Das Werk enthält den Entwurf einer Unterrichtsreihe zum Thema "Der historiche Jesus", wobei die erste Stunde der Lehreinheit voll ausgearbeitet ist; die Unterrichtsmaterialien befinden sich im Anhang.
Die Arbeit umfasst im Enzelnen folgende Punkte der Unterrichtsplanung: 1.) Enleitung und Begründung des Themas, 2.) Sachanalyse, 3.) Analyse der Lerngruppe / des Lernumfelds, 4.) Didaktische Orientierung, 5.) Didaktische Entscheidungen, 6.) Verlaufsplan sowie 7.) Literaturverzeichnis.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Begründung des Themas
2. Sachanalyse
2.1. Forschungsgeschichte
2.2. Quellen zum Leben Jesu
2.2.1. Der Begriff „Quelle“
2.2.2. Nicht-christliche Quellen
2.2.3. Christliche Quellen
2.3. Rahmendaten - Geburt und Tod Jesu
2.4. Zwischenmenschliche Beziehungen
2.4.1 Die Familie Jesu
2.4.2. Die Jünger und Anhänger Jesu
2.4.3. Die Gegner Jesu
2.5. Wichtige Orte im Leben Jesu
2.6. Wichtige Stationen im Leben Jesu
2.6.1. Begegnung mit Johannes dem Täufer und Taufe
2.6.2. Öffentliches Auftreten und Wirken Jesu
2.6.3. Passion und Tod am Kreuz
2.6.4. Auferstehung und Messiasanspruch
2.7. Der Kontext des Lebens Jesu
2.7.1. Religionsgeschichtlicher Kontext: Jesus als Jude
2.7.2. Politischer, wirtschaftlicher und sozialer Kontext
3. Analyse der Lerngruppe / des Lernumfelds
4. Didaktische Orientierung
4.1. Die Schüler und das Thema „Der historische Jesus“
4.2. „Der historische Jesus“ in den Lehrplänen
5. Didaktische Entscheidungen
5.1. Themenauswahl
5.2. Lernziele
5.3. Methoden, Medien, Sozialformen
6. Verlaufsplan
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, den "historischen Jesus" als Gegenstand einer Unterrichtsreihe für die 10. Klasse am Gymnasium wissenschaftlich fundiert zu analysieren und didaktisch aufzubereiten, um Schülern einen kritischen Zugang zu den Quellen und dem Leben Jesu zu ermöglichen.
- Wissenschaftliche Sachanalyse der historischen Person Jesus von Nazareth unter Berücksichtigung quellenkritischer Forschung.
- Analyse der Lerngruppe und deren religiöser Entwicklung im Kontext pubertärer Lernphasen.
- Evaluation der curricularen Einbindung des Themas "Historischer Jesus" in den saarländischen Lehrplänen.
- Entwicklung eines konkreten Unterrichtskonzepts zur Quellenkritik (biblische und außerbiblische Quellen).
Auszug aus dem Buch
2.1. Forschungsgeschichte
Die Frage nach dem historischen Jesus begann im 18. Jahrhundert mit der sog. Leben-Jesu Forschung „im Sinne der gesch[ichtlichen] Erforschung von Wort und Gesch[ichte] Jesu“12. Sie hat mittlerweile fünf Phasen durchlaufen.13
Die erste Phase dieser Untersuchung des Lebens Jesu unter „rein historischen Gesichtspunkten“14 geht auf den Professor für orientalische Sprachen Hermann Samuel Reimarus (1694-1768) zurück. In seiner „Apologie oder Schutzschrift für die vernünftigen Verehrer Gottes“, die posthum und anonym in Fragmenten durch Gotthold Ephraim Lessing veröffentlicht wurde, kommt ein damals neuer methodischer Ausgangspunkt zum Tragen. Reimarus versuchte erstmals, zwischen der wirklichen, historischen Verkündigung Jesu und dem Christusglauben der Apostel zu unterscheiden. Hierbei ging Reimarus davon aus, dass Jesu Verkündigung nur im Kontext des Judentums und der damaligen Zeit zu verstehen ist. Dabei sah Reimarus Jesus als prophetisch-apokalyptische Gestalt des Judentums mit einer politisch-messianischen Botschaft. Die sich anschließende Erlösungs- und Auferstehungsbotschaft der Apostel nach dem Tode Jesu führte er auf einen Betrug durch die Apostel zurück (Diebstahl des Leichnams Jesu).
