Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Soziologie - Allgemeines und Grundlagen

Die Verdrängung von Obdachlosigkeit aus dem öffentlichen Raum und das Recht auf Stadt

Titel: Die Verdrängung von Obdachlosigkeit aus dem öffentlichen Raum und das Recht auf Stadt

Studienarbeit , 2025 , 34 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Allgemeines und Grundlagen
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der akademische Text konzentriert sich auf die Verdrängung von Obdachlosigkeit aus dem öffentlichen Raum, insbesondere im Zusammenhang mit Großveranstaltungen im Jahr 2024 wie den Olympischen Spielen in Paris und der Fußball-Europameisterschaft in Deutschland. Die Arbeit analysiert diese Phänomene anhand zentraler soziologischer und politischer Konzepte, darunter die Definitionen von Obdach- und Wohnungslosigkeit sowie die Theorien von Hannah Arendt ("Das Recht, Rechte zu haben") und Henri Lefebvre ("Das Recht auf Stadt"). Die Quellen beleuchten, wie solche Ereignisse soziale Ungleichheiten verschärfen und zu einer Militarisierung und Kommerzialisierung des öffentlichen Raums führen, während Soziale Arbeit gefordert ist, im Rahmen ihres Tripelmandats zu handeln und strukturelle Reformen gegen Exklusion zu fordern. Abschließend betont der Autor die Notwendigkeit langfristiger, finanzstarker Lösungen im Sozialwesen, um Marginalisierung entgegenzuwirken.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • EINLEITUNG
  • 1 WHAT JUST HAPPENED: DIE VERDRÄNGUNG VON OBDACHLOSIGKEIT IN DEN MEDIEN
    • 1.1 "YOU'RE ON YOUR OWN KID": NEW ORLEANS AUF DER WELTBÜHNE
    • 1.2 DIE POLIZEI RÄUMT AUF: DIE EUROPAMEISTERSCHAFT 2024 IN DEUTSCHLAND
    • 1.3 OLYMPIA OHNE OBDACHLOSE: PARIS WIRD FÜR OLYMPIA 2024, SAUBER'
  • 2 BEGRIFFE
    • 2.1 WOHNUNGSLOSIGKEIT & OBDACHLOSIGKEIT
    • 2.2 DER ÖFFENTLICHE RAUM
    • 2.3 DER PLATZ IN DER WELT UND DAS RECHT, RECHTE ZU HABEN (ARENDT)
    • 2.4 DAS RECHT AUF STADT (LEFEBVRE)
  • 3 EINE PRAKTISCHE UMSETZUNG?!
  • FAZIT
  • LITERATURVERZEICHNIS

Zielsetzung & Themen

Diese Studienarbeit untersucht die Phänomene Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit sowie deren Verdrängung aus dem öffentlichen Raum im Kontext großer musikalischer und sportlicher Veranstaltungen im Jahr 2024. Die zentrale Forschungsfrage lautet, wie westliche Gesellschaften mit Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit im Rahmen von Großevents umgehen, welche Probleme dabei auftreten und wie dies besser gestaltet werden könnte.

  • Analyse der medialen Berichterstattung über Obdachlosenverdrängung bei Großereignissen.
  • Definition und Differenzierung von Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit.
  • Beleuchtung des Konzepts des öffentlichen Raums und seiner Bedeutung für marginalisierte Gruppen.
  • Auseinandersetzung mit Hannah Arendts Theorie vom „Recht, Rechte zu haben“ und Henri Lefebvres „Recht auf Stadt“.
  • Untersuchung der Rolle der Sozialen Arbeit und praktischer Lösungsansätze im Umgang mit sozialer Exklusion.
  • Kritische Betrachtung obdachlosenfeindlicher Architektur und bürokratischer Hürden.

Auszug aus dem Buch

1.3 Olympia ohne Obdachlose: Paris wird für Olympia 2024 ,sauber‘

Bereits im Dezember 2023 gibt es erste Berichte in den Medien darüber, dass aus Paris obdachlose Menschen in die Provinzen verbracht werden; im Zusammenhang sprechen dutzende französische Nichtregierungsorganisationen immer wieder von „sozialen Säuberungen“ (Frederico, 2023; sowie Wiegel, 2024). Der Koordinator der Gesundheitsüberwachung von Migranten bei „Ärzte der Welt“, Paul Alauzy, erklärt: „Diese Maßnahmen gab es bereits, aber die Olympischen Spiele haben die Dinge beschleunigt. Es besteht der Zwang, eine ,saubere Stadtʻ zu schaffen" (Frederico, 2023).

