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Homoerotik, Spiritualität und Enthaltsamkeit bei Aelred von Rievaulx

Titre: Homoerotik, Spiritualität und Enthaltsamkeit bei Aelred von Rievaulx

Dossier / Travail de Séminaire , 2001 , 30 Pages , Note: Sehr gut

Autor:in: Christoph Bernhard Ramsauer (Auteur)

Théologie - Théologie systématique
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Der äußere Rahmen einer umfassenden Schreibung einer Biographie des Heiligen ist kaum möglich. Mit einiger Sicherheit kennen wir Geburtsjahr (1110) und Sterbedatum (12. 01. 1167), verschiedene wichtige Etappen seines Lebensweges, ansonsten geben die literarischen Zeugnisse für unser modernes Verständnis von Geschichte relativ wenig her.

Aus der Feder eines gewissen Walter Daniel, Mönch aus dem von Aelred geleiteten Zisterzienserkloster Rievaulx bei York in Nordengland, stammt die einzige Vita des heiligen, und sie dient, wie alle Viten insgesamt, der Verherrlichung des Heiligen und seines tugendhaften Lebenswandels. Sicherlich beruht der dokumentarische Wert dieses Werkes auf der Tatsache, daß Walter Aelred noch gut gekannt und quasi aus seiner verehrenden Sicht des Meisters und Freundes dessen Leben darstellt. Wesentlich ergiebiger, weil authentischer, sind die vielen autobiographischen Notizen Aelreds verstreut über sein ganzes, sehr umfangreiches Werk, wie etwa, um die wichtigsten Abhandlungen zu nennen, dem ,,Spiegel der Liebe" (Speculum Caritatis), der ,,Regel für eine Rekluse" (De institutione inclusarum) oder sein wohl berühmtestes Werk ,,Über die geistliche Freundschaft" (De amicitia spirituali). In der kritischen Sichtung solcher einzelnen und verstreuten Bemerkungen, der Einbeziehung der Vita und der Kenntnisnahme der allgemeinen soziokulturellen und spiritualitätsgeschichtlichen Hintergründe des 12. Jahrhunderts, lässt sich mehr oder weniger ein einigermaßen detailgetreues Lebensbild rekonstruieren, mit dem sich gut wissenschaftlich arbeiten lässt.

Im meiner eigenen Darstellung und Wertung seines Lebens referiere ich im folgenden auf der Textgrundlage zweier Artikel, die Anfang der 80er Jahre herausgegeben worden sind, wobei der erste eine Diskussion um die Homosexualität Aelreds in der Wissenschaft eröffnete, auf die der Artikel von Russell aus dem Jahr 1982 reagiert.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

AELRED ALS INITIATOR EINER EIGENSTÄNDIGEN THEOLOGIE DER FREUNDSCHAFT IM KONTEXT HOCHMITTELALTERLICHER SPIRITUALITÄT

AELREDS HOMOEROTISCHE NEIGUNG ALS INDIKATOR EINER EIGENSTÄNDIGEN SPIRITUELLEN ORTUNG VON MÄNNERFREUNDSCHAFTEN

DER ORDO CARITATIS: AELREDS LEHRE VON DEN FÜNF AFFEKTEN

ORDNUNGSDENKEN UND MITTELALTERLICHE „SPIEGELLITERATUR“

ZUM SPECULUM CARITATIS AELREDS VON RIEVAULX

DES MENSCHEN LEBEN UND HANDELN IST NICHTS ANDERES ALS LIEBE

DIE AFFEKTE ALS MOTIVATIONEN AUF DIESEM WEG DER LIEBE

Der geistliche Affekt

Der vernünftige Affekt

Der geschuldete Affekt

Der natürliche Affekt

Der fleischliche Gefühlsantrieb

DIE LIEBE AUS AFFEKT UND VERNUNFT ALS HÖCHSTE FORM DER CARITAS

HOMOEROTIK UND ENTHALTSAMKEIT

HOMOEROTIK UND SPIRITUALITÄT

BIBLIOGRAPHIE

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis von Homoerotik, Spiritualität und Enthaltsamkeit im Werk des Zisterzienserabtes Aelred von Rievaulx. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Aelred seine spezifische affektive Veranlagung in eine christliche Theologie der Freundschaft integriert hat und welche Rolle die „Ordnung der Liebe“ (ordo caritatis) sowie die Kontrolle der Affekte durch die Vernunft (ratio) für das mönchische Ideal spielen.

