Energiemanagement ist die vorausschauende, organisierte und systematische Koordinierung von Beschaffung, Wandlung, Verteilung und Nutzung von Energie zur Deckung der Anforderungen unter Berücksichtigung ökologischer und ökonomischer Zielsetzungen.
Weltweit knapper werdende Ressourcen, steigende Preise, erhöhte Umweltsensibilität verlangen einen effizienteren Einsatz von Energie. Die Einführung von Energiemanagement und die daraus abgeleiteten Maßnahmen sind notwendige Schritte zur Einsparung von endlichen Ressourcen und Energiekosten bei Unternehmen sowie Privatpersonen. Für Unternehmen ist die Energieeffizienz eine zunehmend wichtige Stellschraube zur Kostenreduktion und ist damit auch ein Wettbewerbsfaktor. In einem liberalisierten Elektrizitätsmarkt müssen Nachfrager auf Preisveränderungen andauernd reagieren. Genau hier sollte das Energiemanagement ansetzen, um langfristig einen festen Platz in der Unternehmensstrategie einzunehmen. Das Energiemanagement gerät so zu einem Instrumentarium, um Strompreisspitzen durch verstärkte Nachfragereaktionen zu dämpfen und evtl. Marktversagen zu vermeiden.
Unabhängig von der Unternehmensgröße ist eine strukturierte Analyse des eigenen Energiebedarfs wichtig, da Energie in Zukunft tendenziell immer teurer wird. Modernes Energiemanagement umfasst zu diesem Zweck eine Reihe von Maßnahmen wie Aufzeichnen, Analysieren und Bewerten der Verbräuche mittels moderner Informationssysteme, Ableiten und Realisieren von technischen sowie organisatorischen Optimierungsmaßnahmen bis hin zum Ersatz oder Neubau ganzer Anlagenbereiche. Energiemanagement ist eine Verkettung von vielen Gesichtspunkten und stellt demzufolge in vielen Unternehmen den Ausgangspunkt zur Optimierung der gesamten Prozesskette dar.
Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung
1 Energiemanagement: Begriffsdefinition
2 Energiemanagement: Anwendungsgebiete
3 Energiemanagement: Verbreitung
4 Energiemanagement: Notwendigkeit
5 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Seminararbeit verfolgt das Ziel, die Bedeutung und Notwendigkeit eines strukturierten Energiemanagements für Unternehmen im Kontext steigender Energiekosten und eines liberalisierten Strommarktes zu verdeutlichen und dessen zentrale Aufgabenbereiche aufzuzeigen.
- Begriffsbestimmung und interdisziplinäre Abgrenzung des Energiemanagements
- Analyse der Anwendungsgebiete von Energieträgern im betrieblichen Kontext
- Untersuchung der Energieverbrauchsstrukturen und deren Transparenz
- Bewertung der ökonomischen Notwendigkeit durch steigende Energiepreise und Marktveränderungen
- Darstellung von Optimierungsstrategien durch moderne Informationssysteme
Auszug aus dem Buch
4 Energiemanagement: Notwendigkeit
Produktionsbetriebe wurden in den meisten Fällen nach Kriterien wie Materialfluss, Wegezeiten, Maschinenauslastungen, Startterminen, etc. geplant. In den seltensten Fällen nach dem Kriterium der rationellen Energieverwendung. Produktionsbetriebe sind daher in der überwiegenden Mehrheit sehr ineffizient gewesen, was die physikalische notwendige Arbeit für die Erzielung eines Ergebnisses mit der tatsächlich angewendeten Arbeit anbetrifft. Energiekosten waren in den meisten Branchen fix. Energie war zwar ein wichtiger, aber kein entscheidender Kostenfaktor. Erst mit den extremen Preissteigerungen seit 2003/2004 ist die Notwendigkeit und die Forderung nach einem effizienten Energiemanagement gestiegen (vgl. [Uter08], S. 1).