Die Grundthese von David Friedrich Strauß (1808-1874) in „Leben Jesu“ (1835/36) ist, dass die Jesusüberlieferung in den Evangelien mythisch ausgestaltet wurde. Strauß wendet den Mythosbegriff der alttestamentlichen Forschung auf die Evangelien an. Die damals verbreiteten Erklärungsversuche des Supranaturalismus und Rationalismus waren für ihn als Deutungsmuster der in den Evangelien überlieferten Begebenheiten beide unzulänglich. „Unhistorisches“, z.B. die Außerkraftsetzung von Naturgesetzen, rühren von einem „unbewussten Prozess mythischer Imagination“15 her. Der Kern des Christentums bleibt trotz dieser Annahme bestehen, da Strauß die höchste aller Ideen, die Idee der Gottmenschlichkeit, in Jesus weiterhin realisiert sieht. Er geht erstmals davon aus, dass das Johannesevangelium wegen seiner theologischen Ausrichtung historisch weniger vertrauenswürdig ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Begründung des Themas: Hinführung zur Bedeutung der historischen Jesus-Frage für die Gesellschaft und den Religionsunterricht.
2. Sachanalyse: Systematische Darstellung des aktuellen wissenschaftlichen Forschungsstandes zum Leben Jesu, inkl. Quellenkritik und historischem Kontext.
3. Analyse der Lerngruppe / des Lernumfelds: Reflexion über die Anforderungen und Voraussetzungen einer 10. Klasse im Kontext der Religionsdidaktik.
4. Didaktische Orientierung: Untersuchung der Schülerinteressen sowie Analyse der Einbettung des Themas in die Lehrpläne des saarländischen Gymnasiums.
5. Didaktische Entscheidungen: Begründung der Themenauswahl, Lernziele sowie methodische Planung der Unterrichtsreihe.
6. Verlaufsplan: Dokumentation der strukturellen Planung der Unterrichtsstunde.
Schlüsselwörter
Historischer Jesus, Leben-Jesu-Forschung, Quellenkritik, Religionspädagogik, Unterrichtsplanung, Evangelien, Judentum, Christologie, Historizität, Didaktik, Bibelauslegung, Schülerinteresse, gymnasiale Oberstufe, Auferstehung, Quellenanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den "historischen Jesus" als wissenschaftliches und unterrichtliches Thema für Schülerinnen und Schüler an einem Gymnasium.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die wissenschaftliche Sachanalyse des Lebens Jesu, die didaktische Analyse der Zielgruppe sowie die Planung einer Unterrichtsreihe inklusive quellenkritischer Methoden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines didaktischen Konzepts, das es Schülern ermöglicht, eine wissenschaftlich fundierte Reflexion über die historische Person Jesu und deren Abgrenzung zum geglaubten Christus zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden historisch-kritische Methoden der Exegese sowie religionspädagogische und didaktische Analyseinstrumente zur Unterrichtsplanung genutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende Sachanalyse zu den historischen Eckdaten Jesu, die Analyse der Lernvoraussetzungen von Jugendlichen in der Pubertät und die praktische Planung einer Unterrichtsreihe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Historischer Jesus", "Quellenkritik", "Religionsdidaktik" und "Unterrichtsplanung" charakterisiert.
Warum ist die Unterscheidung zwischen dem historischen Jesus und dem geglaubten Christus wichtig?
Diese Unterscheidung ist für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung essenziell, um Schülern zu helfen, zwischen historisch rekonstruierbaren Fakten und der theologischen Glaubensbotschaft der Evangelien zu differenzieren.
Wie gehen Jugendliche mit dem Thema "historischer Jesus" um?
Jugendliche zeigen eine große Pluralität an Zugängen, die von Skepsis gegenüber biblischen Inhalten bis hin zum Wunsch nach Identifikation mit Jesus als ethischem Vorbild reicht.
Welche Rolle spielen außerbiblische Quellen?
Außerbiblische Zeugnisse wie die von Tacitus oder Josephus Flavius dienen als wertvolle Instrumente, um Zweifel an der bloßen historischen Existenz Jesu abzubauen.
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- Christoph Aschoff (Author), 2008, Der historische Jesus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166015