungen wie kirchliche Feiertage, Prozessionen und Fastenbräuche eingestellt. Liturgische Zusammenkünfte wurden durch Predigtgottesdienste ersetzt und die "Kurze, christliche Einleitung" Zwinglis als verbindliche Lehre vom Rat legitimiert.

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Details

Titel
Die Reformation in Zürich bis zur "Zweiten Zürcher Disputation" 1523
Hochschule
Universität des Saarlandes
Note
1,3
Autor
Alexander Herkner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
12
Katalognummer
V1659472
ISBN (PDF)
9783389159682
Sprache
Deutsch
Schlagworte
reformation zürich zweiten zürcher disputation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Herkner (Autor:in), 2014, Die Reformation in Zürich bis zur "Zweiten Zürcher Disputation" 1523, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1659472
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Leseprobe aus  12  Seiten
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