Der Verfasser hat als Gymnasiallehrer ein Jahr lang eine Arbeitsgemeinschaft für Schüler(-innen) der 12. und 13. Jahrgangsstufe zum Thema "Wissenschaftliches Arbeiten" geleitet und seine Erkenntnisse und Erfahrungen mit der Facharbeit zusammengestellt. Er erläutert und begründet detailliert, welchen Sinn, welche Funktion und welchen Stellenwert die Facharbeit in der gymnasialen Oberstufe hat, welchen Rahmen die Institution Schule setzt, wie groß die pädagogische Freiheit der Lehrer u.a. bei der Themenstellung und Bewertung ist und wie sich "Facharbeit" aus der Sicht des Schülers darstellt.
In einem zweiten Teil präsentiert der Verfasser ein konkretes Beispiel für das Fach Geschichte, wobei er die Analyse und Interpretation einer lokalgeschichtlichen Quelle (in französischer Sprache, aber mit deutscher Übersetung !) in den Mittelpunkt stellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Grundsätzliches
2 Facharbeiten: Rechtlicher Rahmen und pädagogische Freiheit
3 Facharbeiten aus der Sicht des Schülers
4 Erfahrungen und Perspektiven
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen praxisnahen Erfahrungsbericht über die Einführung und Umsetzung von Facharbeiten in der gymnasialen Oberstufe, beleuchtet rechtliche sowie pädagogische Rahmenbedingungen und analysiert am Beispiel einer historischen Verkaufsurkunde die methodische Herangehensweise an wissenschaftspropädeutisches Arbeiten.
- Einführung und organisatorische Implementierung der Facharbeit
- Rechtliche Grundlagen und pädagogische Freiräume
- Schülerperspektive bei der Themenwahl und Durchführung
- Methodik der Quellenanalyse am Beispiel einer historischen Urkunde
- Säkularisation und ihre Auswirkungen auf den Grundbesitz
Auszug aus dem Buch
Der Heerdter Hof unter’m Hammer – Von der fremdsprachlichen Quelle zur lokalgeschichtlichen Facharbeit
Im folgenden Aufsatz handelt es sich um den Verkauf des Heerdter Hofs zu Anfang des 19. Jahrhunderts. Dabei sollen u.a. die Beteiligten an diesem Rechtsgeschäft, die Miet- und Pachtverhältnisse und die Preisvorstellungen genannt bzw. erläutert werden. Erstes Ziel dieser Untersuchung ist es, ein lokalgeschichtliches und ansonsten unbedeutendes Ereignis aus reinem Interesse an der Sache aufzuklären, aber zugleich den welthistorischen Zusammenhang mit den Umwälzungen der Französischen Revolution und der napoleonischen Eroberungspolitik und Herrschaft herzustellen. Da die dem Rechtsgeschäft zugrunde liegende Urkunde auf Französisch abgefasst und daher in unserem Sprachraum nicht jedermann direkt zugänglich ist, ergibt sich als zweites Ziel dieser Quellenbeschreibung und –interpretation ein für geistes- und gesellschaftswissenschaftliche Untersuchungen typisches Verhältnis des Aufeinanderbezogenseins, des wechselseitigen Erklärens und Erhellens des seinerzeit Gesagten und Gemeinten. Man könnte auch von einem fächerübergreifenden bzw. fächerverbindenden Projekt sprechen, das aufgrund der Tatsache, dass sich die französische Sprache in den genau 200 Jahren seit Abfassung der Urkunde selbst wiederum verändert hat, eine Anforderung an die Textinterpretation und Übersetzung darstellt, die nicht ohne besonderen Reiz ist.
Im Kontext dieser Untersuchung können naturgemäß keine umfang- und detailreichen Ausführungen zu den außenpolitischen Folgen der Französischen Revolution, zu den Revolutionskriegen und zur Ausdehnung des französischen Territoriums – vor allem unter Napoleon – auf große Teile Europas gemacht werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Grundsätzliches: Dieses Kapitel beschreibt den Einführungsprozess der Facharbeit als obligatorisches Element der gymnasialen Oberstufe unter Berücksichtigung der schulinternen Planungen und Entscheidungsfindungen.
2 Facharbeiten: Rechtlicher Rahmen und pädagogische Freiheit: Hier wird der rechtliche Spielraum durch Erlasse und Richtlinien diskutiert und aufgezeigt, wie Lehrkräfte diesen Rahmen pädagogisch sinnvoll ausfüllen können.
3 Facharbeiten aus der Sicht des Schülers: Dieses Kapitel widmet sich der Vorbereitung und Betreuung der Schülerschaft sowie den Kriterien, nach denen Schüler ihr Fachthema wählen.
4 Erfahrungen und Perspektiven: Der Autor zieht ein positives Resümee aus den ersten Jahren der Facharbeitspraxis und betont den Wert dieser Arbeit für die Studierfähigkeit der Jugendlichen.
Schlüsselwörter
Facharbeit, gymnasiale Oberstufe, Schulpraxis, Methodenkompetenz, Säkularisation, Quellenanalyse, Heerdter Hof, napoleonische Zeit, Unterrichtsentwicklung, Studienfähigkeit, pädagogischer Rahmen, Geschichtsunterricht, Französische Revolution.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen praxisorientierten Erfahrungsbericht zur Implementierung und Durchführung der Facharbeit in der gymnasialen Oberstufe im Kontext nordrhein-westfälischer Schulordnungen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben den organisatorischen und rechtlichen Bedingungen stehen die methodische Betreuung der Schüler sowie die Einbindung wissenschaftspropädeutischen Arbeitens in den Fachunterricht im Fokus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Lehrkräften Hilfestellungen und Reflexionsmöglichkeiten bei der Begleitung von Facharbeiten zu bieten und den pädagogischen Mehrwert dieser Aufgabenstellung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor kombiniert deskriptive Erfahrungsberichte aus dem Schulalltag mit einer exemplarischen historischen Quellenanalyse, um methodische Herausforderungen und Lösungswege aufzuzeigen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der schulischen Rahmenbedingungen, die Reflexion der Schülerperspektive bei der Themenwahl sowie eine detaillierte quellenkritische Arbeit am Beispiel des Heerdter Hofs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Facharbeit, gymnasiale Oberstufe, pädagogischer Rahmen und wissenschaftspropädeutisches Arbeiten definieren.
Welche Bedeutung hat das Beispiel "Heerdter Hof" für den Text?
Es dient als praktisches Fallbeispiel, um zu demonstrieren, wie historische Quellen (hier eine französische Verkaufsurkunde) von Schülern analysiert, übersetzt und in einen größeren historischen Kontext eingeordnet werden können.
Warum betont der Autor die Bedeutung der Säkularisation?
Die Säkularisation bildet den historischen Kontext für das Fallbeispiel des Heerdter Hofs und verdeutlicht die tiefgreifenden wirtschaftlichen und administrativen Veränderungen unter napoleonischer Herrschaft im Rheinland.
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- Klaus Bahners (Author), 2006, Facharbeiten in der gymnasialen Oberstufe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166044