Die Strompreise werden auf dem Großmarkt an der Leipziger Strombörse EEX festgelegt. Dabei werden die Preise nach den kurzfristigen Grenzkosten der im Erzeugungssystem verfügbaren Kraftwerke gebildet. Die Auswertung der Marktergebnisse zeigen, dass der Großhandelspreis für Strom über alle Lastbereiche gemittelt in den Jahren von 2000 bis 2010 von knapp 20 €/MWh zwischenzeitlich auf 70 €/MWh angestiegen ist. Die wesentlichen Gründe für diesen Preisanstieg liegen in der allgemeinen Zunahme der Brennstoffkosten, aber auch in den Auswirkungen des am 1. Januar 2005 eingeführten Emissionshandels (vgl. [BMWi09], S. 32-33).
Die vorhergehenden Ausführungen verdeutlichen, dass das Energiemanagement nicht nur aus Gründen der Kosteneinsparung im Unternehmen realisiert werden sollte. In einem liberalisierten Elektrizitätsmarkt müssen Nachfrager auf Preisveränderungen andauernd reagieren. Genau hier sollte das Energiemanagement ansetzen, um langfristig einen festen Platz in der Unternehmensstrategie einzunehmen. Das Energiemanagement gerät so zu einem Instrumentarium, um Strompreisspitzen durch verstärkte Nachfragereaktionen zu dämpfen und evtl. Marktversagen zu vermeiden (vgl. [Fich07], S. 10).
Zusammenfassung der Kapitel
0 Einleitung: Diese Einleitung motiviert die Relevanz von Energiemanagement aufgrund knapper Ressourcen, steigender Preise und der Dynamik liberalisierter Energiemärkte.
1 Energiemanagement: Begriffsdefinition: Das Kapitel erläutert den interdisziplinären Charakter des Begriffs und führt verschiedene betriebs- sowie ingenieurwissenschaftliche Definitionen an.
2 Energiemanagement: Anwendungsgebiete: Hier werden die Einsatzfelder von Energieträgern wie Strom, Gas und Wärme in verschiedenen Unternehmensbereichen systematisiert und dargestellt.
3 Energiemanagement: Verbreitung: Dieses Kapitel betont die Notwendigkeit der Transparenz durch Datenerfassung zur Identifikation von Einsparpotenzialen innerhalb unterschiedlicher Wirtschaftsbranchen.
4 Energiemanagement: Notwendigkeit: Das Kapitel begründet die Dringlichkeit eines effizienten Energiemanagements mit der historischen Preisentwicklung von Energieträgern und den Auswirkungen des liberalisierten Marktes.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Der abschließende Teil fasst zusammen, dass eine strukturierte Analyse und die Nutzung moderner Informationssysteme essenziell für die Optimierung der gesamten Prozesskette sind.
Schlüsselwörter
Energiemanagement, Energieeffizienz, Energiekosten, Wettbewerbsfaktor, Energieverbrauch, Prozessoptimierung, Liberalisierter Markt, Strompreise, Informationssysteme, Ressourcenschonung, Energiekostensenkung, Nachhaltigkeit, Energiewirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept des Energiemanagements in der betrieblichen Praxis und dessen steigender Bedeutung für Unternehmen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Energiemanagement, der Analyse von Anwendungsgebieten, der Transparenz des Energieverbrauchs und der ökonomischen Notwendigkeit dieser Maßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Energiemanagement als strategisches Instrument genutzt werden kann, um auf steigende Energiekosten und Marktveränderungen zu reagieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf einer fundierten Auswertung von Fachtexten, Marktanalysen und Datenreihen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des Begriffs, die Identifikation von Anwendungsbereichen, die Verbreitung in verschiedenen Branchen sowie die ökonomische Begründung durch die aktuelle Marktsituation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Energiemanagement, Energieeffizienz, Kostenoptimierung, Prozesskette und der liberalisierte Energiemarkt.
Welchen Einfluss hatte der Emissionshandel auf die Strompreise laut der Arbeit?
Neben gestiegenen Brennstoffkosten wird der am 1. Januar 2005 eingeführte Emissionshandel als ein wesentlicher Treiber für den Anstieg der Strompreise auf dem Großhandelsmarkt identifiziert.
Warum ist die Erfassung von Energiedaten laut Autor so wichtig?
Nur durch die kollektive Aufzeichnung und Analyse von Energie- und Prozessdaten in hoher zeitlicher Auflösung können Unternehmen Optimierungspotenziale in ihren Abläufen überhaupt erst identifizieren und bewerten.
- Quote paper
- Roland Althaus (Author), 2010, State-of-the-Art Energiemanagement in der Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166122