Obdachlosenunterkünfte und von Migranten und Obdachlosen besetzte Häuser wurden zwangsgeräumt oder unter Druck gesetzt, wenn sie in einem der Gebiete liegen, welche im Sommer 2024 zum Olympischen Dorf gehören werden es fehlt an Alternativangeboten, insbesondere für die minderjährigen und eingewanderten Betroffenen in der französischen Hauptstadt, aber auch in den Ausweichstädten, die die Pariser Obdachlosen aufnehmen sollen (ebd.; Wiegel, 2024; Knuchel, 2024). Französische Behörden rechtfertigen sich mit einem offiziellen, längst bekannten und staatlich geförderten Freiwilligenprogramm zur Re-Lokalisierung von Obdachlosen: sie erhalten eine temporäre Unterkunft, während geprüft wird, ob sie den Anforderungen des Programms entsprechen wenn ja, kann eine permanente Unterkunft zugeteilt und Hilfe zugesagt werden. Für das Programm sind allerdings nur Asylberechtigte zulässig, vermutlich weniger als die Hälfte der Betroffenen (vgl. Knuchel, 2024). Laut einem Bericht des Kollektivs ,Le Revers de la Médailleʻ mit mehr als 90 Hilfsorganisationen vom Juni 2024 betreffen die Räumungen und die Verdrängungen vorrangig neben Obdachlosen Geflüchtete, Sexarbeitende und Drogenabhängige (vgl. Müller, 2024). Das Kollektiv zeigte sich von den Entwicklungen enttäuscht, man habe viele Lösungsvorschläge angebracht, etwa die Finanzierung von Wohnraum, Essen und Trinken durch einen olympischen Solidaritätsfond“ (ebd.), sei aber gescheitert an Unwillen und Bürokratie: „Jede Stelle schob die Verantwortung den anderen zu..."; und an politischen Machtkämpfen: „Als Hidalgo [Bürgermeisterin von Paris, Anm. d. Autorin] zum Beispiel entschied, eine leere Schule als Notunterkunft zu nutzen, und 200 Menschen dorthin schickte, wurde diese von der örtlichen Polizei empfangen, die ihnen den Eintritt verwehrte“. (beides in: Vaillant, 2024).

Im Bericht des Kollektivs vom Juni 2024 sind allein Paris über 12.000 Menschen seit Frühjahr 2023 betroffen von den Räumungen, darunter etwa 3.400 Minderjährige – nur wenige hätten in Folge der Räumung eine Notunterkunft angeboten bekommen oder erhalten (ebd.). Besetzte Gebäude werden nach der Räumung mit Sicherheitskräften umstellt und mit Stacheldraht umzäunt, an Plätzen mit ehemaligen Zeltlagern werden Betonblöcke gesetzt: „überall gibt es Barrieren und Zäune. Es ist unmöglich geworden, sich an einem öffentlichen Ort in der Innenstadt aufzuhalten und zu übernachten“ (ebd.). Manche Hilfsorganisationen sollen bis zum Sommer 2024 ihre Hilfen eingestellt haben, einerseits aus Überlastung, andererseits um Druck auf die Behörden zu erhöhen ihr Verhalten zu ändern – bis zum Juli 2024 leider ohne Erfolg (vgl. ebd., sowie: Müller, 2024). Während der wenigen Wochen im Juni und Juli 2024 will das Kollektiv ,Le Revers de la Médailleʻ die Geschehnisse dokumentierten, die Versorgung von vulnerablen Gruppen weiterhin sicherstellen und weiter Druck machen:

„Wir übergeben die Fackel an Los Angeles, das als Nächstes 2028 dran ist und wo zehnmal mehr Obdachlose als in Paris leben. Organisationen wie das IOC werden sich wohl von sich aus kaum oder vielleicht sogar nie ändern, deswegen müssen Zivilgesellschaft und Presse mehr Druck ausüben“, führt Antoine de Clerck, Menschenrechtsaktivist und Sprecher des Kollektivs, im Interview aus, und sagt weiter: „Ehrlich gesagt ja, ich bin etwas verbittert. Natürlich ist es eine Herausforderung, Tausende Menschen unterzubringen – aber ich bitte Sie, wir empfangen schätzungsweise 15 Millionen Touristen und haben einfach mal so ein olympisches Dorf für 14.000 Athleten und Sportfunktionäre aufgezogen. (...) Und das alles in Frankreich, dem Land der Menschenrechte und der Demokratie“ (Vaillaint, 2024).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Führt in die Problematik der Verdrängung von Obdachlosen aus dem öffentlichen Raum im Kontext von Großveranstaltungen ein und stellt die zentrale Forschungsfrage.

Kapitel 1 (WHAT JUST HAPPENED: DIE VERDRÄNGUNG VON OBDACHLOSIGKEIT IN DEN MEDIEN): Beleuchtet anhand aktueller Beispiele (Olympia Paris, EM Deutschland, Taylor Swift Tour USA), wie Obdachlosigkeit durch Großevents medial thematisiert und die Betroffenen aus dem öffentlichen Stadtbild verdrängt werden.

Kapitel 2 (BEGRIFFE): Definiert zentrale Konzepte wie Wohnungslosigkeit, Obdachlosigkeit, öffentlicher Raum und analysiert theoretische Ansätze von Hannah Arendt („Recht, Rechte zu haben“) und Henri Lefebvre („Recht auf Stadt“).

