Diese Hausarbeit beleuchtet geographische Aspekte der Stadtentwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg in der DDR. Über die Klärung von wichtige Begrifflichkeiten werden alle Entwicklungsstufen der Stadtentwicklung - von Gründung der DDR, bis zu ihrem Untergang - thematisiert. Exemplarisch dazu werden drei Beispiele von Großwohnsiedlungen in Städten der ehemaligen DDR (Berlin und Leipzig) vorgestellt, um daran das zuvor theoretisch erläuterte Prinzip der Stadtentwicklung zu verdeutlichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsklärung
2.1 Stadtentwicklung
2.2 Großwohnsiedlungen
3. Stadtentwicklung nach dem zweiten Weltkrieg in der DDR
3.1 Ausgangssituation nach dem zweiten Weltkrieg
3.2 Die 50er Jahre
3.2.1 Die „schöne deutsche Stadt“ in der ersten Hälfte der 50er Jahre
3.2.2 Extensive Stadtentwicklung ab Mitte der 50er Jahre
3.3 Die 60er Jahre
3.4 Die 70er Jahre
3.5 Die 80er Jahre bis zur Wende
4. Beispiele für Großwohnsiedlungen in der DDR
4.1 Berlin- Marzahn
4.2 Berlin- Hellersdorf
4.3 Leipzig- Grünau
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die stadtentwicklungspolitischen Prozesse in der DDR nach 1945 mit besonderem Fokus auf die Entstehung und Bedeutung von Großwohnsiedlungen als Reaktion auf die massive Wohnungsnot und als Ausdruck sozialistischer Planungskultur.
- Historische Analyse der DDR-Stadtplanung von den 1950er bis in die 1980er Jahre
- Die Rolle der Industrialisierung des Bauwesens und der "Plattenbauweise"
- Städtebauliche Konzepte wie die "sozialistische Stadt" und die Wohnkomplex-Planung
- Detaillierte Fallstudien zu Berlin-Marzahn, Berlin-Hellersdorf und Leipzig-Grünau
- Bewertung der quantitativen Erfolge versus qualitativer Defizite im Wohnungsbau
Auszug aus dem Buch
3.1 Ausgangssituation
Die Städte im Ost-Teil Deutschlands waren von den Zerstörungen des Krieges in geringerem Maße betroffen als der West-Teil. Allerdings kam es auch hier zu Totalzerstörungen der Innenstädte wie zum Beispiel in Magdeburg und Dresden. Entlang der Frontlinie im Osten (Vorpommern und Brandenburg) betrug der Grad der Totalzerstörung des Wohnraumes einen extrem hohen Wert – häufig über 60%! Aufgrund dessen war die unmittelbare Nachkriegszeit gekennzeichnet durch den Neuaufbau der Kommunalverwaltungen, die Trümmerbeseitigung, Reparaturen sowie rege architektonische Wettbewerbsfähigkeit über die Zonengrenze hinaus (vgl. PAULI, M. 2005, S. 17).
Am 3.3.1946 beschloss die damals noch bestehende KPD das Wohnungsprogramm, denn aufgrund von gewaltigen Zuströmen von Umsiedlern bzw. Flüchtlingen kam es zu einem immensen Wohnraumbedarf, der aufgrund des hohen Grades an Kriegszerstörungen nicht mehr gedeckt werden konnte. Laut diesen Gesetzes sollte, angemessen der damaligen Baustoff- und Geldmittelsituation, der Neuaufbau von Kleinwohnungen in beschränkter Typenvariation im preiswerten Stockwerk Mietwohnungsbau im Vordergrund stehen. Ein weiteres Ziel war der Wiederaufbau von Kleineigenheimen und Kleinsiedlerstellen, sowie die Schaffung eines bescheidenen Wohnungsstandards. Betrachtet man nun das Wohnungsbauprogramm, so wird deutlich, dass es in erster Linie die Linderung der schlimmsten Wohnungsbaunot im Visier hatte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die ideologische Teilung Deutschlands und die daraus resultierenden, gegensätzlichen Stadtentwicklungsprozesse sowie die Notwendigkeit des industriellen Wohnungsbaus in der DDR.
2. Begriffsklärung: Hier werden die zentralen Fachbegriffe Stadtentwicklung und Großwohnsiedlungen definiert, um den theoretischen Rahmen für die Analyse zu schaffen.
3. Stadtentwicklung nach dem zweiten Weltkrieg in der DDR: Dieses Kapitel zeichnet chronologisch die Entwicklung der DDR-Städtebaupolitik von der Trümmerbeseitigung über die Industrialisierung des Bauwesens bis hin zur Rekonstruktion in den 1980er Jahren nach.
4. Beispiele für Großwohnsiedlungen in der DDR: Anhand der konkreten Beispiele Berlin-Marzahn, Berlin-Hellersdorf und Leipzig-Grünau wird die Umsetzung der zentral geplanten Großsiedlungsprojekte in der Praxis beleuchtet.
5. Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel zieht ein Fazit über die Effizienz der sozialistischen Wohnungspolitik und wägt die quantitativen Erfolge gegenüber den qualitativen Defiziten der Neubaugebiete ab.
Schlüsselwörter
DDR, Stadtentwicklung, Großwohnsiedlungen, Plattenbau, Wohnungsbauprogramm, Industrialisierung, Berlin-Marzahn, Berlin-Hellersdorf, Leipzig-Grünau, Städtebau, Wohnkomplex, sozialistische Stadt, Nachkriegszeit, Wohnungspolitik, Städteplanung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung des Städtebaus in der DDR nach 1945 und analysiert, wie der Staat durch den Bau von Großwohnsiedlungen auf die kriegsbedingte Wohnungsnot reagierte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den Schwerpunkten zählen die historische Entwicklung der Wohnungspolitik, die Einführung industrieller Fertigungsmethoden im Bauwesen sowie die städtebauliche Konzeption von Wohnkomplexen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, die städtebaulichen Strategien der DDR-Regierung nachzuzeichnen und kritisch zu prüfen, inwieweit diese zur Bewältigung der Wohnungsnot beigetragen haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Arbeit, die auf Literaturrecherche und der Untersuchung ausgewählter Fallbeispiele basiert.
Was wird im umfangreichen Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine zeitliche Darstellung der städtebaulichen Entwicklung von den 1950er bis in die 1980er Jahre sowie eine detaillierte Betrachtung der Großsiedlungsprojekte in Berlin und Leipzig.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere DDR-Stadtentwicklung, Großwohnsiedlungen, industrielle Bauweise (Plattenbau) und die Wohnungsbauprogramme der SED.
Welche Rolle spielt die "Plattenbauweise" für die DDR-Stadtplanung?
Sie war das zentrale Instrument, um den akuten Wohnungsmangel durch schnelles, kostengünstiges und standardisiertes Bauen in großem Maßstab zu lindern.
Was sind die wesentlichen Kritikpunkte an den DDR-Großsiedlungen laut der Arbeit?
Die Arbeit nennt vor allem Defizite in der sozialen und kulturellen Infrastruktur sowie die mangelnde städtebauliche Qualität und Gestaltung der Wohnumfelder.
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- Theresa Hiepe (Author), 2006, Stadtentwicklung nach dem zweiten Weltkrieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166153