  • Historische Einordnung der Aelredschen Theologie der Freundschaft im hochmittelalterlichen Kontext.
  • Analyse von Aelreds Lehre von den fünf Affekten und deren anthropologische Bedeutung.
  • Untersuchung der Dynamik von homoerotischen Neigungen und deren spiritueller Transzendierung im klösterlichen Leben.
  • Diskussion des Stellenwerts von Enthaltsamkeit als Voraussetzung für den spirituellen Aufstieg zur Gottesliebe.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der modernen Forschungsdebatte um Aelreds Sexualität und deren Einfluss auf sein Werk.

Auszug aus dem Buch

Die Affekte als Motivationen auf diesem Weg der Liebe

Liebe entsteht nicht im luftleeren Raum. Sie entzündet sich an etwas oder an jemanden. Liebe muß gewissermaßen erregt werden. Diese Grundeinsicht menschlichen Liebesverhaltens expliziert Aelred in seiner Lehre von den Affekten (affectus). Die Liebe selbst als jene Kraft, die sich auf etwas oder jemanden hinbewegt, muß selbst wiederum durch andere Kräfte „motiviert“ werden: den Affekten, von denen Aelred fünf kennt und deren Ordnungsschemata er von keinem anderen Denker vor ihm übernimmt. Überhaupt dürfte er der erste Denker sein, der sich in systematischer Weise um eine Einteilung der menschlichen Affekte bemüht – ein Indiz für die geistesgeschichtlicher Mentalität des Hochmittelalters, die sich v.a. auf jene Bereiche des Menschen konzentriert, die diesen als solchen auszeichnet (Betonung der Individualität des Menschen, seinem unverwechselbaren Charakter, dem auch Gott Rechnung trägt).

„Affekt“ wird von Aelred folgendermaßen definiert: „Ich möchte sie als Ursprünge oder Wurzeln der Liebe bezeichnen, nicht aber als Liebe selbst... Ein Gefühlsantrieb ist eine unwillkürliche, freudige Hinwendung der Seele zu irgend jemandem“. Sie bewegen uns dieses oder jenes zu erreichen (oder zu lieben) – doch darauf beschränkt sich schon ihre Funktion. Aelred beurteilt sie neutral: sie sind Schöpfungsgaben, ein Positiv bzw. ein Datum, das uns allen anhaftet: „Von diesen Gefühlsantrieben erregt oder bedrängt zu werden, ist meiner Ansicht nach weder besonders lobenswert, wenn sie gut sind, noch verderblich, wenn sie böse sind.“ Diese scheinbar unbedeutende Notiz am Rande ist gerade im Kontext mittelalterlichen Denkens und unseres Themas von Homoerotik und Enthaltsamkeit nicht unerheblich. Es ist keinesfalls selbstverständlich, daß man den Affekten eine so ausgesprochen neutrale bzw. wie es Aelred tun wird, positive Rolle im Beziehungsspiel zwischen Menschen oder gar zwischen Mensch und Gott zu attestieren.

Zusammenfassung der Kapitel

AELRED ALS INITIATOR EINER EIGENSTÄNDIGEN THEOLOGIE DER FREUNDSCHAFT IM KONTEXT HOCHMITTELALTERLICHER SPIRITUALITÄT: Dieses Kapitel führt in die Lebensgeschichte Aelreds ein und beleuchtet die Bedeutung seiner autobiographischen Notizen für eine wissenschaftliche Rekonstruktion seines Lebensbildes.

