Jahrzehntelang appellierten Experten aus verschiedenen Richtungen, dass Mädchen hinsichtlich ihrer naturwissenschaftlichen Fähigkeiten und Ausrichtungen gefördert werden müssten. Spätestens seit PISA besteht nun auch auf Seiten der männlichen Schüler dringender Handlungsbedarf, denn 80% der Schüler mit Lese- und Rechtschreibschwäche sind männliche Jugendliche!
Im Verlauf meiner Hausarbeit gehe ich über die Klärung von Begrifflichkeiten zunächst auf das Allgemeine Leseverhalten ein, um im Anschluss mit Hilfe von verschiedenen Studien das unterschiedliche Leseverhalten von Jungen und Mädchen darzustellen. Darauf aufbauend werde ich Theorien bzw. Erklärungsansätze vorstellen, die diese Differenzen im Leseverhalten begründen. Inwiefern der Deutschunterricht auf diese Entwicklung reagieren und das Lesen gesamtgeschlechtlich fördern kann, thematisiere ich im letzten Punkt meiner Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Leseverhalten
2.1 Allgemeines Leseverhalten
2.2 Forschungsergebnisse zum Leseverhaltens von Jungen und Mädchen
2.3 Theoretische Erklärungsansätze für das geschlechtsspezifische Leseverhalten
3. Konsequenzen für den Deutschunterricht
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die signifikanten Unterschiede im Leseverhalten von Jungen und Mädchen, identifiziert die Ursachen dieser Divergenzen und leitet daraus konkrete Ansätze für eine geschlechtergerechte Leseförderung im Deutschunterricht ab.
- Analyse des Wandels des allgemeinen Leseverhaltens.
- Darstellung geschlechtsspezifischer Differenzen durch empirische Studien.
- Untersuchung der sozialisationsbedingten Hintergründe und Feminisierung des Lesens.
- Erarbeitung von Strategien zur Steigerung der Lesemotivation bei Jungen.
- Diskussion einer geschlechterdemokratischen Lesekultur in der Schule.
Auszug aus dem Buch
2.1 Allgemeines Leseverhalten
Empirische Studien belegen, dass nicht etwa weniger gelesen wird als früher, sondern nur anders und anderes. Man kann grundsätzlich also von einem gewandelten Leseverhalten sprechen. Diese Unterscheidung zu früher ist abhängig davon, was in Beruf und Alltag erforderlich und praktizierbar ist. Insbesondere das sog. ‚Lese-Zapping‘ setzt sich heute durch. Darunter versteht man, dass Texte nur überflogen und interessante Passagen ‚herausgepickt‘ werden. Zudem sind kurze Lesephasen (das Lesen kurz vor dem Schlafengehen oder nebenbei im Bus) typisch für die heutige ‚Lesegesellschaft‘. Der ehemalige lange ‚Leseatem‘ literarischen Lesens verschwindet zunehmend zu Gunsten eines zeitlich eingeschränkten Konsums. Hinzu kommt eine umfassende und steigende Ausstattung des familiären Wohnraumes mit audiovisuellen und digitalen Medien. Sind diese einmal verfügbar, werden sie von ihren Besitzern auch genutzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der geschlechtsspezifischen Unterschiede beim Lesen ein und umreißt das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. Das Leseverhalten: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Leseverhaltens, analysiert allgemeine Trends und präsentiert Forschungsergebnisse sowie theoretische Erklärungsansätze für die Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen.
3. Konsequenzen für den Deutschunterricht: Hier werden konkrete kurz-, mittel- und langfristige Strategien entwickelt, um das Lesen gesamtgeschlechtlich und effektiver im Unterricht zu fördern.
4. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen und schulischen Umdenkens zur Stärkung der Lesekompetenz aller Schüler.
Schlüsselwörter
Leseverhalten, Lesesozialisation, Geschlechterunterschiede, Lesemotivation, Jungen, Mädchen, Lesekompetenz, Deutschunterricht, Leseförderung, Mediennutzung, Lesegesellschaft, Feminisierung des Lesens, Lese-Zapping, Schulkanon, Geschlechterdemokratie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Unterschiede im Leseverhalten von Jungen und Mädchen, die sich in verschiedenen Studien zeigen, und analysiert deren Ursachen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themen umfassen das allgemeine Leseverhalten, die spezifische Lesesozialisation der Geschlechter, Erklärungsansätze für Leseschwächen bei Jungen und methodische Ansätze zur Leseförderung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein Verständnis für das divergierende Leseverhalten zu schaffen und Möglichkeiten für eine geschlechtergerechte Leseförderung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die verschiedene empirische Studien, soziologische Ansätze und didaktische Konzepte auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Wandel des Leseverhaltens, die PISA- und andere Studienresultate, soziologische Theorien zur Sozialisation sowie Konsequenzen für den Deutschunterricht diskutiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Lesesozialisation, Lesekompetenz, geschlechtsspezifische Unterschiede und Leseförderung.
Warum empfinden viele Jungen das Lesen als „uncool“?
Die Arbeit führt dies auf eine Sozialisation zurück, in der Lesen primär mit „Weiblichkeit“ verknüpft wird, von der sich Jungen in der Pubertät abgrenzen.
Was ist das „Lese-Zapping“?
Dieser Begriff beschreibt ein modernes Leseverhalten, bei dem Texte nur noch überflogen und gezielt nach interessanten Passagen durchsucht werden, statt diese vollständig zu lesen.
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- Theresa Hiepe (Author), 2010, Das Leseverhalten von Jungen und Mädchen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166155