Kapitel 3 (EINE PRAKTISCHE UMSETZUNG?!): Verknüpft die Theorien mit der Praxis, indem es die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Bekämpfung von Exklusion beleuchtet und konkrete Forderungen sowie die Auswirkungen obdachlosenfeindlicher Architektur aufzeigt.

Fazit: Fasst die Erkenntnisse zusammen, betont die Notwendigkeit eines langfristigen gesellschaftlichen Engagements und die Rolle der Sozialen Arbeit im Kampf gegen Ungleichheit und Exklusion im urbanen Raum.

Schlüsselwörter

Obdachlosigkeit, Wohnungslosigkeit, Verdrängung, öffentlicher Raum, Großveranstaltungen, Recht auf Stadt, Menschenrechte, soziale Exklusion, Hannah Arendt, Henri Lefebvre, Sozialarbeit, Paris 2024, Euro 2024, Gentrifizierung, urbane Politik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Verdrängung von obdachlosen und wohnungslosen Menschen aus dem öffentlichen Raum im Kontext großer internationaler Veranstaltungen und analysiert diese Phänomene durch sozial- und rechtspolitische Theorien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit, der öffentliche Raum, das Recht auf Stadt nach Lefebvre, das Recht, Rechte zu haben nach Arendt, sowie die Auswirkungen von Großevents auf marginalisierte Gruppen und die Rolle der Sozialen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu analysieren, wie westliche Gesellschaften mit Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit im Rahmen von Großevents umgehen, welche Probleme dabei entstehen und wie ein verbesserter Umgang aussehen könnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte, vergleichende sozio-politische und rechtliche Analyse, indem sie mediale Beispiele aufgreift, zentrale Begriffe definiert und theoretische Ansätze aus der Literatur (insbesondere von Arendt und Lefebvre) heranzieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt konkrete Beispiele von Obdachlosenverdrängung bei Großveranstaltungen (z.B. Olympische Spiele in Paris, Fußball-EM in Deutschland), definiert und differenziert Schlüsselbegriffe wie Wohnungslosigkeit und öffentlicher Raum und diskutiert die philosophisch-soziologischen Theorien von Hannah Arendt und Henri Lefebvre.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Obdachlosigkeit, Wohnungslosigkeit, Verdrängung, öffentlicher Raum, Großveranstaltungen, Recht auf Stadt, Menschenrechte, soziale Exklusion, Hannah Arendt, Henri Lefebvre, Sozialarbeit, Paris 2024, Euro 2024, Gentrifizierung, urbane Politik.

Wie werden Obdachlose im Kontext von Großveranstaltungen konkret aus dem öffentlichen Raum verdrängt?

Die Verdrängung erfolgt durch Maßnahmen wie Zwangsräumungen von Unterkünften, erhöhte Polizeipräsenz, Platzverweise, Bettelverbote, Alkoholverbotszonen und die Schaffung "obdachlosenfeindlicher Architektur" wie abgerundeten Sitzflächen oder Betonblöcken an Schlafplätzen.

Welche Rolle spielen Hannah Arendts Theorie des „Rechts, Rechte zu haben“ und Henri Lefebvres Konzept des „Rechts auf Stadt“ für die Analyse der Obdachlosigkeit?

Arendts Theorie beleuchtet den Verlust des politischen Status und der Zugehörigkeit für als „überflüssig“ betrachtete Menschen, während Lefebvres Konzept die Verdrängung als Folge kapitalistischer Urbanisierung kritisiert und einen gleichberechtigten Zugang zu urbanen Ressourcen fordert.

Welche Kritikpunkte werden an der Reaktion der französischen Behörden auf die Obdachlosigkeit während der Olympischen Spiele 2024 geäußert?

Kritisiert werden "soziale Säuberungen", die Verbringung Obdachloser in die Provinzen, das Fehlen adäquater Alternativangebote, die Einschränkung des Zugangs zu Hilfsprogrammen für Nicht-Asylberechtigte und das Scheitern an Unwillen und Bürokratie bei der Umsetzung von Lösungsvorschlägen.

Welche Aufgaben und Forderungen ergeben sich aus den Erkenntnissen für die Soziale Arbeit?

Für die Soziale Arbeit ergibt sich die Aufgabe, das „Tripelmandat“ von Hilfe, Kontrolle und ethisch-wissenschaftlicher Professionalität aktiv umzusetzen, sich für die Stimmen der Marginalisierten einzusetzen und die Stärkung präventiver sowie beratender Sozialhilfesysteme mit ausreichender, dauerhafter Grundfinanzierung zu fordern.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Verdrängung von Obdachlosigkeit aus dem öffentlichen Raum und das Recht auf Stadt
Hochschule
Duale Hochschule Gera-Eisenach (ehem. Berufsakademie Thüringen in Eisenach)
Note
2,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2025
Seiten
34
Katalognummer
V1661890
ISBN (PDF)
9783389160213
ISBN (Buch)
9783389160220
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sozialarbeit Olympia, Obdachlosigkeit, Stadtsoziologie, Soziale Arbeit,
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2025, Die Verdrängung von Obdachlosigkeit aus dem öffentlichen Raum und das Recht auf Stadt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1661890
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  34  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum