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Arbeitslosigkeit als zentrale Herausforderung

Title: Arbeitslosigkeit als zentrale Herausforderung

Seminar Paper , 2003 , 22 Pages , Grade: 2

Autor:in: Sebastian Grasser (Author)

Politics - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Am 8. Juli meldete die Bundesanstalt für Arbeit die höchste Arbeitslosenzahl für
einen Juni seit der Wiedervereinigung. Mehr als 4,257 Mio. Menschen waren
demnach in Deutschland ohne Arbeit (Monatsbericht der Bundesanstalt für Arbeit
Juni 2003: 17). Dies sind zwar 85.000 weniger als im Mai, wodurch die
Arbeitslosenquote von 10,4% auf 10,2% gesunken ist, jedoch 303.000
Menschen mehr als im Mai 2002 (Vgl. Spiegel Online 2003). Der leichte
Rückgang seit Mai resultiert aus saisonalen Gründen. Die Baubranche, die
Gastronomie und die Freizeitbranche fragen in Sommermonaten mehr
Arbeitskräfte nach, wonach die Arbeitslosigkeit saisonal sinkt. Seit „1997 war die
Juni-Arbeitslosigkeit im Schnitt um 50.000 gesunken“ (Spiegel Online 2003), im
Juni 2003 fiel der eben genannte, saisonal bedingte Nachfrageschub spärlicher
aus. Experten sehen den Arbeitsmarkt besonders durch die lähmende Konjunktur
stark belastet. Besonders in Bayern und Baden-Württemberg erfuhr die
Arbeitslosigkeit eine drastische Zunahme. In Bayern nahm die Zahl der
Arbeitssuchenden im Vergleich zum Vorjahresmonat um 17,5% auf 415.368 zu,
die Arbeitslosenquote stieg auf 6,4% (Vgl. Bundesanstalt für Arbeit I 2003). In
Baden-Württemberg stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Juni 2002
um 16,5% auf 326.093 Menschen. Das sind 46.292 mehr als im Vorjahr. Die
Quote erhöhte sich somit auf 5,9% (Vgl. Bundesanstalt für Arbeit II 2003).
Schleswig-Holstein meldete 131.817 Arbeitslose, d.h. 14,7% mehr als noch vor
einem Jahr (Bundesanstalt für Arbeit III). Nur in Sachsen konnte die
Arbeitslosenquote im Vergleich zum Juni 2002 abnehmen – sie sank um 3,3%
(Bundesanstalt für Arbeit V 2003). In Westdeutschland waren 254.629 Menschen
(Bundesanstalt für Arbeit VII 2003), in Ostdeutschland 48.435 Menschen mehr
als im Vorjahresmonat ohne Arbeit (Bundesanstalt für Arbeit VIII 2003).
Diese Zahlen machen vor allem eines deutlich: der Arbeitsmarkt in Deutschland
verursacht zu viele Arbeitslose, zudem steckt die Wirtschaft in einer
konjunkturellen Krise und somit steigen die Arbeitslosenzahlen stetig Richtung
Rekordhoch. Selbst in Regionen, die eigentlich stets eine relativ niedrige
Arbeitslosigkeit aufweisen, wie Bayern oder Baden-Württemberg, stiegen die
Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Juni 2002 um mehr als 14% an.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. DIE AKTUELLE ARBEITSMARKTSITUATION IM JULI 2003

2. DIE ARTEN DER ARBEITSLOSIGKEIT

2.1. Strukturelle Arbeitslosigkeit

2.2. Konjunkturelle Arbeitslosigkeit

2.3. Friktionelle Arbeitslosigkeit

2.4. Saisonale Arbeitslosigkeit

2.5. Wohlstandsarbeitslosigkeit

3. VERSCHIEDENSTE LÖSUNGSANSÄTZE ZUR BEWÄLTIGUNG DER ARBEITSLOSIGKEIT IN DEUTSCHLAND

3.1. Das Hartz-Konzept der rot-grünen Regierung

3.1.1. Ursprung und Aufgabe der Hartz-Kommission

3.1.2. Vorschläge der Hartz-Kommission

3.1.2.1. Umbau der Arbeitsämter zu Job-Centern

3.1.2.2. Einführung von Personal-Service-Agenturen

3.1.2.3. Job-Floater und Ich-AGs

3.1.3. Kritik an den Hartz-Plänen

3.2. Die Vorschläge der AG Alternative Wirtschaftspolitik

3.2.1. Sofortprogramm für Beschäftigte

3.2.2. Arbeitsmarktpolitisches Sofortprogramm

3.2.3. Leistung und Probleme der AG-Vorschläge

3.3. Reformideen des Instituts für Weltwirtschaft Kiel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit

3.3.1. Stärkung der Arbeitsproduktivität

3.3.2. Reform der Sozialversicherung

3.3.3. Moderate Lohnpolitik der Gewerkschaften

3.3.4. Umbau des Regelwerks für Arbeit

3.3.5. Reduzierung der Ansprüche für staatliches Einkommen

3.3.6. Erschließung einer neuen arbeitsmarktpolitischen Philosophie

4. DIE EFFIZIENZ DER BEHANDELTEN LÖSUNGSANSÄTZE

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit analysiert verschiedene Lösungsansätze zur Bewältigung der hohen Arbeitslosigkeit in Deutschland. Ziel ist es, das Hartz-Konzept, die Vorschläge der AG Alternative Wirtschaftspolitik sowie das Programm des Instituts für Weltwirtschaft Kiel kritisch zu untersuchen und deren Potenzial zur nachhaltigen Senkung der Arbeitslosenzahlen zu bewerten.

  • Analyse der aktuellen Arbeitsmarktsituation und Systematik der Arbeitslosigkeitsformen.
  • Evaluation des Hartz-Konzeptes der rot-grünen Regierung und seiner Instrumente.
  • Untersuchung der wirtschaftspolitischen Forderungen der AG Alternative Wirtschaftspolitik.
  • Diskussion der reformorientierten Ansätze des Instituts für Weltwirtschaft Kiel.
  • Kritische Würdigung der Effizienz der untersuchten Lösungsansätze.

Auszug aus dem Buch

3.3.1. STÄRKUNG DER ARBEITSPRODUKTIVITÄT

Der erste Reformansatz behandelt eine Stärkung der Arbeitsproduktivität. Dies kann auf verschiedene Arten geschehen. Zum einen können vor allem Produktivitätspotentiale durch flexible Arbeitszeiten ausgeschöpft werden. Hier fällt das Stichwort Arbeitszeitverkürzung. Die Arbeitnehmen müssten eine Verringerung ihres Einkommens akzeptieren, allerdings nicht proportional zur verringerten Arbeitszeit (Vgl. Siebert 2002: 5). Somit werden die Arbeitskosten variabel und mehr Arbeitslose könnten eingestellt werden, da die Unternehmen aufgrund der Einkommensverringerung mehr Kapital zur Verfügung haben, um wiederum in den Faktor Arbeit zu investieren. Ähnliches konnten wir bereits bei der AGAW lesen.

Zum anderen muss die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gestärkt werden. Hierfür bedarf es einer Senkung der Unternehmenssteuer, um Investitionen und Einstellungen zu forcieren. Die derzeitige Staatsquote von 48% muss dringend gesenkt werden, um den Anteil des Staates am jährlichen Produktionsergebnis zu verringern und Subventionen müssten dringend abgebaut werden, da sie 35% des Steueraufkommens und 7,5% des Bruttoinlandsprodukts ausmachen (Vgl. Siebert 2002: 7).

Des weiteren ist es dringend erforderlich, in Humankapital zu investieren. Das Schulsystem muss hierfür effizienter ausgestaltet, das duale Ausbildungssystem erweitert und Mobilität sowie Flexibilität der Arbeitnehmer gefördert werden, um den rasanten wirtschaftlichen Veränderungen standhalten zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. DIE AKTUELLE ARBEITSMARKTSITUATION IM JULI 2003: Das Kapitel beschreibt die kritische Lage des deutschen Arbeitsmarktes mit steigenden Arbeitslosenzahlen trotz saisonaler Effekte und kontextualisiert dies als strukturelle Krise.