AELREDS HOMOEROTISCHE NEIGUNG ALS INDIKATOR EINER EIGENSTÄNDIGEN SPIRITUELLEN ORTUNG VON MÄNNERFREUNDSCHAFTEN: Hier wird die kontroverse wissenschaftliche Debatte um Aelreds Homosexualität referiert und als Impulsgeber für eine neue Interpretation seiner Freundschaftstheologie gewürdigt.

DER ORDO CARITATIS: AELREDS LEHRE VON DEN FÜNF AFFEKTEN: Der Hauptteil analysiert Aelreds systematisches Denken zur „Liebesordnung“ und bietet eine detaillierte Erläuterung der fünf Affektarten sowie ihrer Steuerung durch die Vernunft.

HOMOEROTIK UND ENTHALTSAMKEIT: Dieses Kapitel verknüpft Aelreds persönliche Erfahrungen mit seiner monastischen Ethik und diskutiert, wie erotische Anziehung durch spirituelle Askese transformiert wird.

HOMOEROTIK UND SPIRITUALITÄT: Das Fazit resümiert, dass Aelreds homoerotische Veranlagung nicht als Widerspruch, sondern als fruchtbarer Nährboden für seine tiefgründige Jesusmystik und seine Lehre von der geistlichen Freundschaft zu betrachten ist.

Schlüsselwörter

Aelred von Rievaulx, Zisterziensermystik, Freundschaftstheologie, Homoerotik, Enthaltsamkeit, Speculum Caritatis, Ordo Caritatis, Affekte, Vernunft, Jesusmystik, Mittelalter, monastische Spiritualität, Leiblichkeit, Liebe, Anthropologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die spirituelle Anthropologie Aelreds von Rievaulx vor dem Hintergrund seiner affektiven Neigungen und analysiert seine Theorie der „geordneten Liebe“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die monastische Theologie des 12. Jahrhunderts, die Psychologie der Affekte und die Transformation von homoerotischen Leidenschaften in geistliche Freundschaft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Aelred durch die Integration von Ratio und Affectus ein spirituelles System schuf, das auch heutigen Lesern hilft, Leidenschaften auf Gott hin fruchtbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine systematisch-kritische Textauswertung der Werke Aelreds (insbesondere des Speculum Caritatis) und setzt diese in Bezug zur fachwissenschaftlichen Diskussion.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der „Liebesordnung“, die Klassifizierung der fünf Affekte durch Aelred und die Anwendung dieser Lehre auf den klösterlichen Alltag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Aelred von Rievaulx, Ordo Caritatis, Affekte, Spiritualität, Freundschaftstheologie und Enthaltsamkeit.

Wie bewertet Aelred das „erotische Fluidum“ zwischen Mönchen?

Aelred erkennt das Eruptive und Exzessive dieser Zuneigung an, mahnt jedoch zur Strenge gegenüber sich selbst und betont, dass diese Impulse durch die Vernunft auf die Liebe zu Gott hin geordnet werden müssen.

Ist Aelreds Theorie der Freundschaft mit einer modernen Identität vereinbar?

Aelred verstand sich selbst nicht über den Begriff einer modernen sexuellen Orientierung, aber seine sensible Beschreibung zwischenmenschlicher Zuneigung dient vielen modernen Lesern als wertvoller spiritueller Orientierungspunkt.

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Résumé des informations

Titre
Homoerotik, Spiritualität und Enthaltsamkeit bei Aelred von Rievaulx
Université
University of Salzburg  (Institut für Moraltheologie und Gesellschaftslehre)
Cours
Seminar über Sexualethik
Note
Sehr gut
Auteur
Christoph Bernhard Ramsauer (Auteur)
Année de publication
2001
Pages
30
N° de catalogue
V1661
ISBN (ebook)
9783638110280
Langue
allemand
mots-clé
Homoerotik Spiritualität Enthaltsamkeit Aelred Rievaulx Seminar Sexualethik
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Christoph Bernhard Ramsauer (Auteur), 2001, Homoerotik, Spiritualität und Enthaltsamkeit bei Aelred von Rievaulx, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1661
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Extrait de  30  pages
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