Plutarchs Vita des Agesilaos

Interpretation und Hintergrund der Darstellung des Werks von Plutarchos


Hausarbeit, 2009

13 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Plutarchs Darstellung des Lebens des Agesilaos
I. Antritt der Königsherrschaft über Lakedaimon
II. Kriegskunst und Unternehmungen
III. Wirkung auf andere Völker

Fazit

Quellen- und Literaturverzeichnis

Einleitung

Plutarch von Chaironeia1 schriebt in einer Zeit, in der Griechenland schon zum Imperium Romanum gehört. Kennzeichnend für diese Zeit ist, dass der gebildete Grieche nur Griechisch sprach, der gebildete Lateiner jedoch auch Griechisch. Diese Konstellation zeigt eindeutig die Wertschätzung der griechischen Kultur im Römischen Reich. Trotz der Dominanz der lateinischen Sprache Westen, blieb im Osten immer eine griechisch dominierte Welt erhalten.

Plutarch betrachtet Rom in der Kontinuität der griechischen Antike. So betrachtet er auch den griechischen Staat Sparta beziehungsweise Lakonien, indem er über Agesilaos und dessen Mitwirken am Untergang eben dieses Staates in Form einer Biografie berichtet. Die Lebensgeschichte Agesilaos wurde der des Pompeius gegenübergestellt und zeigt nicht nur das Leben sondern auch sein politische und militärische Bewusstsein . Zuerst muss beachtet werden, dass es sich um Agesilaos II. handelt, was man bei der Lektüre aufgrund der Personen- und Familienbezüge innerhalb des Textes2 erschließen kann. Der lakedaimonische Staat ist gekennzeichnet durch eine Verfassung die auf Lykurgs3 zurückgehen soll. Lykurg will in Sparta eine Plutokratie schaffen, also eine Sonderform der Oligarchie und eine Herrschaft der Reichen. Auch hat sich in Sparta eine Sonderform des Königtums gebildet, so herrschte dort das Doppelkönigtum, das sich auch zwei Familien ( den Agiaden und den Eurypontiden) zusammensetzte. Beide Könige hatten alledings eingeschränkte Macht, diese wurde von den Ephoren4 und den Geronden5 eingegrenzt. Beides rekrutiert sich aus den reichen Schichten der ehemaligen Spartiaten. Die Bevölkerung Spartas setzte sich aus vier Teilen zusammen, so bilden eine wichtige Schicht Spartiaten, die das Bürgerrechte besitzen, das sind etwas 700, wovon nur 100 politisch aktiv sein können. Die anderen 600 leben am Existenzminimum. Hierzu kommen Spartiaten, die keine Landlose besitzen, Periöken, die Umwohner Lakedaimons, und Heloten, Unfreie, die an eine Scholle gebunden waren. Auch wenn die Spartiaten die zahlenmäßig kleinste Schicht bildeten, waren sie jedoch die politisch maßgebend. Ziel dieser Arbeit ist mit diesem Hintergrund Agesilaos und den Untergang Spartas mit Plutarchs Urteil auszuwerten. Sein Werk zu Agesilaos bildet die Grundlage der hier vorliegenden Arbeit und somit auch den Kern.

Es handelt sich um keine Niederschrift der Geschichte, sondern eine Analyse der Parallelbiographie. Die politischen Stärken und Schwächen werden infolge der Textinterpretation herausgearbeitet und stellen Plutarchs Sicht auf den Untergang Spartas dar.

Im Ende der Arbeit wird eine Darstellung und ein Vergleich mit anderen Konzepten zum Untergang Spartas folgen.

Plutarchs Darstellung des Leben des Agesilaos Plutarch schreibt sein Werk etwa dreihundert Jahre nach dem Ableben des Agesilaos6 und beruft sich auf die verschiedensten Überlieferungen, unter anderem auch von Theophrast7 und Xenophon8.

Der Autor ist Plutarchos von Chaironeia9, der auch andere biographische Werke beziehungsweise Parallelbiographien, in denen er bedeutende Griechen mit ebenso bedeutenden Griechen vergleicht, zu Papier gebracht hat. Er ist als primär als berühmter Philosoph und Schriftsteller bekannt, jedoch war er auch Lehrer, Politiker und Reisender. Für Plutarchs Geburts- und Sterbejahr gibt es keine direkten Hinweise, jedoch scheinen ein Geburtsjahr kurz vor 50 vor Christus und eine Sterbejahr nach 120 als sehr wahrscheinlich.10

Seine genauen Lebensumstände erschließen wir zu einem Großteil aus seinen eigenen Werken, in denen er von seinen persönlichen Verhältnissen und Situationen berichtet. Es gibt nur wenige Hinweise auf ihn bei anderen Schriftstellern.

Die zu interpretierenden Parallelbiographie befasst sich mit den Persönlichkeiten Agesilaos II. und Pompeius, dabei wertet er zugleich ihr politischen Fähigkeiten aus und kommentiert diese.

In dem Teil, der sich mit Agesilaos befasst, kommen auch noch dessen militärischen und persönlichen Fähigkeiten und Merkmale zur Geltung. So befasst er sich unter anderem damit, wie es dazu kam, das Agesilaos II. König von Lakedaimon wurde und auch warum er kein „typische“ lakedaimonischer König war.

Auch seine menschlichen Seiten werden von Plutarch dargestellt und auch indirekt kommentiert. So schließt er in seinen Darstellung unter anderem auch Orakelsprüche und Traumgespräche mit ein. Dies macht es anschaulicher und verdeutlicht die Situationen und Vorgänge innerhalb des Lebens Agesilaos II. und auch seines Wirkens und Handelns.

[...]


1 Pelling, C. B. R., s.v. Plutarchos 2), DNP 9, 2000, Sp. 1159 - 1165

2 Plutarchos, Große Griechen und Römer 3, Übersetzung nach Konrat Ziegler, 1980, S.107 - „ Archidamos, [ … ], hinterlie ß , nachdem er ruhmvoll ü ber die Lakedaimonier geherrscht hatte, von seiner hochangesehenen Gemahlin Lampido einen Sohn namens Agis, und dann von Eupolia, [ … ], einen viel j ü ngeren Sohn namens Agesilaos. “

3 Gärtner, Dr. Hans, s.v. Lykurgos, DKP 3, 1969, Sp. 822-826

4 Plutarchos, Große Griechen und Römer 3, Übersetzung nach Konrat Ziegler, 1980,S.110

5 Ebd., S. 110

6 Kiechle, Dr. Franz, s. v. Agesilaos, DKP 1, 1964 ,Sp. 131

7 Plutarchos, Große Griechen und Römer 3, Übersetzung nach Konrat Ziegler,1980, S. 108

8 Ebd., S. 110

9 Kroh, Paul, s.v. Plutarchos, Lexikon der Antiken Autoren, 1972, Sp. 502 - 506

10 Ebd., Sp. 502

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Plutarchs Vita des Agesilaos
Untertitel
Interpretation und Hintergrund der Darstellung des Werks von Plutarchos
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Alte Geschichte)
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
13
Katalognummer
V166184
ISBN (eBook)
9783640819034
ISBN (Buch)
9783640822294
Dateigröße
466 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
plutarchs, vita, agesilaos, interpretation, hintergrund, darstellung, werks, plutarchos
Arbeit zitieren
Juliane Cuno (Autor), 2009, Plutarchs Vita des Agesilaos, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166184

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