2. DIE ARTEN DER ARBEITSLOSIGKEIT: Hier werden theoretische Grundlagen geschaffen, indem verschiedene Formen wie strukturelle, konjunkturelle, friktionelle, saisonale und Wohlstandsarbeitslosigkeit definiert und differenziert werden.

3. VERSCHIEDENSTE LÖSUNGSANSÄTZE ZUR BEWÄLTIGUNG DER ARBEITSLOSIGKEIT IN DEUTSCHLAND: Das Kernkapitel untersucht detailliert drei verschiedene Ansätze: das Hartz-Konzept der Regierung, die Pläne der AG Alternative Wirtschaftspolitik und die Reformideen des Instituts für Weltwirtschaft Kiel.

4. DIE EFFIZIENZ DER BEHANDELTEN LÖSUNGSANSÄTZE: Das abschließende Kapitel bewertet die untersuchten Programme und kommt zu dem Schluss, dass systemische Strukturreformen notwendig sind, statt nur Symptombekämpfung zu betreiben.

Schlüsselwörter

Arbeitslosigkeit, Hartz-Konzept, Arbeitsmarktpolitik, Strukturwandel, Konjunktur, Wirtschaftspolitik, Sozialversicherung, Arbeitsmarkt, Beschäftigung, Lohnpolitik, Humankapital, Reform, Deutschland.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der hohen Arbeitslosigkeit in Deutschland im Jahr 2003 und analysiert verschiedene vorgeschlagene Lösungsstrategien zur Überwindung dieser Krise.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Arbeitsmarktpolitik, wirtschaftspolitische Instrumente zur Nachfragestärkung sowie Reformansätze für Sozialsysteme und Lohnstrukturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Evaluation und ein Vergleich von drei spezifischen Lösungsansätzen (Hartz-Konzept, AG Alternative Wirtschaftspolitik, Institut für Weltwirtschaft Kiel), um deren Wirksamkeit bei der Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit zu beurteilen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive und kritisch-analytische Ausarbeitung, die auf Basis von Sekundärliteratur, Berichten von Forschungsinstituten und offiziellen Statistiken die Reformvorschläge diskutiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition der Arten von Arbeitslosigkeit sowie die detaillierte Darstellung und kritische Prüfung der drei gewählten politischen und ökonomischen Reformkonzepte.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Arbeitslosigkeit, Hartz-Konzept, Strukturwandel, Lohnpolitik, soziale Sicherungssysteme und Beschäftigungspolitik.

Wie bewertet der Autor das Hartz-Konzept der rot-grünen Regierung?

Der Autor kritisiert, dass das Hartz-Konzept primär die Bundesanstalt für Arbeit reformiert, aber die tieferliegenden Strukturprobleme des Arbeitsmarktes nicht löst und zu wenig neue Arbeitsplätze schafft.

Welche Philosophie vertritt Horst Siebert vom Institut für Weltwirtschaft Kiel?

Siebert plädiert für eine umfassende Marktliberalisierung, die Stärkung der Eigenverantwortung der Bürger durch Reduzierung staatlicher Ansprüche und eine am Produktivitätsfortschritt orientierte Lohnpolitik.

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Details

Title
Arbeitslosigkeit als zentrale Herausforderung
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Politische Wissenschaft)
Course
Proseminar: Politische Wirtschaftslehre
Grade
2
Author
Sebastian Grasser (Author)
Publication Year
2003
Pages
22
Catalog Number
V16602
ISBN (eBook)
9783638214032
Language
German
Tags
Arbeitslosigkeit Herausforderung Proseminar Politische Wirtschaftslehre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Grasser (Author), 2003, Arbeitslosigkeit als zentrale Herausforderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16602
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